Discussion:
SBB 1. HJ '12: Ergebnisse unter Druck
(zu alt für eine Antwort)
Oliver Schnell
2012-09-06 10:58:22 UTC
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Die SBB haben die Bilanz des 1. halbjahres 2012 bekanntgegeben:
http://www.sbb.ch/sbb-konzern/medien/medienmitteilungen.newsdetail.2012-9-0509_45_1.html

Die positiven Dinge:
- Weniger geplatze Anschlüsse (98,3% wurden erreicht) und
- Geringeres Defizit im Güterverkehr: nur noch -7,2 Mio. CHF im
1. HJ 2012 anstatt -22,0 Mio. CHF im 1. HJ 2011.
- Rückgang der Verschuldung um 164,5 Mio CHF auf nur noch 7,4 Mrd. CHF
- mehr General- und Halbtaxabonnements.

Ansonsten etliche Verschlechterungen:
- Rückgang "Kundenpünktlichkeit -1,5% auf 89,1%
(wovon die DB allerdings immer noch träumen könnte)
Problem bleibt: http://www.cessoalpino.com/de/statistics/
- weniger Passagiere
- weniger Personenkilometer
(beides trotz Zunahmen zu den Spitzenstunden, wegen Rückgang sonst)
- weniger Tonnenkilometer
- schlechteres Finanzergebnis insgesamt -16%
(höherer Ertrag aber noch höherer Aufwand)
- schlechteres Finanzergebnis Personenverkehr -29,5%
(höhere Farpreise kontra Fahrgastrückgänge und gestiegenen Aufwand)
- schlechteres Finanzergebnis Infrastruktur -74,2%
(trotz einem mehr an Trassenkilometern)

Ausblick für 2013 auch nicht so dolle: die Mehrkosten bei der Infrastruktur
werden die SBB nach eigener Einschätzung nicht vollständig auf die Kunden
abwälzen können, sodass "... die geplanten Investitionen für neues,
komfortables Rollmaterial von 1 Mia. CHF jährlich überprüft werden müssen."

Oliver Schnell
Reinhard Greulich
2012-09-06 18:32:01 UTC
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Post by Oliver Schnell
Ausblick für 2013 auch nicht so dolle: die Mehrkosten bei der Infrastruktur
werden die SBB nach eigener Einschätzung nicht vollständig auf die Kunden
abwälzen können, sodass "... die geplanten Investitionen für neues,
komfortables Rollmaterial von 1 Mia. CHF jährlich überprüft werden müssen."
Und Bahnchef Meyer ruft ob der rückgängigen Einnahmen nach
Preiserhöhungen. Bei klar erkennbar rückläufiger Nachfrage.

Hat er das bei Mehdorn gelernt?

Gruß - Reinhard.
--
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die Homepage der deb*-Newsgruppen.
frank paulsen
2012-09-06 20:50:33 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Post by Oliver Schnell
Ausblick für 2013 auch nicht so dolle: die Mehrkosten bei der Infrastruktur
werden die SBB nach eigener Einschätzung nicht vollständig auf die Kunden
abwälzen können, sodass "... die geplanten Investitionen für neues,
komfortables Rollmaterial von 1 Mia. CHF jährlich überprüft werden müssen."
Und Bahnchef Meyer ruft ob der rückgängigen Einnahmen nach
Preiserhöhungen. Bei klar erkennbar rückläufiger Nachfrage.
Hat er das bei Mehdorn gelernt?
von der DB AG lernen heisst siegen lernen.

aber mal ernsthaft: dass die schweizer da mit dem umweg ueber
deutschland genau das nachmachen, was schon in grossbritannien
nicht funktioniert hat, ist ein bisserl erstaunlich.
--
frobnicate foo
Reinhard Greulich
2012-09-06 22:18:50 UTC
Permalink
Post by frank paulsen
dass die schweizer da mit dem umweg ueber
deutschland genau das nachmachen, was schon in grossbritannien
nicht funktioniert hat, ist ein bisserl erstaunlich
Der M.[CH] kann zum Glück für die Eisenbahn da nicht so, wie der M.[D]
konnte, aber es ist schon erstaunlich, wie die Bilder sich ähneln.
Obwohl M.[CH] doch gar nicht an die Börse will bzw. soll...

Gruß - Reinhard.
--
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Ralph A. Schmid, dk5ras
2012-09-09 12:45:05 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Der M.[CH] kann zum Glück für die Eisenbahn da nicht so, wie der M.[D]
konnte, aber es ist schon erstaunlich, wie die Bilder sich ähneln.
Obwohl M.[CH] doch gar nicht an die Börse will bzw. soll...
Hinter ganz arg vorgehaltener Hand wird auch bei Bahnens in
Deutschland aus den höheren Etagen kolportiert, Mehdorn war durchaus
nötig, hat diverse alte Zöpfe abgesschnitten, es dabei vielleicht
bissl arg krachen gelassen, wurde mit einem Tritt abserviert, und der
Neue konnte dann lieb und nett sein und wieder ein wenig zurückrudern.
Das wird man natürlich niiiie irgendwo offiziell kommuniziert
bekommen.


-ras
--
Ralph A. Schmid

http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
Olaf Titz
2012-09-09 13:36:23 UTC
Permalink
Deutschland aus den hoeheren Etagen kolportiert, Mehdorn war durchaus
noetig, hat diverse alte Zoepfe abgesschnitten, es dabei vielleicht
bissl arg krachen gelassen, wurde mit einem Tritt abserviert, und der
Neue konnte dann lieb und nett sein und wieder ein wenig zurueckrudern.
Nicht wirklich unplausibel, dagegen sprechen allerdings sowohl die Dauer
seiner Amtszeit als auch die Art seines Abgangs...

Olaf
--
***@inka.de <URL:http://sites.inka.de/~bigred/>

I do know that "kfs" is too much of a random collection of consonants.
Looks like something out of an IBM architecture manual. -- Linus Torvalds
Reinhard Greulich
2012-09-09 20:14:26 UTC
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Post by Ralph A. Schmid, dk5ras
Mehdorn war durchaus
nötig, hat diverse alte Zöpfe abgesschnitten, es dabei vielleicht
bissl arg krachen gelassen, wurde mit einem Tritt abserviert, und der
Neue konnte dann lieb und nett sein und wieder ein wenig zurückrudern.
Ich mach' ja sonst möglichst keine Börsengang -Sprüche, aber dem Neuen wird
auch deshalb vieles leichter, weil der Eigentümer da jetzt andere Pläne
hat.

Gruß, Reinhard
--
www.debx.de -mobil-
Oliver Schnell
2012-09-07 08:35:45 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Post by Oliver Schnell
Ausblick für 2013 auch nicht so dolle: die Mehrkosten bei der Infrastruktur
werden die SBB nach eigener Einschätzung nicht vollständig auf die Kunden
abwälzen können, sodass "... die geplanten Investitionen für neues,
komfortables Rollmaterial von 1 Mia. CHF jährlich überprüft werden müssen."
Und Bahnchef Meyer ruft ob der rückgängigen Einnahmen nach
Preiserhöhungen. Bei klar erkennbar rückläufiger Nachfrage.
Woraus liest du, dass die Einnahmen zurückgegangen wären?
Das Problem sind die gestiegenen Kosten.


Oliver Schnell
Reinhard Greulich
2012-09-07 11:33:02 UTC
Permalink
Post by Oliver Schnell
Woraus liest du, dass die Einnahmen zurückgegangen wären?
Das Problem sind die gestiegenen Kosten.
Korrigiere auf "Erträge". Dennoch: kann man einen Trend wie
Post by Oliver Schnell
- schlechteres Finanzergebnis Personenverkehr -29,5%
(höhere Farpreise kontra Fahrgastrückgänge und gestiegenen Aufwand)
durch nochmals erhöhte Fahrpreise korrigieren?

Das läuft natürlich anders. Meyer will den Bund und die Kantone dazu
bewegen, mehr von dem immer weiter steigenden Aufwand insbesondere für
die Infrastruktur zu übernehmen. Dafür bräuchte man eigentlich die
Fahrgäste hinter sich, weil die ja auch bei der Politik mitreden. Da
halte ich es für eine ganz schlechte Idee, die als Geisel nehmen zu
wollen, zumal es wieder vermehrt populistische Politiker gibt, die nur
darauf warten, die vermeintlich nimmersatte Eisenbahn gegen die armen
Autofahrer ausspielen zu können.

Gruß - Reinhard.
--
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Oliver Schnell
2012-09-07 12:11:25 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Post by Oliver Schnell
Woraus liest du, dass die Einnahmen zurückgegangen wären?
Das Problem sind die gestiegenen Kosten.
Korrigiere auf "Erträge". Dennoch: kann man einen Trend wie
Post by Oliver Schnell
- schlechteres Finanzergebnis Personenverkehr -29,5%
(höhere Farpreise kontra Fahrgastrückgänge und gestiegenen Aufwand)
durch nochmals erhöhte Fahrpreise korrigieren?
Ich weiß es nicht. Jedenfalls wird im Text eine mittlere Preiserhöhung von
1,2% genannt und ein Aufkommensrückgang von 1,7% bei den Pkm. Das sieht
nicht danach aus, als dass der Markt eine Preiserhöhung achselzuckend
wegstecken würde.

Aber schlimmer finde ich die tendenzielle Entwicklung:
mehr Züge auf dem Netz, aber Rückgang bei Passagier- und Tonnenkm.
Gleichzeitig steigen die Kosten stärker als die Erlöse. Und erschwerend
kommt ein Anstieg der Spitzennachfrage im PV hinzu, ohne dass dem
entsprechende Mehreinnahmen gegenüberstehen.
Post by Reinhard Greulich
Das läuft natürlich anders. Meyer will den Bund und die Kantone dazu
bewegen, mehr von dem immer weiter steigenden Aufwand insbesondere für
die Infrastruktur zu übernehmen. Dafür bräuchte man eigentlich die
Fahrgäste hinter sich, weil die ja auch bei der Politik mitreden. Da
halte ich es für eine ganz schlechte Idee, die als Geisel nehmen zu
wollen, zumal es wieder vermehrt populistische Politiker gibt, die nur
darauf warten, die vermeintlich nimmersatte Eisenbahn gegen die armen
Autofahrer ausspielen zu können.
Hast du nur den Lösungsvorschlag nach mher staatsknete zu rufen?


Oliver Schnell
Reinhard Greulich
2012-09-07 16:59:18 UTC
Permalink
Post by Oliver Schnell
Ich weiß es nicht. Jedenfalls wird im Text eine mittlere Preiserhöhung von
1,2% genannt und ein Aufkommensrückgang von 1,7% bei den Pkm. Das sieht
nicht danach aus, als dass der Markt eine Preiserhöhung achselzuckend
wegstecken würde.
Eben. Das ist der naßforsche Stil, mit dem man sich auch in der
Schweiz keine Freunde macht.
Post by Oliver Schnell
mehr Züge auf dem Netz, aber Rückgang bei Passagier- und Tonnenkm.
Gleichzeitig steigen die Kosten stärker als die Erlöse. Und erschwerend
kommt ein Anstieg der Spitzennachfrage im PV hinzu, ohne dass dem
entsprechende Mehreinnahmen gegenüberstehen.
Und diese Spitzennachfrage ist extrem kostenträchtig, wenn man mit der
Infrastruktur mithalten will.
Post by Oliver Schnell
Hast du nur den Lösungsvorschlag nach mher staatsknete zu rufen?
Die Spitzennachfrage entsteht in dem Verkehrssegment, für das
beispielsweise in Deutschland die regionalen Besteller zuständig sind.
Da ist das keine Frage mit der Staatsknete. Da in der Schweiz
zumindest bei den SBB nicht zwischen Regional- und Fernverkehr
unterschieden wird (bei Privatbahnen und Bus - nahezu überall
repräsentiert durch Postauto Schweiz - tut man dies durchaus), halte
ich diesen Zustand zumindest für klärungsbedürftig, wenn der Staat
nicht mehr pauschal einfach die Defizite der Bahn abdecken will.
Perspektivisch einen kostendeckenden Regionalverkehr auf die Beine zu
stellen, halte ich für sehr illusorisch. Wenn man das also nicht mehr
pauschal mit Staatsknete stützen will, dürfte man auf längere Sicht an
einer Trennung von Netz, Fern- und Regionalverkehr nicht vorbeikommen.
Bis auf die Westschweiz bestehen ja schon vielfach regionale
Verkehrsverbünde, deren Funktion sicher noch erweitert werden kann.

Das Problem der Lastspitzen durch die Fernpendler in dem Dreieck
Zürich, Bern und Basel löst man damit allerdings nicht.

Gruß - Reinhard.
--
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Reinhard Greulich
2012-09-07 19:18:39 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Das Problem der Lastspitzen durch die Fernpendler in dem Dreieck
Zürich, Bern und Basel löst man damit allerdings nicht.
Nachtrag: ich bin gestern zur besten Berufsverkehrszeit Genf -
Lausanne - Brig gefahren, mit etwas Aufenthalt in Lausanne. Da lässt
man die Fernzüge von Genf Flughafen nach Brig im Halbstundentakt
fahren, um die Lastspitzen im Berufsverkehr zwischen Genf und Montreux
(also am See entlang) halbwegs aufzufangen, mit 13 Wagen und allem,
was irgendwie Räder hat und fahren kann. Die sind zwischen Genf und
Lausanne auch gesteckt voll ( > 100%), von Lausanne nach Montreux auch
noch zu 100% bei Abfahrt, ab Aigle (eins hinter Montreux) fahren die
werktags eigentlich nur noch heiße Luft durch die Gegend, dies aber
noch bis Brig und alles im Halbstundentakt. Zusätzlich gibt es
Regionalzüge zwischen Genf und Lausanne, auch halbstündlich, die auch
eine Menge Leute wegschaffen müssen. Da fährt ältestes Material, bis
auf ein paar Flirt, die sie aus dem Tessin ausgeliehen haben. Soll
aber besser werden.

Das schreit geradezu nach einer S-Bahn am See entlang im - sagenwirmal
- 15-Minuten-Takt oder auch dichter zu Spitzenzeiten, aber im
Gegensatz zum Tessin, wo sogar die Italiener mit im Boot sind,
bekommen die beteiligten Kantone das irgendwie nicht gebacken. Dass
die Kantone Genf und Waadt der SBB keinen Fernzug bis nach Brig
bezahlen möchten, liegt auch auf der Hand, also bleiben die auf diesem
Teil der Kosten sitzen.

Gruß - Reinhard.
--
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Martin Hoffmann
2012-09-09 16:55:31 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Post by Reinhard Greulich
Das Problem der Lastspitzen durch die Fernpendler in dem Dreieck
Zürich, Bern und Basel löst man damit allerdings nicht.
Nachtrag: ich bin gestern zur besten Berufsverkehrszeit Genf -
Lausanne - Brig gefahren, mit etwas Aufenthalt in Lausanne.
[...]
Post by Reinhard Greulich
Das schreit geradezu nach einer S-Bahn am See entlang im - sagenwirmal
- 15-Minuten-Takt oder auch dichter zu Spitzenzeiten, aber im
Gegensatz zum Tessin, wo sogar die Italiener mit im Boot sind,
bekommen die beteiligten Kantone das irgendwie nicht gebacken. Dass
die Kantone Genf und Waadt der SBB keinen Fernzug bis nach Brig
bezahlen möchten, liegt auch auf der Hand, also bleiben die auf diesem
Teil der Kosten sitzen.
Ab Dezember fährt der RE halbstündlich und mit Stadler-Dostos. Die Züge
fahren dann abwechselnd nach Vevey oder Romont weiter. Einen
Viertelstundentakt gibt es freilich auch dann nicht, da die RE passend
zum Taktknoten in Lausanne ankommen.

Dass es die S-Bahn nicht gibt, hat weniger mit dem fehlenden Willen der
Kantone zu tun, als damit, dass die Strecke schlicht dicht ist. Da hat
es pro Stunde und Richtung neun Züge auf einer zweigleisigen Strecke.
Allzuviel darf da nicht schief gehen.

Gruss,
Martin
U***@web.de
2019-05-24 07:36:28 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Post by Reinhard Greulich
Das Problem der Lastspitzen durch die Fernpendler in dem Dreieck
Z�rich, Bern und Basel l�st man damit allerdings nicht.
Nachtrag: ich bin gestern zur besten Berufsverkehrszeit Genf -
Lausanne - Brig gefahren, mit etwas Aufenthalt in Lausanne. Da l�sst
man die Fernz�ge von Genf Flughafen nach Brig im Halbstundentakt
fahren, um die Lastspitzen im Berufsverkehr zwischen Genf und Montreux
(also am See entlang) halbwegs aufzufangen, mit 13 Wagen und allem,
was irgendwie R�der hat und fahren kann. Die sind zwischen Genf und
Lausanne auch gesteckt voll ( > 100%), von Lausanne nach Montreux auch
noch zu 100% bei Abfahrt, ab Aigle (eins hinter Montreux) fahren die
werktags eigentlich nur noch hei�e Luft durch die Gegend, dies aber
noch bis Brig und alles im Halbstundentakt. Zus�tzlich gibt es
Regionalz�ge zwischen Genf und Lausanne, auch halbst�ndlich, die auch
eine Menge Leute wegschaffen m�ssen.
RE fahren gerne bis Vevey. IR enden auch einmal in Sion oder St. Maurice.
http://www.fahrplanfelder.ch/fileadmin/fap_pdf_fields/2019/100.pdf
Post by Reinhard Greulich
Da f�hrt �ltestes Material, bis
auf ein paar Flirt, die sie aus dem Tessin ausgeliehen haben. Soll
aber besser werden.
Das schreit geradezu nach einer S-Bahn am See entlang im - sagenwirmal
- 15-Minuten-Takt oder auch dichter zu Spitzenzeiten, aber im
Gegensatz zum Tessin, wo sogar die Italiener mit im Boot sind,
bekommen die beteiligten Kantone das irgendwie nicht gebacken. Dass
die Kantone Genf und Waadt der SBB keinen Fernzug bis nach Brig
bezahlen m�chten, liegt auch auf der Hand, also bleiben die auf diesem
Teil der Kosten sitzen.
Mit der Haltfolge der S-Bahnen lockst Du keine Fahrgäste des Städtepaares
Genf - Lausanne. Erschwerend dürfte hinzukommen, daß die Infrastruktur
bei der Streckenbelegung keine S-Bahn zwischen Coppet und Allaman hergibt.
http://www.fahrplanfelder.ch/fileadmin/fap_pdf_fields/2019/150.pdf
http://lemanexpress.ch/wp-content/uploads/2018/05/L%C3%A9man_Express_Brochure.pdf
Null Resttrassen für Milchkannenzüge zwischen den
genannten Unterwegsstationen: https://www.trasse.ch/file/2%20Trassennutzung/2.2%20Netznutzungsplan/2019/2%20NNP%202019_FR.pdf

Durchbindung der S-Bahnen scheint man im übrigen für
"vielleicht später" vorzusehen: http://www.grand-geneve.org/sites/default/files/fichiers/cahiers-PACA/Geneve-rolle/cahier120-1-cahier_des_charges-juillet2010.pdf

Zugegeben, 2012 war am See noch weniger S-Bahn/Milchkannenverkehr.
Ralf Gunkel
2012-09-08 10:48:02 UTC
Permalink
...
Post by Reinhard Greulich
Post by Oliver Schnell
mehr Züge auf dem Netz, aber Rückgang bei Passagier- und Tonnenkm.
Gleichzeitig steigen die Kosten stärker als die Erlöse. Und erschwerend
kommt ein Anstieg der Spitzennachfrage im PV hinzu, ohne dass dem
entsprechende Mehreinnahmen gegenüberstehen.
Und diese Spitzennachfrage ist extrem kostenträchtig, wenn man mit der
Infrastruktur mithalten will.
Post by Oliver Schnell
Hast du nur den Lösungsvorschlag nach mher staatsknete zu rufen?
Die Spitzennachfrage entsteht in dem Verkehrssegment, für das
beispielsweise in Deutschland die regionalen Besteller zuständig sind.
Da ist das keine Frage mit der Staatsknete.
Naja, nach deiner Logik müsste der RMV dann auch schon weitere Itinos
für den Odenwald gekauft haben, einer der Verstärkerzüge für Wiesbaden
- Darmstadt - Aschaffenung wäre kein zeitweiliger Dosto-Zug und die
Dostos auf der Linie wären passend zur Spitzenkapazität vier- und nicht
dreiteilig, die Linie wäre am WE im Ostast nicht im 2h Takt und länger
unterweges usw. usf.

Macht er aber nicht. denn auch das Bestellen über RMV und Co verlngt
"Staatsknete" als Zuschuss und die gibt es nicht. Und das vorhandene
Geld braucht man an anderer Stelle oder für sinnlose Projekte...

Ganz abgesehen von dem sowieso bekloppten Verhalten des RMV.


Gruß Ralf
--
"Sicherungstechnik ist praktizierte Paranoia. Und das ist auch gut so."
Dirk Moebius in deb*
Oliver Schnell
2012-09-10 08:13:41 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
Post by Oliver Schnell
Ich weiß es nicht. Jedenfalls wird im Text eine mittlere Preiserhöhung von
1,2% genannt und ein Aufkommensrückgang von 1,7% bei den Pkm. Das sieht
nicht danach aus, als dass der Markt eine Preiserhöhung achselzuckend
wegstecken würde.
Eben. Das ist der naßforsche Stil, mit dem man sich auch in der
Schweiz keine Freunde macht.
Post by Oliver Schnell
mehr Züge auf dem Netz, aber Rückgang bei Passagier- und Tonnenkm.
Gleichzeitig steigen die Kosten stärker als die Erlöse. Und erschwerend
kommt ein Anstieg der Spitzennachfrage im PV hinzu, ohne dass dem
entsprechende Mehreinnahmen gegenüberstehen.
Und diese Spitzennachfrage ist extrem kostenträchtig, wenn man mit der
Infrastruktur mithalten will.
Vielleicht habe ich mich auch getäuscht. Hier
http://ice-fanforum.de/index.php?id=199623
wird behauptet, den größte Verteuerung sei beim GA zustande gekommen.
Von dem jedoch haben die SBB mehr verkauft, als zuvor. Ob die dort genannten
Gründe für die Rückgänge im PV zutreffend sind, kann ich nicht beurteilen.


Oliver Schnell
Reinhard Greulich
2012-09-10 12:16:39 UTC
Permalink
Post by Oliver Schnell
Von dem jedoch haben die SBB mehr verkauft, als zuvor. Ob die dort genannten
Gründe für die Rückgänge im PV zutreffend sind, kann ich nicht beurteilen.
Möglicherweise ist die Einschätzung, der wirklich stark rückläufige
Tourismus aus dem Euroraum sei eine wesentliche Ursache, durchaus
zutreffend. Im vorigen Jahr war der Wechselkurs zeitweise noch
deutlich ungünstiger, aber wer die gängigen Touristikprodukte aus dem
Swiss Travel System vor dem (IIRC) 30. August gekauft hat, bekam die
noch etwa 25% günstiger als nach der Wechselkursanpassung.

Auch scheint generell vielfach erst in diesem Jahr wahrgenommen worden
zu sein, dass sich durch die Wechselkurse für Reisende aus dem EU-Raum
alles im Vergleich zu 2010 um roundabout 20% verteuert hat, was noch
wenig ist gegenüber 2011, wo es zeitweise 40% waren. Jedenfalls
scheint der "Huch-ist-das-teuer" Effekt erst in diesem Jahr wirksam
geworden zu sein, was ich in verschiedenen Gesprächen mit Leuten aus
der "Branche" in den letzten Wochen so bestätigt bekam.

In manchen Ecken klammert man sich noch an die Hoffnung auf
Erschließung neuer Marktsegmente im Hochpreissektor und versucht,
veratärkt Russen und Inder zu werben, nach dem auch das traditionelle
japanische und US-amerikanische Publikum unterm Wechselkurs stöhnen.
Nur kommen da nicht so viele, dass es auch nur annähernd was
ausgleichen könnte und ein paar, ähm, Mentalitätsunteschiede machen es
auch nicht einfach mit diesen Leuten. Also versucht man im
Touristikgeschäft auf breiter Front, das Stammpublikum durch
entsprechend ausgerichtete Sonderangebote zu halten. Natürlich ist das
mit Einnahmeverlusten verbunden, aber Leerstand ist wohl teurer.

Der SBB-Bahnchef merkt auch, dass es weniger Einnahmen gibt und denkt
über weitere Preiserhöhungen nach.

Wer von beiden verhält sich nun wie ein Kaufmann?

Gruß - Reinhard.
--
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K. Huller
2012-09-10 12:23:51 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
[Schweizer Generalabo]
Von dem jedoch haben die SBB mehr verkauft, als zuvor. Ob die dort
genannten Gründe für die Rückgänge im PV zutreffend sind, kann ich nicht
beurteilen.
Möglicherweise ist die Einschätzung, der wirklich stark rückläufige
Tourismus aus dem Euroraum sei eine wesentliche Ursache, durchaus
zutreffend. Im vorigen Jahr war der Wechselkurs zeitweise noch
deutlich ungünstiger
Neben dem Wechselkurs ist auch der europaweite Konjunkturrückgang in
Rechnung zu stellen. Der sollte nicht nur den Tourismus dämpfen, sondern
auch direkt den Binnenverkehr.

Die Schweiz ist wie Deutschland ein Produzent (und Exporteur) von
Investitionsgütern und dorthin kommen Ab- und Aufschwung gewöhnlich zuletzt.
Gabs nicht auch zu Lufthansa und Air Berlin schon ähnliche Meldungen?

Gruß
Knut
Reinhard Greulich
2012-09-10 12:41:22 UTC
Permalink
Post by K. Huller
Neben dem Wechselkurs ist auch der europaweite Konjunkturrückgang in
Rechnung zu stellen. Der sollte nicht nur den Tourismus dämpfen, sondern
auch direkt den Binnenverkehr.
Wir sprechen ja jetzt vom Personenverkehr; im Güterverkehr sind die
Auswirkungen wohl überall ähnlich. Ich weiß gerade nicht, wie das die
großen Reiseanbieter erleben. Einer von denen ist hier bei mir vor der
Haustür: Eine Verlagerung ins Billigsegment (früher Karibik, heute
Malle, früher Malle, heute Türkei) erleben die wohl schon länger, das
wirkt sich auf die Umsätze, weit weniger aber auf die Gewinne aus).
Und das Kreuzfahrtsegment wächst weiterhin. Da die Schweiz sich als
Tourismusdestination eher im Mittel- bis Hochpreissegment definiert
und auch keine Kreuzfahrten veranstalten kann, dürfte sie diese
Abwanderung schon länger spüren, allerdings wohl nicht so dramatisch
wie in den letzten beiden Jahren.

Gruß - Reinhard.
--
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Olaf Titz
2012-09-11 20:20:09 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
auch nicht einfach mit diesen Leuten. Also versucht man im
Touristikgeschäft auf breiter Front, das Stammpublikum durch
entsprechend ausgerichtete Sonderangebote zu halten. Natürlich ist das
mit Einnahmeverlusten verbunden, aber Leerstand ist wohl teurer.
Der SBB-Bahnchef merkt auch, dass es weniger Einnahmen gibt und denkt
über weitere Preiserhöhungen nach.
Wer von beiden verhält sich nun wie ein Kaufmann?
Beide - sie haben ja auch unterschiedliche Abnehmer. Ich vermute, dass
die SBB den weitaus größten Teil ihres Umsatzes mit Schweizern macht,
die weder wechselkursgeschädigt noch allzu abwanderungsgefährdet sind.

Olaf
--
***@inka.de <URL:http://sites.inka.de/~bigred/>

...there can be configuration problems and other issues that were undiscovered
before release; this is termed "bugs". -- http://www.xfree86.org/cvs/index.html
Reinhard Greulich
2012-09-11 21:19:26 UTC
Permalink
Post by Olaf Titz
Ich vermute, dass
die SBB den weitaus größten Teil ihres Umsatzes mit Schweizern macht,
die weder wechselkursgeschädigt noch allzu abwanderungsgefährdet sind.
Mag sein, dass die Schwelle dazu höher liegt, aber auch in der Schweiz
hat die Bahn die Straße als Hauptkonkurrenten. Und die Pkw-Dichte ist
noch höher als in Deutschland. Die Wechselkursschädigung äußert sich
etwas weniger direkt, aber sie kommt an: durch nicht steigende oder
sinkende Realeinkommen, da werden Preissteigerungen sehr viel anders
wahrgenommen.

Gruß - Reinhard.
--
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Martin Bienwald
2012-09-12 06:53:18 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
Post by Olaf Titz
Ich vermute, dass
die SBB den weitaus größten Teil ihres Umsatzes mit Schweizern macht,
die weder wechselkursgeschädigt noch allzu abwanderungsgefährdet sind.
Mag sein, dass die Schwelle dazu höher liegt, aber auch in der Schweiz
hat die Bahn die Straße als Hauptkonkurrenten. Und die Pkw-Dichte ist
noch höher als in Deutschland. Die Wechselkursschädigung äußert sich
etwas weniger direkt, aber sie kommt an: durch nicht steigende oder
sinkende Realeinkommen, da werden Preissteigerungen sehr viel anders
wahrgenommen.
Sicher. Meines Erachtens sind Stammkunden aber eher bereit, eine
moderate Preiserhöhung hinzunehmen, als Angebotsstreichungen, von
denen sie betroffen sind.

Bei Gelegenheitskunden dürfte das anders sein - die nehmen Angebots-
streichungen vermutlich meist gar nicht als solche wahr (heute gibt
ihnen das elektronische Auskunftssystem einfach eine andere Verbindung
aus und verrät nicht, welche Alternativen es letztes Jahr noch gegeben
hätte, und früher hätten sie es vermutlich allenfalls dann bemerkt, wenn
sie versehentlich im letztjährigen Kursbuch eine nicht mehr existente
Verbindung nachgeschlagen hätten ;-)).

... Martin
Reinhard Greulich
2012-09-12 09:21:43 UTC
Permalink
Post by Martin Bienwald
Sicher. Meines Erachtens sind Stammkunden aber eher bereit, eine
moderate Preiserhöhung hinzunehmen, als Angebotsstreichungen, von
denen sie betroffen sind.
Die Preiserhöhung gab es erst kürzlich bzw. tritt erst noch
(irgendwann gegen Jahresende) in Kraft. Man darf bei den Stammkunden
nicht übersehen, dass es in der Schweiz zahlreiche Arbeitgeber gibt,
die ein GA als Gehaltsbestandteil finanzieren. Da kann sich eine
Preiserhöhung ganz schnell summieren.
Post by Martin Bienwald
Bei Gelegenheitskunden dürfte das anders sein - die nehmen Angebots-
streichungen vermutlich meist gar nicht als solche wahr (heute gibt
ihnen das elektronische Auskunftssystem einfach eine andere Verbindung
aus und verrät nicht, welche Alternativen es letztes Jahr noch gegeben
hätte, und früher hätten sie es vermutlich allenfalls dann bemerkt, wenn
sie versehentlich im letztjährigen Kursbuch eine nicht mehr existente
Verbindung nachgeschlagen hätten ;-)).
Es geht wohl weniger um Verbindungen als um Beförderungskapazität.
Wenn man einzelne Züge schon mit 14 Wagen fährt und dafür dann auch
ältestes Material einsetzt, das nahe am Ende seiner Lebensdauer ist,
dann stellt sich die Frage, was man zukünftig machen will, um
Lastspitzen aufzufangen. Möglicherweise halt mit zehn Wagen fahren,
egal wie voll das wird. Die Verbindungen mit ETR 610 sind berüchtigt
für ihr mangelndes Platzangebot und werden möglichst gemieden, weil es
zeitnahe Ausweichmöglichkeiten gibt. Das ist schön, aber nicht
zwingend.

Gruß - Reinhard.
--
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Ralf Gunkel
2012-09-12 19:35:07 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
Post by Olaf Titz
Ich vermute, dass
die SBB den weitaus größten Teil ihres Umsatzes mit Schweizern macht,
die weder wechselkursgeschädigt noch allzu abwanderungsgefährdet sind.
Mag sein, dass die Schwelle dazu höher liegt, aber auch in der Schweiz
hat die Bahn die Straße als Hauptkonkurrenten. Und die Pkw-Dichte ist
noch höher als in Deutschland. Die Wechselkursschädigung äußert sich
etwas weniger direkt, aber sie kommt an: durch nicht steigende oder
sinkende Realeinkommen, da werden Preissteigerungen sehr viel anders
wahrgenommen.
Die Kunst ist den Kunden an die Steigerungen zu gewöhnen.
Als RMV Geschädigter ist man fast versucht im Juni an die (nicht
antwortende) Geschäftsleitung zu schreiben und nachzufragen warum denn
immer noch keine Meldung über Preiserhöhungen zum Dezember
bekanntegegeben wurden und wenn das spätestens in Juni geschieht fragt
man schon fast "Was? Nur 2-4% mehr? Da ist doch mehr drin. Komm lieber
RMV nimm einfach das ganze Geld was mir der Staat übrig lässt und mach
dies zum Preis für die Monatskarte der Preisstufe 4 oder 5."

Aber dankenswerter Weise wird das schon frühzeitig Kommuniziert so dass
man nicht in die Verlegenheit kommt und nach 1/2 Jahr für Papa Staat
Arbeiten kommt (nach Bild-Logik) dann noch ein 1/4 Jahr mindestens für
den RMV dazu (ist wohl dessen Endziel).

Wer Ironie oder Sarkasmus findet das ihn behalten.


Gruß Ralf
--
"Sicherungstechnik ist praktizierte Paranoia. Und das ist auch gut so."
Dirk Moebius in deb*
Martin Hoffmann
2012-09-09 16:43:03 UTC
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Post by Oliver Schnell
Post by Reinhard Greulich
Post by Oliver Schnell
Ausblick für 2013 auch nicht so dolle: die Mehrkosten bei der Infrastruktur
werden die SBB nach eigener Einschätzung nicht vollständig auf die Kunden
abwälzen können, sodass "... die geplanten Investitionen für neues,
komfortables Rollmaterial von 1 Mia. CHF jährlich überprüft werden müssen."
Und Bahnchef Meyer ruft ob der rückgängigen Einnahmen nach
Preiserhöhungen. Bei klar erkennbar rückläufiger Nachfrage.
Woraus liest du, dass die Einnahmen zurückgegangen wären?
Weniger Passagiere und weniger Passagierkilometer? Die SBB selber
begründet das mit den fehlenden Touristen, die andere Seite damit, dass
bei den Preisen jetzt die Grenze erreicht wäre, bei der Leute wieder
aufs Auto umstiegen. Was aber bei weiter steigenden Pendlerzahlen eher
unwahrscheinlich ist.

Gruss,
Martin
Reinhard Greulich
2012-09-10 12:24:36 UTC
Permalink
Post by Martin Hoffmann
Weniger Passagiere und weniger Passagierkilometer? Die SBB selber
begründet das mit den fehlenden Touristen, die andere Seite damit, dass
bei den Preisen jetzt die Grenze erreicht wäre, bei der Leute wieder
aufs Auto umstiegen. Was aber bei weiter steigenden Pendlerzahlen eher
unwahrscheinlich ist.
Für Touristen wirken sich die Wechselkursprobleme überall gleich aus,
ob nun beim Tanken oder beim Kaufen von Fahrkarten. Da weicht man
nicht auf andere Verkehrsmittel aus, sondern in ein anderes Land.

Klar ist, dass weder die Eisenbahn noch irgendwer anders dieses
Problem individuell lösen können, aber ob man in dieser Situation noch
Preise erhöhen sollte...?

Gruß - Reinhard.
--
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Martin Bienwald
2012-09-10 12:34:07 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Klar ist, dass weder die Eisenbahn noch irgendwer anders dieses
Problem individuell lösen können, aber ob man in dieser Situation noch
Preise erhöhen sollte...?
Was sollte man stattdessen tun? Angebotsreduzierung trifft Touristen
vielleicht weniger hart, aber dafür die Stammfahrgäste um so härter.
Wenn es stimmt, daß die bisher der Bahn treu geblieben sind, sollte
man sie erst recht nicht vor den Kopf stoßen.

Mehr staatliche Zuschüsse müssen politisch durchsetzbar sein und spielen
im Zweifel der SVP in die Hände.

... Martin
Reinhard Greulich
2012-09-10 12:52:02 UTC
Permalink
Post by Martin Bienwald
Mehr staatliche Zuschüsse müssen politisch durchsetzbar sein und spielen
im Zweifel der SVP in die Hände.
Da liegt das Problem. Die Bahnreform in der Schweiz ist nicht so
erfolgt, dass die Eisenbahn größere Handlungsspielräume bekommen
hätte. Im Grundsatz braucht man immer noch das politische Klima für
staatliche Zuschüsse und die Populisten (SVP, aber auch Teile der FDP)
nutzen diese Situation zur Stimmungsmache.

Allerdings wachsen auch in der Schweiz die Bäume nicht in den Himmel
und die frei verfügbaren Einkommen sind seit Jahren nicht mehr
gestiegen. Und Preissteigerungen im Bereich Mobilität sind kaum
kompensierbar. SVP & Co. werden also in jedem Fall etwas haben, woran
sie sich festbeißen können und wofür sie auch Applaus bekommen, das
gilt auch für etwaige Angebotsreduktionen. "Und am Ende sind sowieso
die ganzen Ausländer schuld, welche neben dem ganzen Land eben auch
die Züge übervölkern." Habe ich vor ein paar Tagen ernsthaft von
irgendeinem Provinzpolitiker gehört.

Letztlich wird man gegen diese Art von Politik auch nur politisch
arbeiten können. Allerdings scheinen die anderen Parteien vor dem
Populismus-Phänomen wie das Kaninchen vor der Schlange zu hocken.

Gruß - Reinhard.
--
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Roman Racine
2012-09-10 14:50:09 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
Post by Martin Bienwald
Mehr staatliche Zuschüsse müssen politisch durchsetzbar sein und spielen
im Zweifel der SVP in die Hände.
Da liegt das Problem. Die Bahnreform in der Schweiz ist nicht so
erfolgt, dass die Eisenbahn größere Handlungsspielräume bekommen
hätte. Im Grundsatz braucht man immer noch das politische Klima für
staatliche Zuschüsse und die Populisten (SVP, aber auch Teile der FDP)
nutzen diese Situation zur Stimmungsmache.
Ich sehe das nicht so dramatisch. Die Mehrheiten waren bei den letzten
Abstimmungen immer sehr deutlich für den öffentlichen Verkehr. Der
Abstimmungskampf gegen die Glatttalbahn oder das Tram Zürich West waren z.B.
Schüsse in den Ofen.

In den Vororten Zürichs sperren sich selbst die meisten SVP-Politiker nicht
gegen einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Limmattalbahn hat auch in
ihren Kreisen durchaus zahlreiche Befürworter, bei einer Volksabstimmung
wird es locker reichen, sollte die SVP es wirklich darauf ankommen lassen.
Post by Reinhard Greulich
Allerdings wachsen auch in der Schweiz die Bäume nicht in den Himmel
und die frei verfügbaren Einkommen sind seit Jahren nicht mehr
gestiegen. Und Preissteigerungen im Bereich Mobilität sind kaum
kompensierbar. SVP & Co. werden also in jedem Fall etwas haben, woran
sie sich festbeißen können und wofür sie auch Applaus bekommen, das
gilt auch für etwaige Angebotsreduktionen. "Und am Ende sind sowieso
die ganzen Ausländer schuld, welche neben dem ganzen Land eben auch
die Züge übervölkern." Habe ich vor ein paar Tagen ernsthaft von
irgendeinem Provinzpolitiker gehört.
SVP-Politiker sagen viel, wenn der Tag lang ist. Im Moment sind sie
hauptsächlich mit internen Querelen beschäftigt.

Gruss

Roman°
Reinhard Greulich
2012-09-10 15:04:38 UTC
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Post by Roman Racine
SVP-Politiker sagen viel, wenn der Tag lang ist. Im Moment sind sie
hauptsächlich mit internen Querelen beschäftigt.
Je mehr, desto besser ... >:-)

Gruß - Reinhard.
--
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Patrick Rudin
2012-09-10 17:17:03 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Im Grundsatz braucht man immer noch das politische Klima für
staatliche Zuschüsse und die Populisten (SVP, aber auch Teile der FDP)
nutzen diese Situation zur Stimmungsmache.
Ach, die anderen Parteien können das genausogut.

Die SVP in Baselland hat sich übrigens kräftig für den Erhalt des
Läufelfingerlis eingesetzt. Ausgerechnet.


Gruss

Patrick
Roman Racine
2012-09-10 21:02:11 UTC
Permalink
Post by Reinhard Greulich
Post by Martin Hoffmann
Weniger Passagiere und weniger Passagierkilometer? Die SBB selber
begründet das mit den fehlenden Touristen, die andere Seite damit, dass
bei den Preisen jetzt die Grenze erreicht wäre, bei der Leute wieder
aufs Auto umstiegen. Was aber bei weiter steigenden Pendlerzahlen eher
unwahrscheinlich ist.
Für Touristen wirken sich die Wechselkursprobleme überall gleich aus,
ob nun beim Tanken oder beim Kaufen von Fahrkarten. Da weicht man
nicht auf andere Verkehrsmittel aus, sondern in ein anderes Land.
Klar ist, dass weder die Eisenbahn noch irgendwer anders dieses
Problem individuell lösen können, aber ob man in dieser Situation noch
Preise erhöhen sollte...?
Naja, letztlich ist das halt einfach Pech, gegen die weltweite
Wirtschaftskrise können weder die SBB noch die Schweizer Politik etwas
unternehmen. Der Versuch, die Schweiz über Preismassnahmen als
Tourismusdestination attraktiver zu machen, wird wohl zum Scheitern
verurteilt sein, gegenüber den umliegenden Alpenländer haben wir preislich
keine Chance, gegenüber den typischen Billig-Feriendestinationen sowieso
erst recht nicht.

Gruss

Roman°
Patrick Rudin
2012-09-12 12:40:27 UTC
Permalink
Post by Roman Racine
Der Versuch, die Schweiz über Preismassnahmen als
Tourismusdestination attraktiver zu machen,
Zumindest teilweise versucht man durchaus so die Binnennachfrage zu erhöhen:

http://www.sbb.ch/freizeit-ferien/tagesausfluege/der-ferienpass.html


Gruss

Patrick
Oliver Schnell
2012-09-17 06:50:24 UTC
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Post by Patrick Rudin
Post by Roman Racine
Der Versuch, die Schweiz über Preismassnahmen als
Tourismusdestination attraktiver zu machen,
http://www.sbb.ch/freizeit-ferien/tagesausfluege/der-ferienpass.html
"Den Ferienpass erhalten Sie, wenn Sie festen Wohnsitz in der Schweiz oder im
Fürstentum Liechtenstein haben."

Ausländische Touristen sollen also weiterhin mit dem Swiss travel System
heftiggst zur kasse gebeten werden.


Oliver Schnell
Reinhard Greulich
2012-09-17 16:52:56 UTC
Permalink
Post by Oliver Schnell
Ausländische Touristen sollen also weiterhin mit dem Swiss travel System
heftiggst zur kasse gebeten werden.
Och, ich fand die gut 20 SFr pro Tag jetzt auch nicht soo heftig.
Dafür kann man - allerdings auch nur als Ausländer - das Angebot zu
jeder Zeit kaufen und nicht nur, wenn es den Schweizer
Transportunternehmungen danach zumute ist.

Gruß - Reinhard.
--
70086
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