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Elektromobilitaet in Bayern
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Jan Marco Funke
2018-01-27 08:59:52 UTC
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Als Diskussionsgrundlage eine Pressemitteilung des bayerischen
Verkehrsministeriums:

Quelle:
http://www.bayerisches-innenministerium.de/med/aktuell/archiv/2018/180122elektromobliltat/


Mehr Elektromobilität auf der Schiene

München, 23. Januar 2018 (stmi). Verkehrsminister Joachim Herrmann hat
heute dem Kabinett ein Konzept für mehr Elektromobilität auf der Schiene
in Bayern vorgelegt - die "Bayerische Elektromobilitäts-Strategie
Schiene zur Reduzierung des Dieselverkehrs im Bahnnetz in Bayern“ - kurz
BESS genannt. "Unser Ziel ist, auf der Schiene den Anteil des
Dieselverkehrs zugunsten schadstoffarmer elektrischer Antriebe deutlich
zu senken“, betonte Herrmann.

Das unterstütze den nationalen Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung
und sei ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Luftreinhaltedebatte,
liefere aber ebenso bessere Rahmenbedingungen für einen noch
attraktiveren bayerischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und
Schienengüterverkehr. Der Verkehrsminister sieht eine Reihe von
Vorteilen: "Elektrisch angetriebene Züge sind umweltfreundlicher,
leiser, leistungsfähiger, wartungsärmer und in der Summe deutlich
günstiger als Dieselzüge.“ Herrmann schlägt vor, die wichtigsten
Schienenpersonenverkehrs-Strecken möglichst rasch zu elektrifizieren.

Neben dem Bundesverkehrswegeplan sei dafür notwendig, dass der Bund wie
angekündigt ein Sonderprogramm zur Elektrifizierung auflege. Bayern
selbst will in seinem Regionalverkehrsnetz voraussichtlich mindestens
sechs Pilotprojekte für innovative Antriebstechniken in den nächsten
Jahren finanzieren, um weitere Erkenntnisse über die Eignung der
Antriebstechniken und Züge im Hinblick auf eine schrittweise Umrüstung
der im Freistaat verkehrenden SPNV-Flotte zu gewinnen.

Regionale Elektrifizierungsprojekte

Herrmann erläuterte, dass im Freistaat zwar vorrangig mittelfristig bei
den überregionalen Strecken des Bundesverkehrswegeplans
erfreulicherweise einige Ausbauprojekte mit Elektrifizierung umgesetzt
würden, jedoch bei den regionalen Strecken darüber hinaus ein hoher
Bedarf und Nutzen für den Bau von Oberleitungen bestehe. Daher sollen
aus bayerischer Sicht die Elektrifizierungen der folgenden sieben
Bahnstrecken prioritär angepackt werden:

- die Strecke Aschaffenburg - Miltenberg inkl. Hafenbahn Aschaffenburg
(43 km; Unterfranken),
- die Strecke Ebersberg - Wasserburg a. Inn (19 km; Oberbayern),
- das Oberlandnetz mit den drei Teilstrecken Holzkirchen - Lenggries,
Schaftlach - Tegernsee und Holzkirchen - Bayrischzell (84 km; Oberbayern),
- die Strecke Simmelsdorf-Hüttenbach - Neunkirchen am Sand (10 km;
Mittelfranken),
- die Strecke Kaufering - Landsberg a. Lech (5 km; Oberbayern),
- die Strecke Markt Erlbach - Siegelsdorf (18 km; Mittelfranken),
- die Strecke Neu-Ulm - Memmingen - Kempten inklusive der Stichstrecke
Senden - Weißenhorn (94 km; Schwaben).

Nach Herrmanns Worten basiert die Auswahl in erster Linie auf
einheitlichen verkehrlichen Bewertungskriterien. Dazu gehören vor allem
Kosten-Nutzenbetrachtungen und weitere Aspekte wie besondere
Umweltbelange. So sollen insbesondere die Fahrten mit Dieselfahrzeugen
unter Fahrdraht sowie die Dieselfahrten in die Ballungsräume hinein mit
Blick auf die Luftreinhaltung deutlich reduziert werden. Auch sind zum
Teil dann neue Direktverbindungen ohne Umsteigen möglich. Der
Verkehrsminister rechnet bei den sieben Elektrifizierungsprojekten mit
einem Investitionsbedarf von gut 600 Millionen Euro und hebt deshalb
nochmals die Bedeutung des angekündigten Elektrifizierungsprogramms des
Bundes hervor.

Vermeidung von Schadstoffen

Die wichtige zweite Säule, um den Bahnverkehr in Bayern noch
nachhaltiger zu machen, bilden laut Herrmann Fahrzeuge, die mit
innovativen Antriebstechniken schadstoffarm beziehungsweise
schadstofffrei verkehren. "Den Fokus legen wir dabei insbesondere auf
Strecken im Schienenpersonennahverkehr, die noch nicht konkret zur
Elektrifizierung anstehen. Hier wollen wir rasch Pilotprojekte aufs
Gleis bringen“, erklärte der Minister.

Er geht davon aus, dass es auf dem Markt in Kürze für den deutschen
Bahnverkehr zugelassene Züge mit unterschiedlichsten Antriebsansätzen
geben wird. Folgende Pilotprojekte soll die Bayerische
Eisenbahngesellschaft gemeinsam mit den jeweiligen
Eisenbahnverkehrsunternehmen im Freistaat in den nächsten Jahren umsetzen:

- Eco DeMe Train (Eco Dieselelektrisch-Multiengine Train;
Diesellokomotive mit zusätzlichem Stromabnehmerwagen) auf der Strecke
Mühldorf - München (Oberbayern),
- Eco Train (Diesel-/Batterie-Hybrid mit Stromabnehmer) auf der Strecke
Schöllkrippen - Hanau (Unterfranken),
- Oberleitungs-/Batterie-Hybrid auf der Strecke Ebern - Bamberg
(Unterfranken/Oberfranken),
- Oberleitungs-/Batterie-Hybrid auf der Strecke Gunzenhausen - Pleinfeld
(Mittelfranken),
- Oberleitungs-/Diesel-Hybrid auf der Strecke Bogen - Straubing -
Radldorf - Neufahrn (- Landshut) (Niederbayern),
- LOHC-Technik (Liquid Organic Hydrogen Carriers) auf den Strecken
Augsburg - Füssen (Schwaben) und/oder Eichstätt Bahnhof - Eichstätt
Stadt (Oberbayern),
- Oberleitungs-/Batterie-Hybrid auf der Strecke des bayerischen
Oberlandnetzes (Oberbayern).

Elektrifizierung des bayerischen Schienennetzes

Das öffentliche Schienennetz in Bayern umfasst rund 6.700 Kilometer,
davon sind etwas mehr als 3.200 Kilometer elektrifiziert. Der
Elektrifizierungsgrad des bayerischen Bahnnetzes liegt bei rund 49
Prozent. Bis 2021 wird sich vor allem durch die Inbetriebnahme der mit
massiver finanzieller Unterstützung Bayerns vorangetriebenen
Ausbaustrecke München - Lindau die Elektrifizierungsquote im bayerischen
Gesamtnetz auf rund 50 Prozent erhöhen.

Bei Realisierung der Projekte, die sich aktuell im Vordringlichen Bedarf
des Bundesverkehrswegeplans befinden, würde die Elektrifizierungsquote
im Freistaat auf rund 57 Prozent steigen. Herrmann geht davon aus, dass
nach der endgültigen Bewertung der Projekte im sogenannten Potentiellen
Bedarf, die in Kürze durch den Bund erwartet wird, weitere
Streckenelektrifizierungen in Bayern vorangebracht werden können.

© Bayerische Staatskanzlei
--
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
Jan Marco Funke
2018-01-27 09:04:31 UTC
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Post by Jan Marco Funke
Als Diskussionsgrundlage eine Pressemitteilung des bayerischen
http://www.bayerisches-innenministerium.de/med/aktuell/archiv/2018/180122elektromobliltat/
Regionale Elektrifizierungsprojekte
Herrmann erläuterte, dass im Freistaat zwar vorrangig mittelfristig bei
den überregionalen Strecken des Bundesverkehrswegeplans
erfreulicherweise einige Ausbauprojekte mit Elektrifizierung umgesetzt
würden, jedoch bei den regionalen Strecken darüber hinaus ein hoher
Bedarf und Nutzen für den Bau von Oberleitungen bestehe. Daher sollen
aus bayerischer Sicht die Elektrifizierungen der folgenden sieben
- die Strecke Aschaffenburg - Miltenberg inkl. Hafenbahn Aschaffenburg
(43 km; Unterfranken),
- die Strecke Ebersberg - Wasserburg a. Inn (19 km; Oberbayern),
- das Oberlandnetz mit den drei Teilstrecken Holzkirchen - Lenggries,
Schaftlach - Tegernsee und Holzkirchen - Bayrischzell (84 km; Oberbayern),
- die Strecke Simmelsdorf-Hüttenbach - Neunkirchen am Sand (10 km;
Mittelfranken),
- die Strecke Kaufering - Landsberg a. Lech (5 km; Oberbayern),
- die Strecke Markt Erlbach - Siegelsdorf (18 km; Mittelfranken),
- die Strecke Neu-Ulm - Memmingen - Kempten inklusive der Stichstrecke
Senden - Weißenhorn (94 km; Schwaben).
Immerhin, ein Anfang. Aus meiner Sicht aber viel zu wenig. Der
Fernverkehr nach Oberstdorf müsste dann immer noch mit Diesel gefahren
werden. Würde es sich nicht gerade im Allgäu anbieten, alle
Hauptstrecken zu elektrifizieren?
--
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
Marc Haber
2018-01-27 18:36:36 UTC
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Post by Jan Marco Funke
Immerhin, ein Anfang. Aus meiner Sicht aber viel zu wenig. Der
Fernverkehr nach Oberstdorf müsste dann immer noch mit Diesel gefahren
werden.
Den wird man bei dieser Gelegenheit einstellen.

Grüße
Marc
--
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Jan Marco Funke
2018-01-28 09:22:02 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Jan Marco Funke
Immerhin, ein Anfang. Aus meiner Sicht aber viel zu wenig. Der
Fernverkehr nach Oberstdorf müsste dann immer noch mit Diesel gefahren
werden.
Den wird man bei dieser Gelegenheit einstellen.
Ist nicht unbedingt gesagt. Die DB hat in den letzten 20 Jahren schon
viele touristische Fernzüge eingestellt, aber nach Oberstdorf fahren
immer noch ganzjährig zwei Zugpaare. Einer davon sogar mit aufwändiger
Kurswagenrangiererei in Augsburg. Es scheint also genug Urlauber zu
geben (und vielleicht auch Kurgäste), die ins Allgäu per Bahn anreisen.

Die Bayern sind ja eigentlich immer ganz findig im Abgreifen von
Bundeszuschüssen. Wenn Memmingen - Kempten erstmal elektrifiziert ist,
werden sie im nächsten Schritt sicher zusehen, auch die Lücke Buchloe -
Kempten - Hergatz und Immenstadt - Oberstdorf schnell zu schließen. Ist
jedenfalls meine Hoffnung.
--
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
Henning Koch
2018-01-27 12:32:35 UTC
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Post by Jan Marco Funke
- Oberleitungs-/Batterie-Hybrid
Gibt es im Schienenverkehr eine andere Definition von "Hybrid" als im
Straßenverkehr?
U***@web.de
2018-01-27 16:40:50 UTC
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Moin,
Post by Jan Marco Funke
jedoch bei den regionalen Strecken darüber hinaus ein hoher
Bedarf und Nutzen für den Bau von Oberleitungen bestehe. Daher sollen
aus bayerischer Sicht die Elektrifizierungen der folgenden sieben
- die Strecke Aschaffenburg - Miltenberg inkl. Hafenbahn Aschaffenburg
(43 km; Unterfranken),
Sandwichbetrieb mit Dostos (wunderte mich, daß da
keiner antwortete) kann man machen, muß man aber nicht
auf Dauer machen.

Außerdem würden elektrisch regelmäßigere Durchbindungen
bis Hanau/Frankfurt zu erwarten sein.

Gruß, ULF
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