Discussion:
Untersuchungsbericht zu BÜ-Unfall vom 15.05.2017 in Neustadt am Rübenberge:
Add Reply
Ingo Stiller
2018-06-05 19:14:53 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Der Bericht ist lesenswert, weil er nicht einfach die Schuld* dem Streckenposten gibt, sonder sehr differenziert die verschiedenen Fehlerquellen auflistet und eine Mitschuld* auch den anderen Beteiligten gibt
https://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/SharedDocs/Downloads/EUB/Untersuchungsberichte/2017/108_Neustadt_am_Ruebenberge_-_Hagen_Han.pdf
*) Schuld nicht im juristischem Sinne, sonder als Ursachenanalyse

Gruß Ingo
Holger Metschulat
2018-06-06 14:30:04 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Ingo Stiller
Der Bericht ist lesenswert, weil er nicht einfach die Schuld* dem Streckenposten gibt, sonder sehr differenziert die verschiedenen Fehlerquellen auflistet und eine Mitschuld* auch den anderen Beteiligten gibt
Ja, wirklich interessant, gut recherchiert und aufbereitet. Gute
Qualität im Vergleich zu anderen Untersuchungsberichten, die nicht so
differenziert und tief recherchiert haben.

Allerdings wundert es mich, daß gewisse Dinge bei der TH BÜP nicht von
vorneherein sauber gelöst wurden, bspw. der Aufenthaltsraum des BÜP, den
könnte man in einen kombinierten Aufenthalts-, Material- und
Technikcontainer realisieren.

Weiterhin frage ich, warum man bei solchen Szenarien sich immer noch
ausschließlich auf eine mündliche Kommunikation setzt (vom
Nachwarnsystem abgesehen) und nicht auf eine vollständige technische
Sicherung mittels temporärer mobiler BÜ-Anlagen inkl. mobiler
Gleisschaltmittel setzt und dafür die technischen, betrieblichen und
zulassungstechnischen Rahmenbedingungen schafft.

Holger
U***@web.de
2018-06-06 14:44:14 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Holger Metschulat
Post by Ingo Stiller
Der Bericht ist lesenswert, weil er nicht einfach die Schuld* dem Streckenposten gibt, sonder sehr differenziert die verschiedenen Fehlerquellen auflistet und eine Mitschuld* auch den anderen Beteiligten gibt
Ja, wirklich interessant, gut recherchiert und aufbereitet. Gute
Qualität im Vergleich zu anderen Untersuchungsberichten, die nicht so
differenziert und tief recherchiert haben.
Jein. Es ist nicht so, daß Güterzüge immer
die längeren Zugnummern haben, und ob
Durchfahrt eines Zugschlusses wg. Abstands
Grund zur BÜ-Öffnung ist, kann man schlecht beurteilen,
wenn nix zum Blockabstand geschrieben wird.
Ingo Stiller
2018-06-06 18:55:06 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Holger Metschulat
Weiterhin frage ich, warum man bei solchen Szenarien sich immer noch
ausschließlich auf eine mündliche Kommunikation setzt (vom
Nachwarnsystem abgesehen) und nicht auf eine vollständige technische
Sicherung mittels temporärer mobiler BÜ-Anlagen inkl. mobiler
Gleisschaltmittel setzt und dafür die technischen, betrieblichen und
zulassungstechnischen Rahmenbedingungen schafft.
jenes wundert mich auch immer wieder.
Es ist ja nicht so, dass deshalb neue Kabel, geschweige den Drahtzüge gelegt werden müssen.
Jeder Baustellen-Straßenampel kann heute per Funk ferngesteuert werden.
Und bevor jemand kommt, dass sei signaltechnisch nicht sicher.
a) Der Mensch ist es - wie man sieht- auch nicht
b) Ein bisschen Gehirnschmalz einsetzen und es wird eine "einigermaßen" sichere Lösung raus kommen.

Frage ist halt, wie bekommt man so eine Lösung an die bestehende Anlage angedockt ohne diese zu verändern (was ja wohl nicht erlaubt ist)
Und wenn der Fdl eine "Taste" bekommt, mit der er den BÜP oder sogar eine Ersatzschranke fernsteuern kann, dann vergisst es dies ab und zu mal.
Aber immer noch besser als die mündliche Kommunikation mit Nicht-Bahnern

Gruß Ingo
Ralph A. Schmid, dk5ras
2018-06-11 08:49:50 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Ingo Stiller
jenes wundert mich auch immer wieder.
Es ist ja nicht so, dass deshalb neue Kabel, geschweige den Drahtzüge gelegt werden müssen.
Jeder Baustellen-Straßenampel kann heute per Funk ferngesteuert werden.
Und bevor jemand kommt, dass sei signaltechnisch nicht sicher.
a) Der Mensch ist es - wie man sieht- auch nicht
b) Ein bisschen Gehirnschmalz einsetzen und es wird eine "einigermaßen" sichere Lösung raus kommen.
NAtürlich geht das, Baustellenampeln kommunizieren auch bidirektional
und prüfen die korrekte Reaktion der Gegenstellt, Rangierloks werden
per Funk fernbedient - da kann man das auch für einen Bahnübergang so
lösen.


-ras
--
Ralph A. Schmid +49-171-3631223 +49-911-21650056
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/
Stefan Reuther
2018-06-11 17:49:09 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Ralph A. Schmid, dk5ras
Post by Ingo Stiller
jenes wundert mich auch immer wieder.
Es ist ja nicht so, dass deshalb neue Kabel, geschweige den Drahtzüge gelegt werden müssen.
Jeder Baustellen-Straßenampel kann heute per Funk ferngesteuert werden.
Und bevor jemand kommt, dass sei signaltechnisch nicht sicher.
a) Der Mensch ist es - wie man sieht- auch nicht
b) Ein bisschen Gehirnschmalz einsetzen und es wird eine "einigermaßen" sichere Lösung raus kommen.
NAtürlich geht das, Baustellenampeln kommunizieren auch bidirektional
und prüfen die korrekte Reaktion der Gegenstellt, Rangierloks werden
per Funk fernbedient - da kann man das auch für einen Bahnübergang so
lösen.
Die Frage ist halt, ob sowas den Segen des EBA bekommen würde.
Baustellenampeln haben bei Fehlfunktionen immer noch die Ausrede, dass
die Kraftfahrer ja auf Sicht zu fahren haben.

Privatmeinung: obwohl ich normalerweise bei sowas hoffnungsloser
Technikpessimist bin, muss doch ein ferngesteuerter, überwachter
Schrankeneinschalter machbar sein, und auch wenn der nicht SIL<viel>
bekommt, ist der sicherer (und arbeitsstättenverordnungskonformer) als
die arme Sau, die sich da draußen einen abfriert oder -schwitzt und
mangels Tisch im Stehen auf einer Kladde Züge notiert.


Stefan
Tobias Nicht
2018-06-12 08:15:20 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
On Mon, 11 Jun 2018 19:49:09 +0200, Stefan Reuther
Post by Stefan Reuther
Die Frage ist halt, ob sowas den Segen des EBA bekommen würde.
Ob das EBA unbedingt da was dagegen hat wage ich zu bezweifeln.
Post by Stefan Reuther
Privatmeinung: obwohl ich normalerweise bei sowas hoffnungsloser
Technikpessimist bin, muss doch ein ferngesteuerter, überwachter
Schrankeneinschalter machbar sein, und auch wenn der nicht SIL<viel>
bekommt, ist der sicherer (und arbeitsstättenverordnungskonformer) als
die arme Sau, die sich da draußen einen abfriert oder -schwitzt und
mangels Tisch im Stehen auf einer Kladde Züge notiert.
Fahr mal nach Osten. In Seitschen haben die gerade für die Bauarbeiten
so eine Warnanlage vom Typ Landebefeuerung aufgebaut. Ausfallrate
solcher Anlagen ist laut eines mir bekanntem Sipo bei 0.
Nimm einfach zwei Einschaltkontakte hintereinander wo nur einer zur
Sicherung ausreicht und schraub einen 2000 Hz Magneten ans Gleis, der
bei nicht gesichertem BÜ scharf ist, sollte funktionieren. Zur
Sicherheit kannst Du immer noch einen Posten hinstellen.

Gruß Tobias

U***@web.de
2018-06-06 19:04:10 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Holger Metschulat
Weiterhin frage ich, warum man bei solchen Szenarien sich immer noch
ausschließlich auf eine mündliche Kommunikation setzt (vom
Nachwarnsystem abgesehen) und nicht auf eine vollständige technische
Sicherung mittels temporärer mobiler BÜ-Anlagen inkl. mobiler
Gleisschaltmittel setzt und dafür die technischen, betrieblichen und
zulassungstechnischen Rahmenbedingungen schafft.
Den hörenden Fdl läßt/ließ man die Meldung wiederholen,
den BÜ-Sicherungsposten hingegen nicht:

2) Neustadt 10:39:15 Uhr 10:39:20 Uhr 4412 42 160
BÜP: „Posten 36“
Fdl Neustadt: „Und Neustadt Zugmeldung 4412 voraussichtlich ab 42 mit 160
Fdl Hagen: „Zug 4412 voraussichtlich ab 42“
Fdl Neustadt: „Richtig“
BÜP: „So, hör ich mit“
Fdl Neustadt: „Ja“

Gruß, ULF
Loading...