Discussion:
Kaputte Bahn - Tf schildert Probleme der Bahn aus seiner Sicht - F.A.Z.
(zu alt für eine Antwort)
Jan Marco Funke
2019-03-22 13:37:46 UTC
Permalink
| Unser Autor ist seit dreißig Jahren Lokführer. Seit zwei
| Jahrzehnten gehe es mit seinem Konzern abwärts,
| findet er. Deshalb hat er einen verzweifelten Brief
| geschrieben und öffentlich gemacht. Wir
| dokumentieren ihn in Auszügen.

https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-03-15/7b40449c32807ec4a2d7ce1af69d4551/

Sehr lesenswert, wie ich finde.
--
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
Martin S.
2019-03-22 14:31:18 UTC
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Post by Jan Marco Funke
Post by Jan Marco Funke
Unser Autor ist seit dreißig Jahren Lokführer. Seit zwei
Jahrzehnten gehe es mit seinem Konzern abwärts,
findet er. Deshalb hat er einen verzweifelten Brief
geschrieben und öffentlich gemacht. Wir
dokumentieren ihn in Auszügen.
https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-03-15/7b40449c32807ec4a2d7ce1af69d4551/
Sehr lesenswert, wie ich finde.
Ja, sehr. Und diese Probleme sind nicht nur DB spezifisch - sie sind
ganz vielen Orten zu sehen, wo sogennante Manager, die praktisch Null
Ahnung vom Betrieb und von der eigentlichen Tätigkeit der Angstellten
(va auch mit Kundenkontakt) haben, immer wieder neue
Umstrukturiereungen starten, die nur Mehrkosten bringen und die Leute
zur Verzweiflung treiben. In den Teppichetagen gibts immer weniger
Leute, die alles "von Pike" auf gelernt haben.

Irgendwann wird man so alles an die Wand fahren. Manchmal scheint es,
als wäre das so gewollt.
--
m.s.
Bodo G. Meier
2019-03-22 14:46:05 UTC
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Post by Martin S.
Post by Jan Marco Funke
Post by Jan Marco Funke
Unser Autor ist seit dreißig Jahren Lokführer. Seit zwei
Jahrzehnten gehe es mit seinem Konzern abwärts,
findet er. Deshalb hat er einen verzweifelten Brief
geschrieben und öffentlich gemacht. Wir
dokumentieren ihn in Auszügen.
https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-03-15/7b40449c32807ec4a2d7ce1af69d4551/
Sehr lesenswert, wie ich finde.
Ja, sehr. Und diese Probleme sind nicht nur DB spezifisch - sie sind
ganz vielen Orten zu sehen, wo sogennante Manager, die praktisch Null
Ahnung vom Betrieb und von der eigentlichen Tätigkeit der Angstellten
(va auch mit Kundenkontakt) haben, immer wieder neue
Umstrukturiereungen starten, die nur Mehrkosten bringen und die Leute
zur Verzweiflung treiben. In den Teppichetagen gibts immer weniger
Leute, die alles "von Pike" auf gelernt haben.
Irgendwann wird man so alles an die Wand fahren. Manchmal scheint es,
als wäre das so gewollt.
Die Reste kauft MTR auf... ;->

Gruss,
Bodo
U***@web.de
2019-03-24 09:22:35 UTC
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Post by Martin S.
In den Teppichetagen gibts immer weniger
Leute, die alles "von Pike" auf gelernt haben.
Kann es sein, daß Frohne bei der Bundesbahn der einzige Erste
Präsident war, der sich jedenfalls nach seinem
Studium schon zuvor intensiv mit Eisenbahn befaßt hatte?
https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Frohne
https://tu-dresden.de/ua/dokumentationen/alumni/zeitzeugen-berichten/erinnerungsberichte

Gruß, ULF
Tobias Nicht
2019-03-24 11:06:05 UTC
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Post by Martin S.
Ja, sehr. Und diese Probleme sind nicht nur DB spezifisch - sie sind
ganz vielen Orten zu sehen, wo sogennante Manager, die praktisch Null
Ahnung vom Betrieb und von der eigentlichen Tätigkeit der Angstellten
(va auch mit Kundenkontakt) haben, immer wieder neue
Umstrukturiereungen starten, die nur Mehrkosten bringen und die Leute
zur Verzweiflung treiben. In den Teppichetagen gibts immer weniger
Leute, die alles "von Pike" auf gelernt haben.
Ich bin der Meinung, dass solche Leute grundsätzlich auch ihre
Berechtigung haben. Wenn sie wie Du oben schreibst agieren können,
dann ist vorher schon einiges schiefgelaufen.

Aber was genau? Diese, bleiben wir beim Begriff "Manager", sehen nur
Zahlen. Wenn ich denen nicht den Nutzen einer bestimmten Tätigkeit in
Zahlen auf den Tisch legen kann, habe ich verloren. In der
Vergangenheit wurden eben viele Tätigkeiten im Bahnbereich auch
erledigt, wenn es keinen Werkstattauftrag oder Weisung gab. Dies wurde
nicht unbedingt schriftlich fesgehalten, weil es eben für den
Schlosser nicht logisch war, wegen einer im "Vorbeigehen"
nachgezogenen Schraube einen Auftrag/Rechnung auszulösen. Die Zeit die
dabei draufging wurde zusammengestriechen und nun kann er das eben
nicht mehr machen. Irgendwann kommt es dann zu einer Störung und die
Manager sind ganz überrascht warrum die plötzlich auftritt, war doch
früher nicht.

Meiner Meinung nach müssen die Manager nicht von der Bahn sein, aber
technisches Verständniss haben und einen Praxistag pro Monat in einer
Abteilung des Unternehmens mindestens absolvieren.

Gruß Tobias
Martin S.
2019-03-24 20:22:45 UTC
Permalink
Post by Tobias Nicht
Meiner Meinung nach müssen die Manager nicht von der Bahn sein, aber
technisches Verständniss haben und einen Praxistag pro Monat in einer
Abteilung des Unternehmens mindestens absolvieren.
Und wie will man denn dieses "technische Verständnis" überprüfen von
einem Kandidaten, der von der Managerschule kommt? Wie man ja oft
sieht, "springen" solle Leute schon fast beliebig zwischen den
Fachbereichen, als wäre "Management" immer genau gleich, undabhängig
von der Branche. Das ist einfach eine sehr schlechte Entwicklung. Dazu
zocken solche Leute oft noch mit Löhnen ab, dass es schlimm wird.
Tolles Argument natürlich dann, man zahle "branchenübliche" Löhne -
also eigentlich ein Monopol.

Natürlich waren die Leute, die "unten" angefangen hatten und die ganze
Leiter emporgestiegen waren, auch nicht immer und ewig die besten
"Manager" - weil da manchmal auch Betriebsblindheit dazu geführt hat,
dass dringende Erneuerungen und Änderungen verpasst wurden.

Aber wie gesagt, das Pendel hat zu extrem ausgeschlagen mit Leuten, die
vom Fachgebiet praktisch keine Ahnung haben - und wie geschriebne, das
Phänomen in ganz unterschiedlichen Branchen sichtbar.
--
m.s.
Tobias Nicht
2019-03-25 09:16:20 UTC
Permalink
Post by Martin S.
Post by Tobias Nicht
Meiner Meinung nach müssen die Manager nicht von der Bahn sein, aber
technisches Verständniss haben und einen Praxistag pro Monat in einer
Abteilung des Unternehmens mindestens absolvieren.
Und wie will man denn dieses "technische Verständnis" überprüfen von
einem Kandidaten, der von der Managerschule kommt?
Da reicht schon ein einfaches Gespräch
Post by Martin S.
Wie man ja oft
sieht, "springen" solle Leute schon fast beliebig zwischen den
Fachbereichen, als wäre "Management" immer genau gleich, undabhängig
von der Branche. Das ist einfach eine sehr schlechte Entwicklung.
Richtig
Post by Martin S.
Dazu
zocken solche Leute oft noch mit Löhnen ab, dass es schlimm wird.
Tolles Argument natürlich dann, man zahle "branchenübliche" Löhne -
also eigentlich ein Monopol.
Ortsüblicher Lohn ist auch so ein Spruch und dann wundern sie sich,
das die Leute nicht bleiben.
Post by Martin S.
Natürlich waren die Leute, die "unten" angefangen hatten und die ganze
Leiter emporgestiegen waren, auch nicht immer und ewig die besten
"Manager" - weil da manchmal auch Betriebsblindheit dazu geführt hat,
dass dringende Erneuerungen und Änderungen verpasst wurden.
Ja zum Teil Richtig. Viele Inovationen wurden eben mit Sprüchen:
"Haben wir schon immer so gemacht" oder "das funktioniert nie"
gestoppt.
Post by Martin S.
Aber wie gesagt, das Pendel hat zu extrem ausgeschlagen mit Leuten, die
vom Fachgebiet praktisch keine Ahnung haben - und wie geschriebne, das
Phänomen in ganz unterschiedlichen Branchen sichtbar.
Was Spricht gegen regelmässigen Kontakt mit den Untergebenen? Kenne
ich niht nur von meinem jetzigen Arbeitgeber, wobei da die
Kommunikationswege sehr kurz sind. Da kommt schon mal der Planungschef
bei einer Schicht mit und schaut, warum die in der Realität nicht
funktioniert.

Gruß Tobias
Martin S.
2019-03-25 19:29:01 UTC
Permalink
Post by Tobias Nicht
Was Spricht gegen regelmässigen Kontakt mit den Untergebenen? Kenne
ich niht nur von meinem jetzigen Arbeitgeber, wobei da die
Kommunikationswege sehr kurz sind. Da kommt schon mal der Planungschef
bei einer Schicht mit und schaut, warum die in der Realität nicht
funktioniert.
Ja, so müsste es sein. Leider - du sagst es - sehr selten.
--
m.s.
U***@web.de
2019-03-25 10:02:57 UTC
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Post by Martin S.
Post by Tobias Nicht
Meiner Meinung nach müssen die Manager nicht von der Bahn sein, aber
technisches Verständniss haben und einen Praxistag pro Monat in einer
Abteilung des Unternehmens mindestens absolvieren.
Und wie will man denn dieses "technische Verständnis" überprüfen von
einem Kandidaten, der von der Managerschule kommt? Wie man ja oft
sieht, "springen" solle Leute schon fast beliebig zwischen den
Fachbereichen, als wäre "Management" immer genau gleich, undabhängig
von der Branche.
Ziel einer Aktiengesellschaft ist zunächst die Optimierung
des Betriebsergebnisses.

Die allerdings kann man kurzfristig dadurch erreichen, daß man
es langfristig ruiniert, zum Beispiel durch Außerachtlassung
technischer Gegebenheiten.
Post by Martin S.
Das ist einfach eine sehr schlechte Entwicklung. Dazu
zocken solche Leute oft noch mit Löhnen ab, dass es schlimm wird.
Tolles Argument natürlich dann, man zahle "branchenübliche" Löhne -
Betriebswirte werden Gehälter bekommen, in Leitungsfunktionen
gerne auch mal AT/ÜT.
Post by Martin S.
also eigentlich ein Monopol.
Man könnte ja mit der Vergütung von Betriebswirten in der
Luftfahrt vergleichen. Ist ja nicht so, daß da keine Fluktuation wäre.

Gruß, ULF
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