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RB Eurasia 3: Kiev - Moskva
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Helmut Uttenthaler
2006-09-28 19:39:15 UTC
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Nach langer Zeit bin ich wieder mal dazu gekommen, bei meinem
Eurasia-Reisebericht weiterzuschreiben.

Falls also wer noch die bisher erschienen Teile nachlesen will, hier die
Links:

Teil 1 (Reisevorbereitungen): http://kurl.de/n0y1k0
Teil 2 (Graz - Kiev) http://kurl.de/n7x5


Freitag 22. Juli 2005

Wir machen uns auf den Weg Richtung Jugendherberge. Da wir zu viert sind und
doch einiges an Gepäck haben, entschliessen wir uns für ein Taxi. Den ÖV
heben wir uns für später auf.

Zuerst benötigen wir aber noch einen Bankomat, dieser ist gar nicht so
leicht zu finden. Zumindest in der Bahnhofshalle habe ich auf den ersten
Blick keinen entdeckt, wir finden dann aber nördlich des Hauptgebäudes in
der Nähe der U-Bahnstation doch noch einen.

Mit einem Lada geht es dann zur Jugendherberge in der ul. Artema, etwas
nördlich des Stadtzentrums.

Bis vor nicht allzu langer Zeit gab es in Städten wie Kiev und Moskau gar
keine günstigen Unterkünfte für Backpacker, mittlerweile gibt es schon
einzelne Jugendherbergen. Diese sind zwar auch recht teuer, aber immerhin
erschwinglich. Mehr Infos zu Jugendherbergen in der Ukraine gibt es auf
http://www.hihostels.com.ua/en/. Wir haben bereits über Hostelworld
(http://www.hostelworld.com) reserviert.

Die Jugendherberge befindet sich im 8. oder 9. Stockwerk eines Hochhauses,
dass etwas abseits von der nummerngebenden Strasse in einer Seitengasse
liegt und deshalb nicht gleich auffindbar ist. Der Lift ist eine recht
abenteuerliche Konstruktion, mit Müh und Not haben wir alle Platz und
bleiben nicht einmal stecken.

Oben gibt es dann eine kleine Rezeption und nach einer kleinen Verwirrung um
die Zimmeraufteilung haben wir dann unsere Zimmer. Jeweils zwei 2er-Zimmer
teilen sich ein Bad/WC. Wir sind aber nicht zusammen in einer dieser
4er-Einheiten, sondern auf zwei Einheiten aufgeteilt. Oliver und ich haben
angeblich zwei Russinnen als Nachbarn, von denen wir aber nur was merken,
wenn sie gerade das Bad blockieren.

Wie auch immer, nach unserer Ankunft war das Bad frei, nach eineinhalb Tagen
auf Reisen schadet eine Dusche nicht. Nachdem das erledigt ist, machen wir
uns noch auf dem Weg in Richtung Stadtzentrum. Eigentlich wollen wir zuerst
zur UZ-Verkaufsstelle am Bulvar Tarasa Schevchenka, um dort für Stefan und
Alexander die Fahrkarten für die Rückreise zu kaufen. Da wir noch keinen
brauchbaren Stadtplan mit ÖV-Liniennetz haben, scheiden irgendwelche
Busvarianten aus. Zu Fuss könnte man auch hingehen, wir beschliessen aber,
ein kurzes Stück mit der Strassenbahn zu fahren, deren Strecken auch auf
meinem bescheidenen Stadtplan eingezeichnet sind. Unweit der Artema-Strasse
fährt eine solche, mit der wir ein Stück mitfahren können. Aushangfahrpläne
gibt es natürlich nicht, aber nach ein paar Minuten kommt dann doch ein
Fahrzeug der Linie 18 und nimmt uns mit. Fahrkarten zu 50 Kopeken (ca. 7-8
Cent) bekommt man im Fahrzeug:

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Falls wer nicht auf jeden Bilderlink klicken will - hier gib es den RB mit
integrierten Bildern:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3046400


Wir fahren bis zur Endstation (die in der Nähe des Bahnhofes liegt) und
gehen dann ein Stückchen zu Fuss. Möglicherweise wären wir schneller
gewesen, wenn wir die ganze Strecke zu Fuss gegangen wären, aber das ist uns
eigentlich egal.

Mittlerweile ist es schon gegen 22 Uhr und zum Glück ist der Andrang gering,
sodass ich problemlos für übermorgen Fahrkarten nach Lvov kaufen kann. Den
Kauf der Fahrkarten für die Strecke von Lvov zurück Richtung Österreich
müssen wir vertagen, da der Auslandsschalter nicht mehr geöffnet hat.
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Wir fahren dann noch mit der Metro Richtung Chreshtshatyk, quasi
Hauptstrasse von Kiev. Dort spazieren wir noch ein bisserl herum und essen
eine Kleinigkeit. Hier am "Hauptplatz" von Kiev (pl. Majdan Nezalezhnosti)
ist das übrigens ein relativ teurer Spass, nicht viel billiger als in Graz.
Aber dafür ist es auch ein schöner Platz:
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Als wir gegen halb eins zurück wollen, ist es schon zu spät für Öffentliche
Verkehrsmittel, weshalb wir mit dem Taxi zur Jugendherberge fahren. Zu viert
und in der Ukraine ist das ein leistbarer Luxus.



Samstag 23. Juli 2005

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, stellt sich zunächst mal die
Frage nach einem Frühstück. Wir beschliessen auf dem nochmaligen Weg zur
UZ-Verkaufsstelle irgendwas essbares zu besorgen. Gleich in der Nähe unserer
JH auf der anderen Strassenseite der Artema-Strasse finden wir ein Cafe oder
irgendwas in der Richtung. Da es mittlerweile schon 11 Uhr ist, machen wir
aus dem Frühstück kurzerhand ein Mittagessen.

Hier sind wir alle zusammen verewigt:
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Gut gestärkt geht es dann weiter, diesmal zu Fuss. Durch ein paar ruhige
Gassen gelangen wir in ein Viertel mit recht vielen Botschaften, wo Stefan
beim Versuch die Rumänische Botschaft zu fotografieren, gleich von einem
Polizisten klargemacht wurde, dass er dies bitte unterlassen möge. Aber das
war keine in irgendeiner Form beunruhigende Situation.

Und von der südkoreanischen Botschaft gibt es sogar ein Foto:
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Interessant haben wir auch noch die Raiffeisen-Bank mitten in Kiev gefunden:
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Wir kommen also bei der Verkaufsstelle an und begeben uns zum
internationalen Schalter. Der Ticketkauf ist diesmal eine etwas langwierige
Sache. Wir kommen zwar recht bald dran, aber die von Stefan und Alexander
favorisierte Rückfahrmöglichkeit, nämlich ab Lvov am Vomittag des 26. Juli
mit dem Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT HET",
möglich aber auch, dass Plätze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden Kurswagen
nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.

Wir beraten uns kurz, dann probieren wir es erneut mit Lvov - Budapest für
den Vorabend. Aber das ist auch ausverkauft. Da fällt mir für die beiden
eine andere interessante Rückfahrmöglichkeit ein, und zwar über Przemysl.
Wenn man Lvov in der Früh verlässt, erreicht man in Krakow noch die
Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich - so wie im
konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer handelt, hat man
von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in Form des D 1459 (Wien -
Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag (naja, nicht ganz erst um halb
eins in der Nacht) in Graz.

Für den Abschnitt Lvov - Przemysl gibt es Fahrkarten, die weitere Strecke
ist dann mangels Reservierungspflicht eh harmlos. Allerdings können wir die
Fahrkarte nicht an diesem Schalter kaufen, denn hier beginnt gerade eben die
"Technische Pause". Zum Glück werden wir am Nebenschalter vorgereiht. Das
Ausstellen der Fahrkarten dauert dann zwar noch eine gute Weile, aber zu
guter Letzt haben wir dann doch Fahrkarten bekommen, sodass Stefan und
Alexander nicht ihr restliches Leben in der Ukraine verbringen müssen ;-)

Die Fahrkarten:
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Aushangfahrplan der Fernzüge:
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Nachdem der Fahrkartenkauf erledigt ist, beginnen wir endlich unsere kleine
Sightseeing-Tour. Auf dem Weg in Richtung Sophienkathedrale schauen wir noch
kurz in ein Internetcafe. Von der Sophienkathedrale spazieren wir dann am
Michaelskloster vorbei zur Bergstation der Standseilbahn, mit der wir dann
zum Dnepr-Ufer runter fahren.

Michaelskloster:
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Standseilbahn:
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Von dort fahren wir dann mit der Strassenbahnlinie 5 zum Kontraktova-Platz,
in der Hoffnung das dort in der Nähe befindliche Tschernobyl-Museum
besichtigen zu können.

Strassenbahnzug der Linie 5 an der Ecke
Igorivska/Naberezhno-Khreschatyrska::
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Der Kontraktova-Platz ist so etwas wie der Jakominiplatz in Graz - es ist
der Knotenpunkt des Kiever Strassenbahnnetzes - zumindest des Westnetzes,
denn laut dem Linienübersichtsplan, den wir dann doch noch bei einem Kiosk
neben der Sophienkathedrale gefunden haben, gibt es keine Linienverbindung
(sehr wohl aber eine Gleisverbindung) zwischen den östlich und westlich des
Dnepr gelegenen Teilnetzen.

Weitere Strassenbahnen:
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Leider kommen wir fürs Museum zu spät, es sperrt schon um 17 Uhr zu. Und da
morgen Sonntag ist, müssen wir den Besuch des Museums wohl auf den nächsten
Kiev-Trip verschieben. Als Alternativprogramm ist vorerst mal eine
Essenspause angesagt.

Danach steht ein kleiner Strassenbahnausflug an: Die Linie 12 verspricht
interessant zu sein, führt sie doch in einen Vorort und auf dem Weg dorthin
offenbar durch einen Wald. Die Fahrt war dann auch echt sehr interessant.
Zunächst geht es durch ein eher gammeliges Industrieviertel entlang der
Frunze-Strasse, dann weiter durch Wohngebiete zum Taras-Shevchenko-Platz.
Dort beginnt der Überlandanschnitt und die Fahrt geht kilometerlang ohne
Aufenthalt (wenn auch nicht übermässig schnell) durch den Wald in den Vorort
Pusha-Vodizja. Unterhaltsam wird die Fahrt noch durch einen Betrunkenen, der
mit uns reden will und der einfach nicht begreifen will, dass wir einfach so
zum Spass mit der Strassenbahn spazieren fahren...

Viel interessantes gibt es am Endpunkt nicht zu sehen, also fahren wir auch
gleich wieder zurück. Auf der Rückfahrt fahren wir mit der Bim nur bis zum
Taras-Shevchenko-Platz, von dort dann mit dem 18er O-Bus zu unserer
Unterkunft, wo wir gegen 20 Uhr ankommen.

Nach einer Stunde Erholungspause machen wir uns - diesmal mit der
Marschrutka - auf dem Weg in Richtung Zentrum, Die Fahrt mit der Marschrutka
ist mit 1,75 Griwnij wesentlich teurer als Strassenbahn oder Trolleybus
(0,50 Griwnij).

Wir spazieren ein bisschen am Chreshtshatyk entlang und besorgen uns eine
Kleinigkeit zum Essen. Die Strasse ist wie jedes Wochenende am Abend
gesperrt, und so ist auch recht viel los:
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Gegen 1 Uhr fahren wir dann mit dem Taxi zurück zum Hostel.


Sonntag 24. Juli 2006


Heute nutzen wir die Frühstücksmöglichkeit im Haus, genauer gesagt im 4.
Stock. Eigentlich ein ganz passables Frühstück.

Gegen 11 Uhr fahren wir dann mit der Strassenbahn zum Bahnhof. Die
Strassenbahnhaltestelle (Endhaltestelle der Linien 1, 15 und 18) befindet
sich etwas nördlich des Bahnhofs, ist aber durch eine Passage mit dem
Bahnhof verbunden. Ein paar Fotos:
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Am Bahnhof deponieren wir zunächst unsere Rucksäcke bei der
Gepäckaufbewahrung, welche sich im unterirdischen Teil des Bahnhofs
befindet.

Dann treiben wir uns bis 13 Uhr am Bahnhof herum und fotografieren ein
bisschen:

"Express-Elektritschka" und normale Elektritschka:
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Alte Bahnhofshalle auf der Nordseite des Bahnhofes:
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Neue Bahnhofshalle auf der Südseite:
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Displays mit Fahrplan und Anzahl der freien Plätze:
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Der Bahnhof macht generell einen sehr modernen und gepflegten Eindruck.
Auffallend sind auch die mehrsprachigen Ansagen bei internationalen Zügen,
u.a. habe ich dort schon Ansagen auf deutsch, polnisch und bulgarisch
gehört.

Schnellzug Kiev - Astana (Kasachstan):
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Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich im Laufe meiner Reise
auch noch beim Endbahnhof dieses Zuges vorbeikommen würde...

Eine Chs 8 ist gerade mit Schnellzug 165 "Stolichnyj Ekspress"
(Dnepropetrovsk - Kiev, mit Autotransportwagen) angekommen:
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ChS 4 mit Schnellzug 66 (Kishinev - Moskva, RZD-Wagen)

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Schliesslich haben wir genug von der Eisenbahn und machen uns mit U-Bahn und
Bus auf dem Weg zum Kiever Höhlenkloster (Kievo Pecherska Lavra).

Mehr dazu zum Nachlesen auf
http://de.wikipedia.org/wiki/Kiewer_H%C3%B6hlenkloster

In den Höhlen ist natürlich nix mit Fotografieren, aber oben ist es auch
ganz schön:
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Nach getaner Besichtigung machen wir uns auf dem Weg zum pl. Majdan
Nezalezhnosti, wo wir noch mit einer Freundin einer Freundin aus Graz
verabredet sind. Klingt kompliziert, ist es auch: Erstere (Ira) ist eine
Freundin von Olya, die aus Ternopil kommt und in Graz studiert (von ich sie
auch kenne). Olya hat vor der Abreise vorgeschlagen, dass wir uns in Kiev
mit ihrer Freundin Ira (die abseits der Ferien auch in Graz lebt und
studiert) treffen können und meldet uns auch schon einmal an.

Für uns ist es natürlich auch interessant, sich mit "Eingeborenen" zu
treffen. Das Treffen ist dann ganz nett, wir trinken gemütlich ein
Bierchen - ausser Stefan, der hat sich irgendwie den Magen ordentlich
verdorben. Er hat sich wohl am meisten gefreut, dass wir Ira getroffen
haben, denn sie hilft ihm, ein geeignetes Medikament in einer Apotheke zu
besorgen.


Um 19:20 machen wir uns auf dem Weg zum Bahnhof. Sowohl der Zug, mit dem
Stefan und Alexander nach Lemberg fahren, als auch der, mit dem Oliver und
ich nach Moskau fahren, verlassen Kiev um 20:30.

Ira kommt noch mit zum Bahnhof, wir fahren mit einem inoffiziellen Taxi
(jeder Autobesitzer ist ein potentieller Taxifahrer, man braucht nur winken
und es dauert nie lange bis wer stehen bleibt).
Wir verabschieden uns schliesslich von Ira, Stefan und Alexander und machen
uns auf dem Weg zu unserem Zug nach Moskau:

Für die Fahrt nach Kiev haben Oliver und ich eine besonders interessante
Fahrkartenkombination: Eine internationale Fahrkarte Zahonz(Gr) -
Zernovo(Gr) mit 25% Railplus-Rabatt, einmal Eurodomino Russland und die
Bettkarte für Zug 4KJ:

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http://www.railfaneurope.net/pix/at/ticket/01_199_Eurodomino_Russland_200507
24.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/at/ticket/01_198_Res_Kiev_Moskva_4KJ_200507
24.jpg

Da diese Fahrkartenkombination aber bei der Provodniza, die eine von UZ oder
RZD ausgestellte und die Reservierung beinhaltende "Inlands"-fahrkarte
erwartet, einen ziemlichen Schock auslösen und viel Verwirrung stiften
würde, versichten wir darauf, sie mit dem gesamten Ausmass des Schlamassels
zu konfrontieren und zeigen nur die Bettkarte her. Die sorgt zwar auch für
Verwunderung (O-Ton: "Ja nikogda ne uvidela takoj bilet" (= ich habe noch
nie so eine Fahrkarte gesehen), aber wir können ohne Probleme einsteigen.
Nach unseren Fahrkarten fragt niemand, die Bettkarte allein wird als
ausreichend angesehen...

Der Zug besteht aus Wagen der ukrainischen Eisenbahn, unsere Plätze sind in
einem klassischen Ammednorf-Wagen (was nicht mehr so selbstverständlich ist,
denn mittlerweile gibt es vor allem in Zügen mit niedrigen Nummern schon
viele neue oder modernisierte Wagen).

Diese Wagen sind wesentlich geräumiger als die im internationalen Verkehr
nach Westen eingesetzten RIC-Wagen - und es ist bei jeder Reise ein ganz
besonderes Gefühl, erstmals in einen Breitprofilwagen einzusteigen. Denn das
bedeutet quasi: Jetzt geht es richtig los gen Osten!

In unserem Abteil sind noch zwei Ukrainer, die ebenfalls nach Moskau fahren.

Der Fahrplan bis Moskau sieht folgendermassen aus:


+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Bahnhof | Ankunft | Abfahrt | Zug |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Kiev Pass | | 20:30| D 4KJ|
| Konotop Pass | 23:20| 23:40| |
| Zernovo(Gr) | | | |
| Brjansk-Orlovskij | 4:10| 4:45| |
| Suchinitschi Gl. | 6:28| 6:52| |
| Kaluga 2 | 7:55| 8:05| |
| Moskva Kievskaja | 10:58| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+

Die ukrainische Grenzkontrolle findet in Konotop statt, die russische dann
erst in Brjansk, also 3,5 Stunden nach Konotop. Der Abstand zwischen den
beiden Bahnhöfen beträgt immerhin 265 Kilometer, was aber nicht heisst, dass
es zwischen der Ukraine und Russland so viel Niemandsland gibt. Aber für die
Grenzkontrollen sind auf ukrainischer Seite offenbar drei Bahnhöfe (nämlich
Konotop, Chutor-Michailovskij und Zernovo) und auf russischer Seite derer
zwei (Brjansk und Suzemka,) zuständig. Diese Bahnhöfe teilen sich jeweils
die Grenzkontrollen jeweils, vermutlich weil - vor allem nachts - der
Zugverkehr so dicht ist, dass es aus Gründen der Gleisbelegung nicht möglich
ist, alle Züge in Zernovo und Suzemka (das sind die eigentlichen Grenzorte)
20 bis 30 Minuten lang anzuhalten. Zu Sowjetzeiten war hier natürlich auch
keine Grenze, deshalb sind die Bahnhöfe wohl auch nicht für die
Grenzabfertigung ausgelegt worden.


Wir bekommen schon von der Provodniza die russische Immigrationskarte, auf
der wir persönliche Daten wie Name und Geburtsdatum eintragen.

Bis Konotop sind wir vorerst mal wach. Die ukrainische Grenzkontrolle
verläuft reibungslos, dann können wir schlafen, bis uns gegen 4:15 (also
3:15 nach Kiever Zeit) die Russen aufwecken. Auch hier ist alles schnell
erledigt und wir können weiterschlafen....


Fortsetzung folgt....
Gernot Egger
2006-09-28 19:55:55 UTC
Antworten
Permalink
Hoffe, ist nicht allzu OT: Suche Liste mit Codes für russ. Bahnhöfe, damit
man Verbindungen bei oebb.at und Co. suchen kann..
(Hatte Liste einmal von Helmut, aber durch PC-Crash ist Liste leider weg und
ich hätte Bedarf!)

lg Gernot
Helmut Uttenthaler
2006-09-28 20:07:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gernot Egger
Hoffe, ist nicht allzu OT: Suche Liste mit Codes für russ. Bahnhöfe,
damit man Verbindungen bei oebb.at und Co. suchen kann..
(Hatte Liste einmal von Helmut, aber durch PC-Crash ist Liste leider
weg und ich hätte Bedarf!)
Hast du mein Mail vom 11.9. 23:58 nicht bekommen?

Wie auch immer, die dort angehaengte Liste ist aber nur fuer die Suche auf
www.rzd.ru oder train.mza.ru geeignet. Es sind die Nummern, die im
Reservierungssystem verwendet werden.
Die Fahrplanauskunft auf oebb.at verwendet andere Nummern, aber auch dazu
gab es mal eine Website (mit einer riesigen Liste von Bahnhofscodes in ganz
Europa). Habe aber den Link momentan nicht parat.


LG

Helmut
Gernot Egger
2006-09-28 20:21:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Hast du mein Mail vom 11.9. 23:58 nicht bekommen?
Nein! Dieses habe ich ja auch vermißt.
Schick es bitte nochmals. Ist auch in keinem Spamfilter aufgetaucht.
Post by Helmut Uttenthaler
Wie auch immer, die dort angehaengte Liste ist aber nur fuer die Suche auf
www.rzd.ru oder train.mza.ru geeignet. Es sind die Nummern, die im
Reservierungssystem verwendet werden.
Ok, das würde schon passen.

thx.

lg Gernot
Ulf Kutzner
2006-09-29 10:50:27 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Nach langer Zeit bin ich wieder mal dazu gekommen, bei meinem
Eurasia-Reisebericht weiterzuschreiben.
Merci.
Post by Helmut Uttenthaler
internationalen Schalter. Der Ticketkauf ist diesmal eine etwas langwierige
Sache. Wir kommen zwar recht bald dran, aber die von Stefan und Alexander
favorisierte Rückfahrmöglichkeit, nämlich ab Lvov am Vomittag des 26. Juli
mit dem Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT HET",
möglich aber auch, dass Plätze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden Kurswagen
nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Wir beraten uns kurz, dann probieren wir es erneut mit Lvov - Budapest für
den Vorabend. Aber das ist auch ausverkauft.
Hafas hat für den 22.August des laufenden Jahres eine Verbindung mit 9
Minuten Umsteigezeit in Tschop (wird ganz bestimmt klappen, da auch noch
Grenzkontrolle), Kw IC 918/938/ER7768 bis Wiener Neustadt und danach D
1459...
Post by Helmut Uttenthaler
Da fällt mir für die beiden
eine andere interessante Rückfahrmöglichkeit ein, und zwar über Przemysl.
Wenn man Lvov in der Früh verlässt, erreicht man in Krakow noch die
Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich - so wie im
konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer handelt, hat man
von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in Form des D 1459 (Wien -
Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag (naja, nicht ganz erst um halb
eins in der Nacht) in Graz.
Über Polen scheint es hingegen 2006 nicht zu klappen.
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/ticket/01_145.jpg
Ein dreisprachiger Zustiegsschein...
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/ticket/01_147.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/ticket/01_149.jpg
Über Medica statt Medyka...
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/car/kupeiny/01_167.jpg
Umspurbarer Wagen. Führt der Zug nicht auch gelegentlich Kurswagen aus
Warschau?
Post by Helmut Uttenthaler
Für die Fahrt nach Kiev
Moskau
Post by Helmut Uttenthaler
haben Oliver und ich eine besonders interessante
Fahrkartenkombination: Eine internationale Fahrkarte Zahonz(Gr) -
Zernovo(Gr) mit 25% Railplus-Rabatt, einmal Eurodomino Russland und die
http://www.railfaneurope.net/pix/at/ticket/01_198_Res_Kiev_Moskva_4KJ_200507
24.jpg
Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-09-29 11:46:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Wir beraten uns kurz, dann probieren wir es erneut mit Lvov -
Budapest für den Vorabend. Aber das ist auch ausverkauft.
Hafas hat für den 22.August des laufenden Jahres eine Verbindung mit 9
Minuten Umsteigezeit in Tschop (wird ganz bestimmt klappen, da auch
noch Grenzkontrolle), Kw IC 918/938/ER7768 bis Wiener Neustadt und
danach D 1459...
Interessant, aber wohl nicht praxistauglich.
Besser mit Zug 108 um 5:29 ab Lvov, dann ist die Sache in Chop entspannter.
Nach Graz geht es sogar taeglich, ueber Wien und mit IC 657.
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Da fällt mir für die beiden
eine andere interessante Rückfahrmöglichkeit ein, und zwar über
Przemysl. Wenn man Lvov in der Früh verlässt, erreicht man in Krakow
noch die Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich -
so wie im konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer
handelt, hat man von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in
Form des D 1459 (Wien - Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag
(naja, nicht ganz erst um halb eins in der Nacht) in Graz.
Über Polen scheint es hingegen 2006 nicht zu klappen.
Nein, denn der "Sobieski" samt Kurswagen aus Krakau wurde zwei Stunden
vorverlegt, hat jetzt in Wien Anschluss nach Rom.
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/car/kupeiny/01_167.jpg
Umspurbarer Wagen. Führt der Zug nicht auch gelegentlich Kurswagen aus
Warschau?
Ja, sogar zweimal woechentlich:
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Warszawa Zachodnia | | 21:15 | D 68 |KW S |
| Warszawa Centralna | 21:20 | 21:25 | | |
| Warszawa Wschodnia | 21:32 | 21:41 | | | |
Pilawa | 22:43 | 22:44 | | |
| Deblin | 23:20 | 23:22 | | |
| Pulawy Miasto | 23:40 | 23:41 | | |
| Lopatki | 23:54 | 23:55 | | |
| Lublin | 00:20 | 00:35 | | |
| Chelm | 01:26 | 01:27 | | |
| Dorohusk | 01:58 | 02:44 | | |
| Jagodin(Gr) | 03:56 | 03:56 | | |
| Jagodin | 04:04 | 06:14 | | |
| Kowel | 07:16 | 07:38 | | |
| Kivercy | 09:10 | 09:16 | | |
| Rovno | 10:16 | 10:21 | | |
| Zdolbunov | 10:37 | 10:42 | | |
| Shepetowka | 11:53 | 12:03 | | |
| Berdichev | 13:40 | 13:42 | | |
| Kiev Pass | 16:21 | 17:36 | | |
| Grebenka | 19:27 | 19:29 | | |
| Lubny | 20:07 | 20:10 | | |
| Romodan | 20:43 | 20:45 | | |
| Mirgorod | 21:07 | 21:09 | | |
| Poltawa Kiewskaja | 22:34 | 22:52 | | |
| Ljubotin | 00:45 | 00:47 | | |
| Harkov Pass | 01:17 | 01:48 | | |
| Kupjansk Uslowoj | 04:05 | 04:35 | | |
| Topoli(Gr) | 05:54 | 05:54 | | |
| Valujki | 07:07 | 08:07 | | |
| Alekseewskaja | 09:32 | 09:34 | | |
| Ostrogoshsk | 10:16 | 10:18 | | |
| Liski | 11:10 | 11:25 | | |
| Bobrow | 12:12 | 12:14 | | |
| Talowaja | 13:00 | 13:02 | | |
| Nowochopersk | 14:07 | 14:09 | | |
| Poworino | 15:11 | 15:26 | | |
| Balaschov-Passajirs. | 17:05 | 17:25 | | |
| Shuklino | 18:54 | 18:59 | | |
| Rtiscevo 1 | 19:10 | 19:35 | | |
| Atkarsk | 21:15 | 21:17 | | |
| Tatischewo | 22:05 | 22:07 | | |
| Saratov 1 P | 22:52 | 23:29 | | |
| Urbach(RUS) | 01:13 | 01:17 | | |
| Erschow | 02:53 | 02:56 | | |
| Altata | 03:43 | 03:45 | | |
| Ozinki | 05:20 | 06:52 | | |
| Ozinki(Gr) | 07:03 | 07:03 | | |
| Semiglavij mar | 09:25 | 10:19 | | |
| Schipowo | 10:49 | 10:52 | | |
| Peremetnaja | 11:33 | 11:35 | | |
| Uralsk | 12:17 | 12:47 | | |
| Kasachstan | 14:37 | 14:44 | | |
| Tschingirlau | 16:00 | 16:12 | | |
| Ilezk | 17:29 | 18:15 | | |
| Ileck(Gr) | 18:21 | 18:21 | | |
| Dongusskaja | 17:06 | 17:07 | | |
| Orenburg | 17:42 | 18:11 | | |
| Saraktasch | 19:41 | 19:42 | | |
| Kuwandik | 21:02 | 21:03 | | |
| Mednogorsk | 21:34 | 21:35 | | |
| Nikel | 23:06 | 23:08 | | |
| Orsk | 23:19 | 23:52 | | |
| Nowoorsk | 00:35 | 00:36 | | |
| Ajdirlja | 02:01 | 02:02 | | |
| Kartaly 1 | 04:00 | 05:35 | | |
| Tobol(Gr) | 09:14 | 09:14 | | |
| Tobol | 09:50 | 11:07 | | |
| Amankaragaj | 12:56 | 12:58 | | |
| Kuschmurun | 13:35 | 13:50 | | |
| Tschelgaschi | 15:10 | 15:12 | | |
| Esil | 16:10 | 16:15 | | |
| Jaksi | 17:19 | 17:20 | | |
| Atbasar | 18:39 | 18:59 | | |
| Irtschenko | 19:53 | 19:55 | | |
| Djaltir | 20:49 | 20:50 | | |
| Astana | 22:40 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 93:25; |
| fährt Mo, Sa, nicht 9. Dez |
| Preisauskunft nicht möglich |
| KW: Kurswagen |
| S : Schlafwagenzug |

+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+Man
erspart sich zwar ein weissrussisches Transitvisum, aber Ozinki(Gr) und
Ileck(Gr) werfen auch noch visateschnische Fragen auf...-- LGHelmut
Martin Purrucker
2006-09-29 14:12:11 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
internationalen Schalter. Der Ticketkauf ist diesmal eine etwas langwierige
Sache. Wir kommen zwar recht bald dran, aber die von Stefan und Alexander
favorisierte Rückfahrmöglichkeit, nämlich ab Lvov am Vomittag des 26. Juli
mit dem Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT HET",
möglich aber auch, dass Plätze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden Kurswagen
nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Wir beraten uns kurz, dann probieren wir es erneut mit Lvov - Budapest für
den Vorabend. Aber das ist auch ausverkauft.
Hafas hat für den 22.August des laufenden Jahres eine Verbindung mit 9
Minuten Umsteigezeit in Tschop (wird ganz bestimmt klappen, da auch noch
Grenzkontrolle), Kw IC 918/938/ER7768 bis Wiener Neustadt und danach D
1459...
Der 9-Minuten-Anschluß in Tschop klappt sicherlich nicht. Die
ukrainische Kontrolle beginnt ja schon ca. 45 Minuten vorher im
Bahnhofsgebäude...

Aber auch hier hätte man versuchen können, Fahrkarten bis Tschop zu
bekommen und dann ab Tschop weiter im Sitzwagen nach Budapest zu reisen.
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Da fällt mir für die beiden
eine andere interessante Rückfahrmöglichkeit ein, und zwar über Przemysl.
Wenn man Lvov in der Früh verlässt, erreicht man in Krakow noch die
Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich - so wie im
konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer handelt, hat man
von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in Form des D 1459 (Wien -
Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag (naja, nicht ganz erst um halb
eins in der Nacht) in Graz.
Über Polen scheint es hingegen 2006 nicht zu klappen.
Man kann um 13.56 Uhr ab Lviv nach Przemysl fahren und hat dann in
Krakow Anschluß an die Kursschlaf- und -liegewagen nach Wien (bzw. mit
zusätzlichem Umstieg in Petrovice u.K. ginge das auch im Sitzwagen).


MfG

Martin
Ulf Kutzner
2006-09-29 14:18:46 UTC
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Post by Martin Purrucker
Post by Ulf Kutzner
Hafas hat für den 22.August des laufenden Jahres eine Verbindung mit 9
Minuten Umsteigezeit in Tschop (wird ganz bestimmt klappen, da auch
noch Grenzkontrolle), Kw IC 918/938/ER7768 bis Wiener Neustadt und
danach D 1459...
Der 9-Minuten-Anschluß in Tschop klappt sicherlich nicht. Die
ukrainische Kontrolle beginnt ja schon ca. 45 Minuten vorher im
Bahnhofsgebäude...
Irgendwelche Schalterverkäufer, die die Gegend noch nie bereist haben,
stückeln so im Zweifel einen EN268-Anschluß in Budapest nach München
zusammen...

Gruß, ULF
Martin Purrucker
2006-10-01 21:31:13 UTC
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Post by Martin Purrucker
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Da fällt mir für die beiden
eine andere interessante Rückfahrmöglichkeit ein, und zwar über Przemysl.
Wenn man Lvov in der Früh verlässt, erreicht man in Krakow noch die
Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich - so wie im
konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer handelt, hat man
von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in Form des D 1459 (Wien -
Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag (naja, nicht ganz erst um halb
eins in der Nacht) in Graz.
Über Polen scheint es hingegen 2006 nicht zu klappen.
Man kann um 13.56 Uhr ab Lviv nach Przemysl fahren und hat dann in
Krakow Anschluß an die Kursschlaf- und -liegewagen nach Wien (bzw. mit
zusätzlichem Umstieg in Petrovice u.K. ginge das auch im Sitzwagen).
Wie ich gerade sehe, verkehrt der fragliche Zug zwischen Lviv und
Przemysl aufgrund von Bauarbeiten auf polnischer Seite zur Zeit
überhaupt nicht. Der Zug Kiev-Przemysl verkehrt bis Medyka, dort besteht
Normalspuranschluß nach Przemysl, der Zug Kiev-Krakow scheint normal zu
fahren. Im DB-Hafas sucht man diese Änderungen vergeblich, immerhin im
PKP-Hafas sind sie zu finden. Siehe auch
http://www.pr.pkp.pl/code/glowna.php?ID=500&wersja=pol&TID=530&TSID=758&region=9&nav=A
Helmut Uttenthaler
2006-09-29 13:17:22 UTC
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Montag 25. Juli 2005



Gegen 9 Uhr wachen wir auf. Wir frühstücken im Zug, während wir uns der
russischen Hauptstadt nähren:
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Interessant sind die idiotensicheren Bahnübergänge mit Absperrklappen in der
Fahrbahn:
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Pünktlich um 10:58 Moskauer Zeit kommen wir am Kiever Bahnhof an...
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...die Halle des Bahnhofes wurde 2004 saniert. Leider befinden sich in der
Halle nur vier Gleise, sodass der Grossteil des Zugverkehrs auf den
ausserhalb liegenden Gleisen abgewickelt wird.
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Für die zwei Nächte in Moskau habe ich via E-Mail im „Hostel Tramp“
(http://www.hostelling.ru/index.php4) ein Zimmer reserviert, aber
dummerweise vergessen mir die Adresse aufzuschreiben. Oliver löst dann das
Problem, indem er daheim wen anruft und bittet ihm Internet die Adresse
ausfindig zu machen...

Wir wissen also wo wir hinmüssen, und nehmen uns ein Taxi. Ist zwar mit 23
USD viel teurer als die Metro, aber man gönnt sich ja sonst nichts...

Die Dollar habe ich eigentlich für Usbekistan mitgenommen, aber da wir uns
noch keine Rubel besorgt haben, bezahlen wir auch das Taxi mit Ami-Geld.
Über breite Strassen mit 6 oder mehr Spuren je Richtung, und auf denen mit
bis zu 100 km/h gerast wird, geht es in den Norden der Stadt. Schliesslich
finden wir das Hostel, bei dem es sich im Prinzip nur um ein günstiges
Zimmerkontingent im Hotel Tourist handelt.

Kurz nach unserer Ankunft ruft mich mein Bekannter Alexander an. Ihn kenne
ich bis dahin nur über Internet, wir sind in einem russischen Eisenbahnforum
mal ins Gespräch gekommen. Alexander leitet die Eisenbahnfahrkartenabteilung
von „Transinfoset“ www.tsi.ru und hat für uns die Fahrkarten Irkutsk –
Ulan-Bator besorgt und uns über eine Partneragentur auch Fahrkarten
Ulan-Bator organisiert. Ihm Gegenzug dazu habe ich für ihn ein paar
Eurodominos für Russland mitgebracht, die er für seine Kunden benötigt (die
RZD verkauft kein Eurodomino Russland, in Moskau bekommt er Eurodomino
Russland ansonsten nur bei der Vertretung der Deutschen Bahn).

Wir verabreden uns für 18:45 bei der Metrostation „Prospekt Mira“ um dann wo
was essen zu gehen und die „geschäftlichen’ Angelegenheiten zu erledigen.

Im Gespräch stellt sich dann noch heraus, dass der Manager vom Hostel ein
Bekannter von Alexander ist, was uns dann noch zu einem 33%igen Rabatt auf
den Zimmerpreis verhilft (dann 20 statt 30 USD pro Person und Nacht) ;-)

Bis zum Abend ist noch genug Zeit, so machen wir uns erst mal auf den Weg
Richtung Zentrum (die Metrostation Botanicheskij Sad befindet sich nicht
weit vom Hotel), um eion bisschen rund um den Roten Platz spazieren zu
gehen.

Roter Platz, von l.n.r. Lenin-Mausoleum, Historisches Museum und GUM:
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Basiliuskathedrale:
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Wenn der wüsste....
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...oder die beiden...
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Im GUM:
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Nachdem wir beide schon mal in Moskau waren, verzichten wir auf weitere
Sightseeing-Aktivitäten und wenden uns wieder der Eisenbahn zu.
Pflichttermin in Moskau ist dabei natürlich ein Besuch bei der Buchhandlung
„Transportnaja Kniga“ (Metro: Krasnye Vorota). Dort gibt es neben anderen
interessanten Sachen nämlich „das eine Buch“ zu kaufen: Das Kursbuch der
RZD, und das ist natürlich Pflichtlektüre.

Neben dem Kursbuch kaufe ich auch noch einen russischen Eisenbahnatlas,
nicht minder interessant und unverzichtbar. Beide Bücher kosten jeweils ca.
300 Rubel.

Nach der erfolgreichen Shoppingtour spazieren wir zum Kazaner Bahnhof. Beim
Busbahnhof vor dem Kazaner Bahnhof sehen wir u.a. einen usbekischen Bus mit
Zielangabe Buchara. Unvorstellbar, wie man sich so eine Fahrt über 3000 km
und wahrscheinlich schlechte Strassen im Hochsommer mit einem noch dazu
unklimatisierten Bus antun kann...

Kazaner Bahnhof:
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Zug 94 nach Magnitogorsk:
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Elektritschka in der Bahnhofseinfahrt:
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In der Bahnhofshalle.
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Früher war das hier AFAIK offen, die Hallenkonstruktion wurde erst später
(ist wahrscheinlich noch gar nicht so lang her) errichtet.

Nach dieser kurzen Bahnhofstour fahren wir eine Station mit der Metro zur
Station „Prospekt Mira“, wo wir ja Alexander treffen. Wir hätten uns fast
nicht gefunden, weil er annahm, wir würden beim Ausgang der Station der
Radiallinie sein, wir sind aber mit der Ringlinie gekommen.

Aber das ist nicht weiter schlimm, wir treffen uns und gehen dann in der
Nähe wo Abend essen und unterhalten uns über dieses und jenes, vor allem
natürlich über Eisenbahn. Oliver und ich löchern ihn mit Fragen zum
russischen Reservierungssystem „Express“, welches Alexander sehr gut
kennt... Naja, es war auf jeden Fall ein interessanter Abend, dem dann noch
weitere Treffen in Moskau aber auch in der Schweiz folgen sollten.

Dienstag 26. Juli 2005

Heute machen wir einen kleinen Ausflug mit dem „Sputnik“ vom Jaroslawler
Bahnhof nach Mtyshchi. Der Sputnik ist ein neuer beschleunigter Vorortzug,
der sogar einen taktähnlichen Fahrplan aufweist. Die normalen Elektritschkas
fahren zwar auch oft, aber ohne jeglichen Takt. Der Sputnik hat auch einen
besonderen Tarif, für uns aber trotzdem sehr günstig. Die Fahrzeit nach
Mtyshchi beträgt ca. 20 Minuten.
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Die Inneneinrichtung wirkt nach wie vor etwas spartanisch, im Vergleich zu
normalen Elektritschkas aber doch ein Fortschritt:
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Am Bahnhof Mtyshchi:
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Mtyshchi ist noch dafür bekannt, dass dort die Metro-Fahrzeuge für Moskau,
Sankt Petersburg und viele andere Städte im „Osten“ (auch Prag und Budapest)
hergestellt wurden und werden.

Zurück fahren wir dann mit einer normalen Elektritschka. Da ich mich
irgendwie nicht so gut fühle, fahre ich gleich ins Hotel und beende somit
den heutigen Tag. Oliver hingegen macht sich noch mal auf den Weg ins
Stadtzentrum.

Fortsetzung folgt...



--
LG

Helmut
Martin Purrucker
2006-09-29 14:18:23 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Interessant sind die idiotensicheren Bahnübergänge mit Absperrklappen in der
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/01_207.jpg
In der Ukraine habe ich die Dinger nicht gesehen. Da kann man dann
beobachten, was passiert, wenn solche Klappen fehlen...
Post by Helmut Uttenthaler
Dienstag 26. Juli 2005
Heute machen wir einen kleinen Ausflug mit dem „Sputnik“ vom Jaroslawler
Bahnhof nach Mtyshchi.
Seid ihr auch mit der Monorail gefahren?


MfG

Martin
Helmut Uttenthaler
2006-09-30 22:37:07 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
Dienstag 26. Juli 2005
Heute machen wir einen kleinen Ausflug mit dem „Sputnik“ vom Jaroslawler
Bahnhof nach Mtyshchi.
Seid ihr auch mit der Monorail gefahren?
Nein, sind wir nicht...



--
LG

Helmut
Patrick Bonacker
2006-10-03 20:33:16 UTC
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Hallo,

on Sun, 1 Oct 2006 00:37:07 +0200, "Helmut Uttenthaler"
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
Dienstag 26. Juli 2005
Heute machen wir einen kleinen Ausflug mit dem „Sputnik“ vom Jaroslawler
Bahnhof nach Mtyshchi.
Seid ihr auch mit der Monorail gefahren?
Nein, sind wir nicht...
Ich bin schon mal, im März 2005. Warum?

(Hat aber keinen Übergang zur Strecke Richtung Mytischtschi (sic!) aka
"Jaraslawler Richtung" aka Transsib. Das eine Ende ist nahe Hp
Timirjasewskaja (Elektritschka von Sawjolowski woksal) sowie
gleichnamiger Metrostation (graue Linie), das andere Ende nahe
Metrostation WDNCh (orange Linie). Unterwegs wird die Strecke Richtung
St. Petersburg gekreuzt, aber ohne Übergangsmöglichkeit.)

Patrick
Martin Purrucker
2006-09-29 14:00:20 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Mittlerweile ist es schon gegen 22 Uhr und zum Glück ist der Andrang gering,
sodass ich problemlos für übermorgen Fahrkarten nach Lvov kaufen kann.
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/ticket/01_142.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/ticket/01_143.jpg
Das ist der Zug Kiev-Przemysl, interessant...
Post by Helmut Uttenthaler
Samstag 23. Juli 2005
Wir kommen also bei der Verkaufsstelle an und begeben uns zum
internationalen Schalter. Der Ticketkauf ist diesmal eine etwas langwierige
Sache. Wir kommen zwar recht bald dran, aber die von Stefan und Alexander
favorisierte Rückfahrmöglichkeit, nämlich ab Lvov am Vomittag des 26. Juli
mit dem Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT HET",
möglich aber auch, dass Plätze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden Kurswagen
nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Nun ja, wenn der ganze Direktverkehr mit Slowakei und Österreich mit
diesem einen Wagen abgewickelt wird, dann erscheint mir das durchaus
plausibel, daß der im Sommer auch mal ausgebucht ist. Bis Tschop hätte
es im selben Zug aber noch Plätze geben sollen, von dort dann weiter im
Sitzwagen nach Cierna nad Tisou und weiter über Kosice und Bratislava
nach Wien, immer mit den Zügen, in denen der Kurswagen eingereiht ist.
Post by Helmut Uttenthaler
Wir beraten uns kurz, dann probieren wir es erneut mit Lvov - Budapest für
den Vorabend. Aber das ist auch ausverkauft. Da fällt mir für die beiden
eine andere interessante Rückfahrmöglichkeit ein, und zwar über Przemysl.
Wenn man Lvov in der Früh verlässt, erreicht man in Krakow noch die
Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich - so wie im
konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer handelt, hat man
von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in Form des D 1459 (Wien -
Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag (naja, nicht ganz erst um halb
eins in der Nacht) in Graz.
Für den Abschnitt Lvov - Przemysl gibt es Fahrkarten, die weitere Strecke
ist dann mangels Reservierungspflicht eh harmlos.
Der EC ist in Polen nicht reservierungspflichtig?
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/station/Kyiv/01_168.jpg
Dort kann man am Infoschalter auch das "Kursbuch" der Südwest-Eisenbahn
kaufen.


MfG

Martin
Ulf Kutzner
2006-09-29 14:07:18 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
favorisierte Rückfahrmöglichkeit, nämlich ab Lvov am Vomittag des 26. Juli
mit dem Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT HET",
möglich aber auch, dass Plätze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden Kurswagen
nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Nun ja, wenn der ganze Direktverkehr mit Slowakei und Österreich mit
diesem einen Wagen abgewickelt wird, dann erscheint mir das durchaus
plausibel, daß der im Sommer auch mal ausgebucht ist.
Wobei viele Osteuropäer die Slowakei wegen der dort offenbar noch
herrschenden Transitvisapflicht nord- oder südwärts umfahren.

Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-09-30 22:52:32 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Samstag 23. Juli 2005
Wir kommen also bei der Verkaufsstelle an und begeben uns zum
internationalen Schalter. Der Ticketkauf ist diesmal eine etwas langwierige
Sache. Wir kommen zwar recht bald dran, aber die von Stefan und Alexander
favorisierte Ruckfahrmoglichkeit, namlich ab Lvov am Vomittag des 26.
Juli
Post by Helmut Uttenthaler
mit dem Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT
HET", moglich aber auch, dass Platze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden
Kurswagen nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Nun ja, wenn der ganze Direktverkehr mit Slowakei und Osterreich mit
diesem einen Wagen abgewickelt wird, dann erscheint mir das durchaus
plausibel, da? der im Sommer auch mal ausgebucht ist.
Wiie Ulf schon gesagt hat, ist der Tisza-Express aus visatechnischen Grunden
fur Uklrainer, die nach Osterreich wollen, attraktiver. Ausserdem geht es
mit dem "Tisza" um ein paar Stunden schneller.
Meine ukrainischen Bekannten in Graz nehmen auch immer den "Tisza-Express",
wenn es in die Heimat gehen soll. Graz - Budapest ist halt eine wilde
Gurkerei uber Szentgotthard...
Bis Tschop hatte
es im selben Zug aber noch Platze geben sollen, von dort dann weiter im
Sitzwagen nach Cierna nad Tisou und weiter uber Kosice und Bratislava
nach Wien, immer mit den Zugen, in denen der Kurswagen eingereiht ist.
Ja, das ware naturlich auch moglich gewesen, wahrscheinlich sogar die
billigste Variante, wenn man enstprechend stuckelt.
Post by Helmut Uttenthaler
Wir beraten uns kurz, dann probieren wir es erneut mit Lvov - Budapest
fur
Post by Helmut Uttenthaler
den Vorabend. Aber das ist auch ausverkauft. Da fallt mir fur die beiden
eine andere interessante Ruckfahrmoglichkeit ein, und zwar uber Przemysl.
Wenn man Lvov in der Fruh verlasst, erreicht man in Krakow noch die
Kurswagen des EC "Sobieski" nach Wien. Und wenn es sich - so wie im
konkreten Fall - um einen Dienstag oder Freitag im Sommer handelt, hat man
von Wien auch noch Anschluss nach Graz, und zwar in Form des D 1459 (Wien -
Koper/Rijeka). Man ist also am selben Tag (naja, nicht ganz erst um halb
eins in der Nacht) in Graz.
Fur den Abschnitt Lvov - Przemysl gibt es Fahrkarten, die weitere Strecke
ist dann mangels Reservierungspflicht eh harmlos.
Der EC ist in Polen nicht reservierungspflichtig?
Ja schon, aber in Polen bedeutet ausgebucht nicht zwangslaufig, dass man
nicht mitfahren kann. Man kann immerhin einsteigen und alles weitere dann im
Zug regeln. Das geht in der Ukraine wohl nicht so leicht...
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ua/station/Kyiv/01_168.jpg
Dort kann man am Infoschalter auch das "Kursbuch" der Sudwest-Eisenbahn
kaufen.
Was wir naturlich auch getan haben!

Das im Kursbuch 2005 (heuer ist das anders) beim fakultativen Kurswagen
Moskva - Venezia auch unsere Heimatstadt Грац aufschien, hat uns naturlich
besonders gefreut. Sogar der Betriebshalt in Еннерсдорф zum Ein-/Aussteigen
der Grenzer war als техническая стоянка enthalten ;-)


--
LG

Helmut
Martin Purrucker
2006-10-01 21:33:37 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Post by Helmut Uttenthaler
Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT
HET", moglich aber auch, dass Platze ab Lvov in dem von Kiev ausgehenden
Kurswagen nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Nun ja, wenn der ganze Direktverkehr mit Slowakei und Osterreich mit
diesem einen Wagen abgewickelt wird, dann erscheint mir das durchaus
plausibel, da? der im Sommer auch mal ausgebucht ist.
Wiie Ulf schon gesagt hat, ist der Tisza-Express aus visatechnischen Grunden
fur Uklrainer, die nach Osterreich wollen, attraktiver. Ausserdem geht es
mit dem "Tisza" um ein paar Stunden schneller.
Was ist mit Reisenden mit Reiseziel Slowakei?


MfG

Martin
Helmut Uttenthaler
2006-10-01 21:52:02 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Helmut Uttenthaler
Schlafwagen nach Wien ist nicht buchbar. Angeblich wegen "MECT
HET", moglich aber auch, dass Platze ab Lvov in dem von Kiev
ausgehenden Kurswagen nur am Tag der Abfahrt buchbar sind.
Nun ja, wenn der ganze Direktverkehr mit Slowakei und Osterreich mit
diesem einen Wagen abgewickelt wird, dann erscheint mir das durchaus
plausibel, da? der im Sommer auch mal ausgebucht ist.
Wiie Ulf schon gesagt hat, ist der Tisza-Express aus visatechnischen
Grunden fur Ukrainer, die nach Osterreich wollen, attraktiver.
Ausserdem geht es mit dem "Tisza" um ein paar Stunden schneller.
Was ist mit Reisenden mit Reiseziel Slowakei?
....die fahren mit dem einen Wagen Kiev/Lvov - Wien. Der reicht derzeit für
den Verkehr UA-SK und einige Leute, die doch bis/ab Wien fahren (weil sie
aufgrund der Staatsbürgerschaft für die Slowakei kein Transitvisum brauchen
und/oder aus Komfortgründen ohne Umsteigen in Budapest fahren wollen).

Eine Attraktivierung der Bahnverbindung Wien - Ukraine wäre wichtig, wobei
bei der Routenwahl natürlich auf die Visasituation Rücksicht genommen werden
sollte. Aber sowohl über Budapest, Bratislava als auch Krakau wäre eine
passable Nachtsprungverbindung möglich. Am einfachsten wäre natürlich eine
zweitliche Verschiebung und Beschleunigung des "Tisza-Express" mit
Verlängerung (zumindest einzelner Wagen in einem geeigneten
Kurswagenträgerzug) ab und bis Wien.
Dass man von Wien nach Lemberg mit dem direkten Schlafwagen ca. 24 Stunden
für 800 Kilometer braucht, kann IMO keine Dauerlösung sein...



--
LG

Helmut
Tomasz Wojcik
2006-10-02 17:42:30 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Post by Martin Purrucker
Der EC ist in Polen nicht reservierungspflichtig?
Ich habe mir das in einem Forum von einem Zugbegleiter der PKP-IC
erklären lassen:
IN Verbindung mit TCV-Fahrscheinen ist die Reservierung für IC und EC
nicht verpflichtend.
Schwarz auf weiss habe ich aber dazu keinen Passus gefunden.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man in von Ausland kommenden
Zügen nicht nach der Reservierung gefragt wird, umgekehrt aber manchmal
schon.
Post by Helmut Uttenthaler
Ja schon, aber in Polen bedeutet ausgebucht nicht zwangslaufig, dass man
nicht mitfahren kann. Man kann immerhin einsteigen und alles weitere dann im
Zug regeln. Das geht in der Ukraine wohl nicht so leicht...
Aus rechtlichen Gründen darf die PKP niemand, der eine Fahrkarte besitzt
die Reise verwehren.
Deshalb gibt es den "Reservierungszuschlag ohne Sitzplatzzuweisung", der
vom Zugbegleiter ausgestellt wird. Sollte der Fahrgast keinen Sitzplatz
mehr gefunden haben, kann er sich das auf dem Zuschlag bestätigen lassen
und später das Geld zurückfordern.

g,
Tomasz
Helmut Uttenthaler
2006-09-29 15:43:05 UTC
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(Webforumversion mit integrierten Bildern:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3047151)

Mittwoch 27. Juli 2005

Heute beginnt die lange Reise an den Baikalsee. Den Vormittag verbringen wir
mit Frühstücken, Rucksack packen und noch einen Kurzbesuch im Servicecenter
des Hotels, zwecks Internetzugang.

Gegen 11 fahren wir dann per Taxi (um 200 Rubel) zum Kazaner Bahnhof. Auf
Bahnhöfen ist es natürlich am wichtigsten, alles mögliche zu fotografieren.
Erst wenn das erledigt ist, kann man sich „unwichtigeren“ Sachen wie
Proviant einkaufen widmen....

Zug 49 „Stolochnyj Ekspress“ von Kazan nach Moskau:
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Zug 93 „Magnitka“ von Magnitogorsk nach Moskau:
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Unser Zug wird schon um 11:55, also eine knappe Stunde vor der Abfahrt,
bereitgestellt. Eine ChME3 bringt die grüne Garnitur. Zug 92 besteht aus 13
Wagen.
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Die folgende Zugfahrt ist die längste der ganzen Reise, 92 Stunden 45
Minuten benötigt Zug 92 für die 5529 Kilometer bis Severobajkalsk:
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Abfahrt ist um 12:50
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Damit hätten die beiden Provodnizas auch eher nicht gerechnet...
http://www.railfaneurope.net/pix/at/ticket/01_271a_Res_Moskva_Severobajkalsk
_92IJ.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/at/ticket/01_199_Eurodomino_Russland_200507
24.jpg

Unsere Plätze sind im ersten Wagen, wir haben ein oberes und ein unteres
Bett. Der Wagen hat keine Klimaanlage, was uns Diskussionen mit der
Provodniza ersparen wird, wenn es ums Öffnen der Fenster geht....
Bevor es losgeht, kaufen wir am Bahnhof noch ein bisschen Proviant ein.
Und das ist der Fahrplan für die nächsten Tage:

+-------------------------+--------+--------+----------+
| Moskva Kasanskaja | | 12:50 | D 92IJ |
| Wladimir Pass | 15:55 | 16:29 | |
| Kovrov 1 | 17:21 | 17:23 | |
| Dzerzhinsk | 19:09 | 19:11 | |
| Gorkii Mosk | 19:47 | 20:02 | |
| Semenow | 20:55 | 20:57 | |
| Wetlushskaja | 21:47 | 21:49 | |
| Uren | 22:30 | 22:32 | |
| Shahunia | 23:20 | 23:22 | |
| Kotelnitsch 1 | 00:58 | 01:00 | |
| Kirow Pass | 02:18 | 02:42 | |
| Suewka | 04:15 | 04:17 | |
| Falenki | 04:44 | 04:46 | |
| Jar | 05:14 | 05:16 | |
| Glazov(RU) | 05:53 | 05:55 | |
| Balesino | 06:23 | 06:46 | |
| Kes | 07:38 | 07:40 | |
| Wereschagino | 08:38 | 08:40 | |
| Mendeleewo | 09:03 | 09:05 | |
| Perm 2 | 10:25 | 10:48 | |
| Kungur | 12:24 | 12:26 | |
| Schalja | 14:24 | 14:26 | |
| Perwouralsk | 16:02 | 16:04 | |
| Swerdlowsk Pass | 16:49 | 17:17 | |
| Bashenowo | 18:08 | 18:10 | |
| Elanskij | 19:16 | 19:18 | |
| Kamischlow | 19:37 | 19:39 | |
| Oschepkowo | 20:11 | 20:13 | |
| Taliza | 20:39 | 20:41 | |
| Tjumen | 22:10 | 22:30 | |
| Ischim | 02:02 | 02:14 | |
| Nasiwaewskaja | 04:07 | 04:12 | |
| Ljubinskaja | 05:11 | 05:13 | |
| Omsk | 05:56 | 06:21 | |
| Kalatschinskaja | 07:20 | 07:22 | |
| Tatarskaja | 08:24 | 08:26 | |
| Barabinsk | 10:15 | 10:53 | |
| Tschulimskaja | 12:48 | 12:50 | |
| Novosibirsk(RUS) | 14:28 | 15:00 | |
| Bolotnaja | 17:03 | 17:05 | |
| Jurga 1 | 17:31 | 17:33 | |
| Jaschkino | 18:11 | 18:13 | |
| Taiga | 18:40 | 19:13 | |
| Ansherskaja | 19:44 | 19:46 | |
| Mariinsk | 21:18 | 21:40 | |
| Tjashin | 22:31 | 22:33 | |
| Bogotol | 23:37 | 23:40 | |
| Achinsk 1 | 00:39 | 00:42 | |
| Krasnojarsk Pass | 03:45 | 04:19 | |
| Kamartschaga | 05:46 | 05:48 | |
| Ujar | 06:34 | 06:36 | |
| Saosernaja | 07:09 | 07:11 | |
| Kansk-Enisejskij | 08:24 | 08:26 | |
| Ilanskaja | 08:57 | 09:20 | |
| Ingaschskaja | 09:52 | 09:54 | |
| Reschoti | 10:36 | 10:38 | |
| Tajshet | 11:46 | 12:16 | |
| Partschum | 13:45 | 13:46 | |
| Nowotschunka | 14:06 | 14:07 | |
| Sosnowie Rodniki | 14:22 | 14:24 | |
| Tschuna | 14:37 | 14:39 | |
| Wichorewka | 16:45 | 17:20 | |
| Ansebi | 17:47 | 17:51 | |
| Padunskie Porogi | 18:29 | 18:33 | |
| Gidrostroitel | 18:51 | 18:53 | |
| Sjuba | 19:21 | 19:23 | |
| Paschennij | 19:41 | 19:43 | |
| Keshemskaja | 20:08 | 20:10 | |
| Retschuschka | 20:44 | 20:46 | |
| Widim | 21:12 | 21:14 | |
| Sredneilimskaja | 22:24 | 22:26 | |
| Korschunicha-Angarsk | 22:49 | 23:09 | |
| Chrebtowaja | 23:39 | 23:41 | |
| Semigorsk | 00:21 | 00:23 | |
| Rutschej | 01:12 | 01:14 | |
| Jantal | 01:26 | 01:28 | |
| Lena | 02:18 | 02:43 | |
| Chudnichnij | 03:38 | 03:40 | |
| Swesdnaja | 04:05 | 04:07 | |
| Nija | 04:43 | 04:45 | |
| Nebel(RUS) | 05:19 | 05:20 | |
| Kirenga | 05:59 | 06:08 | |
| Ulkan | 06:49 | 06:51 | |
| Kunerma | 07:43 | 07:45 | |
| Delbichind | 08:04 | 08:11 | |
| Goudshekit | 08:47 | 08:49 | |
| Tija | 09:06 | 09:11 | |
| Sewerobajkalsk | 09:35 | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+

Eine halbe Stunde nach unserem Zug, um 13:19, fährt übrigens Zug 76 nach
Tynda (über Kazan) ab. Mit dem hätten wir auch fahren können, er erreicht
Severobajkalsk sogar drei Stunden vor Zug 92. Wir sehen Zug 76 (mit
Kurswagen nach Tommot) am Kazaner Bahnhof auf einem anderen Gleis und werden
in im Laufe der nächsten Tage noch das eine oder andere Mal zu Gesicht
bekommen.

Bis Vladimir wird unser Zug von der ChS2K 826 gezogen:
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Die Abfahrt erfolgt natürlich pünktlich um 12:50. Bei der Ausfahrt bekommen
wir noch die farbenfrohe ChS2 923 sowie noch mal die Wagen des „Stolichnyj
Ekspress“ nach Kazan vor die Linse.
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Die vom Kazaner Bahnhof ausgehende Strecke führt eigentlich Richtung Rjazan
sowie Richtung Kazan, unser Zug muss aber auf die Strecke Richtung Vladimir
und Nishnij Novgorod, die vom Kursker Bahnhof ausgeht. 10 km nach dem
Kazaner Bahnhof verlässt unser Zug also die Strecke Richtung Südosten und
fährt über die Verbindungsstrecke Perovo – Kuskovo auf die Strecke nach
Osten.
Zahlreiche Züge Richtung Nishnij Novgorod benützen auch den Jaroslavler
Bahnhof und fahren über Mtyshchi – Shchelkovo und erreichen erst nach 73
Kilometern Fahrt in Frjazevo die eigentliche Strecke nach Nishnij Novgorod
(siehe auch
http://www.parovoz.com/maps/supermap/supermap.php?X=G&Y=7&LANG=en#MAP)

Der Grund dafür, dass viele Züge statt des Kursker den Kazaner oder
Jaroslavler Bahnhof benutzen ist einerseits, dass früher die meisten
Transsib-Züge über Jaroslavl gefahren sind und erst seit 2001 über Nishnih
Novgorod fahren. Der Tradition halber lässt man die aber weiterhin am
Jaroslavler Bahnhof abfahren. Und zum anderen dürfte der Kursker Bahnhof vor
allem im Sommer mit Zügen Richtung Süden (Schwarzes Meer) recht gut
ausgelastet sind.

Auf der Fahrt nach Vladimir machen wir auch erste Bekanntschaft mit unseren
Mitreisenden. In unserem Abteil fahren noch eine Frau mit ihrer vielleicht
15jährigen Tochter mit, die beiden fahren bis Ust-Kut (Bahnhof Lena), sind
aber sehr ruhig und zurückhaltend, sodass wir dann eher mit Reisenden aus
anderen Abteilen ins Gespräch kommen. U.a. mit einem älteren Herren, der
nach Bratsk fährt und einer Studentin, die nach Hause nach
Korshunicha-Angarsk fährt.

So vergehen die 3 Stunden bis Vladimir sehr schnell. Dort haben wir eine
gute halbe Stunde Aufenthalt. Einerseits wird die Lok gewechselt, denn ab
hier fahren wir mit 25 kV 50 Hz Wechselstrom weiter. Andererseits steht hier
die Überholung durch den Schnellzug 116 „Burevestnik 2“ an. Dieser hat
Moskau erst um 14:00 verlassen und hat in Vladimir Aufenthalt von 16:05 bis
16: 20 und wird Nishnij Novgorod bereits um 18:50 erreichen – also eine
Stunde vor uns. Der Zug besteht aus neuen, in Tver hergestellten Wagen für
den reinen Tagesverkehr.

Bahnhof Vladimir:
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Unsere Gleichstromlok...
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...wird gegen diese Wechselstromlok ausgetauscht:
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Chs7 167 in Vladimir:
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Über Kovrov....
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....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar lokbespannte
Regionalzüge mit Holzbankgrossraumwagen gibt:
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Wenig später verlassen wir Nishnij Novgorod auch schon wieder. Der Bahnhof
heisst übrigens immer noch Gorkij...
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Ein paar Kilometer nach dem Bahnhof steht mit der Überquerung der Volga noch
das Ereignis des Tages an, welches ich aber aufgrund der Lichtverhältnisse
nicht mehr festhalte.

Fotos von der Brücke folgen dann zweieinhalb Monate später auf der
Rückreise.

Somit wäre dieser Tag in fotografischer Hinsicht erledigt. Wir „kochen“ noch
schnell ein Abendessen (Packerlsuppe) und geniessen die Fahrt durch die
Dunkelheit....



--
LG

Helmut
Martin Purrucker
2006-10-01 21:40:45 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar lokbespannte
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/01_290.jpg
Die gibt es auch zwischen Wladimir und Petuschki (Richtung Moskau), dort
muß meist umgestiegen werden, wenn man die Strecke Moskau-Wladimir mit
Nahverkehrszügen zurücklegen will.


MfG

Martin
Ulf Kutzner
2006-10-02 08:28:58 UTC
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Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar lokbespannte
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/01_290.jpg
Die gibt es auch zwischen Wladimir und Petuschki (Richtung Moskau), dort
muß meist umgestiegen werden, wenn man die Strecke Moskau-Wladimir mit
Nahverkehrszügen zurücklegen will.
Jein. Hielt sich, als ich fuhr, eher die Waage mit einem leichten
Übergewicht zugunsten durchgehender Elektritschkas.

Gruß, ULF
Martin Purrucker
2006-10-02 15:51:46 UTC
Antworten
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Post by Ulf Kutzner
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar
lokbespannte
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/01_290.jpg
Die gibt es auch zwischen Wladimir und Petuschki (Richtung Moskau),
dort muß meist umgestiegen werden, wenn man die Strecke
Moskau-Wladimir mit Nahverkehrszügen zurücklegen will.
Jein. Hielt sich, als ich fuhr, eher die Waage mit einem leichten
Übergewicht zugunsten durchgehender Elektritschkas.
Ok, das ist jetzt auch schon wieder zwei Jahre her, als ich dort war.
Mag sein, daß man es mittlerweile geändert. Damals gab es nur einmal
täglich eine direkte Elektritschka Moskau-Wladimir, sonst nur
Umsteigeverbindungen, und diese wurden am Infoschalter am Kursker
Bahnhof nur höchst widerwillig und nach mehrmaligem Nachfragem mitgeteilt...


MfG

Martin
Gernot Egger
2006-10-02 20:46:32 UTC
Antworten
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Ok, das ist jetzt auch schon wieder zwei Jahre her, als ich dort war. Mag
sein, daß man es mittlerweile geändert. Damals gab es nur einmal täglich
eine direkte Elektritschka Moskau-Wladimir, sonst nur
Umsteigeverbindungen, und diese wurden am Infoschalter am Kursker Bahnhof
nur höchst widerwillig und nach mehrmaligem Nachfragem mitgeteilt...
Tja, diese Erfahrungen haben wohl mehrere! :-)
Aber dafür fährt der Bus idente Strecke immer wenn der Bus voll ist. Kosten
waren 2004 IIRC RUB 110,- je Strecke.

lg Gernot
Patrick Bonacker
2006-10-03 20:57:39 UTC
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Hallo,

on Mon, 02 Oct 2006 17:51:46 +0200, Martin Purrucker
Post by Martin Purrucker
Post by Ulf Kutzner
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar lokbespannte
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/01_290.jpg
Die gibt es auch zwischen Wladimir und Petuschki (Richtung Moskau),
dort muß meist umgestiegen werden, wenn man die Strecke
Moskau-Wladimir mit Nahverkehrszügen zurücklegen will.
Jein. Hielt sich, als ich fuhr, eher die Waage mit einem leichten
Übergewicht zugunsten durchgehender Elektritschkas.
Ok, das ist jetzt auch schon wieder zwei Jahre her, als ich dort war.
Mag sein, daß man es mittlerweile geändert. Damals gab es nur einmal
täglich eine direkte Elektritschka Moskau-Wladimir, sonst nur
Umsteigeverbindungen, und diese wurden am Infoschalter am Kursker
Bahnhof nur höchst widerwillig und nach mehrmaligem Nachfragem mitgeteilt...
Dito 1988 (!). Da gab es auch nur eine durchgehende Verbindung, und
zwar um 6 Uhr früh oder so. Die verpassten wir (4 Studenten) leider,
setzten uns in die nächstbeste Elektritschka nach Petuschki, wo sich
dann herausstellte, das wir 2 Stunden (WIMRE) Aufenthalt bis zum
nächsten Anschluss Richtung Wladimir hätten. Diese Zeit nutzten wir,
um die, nunja, ähem, Sehenswürdigkeiten des Ortes zu besichtigen,
wobei wir wohl auffielen wie bunte Hunde (1988!). Resultat: die Miliz
"verhaftete" uns, d. h. fragte uns eine Stunde aus, wieso, weshalb und
warum, und setzte uns schließlich in den nächste Elektritschka zurück
in Richtung Moskau.
Da war genau am 7. November 1988 (71. Jahrestag der Oktoberrevolution
;-)
Keine Fotos, leider.

Übrigens, Petuschki ist _Kult_. Siehe http://www.petuschki.net.

Patrick
Martin Purrucker
2006-10-04 11:23:33 UTC
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Post by Patrick Bonacker
Post by Martin Purrucker
Post by Ulf Kutzner
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar lokbespannte
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/01_290.jpg
Die gibt es auch zwischen Wladimir und Petuschki (Richtung Moskau),
dort muß meist umgestiegen werden, wenn man die Strecke
Moskau-Wladimir mit Nahverkehrszügen zurücklegen will.
Jein. Hielt sich, als ich fuhr, eher die Waage mit einem leichten
Übergewicht zugunsten durchgehender Elektritschkas.
Ok, das ist jetzt auch schon wieder zwei Jahre her, als ich dort war.
Mag sein, daß man es mittlerweile geändert. Damals gab es nur einmal
täglich eine direkte Elektritschka Moskau-Wladimir, sonst nur
Umsteigeverbindungen, und diese wurden am Infoschalter am Kursker
Bahnhof nur höchst widerwillig und nach mehrmaligem Nachfragem mitgeteilt...
Dito 1988 (!). Da gab es auch nur eine durchgehende Verbindung, und
zwar um 6 Uhr früh oder so. Die verpassten wir (4 Studenten) leider,
setzten uns in die nächstbeste Elektritschka nach Petuschki, wo sich
dann herausstellte, das wir 2 Stunden (WIMRE) Aufenthalt bis zum
nächsten Anschluss Richtung Wladimir hätten.
Vor zwei Jahren gab es eine durchgehende Elektritschka gegen 8 Uhr
morgens ab Kursker Bahnhof. Für die Rückfahrt am folgenden Tag
nachmittags mußte dann in Petuschki umgestiegen werden, wobei da nur ca.
15 Minuten Aufenthalt waren und der Anschlußzug nach Moskau sogar am
selben Bahnsteig wartete. Zwischen Wladimir und Petuschki fuhr ein
lokbespannter Zug (Doppel-E-Lok und vier oder fünf Wagen).

Ansonsten ist das manchmal durchaus ein Problem, Verbindungen mit
Umstieg in Erfahrung zu bringen. Leider mangelt es an geeigneten
Fernverkehrszügen, die morgens von Moskau nach Wladimir fahren und
abends wieder zurück...


MfG

Martin
Ulf Kutzner
2006-10-04 11:35:27 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Vor zwei Jahren gab es eine durchgehende Elektritschka gegen 8 Uhr
morgens ab Kursker Bahnhof. Für die Rückfahrt am folgenden Tag
nachmittags mußte dann in Petuschki umgestiegen werden, wobei da nur ca.
15 Minuten Aufenthalt waren und der Anschlußzug nach Moskau sogar am
selben Bahnsteig wartete. Zwischen Wladimir und Petuschki fuhr ein
lokbespannter Zug (Doppel-E-Lok und vier oder fünf Wagen).
Ansonsten ist das manchmal durchaus ein Problem, Verbindungen mit
Umstieg in Erfahrung zu bringen. Leider mangelt es an geeigneten
Fernverkehrszügen, die morgens von Moskau nach Wladimir fahren und
abends wieder zurück...
Tja, Postzug 904 mit einer Stunde Aufenthalt in Petuschki fährt leider
etwas früh in Moskau weg. Da lohnt das Anhängen von Reisezugwagen wohl kaum.

Gruß, ULF
Ulf Kutzner
2006-10-04 11:40:17 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Vor zwei Jahren gab es eine durchgehende Elektritschka gegen 8 Uhr
morgens ab Kursker Bahnhof. Für die Rückfahrt am folgenden Tag
nachmittags mußte dann in Petuschki umgestiegen werden, wobei da nur ca.
15 Minuten Aufenthalt waren und der Anschlußzug nach Moskau sogar am
selben Bahnsteig wartete. Zwischen Wladimir und Petuschki fuhr ein
lokbespannter Zug (Doppel-E-Lok und vier oder fünf Wagen).
Post by Martin Purrucker
Ansonsten ist das manchmal durchaus ein Problem, Verbindungen mit
Umstieg in Erfahrung zu bringen. Leider mangelt es an geeigneten
Fernverkehrszügen, die morgens von Moskau nach Wladimir fahren und
abends wieder zurück...


Tja, Postzug 904 mit einer Stunde Aufenthalt in Petuschki fährt leider
etwas früh in Moskau weg. Da lohnt das Anhängen von Reisezugwagen wohl kaum.

Zurück geht es um 18 Uhr mit Zug 132 oder 531 (letzterer verkehrt
seltenst), für die man aber auch noch Karten bekommen muß.

Gruß, ULF
Martin Purrucker
2006-10-04 12:39:30 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Post by Martin Purrucker
Vor zwei Jahren gab es eine durchgehende Elektritschka gegen 8 Uhr
morgens ab Kursker Bahnhof. Für die Rückfahrt am folgenden Tag
nachmittags mußte dann in Petuschki umgestiegen werden, wobei da nur ca.
15 Minuten Aufenthalt waren und der Anschlußzug nach Moskau sogar am
selben Bahnsteig wartete. Zwischen Wladimir und Petuschki fuhr ein
lokbespannter Zug (Doppel-E-Lok und vier oder fünf Wagen).
Post by Martin Purrucker
Ansonsten ist das manchmal durchaus ein Problem, Verbindungen mit
Umstieg in Erfahrung zu bringen. Leider mangelt es an geeigneten
Fernverkehrszügen, die morgens von Moskau nach Wladimir fahren und
abends wieder zurück...
Tja, Postzug 904 mit einer Stunde Aufenthalt in Petuschki fährt leider
etwas früh in Moskau weg. Da lohnt das Anhängen von Reisezugwagen wohl kaum.
Zehn Minuten früher fährt an geraden Tagen Zug 131. Aber eine Abfahrt um
5.10 Uhr ab Kursker Bahnhof ist etwas arg früh und nützt auch nur
demjenigen, der in Bahnhofsnähe wohnt oder mit dem Taxi zum Bahnhof
anreist...
Post by Martin Purrucker
Zurück geht es um 18 Uhr mit Zug 132 oder 531 (letzterer verkehrt
seltenst), für die man aber auch noch Karten bekommen muß.
Zug 132 verkehrt außerdem nur an geraden Tagen. Der 531 fährt offenbar
so selten, daß ich ihn in Hafas nicht finden kann :-)


MfG

Martin
Ulf Kutzner
2006-10-04 12:55:15 UTC
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Post by Martin Purrucker
Post by Ulf Kutzner
Zurück geht es um 18 Uhr mit Zug 132 oder 531 (letzterer verkehrt
seltenst), für die man aber auch noch Karten bekommen muß.
Zug 132 verkehrt außerdem nur an geraden Tagen. Der 531 fährt offenbar
so selten, daß ich ihn in Hafas nicht finden kann :-)
Tatsache. Am 24. Juli fuhr er von Ulan-Ude, ist aber auch für den 27.
Juli in Hafas nicht auffindbar. Wurde offenbar kurzfristig eingelegt.

Gruß, ULF
Ulf Kutzner
2006-10-04 12:24:10 UTC
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Post by Martin Purrucker
Leider mangelt es an geeigneten
Fernverkehrszügen, die morgens von Moskau nach Wladimir fahren und
abends wieder zurück...
Hatte man vor 5 Jahren wohl eingerichtet.

http://www.rol.ru/news/hobby/travel/01/07/16_002.htm

Vermute, mangels Nachfrage eingestellt.

Gruß, ULF
Martin Purrucker
2006-10-04 12:36:54 UTC
Antworten
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Post by Ulf Kutzner
Leider mangelt es an geeigneten Fernverkehrszügen, die morgens von
Moskau nach Wladimir fahren und abends wieder zurück...
Hatte man vor 5 Jahren wohl eingerichtet.
http://www.rol.ru/news/hobby/travel/01/07/16_002.htm
Vermute, mangels Nachfrage eingestellt.
Den gibt es schon noch, allerdings mit veränderten Fahrtzeiten:

+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Wladimir Pass | | 7:30| 815CH|
| Petushki | 8:21| 8:23| |
| Moskva Kurskaja | 10:01| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+

+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Moskva Kurskaja | | 18:04| 816CH|
| Petushki | 19:42| 19:44| |
| Wladimir Pass | 20:30| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+


MfG

Martin
Ulf Kutzner
2006-10-04 12:46:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Ulf Kutzner
Leider mangelt es an geeigneten Fernverkehrszügen, die morgens von
Moskau nach Wladimir fahren und abends wieder zurück...
Hatte man vor 5 Jahren wohl eingerichtet.
http://www.rol.ru/news/hobby/travel/01/07/16_002.htm
Vermute, mangels Nachfrage eingestellt.
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Wladimir Pass | | 7:30| 815CH|
| Petushki | 8:21| 8:23| |
| Moskva Kurskaja | 10:01| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Moskva Kurskaja | | 18:04| 816CH|
| Petushki | 19:42| 19:44| |
| Wladimir Pass | 20:30| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
Das war das zweite Fahrtenpar am Tag.

Gruß, ULF
Ulf Kutzner
2006-10-02 07:54:18 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Die vom Kazaner Bahnhof ausgehende Strecke führt eigentlich Richtung Rjazan
sowie Richtung Kazan, unser Zug muss aber auf die Strecke Richtung Vladimir
und Nishnij Novgorod, die vom Kursker Bahnhof ausgeht. 10 km nach dem
Kazaner Bahnhof verlässt unser Zug also die Strecke Richtung Südosten und
fährt über die Verbindungsstrecke Perovo – Kuskovo auf die Strecke nach
Osten.
Zahlreiche Züge Richtung Nishnij Novgorod benützen auch den Jaroslavler
Bahnhof und fahren über Mtyshchi – Shchelkovo und erreichen erst nach 73
Kilometern Fahrt in Frjazevo die eigentliche Strecke nach Nishnij Novgorod
(siehe auch
http://www.parovoz.com/maps/supermap/supermap.php?X=G&Y=7&LANG=en#MAP)
Der Grund dafür, dass viele Züge statt des Kursker den Kazaner oder
Jaroslavler Bahnhof benutzen ist einerseits, dass früher die meisten
Transsib-Züge über Jaroslavl gefahren sind und erst seit 2001 über Nishnih
Novgorod fahren. Der Tradition halber lässt man die aber weiterhin am
Jaroslavler Bahnhof abfahren. Und zum anderen dürfte der Kursker Bahnhof vor
allem im Sommer mit Zügen Richtung Süden (Schwarzes Meer) recht gut
ausgelastet sind.
Drittens sind die Bahnsteiggleise am Kursker Bahnhof Richtung Kuskowo in
Länge und Zahl stark beschränkt.

Richtung Rostow sollte man mittlerweile normalerweise ab Kasaner Bahnhof
über Rjasan fahren, Richtung ukrainische Schwarzmeerküste aber wie
gehabt ab Kursker Bahnhof.
Post by Helmut Uttenthaler
....erreichen wir dann auch Nishnij Novgorod, wo es offenbar lokbespannte
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/01_290.jpg
Auch zwischen Wladimir und Petuschki verkehren lokbespannte
Nahverkehrszüge. Die bis Moskau durchlaufenden Nahverkehrszüge sind
hingegen Triebzüge.

Gruß, ULF
Ulf Kutzner
2006-10-02 08:27:28 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Die vom Kazaner Bahnhof ausgehende Strecke führt eigentlich Richtung Rjazan
sowie Richtung Kazan, unser Zug muss aber auf die Strecke Richtung Vladimir
und Nishnij Novgorod, die vom Kursker Bahnhof ausgeht. 10 km nach dem
Kazaner Bahnhof verlässt unser Zug also die Strecke Richtung Südosten und
fährt über die Verbindungsstrecke Perovo – Kuskovo auf die Strecke nach
Osten.
Zahlreiche Züge Richtung Nishnij Novgorod benützen auch den Jaroslavler
Bahnhof und fahren über Mtyshchi – Shchelkovo und erreichen erst nach 73
Kilometern Fahrt in Frjazevo die eigentliche Strecke nach Nishnij Novgorod
(siehe auch
http://www.parovoz.com/maps/supermap/supermap.php?X=G&Y=7&LANG=en#MAP)
Der Grund dafür, dass viele Züge statt des Kursker den Kazaner oder
Jaroslavler Bahnhof benutzen ist einerseits, dass früher die meisten
Transsib-Züge über Jaroslavl gefahren sind und erst seit 2001 über Nishnih
Novgorod fahren. Der Tradition halber lässt man die aber weiterhin am
Jaroslavler Bahnhof abfahren. Und zum anderen dürfte der Kursker Bahnhof vor
allem im Sommer mit Zügen Richtung Süden (Schwarzes Meer) recht gut
ausgelastet sind.
Drittens sind die Bahnsteiggleise am Kursker Bahnhof Richtung Kuskowo in
Länge und Zahl stark beschränkt.

Richtung Rostow sollte man mittlerweile normalerweise ab Kasaner Bahnhof
über Rjasan fahren, Richtung ukrainische Schwarzmeerküste aber wie
gehabt ab Kursker Bahnhof.

Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-10-02 16:14:45 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Drittens sind die Bahnsteiggleise am Kursker Bahnhof Richtung Kuskowo in
Länge und Zahl stark beschränkt.
Richtung Rostow sollte man mittlerweile normalerweise ab Kasaner Bahnhof
über Rjasan fahren, Richtung ukrainische Schwarzmeerküste aber wie
gehabt ab Kursker Bahnhof.
....oder ab dem Belorussischen Bahnhof via Kursker Bahnhof aber ohne
Halt an letzterem... zumindest etliche Saisonzüge fahren so, teils auch
mit unbrauchbaren Fahrzeiten (zB ab Moskva Belorusskaja gegen 2:30, an
Sevastopol am Tag darauf um 4:00)...


LG

Helmut
Helmut Uttenthaler
2006-09-30 22:23:36 UTC
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[Webforumversion mit integrierten Bildern:
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Donnerstag 28. Juli 2006


Nachstehend ein Fahrplanauszug für den heutigen Tag:

+-------------------------+--------+--------+----------+
| Kotelnitsch 1 | 00:58 | 01:00 | |
| Kirow Pass | 02:18 | 02:42 | |
| Suewka | 04:15 | 04:17 | |
| Falenki | 04:44 | 04:46 | |
| Jar | 05:14 | 05:16 | |
| Glazov(RU) | 05:53 | 05:55 | |
| Balesino | 06:23 | 06:46 | |
| Kes | 07:38 | 07:40 | |
| Wereschagino | 08:38 | 08:40 | |
| Mendeleewo | 09:03 | 09:05 | |
| Perm 2 | 10:25 | 10:48 | |
| Kungur | 12:24 | 12:26 | |
| Schalja | 14:24 | 14:26 | |
| Perwouralsk | 16:02 | 16:04 | |
| Swerdlowsk Pass | 16:49 | 17:17 | |
| Bashenowo | 18:08 | 18:10 | |
| Elanskij | 19:16 | 19:18 | |
| Kamischlow | 19:37 | 19:39 | |
| Oschepkowo | 20:11 | 20:13 | |
| Taliza | 20:39 | 20:41 | |
| Tjumen | 22:10 | 22:30 | |
+-------------------------+--------+--------+----------+

Wir wachen gegen 9 Uhr Moskauer Zeit (= Fahrplanzeit) auf. Den Tag
verbringen wir mit Essen, Trinken, aus dem Fenster schauen, Unterhaltungen,
Schlafen, etc. Fad wird nie. Und bei den längeren Aufenthalten ist immer
Zeit um ein bisschen am Bahnsteig auf und ab zu spazieren, sei es zum
Fotografieren, sei es zum Beschaffen von Nahrung.

Das kulinarische Angebot schwankt aber stark. Manchmal gibt es oft nur
Kioske mit Bier, Wasser, Säften, Eis und Snacks, manchmal kann man aber
fertige Mahlzeiten bei einer „Babuschka“ kaufen, die sich do ihre Pension
etwas aufbessert. An ein gutes Angebot kann ich mich in Perm, Barabinsk
oder Mariinsk erinnern, während man z.B. in Tjumen oder Ulan-Ude fast nichts
interessantes zu kaufen bekommt.

Zug 92 ist kein allzu schneller Zug. Auf der Gesamtstrecke liegt der
durchschnittliche Halteabstand bei 63 Kilometer. Zwischen Moskau und
Novosibirsk sind es 86 Kilometer. Das mag für österreichische Verhältnisse
viel sein, aber andererseits gibt es auch Züge, die zwischen Moskau und
Novosibirsk im Mittel nur alle 300 Kilometer stehen bleiben. Zug 4 benötigt
so für die 3303 km nur 45h29min, während Zug 92 für 3286 km 49h48min
benötigt. Der langsamste Personenzug (Postzüge lasse ich weg) ist aber Zug
340 (bzw. 350), der benötigt für 3343 km 55h19min. Die unterschiedlichen
Entfernungen lassen sich durch unterschiedliche Routen zwischen Moskau und
Jekaterinburg sowie durch unterschiedliche Ausgangsbahnhöfe in Moskau
erklären.

Apropos Postzüge, diese sehen so aus:
Loading Image...

Bis zu 25 Post- und Gepäckwagen, Halte oft an jeder Milchkanne, in den
grossen Städten bis zu 3 Stunden Aufenthalt zwecks Ein- und Ausladen und Ab-
und Anhängen von Post- und Gepäckkurswagen.
Transportiert wird damit fast alles: Pakete, Möbel, Fenster, Motorräder...
Hier auf dem Bild ist Postzug 918 (Moskva – Vladivostok) in Perm zu sehen.

Zwischen Moskau und Vladivostok verkehren zwei Postzugpaare. 917/918 (6x
wöchentlich) und 903/904 (täglich).

Zug 903/904 ist der langsamste Zug auf der Transsib. Die Fahrzeit beträgt in
der einen Richtung 217h05min, in der Gegenrichtung 215h00min. Zum Vergleich:
Der Schnellzug „Rossija“ schafft das in 147h59 min bzw. 148h27min.

Der Fahrplan von Zug 904 im Detail:


+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Bahnhof | Ankunft | Abfahrt | Zug |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Moskva Iaroslavskaja | | 5:20| 904AJ|
| Petushki | 7:44| 8:50| |
| Wladimir Pass | 9:55| 11:26| |
| Kovrov 1 | 12:15| 12:27| |
| Wjasniki | 13:07| 13:18| |
| Dzerzhinsk | 14:25| 15:00| |
| Gorkii Mosk | 15:45| 16:25| |
| Wetlushskaja | 18:20| 18:28| |
| Shahunia | 19:58| 20:25| |
| Kotelnitsch 1 | 22:01| 22:24| |
| Kirow Pass | 0:00| 0:57| |
| Suewka | 2:48| 2:53| |
| Jar | 3:45| 3:50| |
| Glazov(RU) | 4:20| 4:30| |
| Balesino | 4:57| 5:20| |
| Wereschagino | 7:17| 7:32| |
| Perm 2 | 9:25| 10:52| |
| Ferma | 11:21| 11:36| |
| Kungur | 13:01| 13:20| |
| Schalja | 15:23| 15:35| |
| Kusino | 16:34| 16:40| |
| Perwouralsk | 17:27| 17:39| |
| Swerdlowsk Pass | 19:37| 21:26| |
| Bashenowo | 22:26| 22:31| |
| Bogdanowitsch | 23:12| 23:33| |
| Elanskij | 0:02| 0:04| |
| Kamischlow | 0:24| 0:50| |
| Aksarikha | 1:10| 1:23| |
| Oschepkowo | 1:43| 2:00| |
| Taliza | 2:28| 2:53| |
| Juschala | 3:23| 3:36| |
| Tugulim | 3:59| 4:01| |
| Karmak | 4:22| 4:25| |
| Tjumen | 5:56| 7:47| |
| Ozero-andreevskoe | 8:13| 8:14| |
| Vinzili | 8:26| 8:28| |
| Bogandinskaya | 8:40| 8:42| |
| Jalutorowsk | 9:13| 9:39| |
| Sawodoukowskaja | 10:05| 10:41| |
| Novaya zaimka | 11:06| 11:20| |
| Wagaj | 11:46| 11:48| |
| Omutinskaja | 12:13| 12:33| |
| Golischmanowo | 13:10| 14:58| |
| Karasulskaya | 15:36| 15:38| |
| Bezrukovo | 16:02| 16:05| |
| Ischim | 16:25| 16:55| |
| Masljanskaja | 17:50| 18:18| |
| Nowoandreewskij | 18:38| 18:40| |
| Mangut | 18:59| 19:01| |
| Obg.punkt n46 | 19:20| 19:22| |
| Nasiwaewskaja | 19:42| 20:00| |
| Ljubinskaja | 21:00| 21:02| |
| Omsk | 21:50| 23:00| |
| Tatarskaja | 1:07| 1:20| |
| Tschani | 2:00| 2:10| |
| Kirzinskoe | 3:03| 3:05| |
| Barabinsk | 3:21| 3:50| |
| Ubinskaja | 4:51| 5:01| |
| Kargat | 5:35| 5:44| |
| Tschulimskaja | 6:15| 6:25| |
| Novosibirsk(RUS) | 7:53| 10:40| |
| Bolotnaja | 13:24| 13:34| |
| Taiga | 15:04| 15:57| |
| Mariinsk | 18:24| 18:54| |
| Tjashin | 19:48| 19:56| |
| Bogotol | 20:56| 21:06| |
| Achinsk 1 | 22:01| 22:31| |
| Kosulka | 23:37| 23:45| |
| Zeledeevo | 0:31| 0:36| |
| Krasnojarsk Pass | 1:43| 3:12| |
| Bazaikha | 3:40| 4:46| |
| Ujar | 6:33| 6:37| |
| Saosernaja | 7:16| 7:39| |
| Kansk-Enisejskij | 8:50| 9:13| |
| Ilanskaja | 9:46| 10:06| |
| Ingaschskaja | 10:40| 10:57| |
| Reschoti | 11:40| 11:52| |
| Tajshet | 13:05| 13:54| |
| Kuryat | 16:12| 16:29| |
| Nishneudinsk | 16:43| 17:42| |
| Tulun | 19:22| 19:32| |
| Kujtun | 20:45| 21:05| |
| Sima | 21:59| 22:34| |
| Deljur | 23:03| 0:45| |
| Salari | 1:12| 1:22| |
| Tscheremchowo | 2:19| 2:40| |
| Usole-Sibirskoe | 3:45| 4:10| |
| Angarsk | 4:43| 5:54| |
| Irkutsk-Sort | 6:31| 6:43| |
| Irkutsk Passajirskij | 6:57| 10:02| |
| Sljudjanka 1 | 12:21| 12:41| |
| Bajkalsk | 13:25| 13:30| |
| Widrino | 14:01| 14:16| |
| Tanchoj | 14:47| 15:01| |
| Misowaja | 15:56| 16:06| |
| Timljuj | 17:08| 17:23| |
| Selenga | 17:41| 17:56| |
| Ulan-Ude Pass | 19:09| 21:09| |
| Onochoj | 21:46| 21:51| |
| Saigraewo | 22:14| 22:19| |
| Petrowskij Sawod | 23:44| 0:22| |
| Bada | 2:07| 2:12| |
| Chilok | 3:04| 3:23| |
| Mogson | 5:16| 6:11| |
| Tschita 2 | 8:40| 9:50| |
| Karymskaia | 11:43| 12:20| |
| Solnzewaja | 14:12| 14:17| |
| Shilka-Passajirskai | 14:56| 15:14| |
| Priiskowaja | 16:02| 16:27| |
| Kuenga | 17:05| 17:15| |
| Tschernischewsk-Saba | 18:19| 18:52| |
| Silowo | 20:19| 20:33| |
| Ksenewskaja | 22:35| 22:45| |
| Mogocha | 0:37| 1:02| |
| Amasar | 2:38| 2:58| |
| Erofej Pavlovich | 4:51| 5:16| |
| Uruscha | 6:55| 7:09| |
| Tachtamigda | 8:12| 8:17| |
| Skoworodino | 9:06| 10:17| |
| Taldan | 11:51| 11:56| |
| Magdagatschi | 13:24| 13:54| |
| Daktuj | 14:29| 14:31| |
| Tigda | 14:59| 15:04| |
| Uschumun | 15:44| 15:58| |
| Schimanowskaja | 17:32| 17:52| |
| Swobodnij | 18:59| 19:14| |
| Serischewo | 19:49| 19:54| |
| Belogorsk | 20:16| 21:14| |
| Vozjaevka | 21:43| 21:48| |
| Ekaterinoslawka | 22:32| 22:34| |
| Zavitaia | 23:14| 23:28| |
| Bureia | 0:07| 0:22| |
| Archara | 1:13| 1:33| |
| Oblutsche | 3:23| 3:38| |
| Iswestkowaja | 4:35| 4:40| |
| Budukan | 5:35| 5:40| |
| Bira | 5:57| 6:07| |
| Birobidshan | 6:47| 7:17| |
| In(RUS) | 8:10| 8:15| |
| Chabarowsk 1 | 9:37| 13:23| |
| Werino | 14:27| 14:37| |
| Wjasemskaja | 15:31| 15:55| |
| Bikin | 17:33| 17:53| |
| Lutschegorsk | 18:34| 18:44| |
| Dalneretschensk 1 | 19:44| 19:54| |
| Rushino | 20:43| 20:58| |
| Lesozavodsk 1 | 21:10| 21:18| |
| Schmakowka | 21:49| 21:57| |
| Swijagino | 22:33| 22:41| |
| Spassk-Dalnij | 23:13| 23:28| |
| Mutschnaja | 0:08| 0:16| |
| Sibirzewo | 0:35| 0:50| |
| Ussuriisk | 2:04| 4:06| |
| Vladivostok | 6:25| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+


Die einzelnen Gepäckkurswagen verkehren teilweise nur 1x im Monat, sodass
die Ordnungsnummern der Wagen bis 51 gehen, wovon aber vielleicht höchstens
25 oder so gleichzeitig fahren. In einzelnen Postzügen habe ich auch schon
normale Reisezugwagen gesehen, planmässig dürfte aber keine
Fahrgastbeförderung vorgesehen sein (zumindest werden auf
http://train.mza.ru keine freien Plätze in Postzügen angezeigt).

So, jetzt bin ich ein bisschen „abgeschwiffen“, wieder zurück zu unserer
Fahrt. Unser Zug hat gerade von 10:25 bis 10:48 Aufenthalt in Perm-2. Unser
Lokführer nützt den Aufenthalt dazu, um sich besseren Durchblick zu
verschaffen. Nebenan ChS7-321 mit Postzug 918.
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Noch ein Blick zum Bahnhofsgebäude:
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Perm ist einer der wenigen grossen Bahnhöfe auf der Transsib, die noch etwas
heruntergekommen sind und noch auf die „Bahnhofsoffensive“ warten. Aber ich
denke, die wird auch hier bald kommen.

Ein Überblick über die Gleise:
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Bemerkenswert finde ich in Russland oft den sehr geringen Abstand zwischen
irgendwelchen Kiosken oder Unterführungsaufgängen und dem Gleis.

Weiter geht es:
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Der Gleiszustand ist stark unterschiedlich. Manche Abschnitte sind nagelneu,
manchmal liegen noch Holzschwellen einfach im Sand. Und oft sieht man beide
Oberbauformen gleichzeitig wie hier, wo nur das Gleis der Gegenrichtung
hergerichtet wurde:
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Oberleitungsmasten stehen in Russland „grundsätzlich schief“ ;-), ausserdem
werden bei Neuelektrifizierungen die alten Masten oft stehengelassen, was
einen rechten Mastenwald ergibt.

Wir nähern uns dem Ural, langsam wird es ein bisschen hügeliger:
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Das ist auch ein schöner Abschnitt, es geht einige Kilometer einem Fluss
entlang:
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Der Ural selbst ist eigentlich kein Gebirge, sondern eher eine nette
Hügellandschaft.

An einem kleinen Bahnhof im Ural kommt mir diese WL11 vor die Linse:
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Dummerweise verschlafe ich dann den berühmten Obelisk kurz vor
Jekaterinburg. Dieser markiert die Grenze zwischen Europa und Asien. Aber
nicht so schlimm, früher oder später komme ich eh wieder vorbei...

Bei der Einfahrt in Jekaterinburg (der Bhanhof heisst immer noch Sverdlovsk)
sehen ich dann diesen RIC-Wagen, der als Kurswagen Jekaterinburg – Berlin
zum Einsatz kommt:
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Chs2 mit Zug 71 „Demidovskij Ekspress“ (Sverdlovsk – Sankt Peterburg)
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Nach Jekaterinburg wird die Landschaft wieder richtig flach und daran ändert
sich auch bis Novosibirsk (1600 km weiter) nicht viel.

Spätabends erreichen wir schliesslich Tjumen:
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Nach Moskauer und Fahrplanzeit ist es gegen 22:30, nach Ortszeit aber schon
1:30. Somit ist es eigentlich auch schon Zeit fürs Bett.


Freitag 29. Juli 2006


Der heutige Tag in Fahrplanform:

+-------------------------+--------+--------+----------+
| Ischim | 02:02 | 02:14 | |
| Nasiwaewskaja | 04:07 | 04:12 | |
| Ljubinskaja | 05:11 | 05:13 | |
| Omsk | 05:56 | 06:21 | |
| Kalatschinskaja | 07:20 | 07:22 | |
| Tatarskaja | 08:24 | 08:26 | |
| Barabinsk | 10:15 | 10:53 | |
| Tschulimskaja | 12:48 | 12:50 | |
| Novosibirsk(RUS) | 14:28 | 15:00 | |
| Bolotnaja | 17:03 | 17:05 | |
| Jurga 1 | 17:31 | 17:33 | |
| Jaschkino | 18:11 | 18:13 | |
| Taiga | 18:40 | 19:13 | |
| Ansherskaja | 19:44 | 19:46 | |
| Mariinsk | 21:18 | 21:40 | |
| Tjashin | 22:31 | 22:33 | |
| Bogotol | 23:37 | 23:40 | |
+-------------------------+--------+--------+----------+

Erstere längerer Aufenthalt nach dem Frühstück ist Barabinsk, ungefähr auf
halber Strecke zwischen Omsk und Novosibirsk und ein klassischer
Lokwechselbahnhof. Hier wird in der Regel eine ChS2 des Depots Sverdlovsk
gegen eine ChS2 des Depots Barabinsk getauscht...

Rechts ist unser Zug zu sehen, links der stark verspätete Zug 31
(Novokuzneck – Moskva):
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Zug 31 ist gerade abgefahren, da folgt ihm auch schon Zug 55 „Jenissej“
(Krasnojarsk – Moskva), den ChS2-217 bis Barabinsk bringt:
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Wir bekommen hier die Chs2-666:
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Kleine Besprechung des Personals:
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Hier sehen wir auch einen „alten“ Bekannten wieder, nämlich Zug 76 (Moskva –
Tynda), der am Kazaner Bahnhof eine halbe Stunde nach uns weggefahren ist
und den wir dort schon gesehen haben. Zug 76 ist über Kazan gefahren und
heftet sich nun uns an die Fersen.
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Diesen Parallelverkehr dürfte es übrigens nur im Sommer 2005 gegeben haben.
Normalerweise fährt Zug 76 an ungeraden Tagen ab Moskau und Zug 92 an
geraden Tagen, sodass ich bis Severobajkalsk fast eine „Intervallhalbierung“
ergibt. Fast deshalb, weil die Züge nicht in den gleichen Trassen fahren,
noch dazu über andere Strecken zwischen Moskau und Jekaterinburg.

Im Sommer 2005 wurde der Fahrplan von Zug 92 aber von jeden zweiten Tag auf
viermal in der Woche „verdichtet“. Abfahrt in Moskau war an Montagen,
Mittwochen, Freitagen und Samstagen. Somit ergab es sich, dass an manchen
Tagen (an ungeraden 92er-Verkehrstagen) beide Züge (76 und 92) fuhren,
während an geraden 92er-Nichtverkehrstagen kein Zug von Moskau Richtung BAM
fuhr... War natürlich suboptimal, 2006 fährt aber auch Zug 92 wieder an
geraden Tagen und somit intervallhalbierend zu Zug 76 ab Moskau.

Gepäckwagen im Zug 76:
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Der Abschnitt zwischen Jekaterinburg und Novosibirsk ist der mit dem
höchsten Geschwindigkeitsniveau zwischen Moskau und Vladivostok. Oft
brettert der Zug mit 120 dahin und da der Gleiszustand nicht immer optimal
ist, wird es manchmal sehr unruhig.

Durchfahrt durch den Bahnhof Kargat:
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Viel Gegend – die Barabinsker Steppe:
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Am späten Nachmittag erreichen wir Novosibirsk, wohl der grösste oder
zweitgrösste (hinter Sverdlovsk) Bahnhof zwischen Moskau und Vladivostok.

Blick auf Novosibirsk:
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Kurz vor dem Bahnhof überqueren wir den Ob. Die Brücke ist nur eingleisig,
es gibt aber eine GZU Novosibirsk (Güterzugumfahrung), andernfalls wäre das
ein ziemlicher Kapazitätsengpass.
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Überwerfungsbauwerk:
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Einfahrt in den Bahnhof Novosibirsk Glavnyj
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Unsere ChS2-666. Ob der Lokführer da Kurier spielt und einen Brief mitnimmt?
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Bahnhof Novosibirsk Glavnyj:
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Kurz vor unserer Abfahrt um 15:00 Moskauer Zeit sehen wir auch noch einmal
Zug 76, der um 14:50 planmässig hier ankommt...

ChS2K-654 vor dem „Lokomotivnoe depo“ Novosibirsk
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Das letzte Bild des Tages. Aufenthalt in Taiga von 18:40 bis 19:13.
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Hier werden wir von zwei Zügen überholt. Einerseits von Zug 76, er hat hier
Aufenthalt von 18:47 bis 18:53. Nun hat er es also geschafft und wird seinen
Vorsprung bis Severobajkalsk noch auf 2h45min ausbauen!

Weiters überholt uns noch der „Jenissej“ (Zug 56, Moskva – Krasnojarsk), der
hier um 19:05 abfaehrt. 8 Minuten später dürfen wir dann unsere Fahrt gen
Osten fortsetzen.

Unterwegs dürfen dann auch wir einmal einen Zug überholen. In Izhmorskaja,
ca. 1h15min nach Taiga, fahren wir durch und überholen Zug 84 Novosibirsk -
Krasnojarsk, der dort schon zuvor von den Zügen 76 und 56 überholt worden
ist...

Und schliesslich haben wir in Mariinsk noch einen Lokwechselaufenthalt von
21:18 bis 21:40, da sehen wir gerade noch noch mal Zug 76 mit planmässiger
Abfahrt dort um 21:17. Und natürlich Zug 56 mit Abfahrt um 21:27...

Der Fahrplan der RZD auf dieser Hauptmagistrale ist also etwas sehr
interessantes und eigentlich kaum zu durchschauen. Die
Verkehrstageregelungen machen das ganze auch nicht einfacher. So haben z.B.
im aktuellen Fahrplan (2006/2007) die Züge 339 (Blagoveshchensk – Moskva)
und 349 (Chita – Moskva) in Usole-Sibirskoe einen längeren Aufenthalt, der
aber nur einmal in der Woche wirklich nötig ist, damit der „Vostok“ (Zug 19,
Beijing – Moskva) dort überholen kann...

Wenn man dann noch daran denkt, dass da natürlich auch Elektritschkas und
Güterzüge eingeplant sind...


Fortsetzung folgt...
Helmut Uttenthaler
2006-09-30 23:26:19 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Einfahrt in den Bahnhof Novosibirsk Glavnyj
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/misc/01_404.jpg
Linkkorrektur:
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Post by Helmut Uttenthaler
Unsere ChS2-666. Ob der Lokführer da Kurier spielt und einen Brief mitnimmt?
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/ChS2/001-799/01_407.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/misc/01_409.jpg
Linkkorrektur:
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--
LG

Helmut
Ulf Kutzner
2006-10-02 08:02:13 UTC
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Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Die einzelnen Gepäckkurswagen verkehren teilweise nur 1x im Monat, sodass
die Ordnungsnummern der Wagen bis 51 gehen, wovon aber vielleicht höchstens
25 oder so gleichzeitig fahren. In einzelnen Postzügen habe ich auch schon
normale Reisezugwagen gesehen, planmässig dürfte aber keine
Fahrgastbeförderung vorgesehen sein (zumindest werden auf
http://train.mza.ru keine freien Plätze in Postzügen angezeigt).
Sehr gelegentlich werden auf Teilstrecken Reisende mitgenommen, so
seinerzeit zwischen Rostow und Mitschurinsk die Kurswagen nach Berlin.


Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-10-01 19:02:16 UTC
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http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3049016]


Samstag 30. Juli 2006

Der Fahrplan für heute:

+-------------------------+--------+--------+----------+
| Achinsk 1 | 00:39 | 00:42 | |
| Krasnojarsk Pass | 03:45 | 04:19 | |
| Kamartschaga | 05:46 | 05:48 | |
| Ujar | 06:34 | 06:36 | |
| Saosernaja | 07:09 | 07:11 | |
| Kansk-Enisejskij | 08:24 | 08:26 | |
| Ilanskaja | 08:57 | 09:20 | |
| Ingaschskaja | 09:52 | 09:54 | |
| Reschoti | 10:36 | 10:38 | |
| Tajshet | 11:46 | 12:16 | |
| Partschum | 13:45 | 13:46 | |
| Nowotschunka | 14:06 | 14:07 | |
| Sosnowie Rodniki | 14:22 | 14:24 | |
| Tschuna | 14:37 | 14:39 | |
| Wichorewka | 16:45 | 17:20 | |
| Ansebi | 17:47 | 17:51 | |
| Padunskie Porogi | 18:29 | 18:33 | |
| Gidrostroitel | 18:51 | 18:53 | |
| Sjuba | 19:21 | 19:23 | |
| Paschennij | 19:41 | 19:43 | |
| Keshemskaja | 20:08 | 20:10 | |
| Retschuschka | 20:44 | 20:46 | |
| Widim | 21:12 | 21:14 | |
| Sredneilimskaja | 22:24 | 22:26 | |
| Korschunicha-Angarsk | 22:49 | 23:09 | |
| Chrebtowaja | 23:39 | 23:41 | |
+-------------------------+--------+--------+----------+


Während wir am Vortag bis 8:30 Moskauer Zeit geschlafen haben, sind wir
heute schon um 3:00 munter. Aber nach Ortszeit ist das eh schon 7 Uhr. Und
ausserdem dürfen wir die Brücke über den Jenissej bei Krasnojarsk nicht
verpassen.

Unseren Zug zieht jetzt eine moderne Lok, die EP1-067:
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Der Bahnhof Krasnojarsk erfährt gerade ein „Upgrading“. Das alte
Bahnhofsgebäude wurde abgerissen und neu mehr oder weniger gleich wieder
aufgebaut. Momentan werden noch die Bahnsteige neu gepflastert.
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Hier ist übrigens auch Zug 56 „Jenissej“ wieder zu sehen, er hat uns ja am
Vorabend in Mariinsk überholt und nun hier in Krasnojarsk seinen Zielbahnhof
erreicht.

In Krasnojarsk begegnet uns auch ein ganz prominenter Zug: Und zwar der
chinesische Zug Nr. 3 Beijing – Moskva:
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Kurz vor der Abfahrt kommt noch EP1-018 mit Zug 657 Abakan – Krasnojarsk an:
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Die knapp einen Kilometer lange Brücke über den Jenissej befindet sich etwas
östlich vom Bahnhof. An diesem Morgen ist es über dem Jenissej noch etwas
neblig:
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Hier kommt uns noch ein Nahverkehrszug entgegen:
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Und dann geht es über die Brücke:
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Was es mit dem nicht befahrenen Tragwerk in der Mitte auf sich hat, weiss
ich leider nicht:
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Auch auf Google-Earth ist ein drittes Tragwerk über 3 der 6 Brückenfelder zu
sehen:
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Nach der Brücke geht es zunächst durch die Aussenbezirke der
900.000-Einwohner-Stadt, dann passieren wir einen Verschiebebahnhof:
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Hier sehen wir auch erstmals eine zwölfachsige WL85, die in hier in
Ostsibirien Güterzüge zieht. Weiter westlich ist mir diese Lok noch nie
untergekommen.
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Durchfahrt durch einen kleineren Bahnhof:
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Ca. eine halbe Stunde nach Krasnojarsk beginnt eine sehr schöne Landschaft,
mit Hügeln und Dörfern mit kleinen Holzshäusern:
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Zaozernaja (7:09 bis 7:11 MZ) ist noch ein etwas spannenderer Bahnhof, denn
hier zweigt eine im russischen Eisenbahnatlas nicht eingezeichnete 20 km
lange Stichstrecke nach Norden ab. Diese Strecke führt nach Zelenogorsk
(http://www.zeladmin.ru/), eine wegen der dort befindlichen Industrie
(http://www.ecp.ru/en/index.shtml) zur Urananreicherung von Kernwaffen
geschlossene Stadt. Sie wurde 1956 errichtet und ist auch als
„Krasnojarsk-45“ bekannt. Ein paar Dutzend Kilometer weiter nordwestlich
befindet sich auch noch Krasnojarsk-26 alias Zheleznogorsk. Hier wird
waffenfähiges Plutonium hergestellt, und zwar im sogenannten „Bergbau- und
Chemiekombinat“ (http://www.krasminatom.ru/enterprises/ghk/).

In beide Städte kommt man – ausser als Einwohner – nur mit
Sondergenehmigung.

Aus unserem Waggon steigen hier in Zaozernaja auch zwei Jugendliche aus, die
in Krasnojarsk-45 wohnen. Es war ganz interessant, mit denen ein paar Worte
zu wechseln...

Dank Google-Earth kann man sich heute ein Bild machen, wie es dort aussieht:

Abzweigung der Stichtstrecke westlich vom Bahnhof Zaozernaja. Hier zweigt
auch nach Süden eine Stichtstrecke ab, diese führt offenbar zu einem
Bergwerk.
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Kontrollposten bei der Einfahrt nach Krasnojarsk-45:
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(Links sind auch zwei Eisenbahngleise zu erkennen).

Industrieanlagen in Krasnojarsk-45. Ob hier die Urananreicherung
stattfindet?
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Für uns geht es aber nicht nach Krasnojarsk-45, sondern weiter Richtung
Baikalsee. Der Zug fährt gemächlich mit 70 bis 100 km/h dahin. Der Verkehr
ist hier zwar nicht mehr so dicht, wie westlich von Novosibirsk, wo fast
alle fünf Minuten ein Zug entgegenkommt, aber trotzdem ist einiges los. Hier
z.B. EP1-031 mit einem Schnellzug (entweder 239 Vladivostok – Moskva oder
207 Vladivostok – Novokuznezk) zwischen Ingaschskaja und Reschoty.
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Unser Zug:
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Viele kleine Haltestellen haben oft nur einen sehr kurzen Bahnsteig, sodass
das Aussteigen aus den Elektritschkas nur aus einem oder zwei Wagen möglich
ist. Zumindest bei den Elektritschkas im Raum Irkutsk wird aber im Zug
durchgesagt, aus welchem Waggon man aussteigen kann:
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Übrigens ist es angeblich möglich, die gesamte Transsib von Moskva nach
Vladivostok nur mit Nahverkehrszügen zu befahren. Allerdings ist das Angebot
abseits der grösseren Strecken auf ein oder zwei Zugpaare begrenzt, sodass
das ein langwieriges Unterfangen ist, zumal man nachts ja nicht
weiterkommt...

Kurz vor Tajschet überqueren wir den Fluss „Ona“...
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...und bei diesem Bahnübergang sehen wir ein paar urige LKWs zum
Holztransport:
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In Tajschet verlassen wir die Transsibirische Eisenbahn. Weiter geht es auf
der sogenannten Bajkal-Amur-Magistrale, die erst in den 80er Jahren
fertiggestellt wurde. Die Gründe für den Bau waren einerseits strategische
(man wollte eine zweite Verbindung mit dem Pazifik, die nicht in der Nähe
der chinesischen Grenze verläuft), andererseits war die Erschliessung von
Bodenschätzen ein Grund für den Bau. Heute führt die Strecke ein gewisses
Schattendasein, wohl weil die Gewinnung von Bodenschätzen dich nicht so
lukrativ sein dürfte, wie erhofft. Sibirien ist zwar reich an Bodenschätzen,
doch das schwierige Klima und die langen Transportwege verteuern den Preis
so, dass es sich in vielen Fällen derzeit nicht lohnt, in grossem Stil alles
abzubauen, was unter der sibirischen Erde zu finden ist.

Wie auch immer, für mich beginnt hier eisenbahnmässiges Neuland! Allerdings
ist das nun nicht die erste Erstbefahrung einer Strecke im Rahmen dieser
Reise, denn auch Szolnok – Tschop und Darniza (knapp östlich von Kiev, hier
zweigt die Strecke nach Poltawa ab) – Moskva Kievskaja habe ich vor dieser
Reise noch nicht befahren.

In Tajschet wird auch die Lok gewechselt. Die EP1-067...
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...wird gegen die WL80-1622 ausgetauscht.
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Detail des Übergangs der Doppellok:
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Währenddessen rauscht am Nebengleis die WL85-215 mit einem langen Güterzug
durch:
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Ausnahmsweise mit knapp 10 Minuten Verspätung verlassen wir Severobajkalsk.
Die Ausfädelung von der Hauptstrecke findet kreuzungsfrei statt. Bei der
Ausfahrt kommt uns noch eine Elektritschka entgegen:
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Irgendwie kommt mir vor, dass – kaum dass wir die Transsib verlassen haben –
die Gegend noch viel einsamer wirkt. Dörfer sind selten, meistens geht es
durch unendliche Wälder und Wiesen...

Die Strecke ist hier zwar noch zweigleisig, aber der Verkehr ist nicht
gerade dicht. Vielleicht zwei Mal in der Stunde kommt uns ein Zug entgegen.
Auf jeden Fall ein anderes Reiseflair als auf der Transsib:
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Eineinhalb Stunden nach Tajschet halten wir zum ersten Mal, und zwar in
Partschum. Hier sind wir auch wieder pünktlich unterwegs (an 13:46, ab 13:47
MZ).
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Ein typisches sibirisches Holzhaus. Da gehört natürlich eine
Satellitenschüssel dazu:
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Sibirische Idylle:
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14:01 MZ - Bahnhof Novotschunka:
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14:16 MZ - Kleine Halestelle mit Holzbahnsteig:
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14:21 MZ - Bahnhof Sosnovye Rodniki:
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14:49 MZ – Im Bahnhof Tschuna kommt uns Zug 147 Severobajkalsk – Krasnojarsk
entgegen.
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15:47 MZ – Eine Elektritschka:
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Schön langsam wird es Abend. Immerhin haben wir hier schon vier oder fünf
Stunden Zeitunterschied zur Ortszeit.
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In Vichorevka gibt es noch einen längeren Aufenthalt, den wir natürlich
nutzen, um ein bisschen am Bahnsteig auf und ab zu spazieren.
Dabei kommt uns auch noch eine Elektritschka unter:
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Unsere WL80-1622:
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Aussicht vom Fussgängerübergang:
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Am Bahnsteig:
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Eine Dampflok sehen wir auch – allerdings nur als Denkmallok:
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Nachdem wir noch ein bisschen Proviant eingekauft haben, geht es weiter. Zug
92 verlässt Vichorevka und fährt weiter Richtung Bratsk.
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Als wir Bratsk erreichen, ist es leider schon finster. Denn kurz nach Bratsk
überquert die Bahn die Staumauer des gigantischen Bratsker
Wasserkraftwerkes.

Der Bahnhof befindet sich übrigens etwas ausserhalb der Stadt in Anzebi.
Hier haben wir Aufenthalt von 17:47 bis 17:51 Moskauer Zeit, also 22:47 bis
22:51 Ortszeit. Während es zwischen Moskau und Kranojarsk kaum
Fahrgastwechsel gab, steigen hier nun viele Fahrgäste aus und es wird etwas
ruhig im Zug.

Nach einem weiteren Halt in Padunskie Porogi fahren wir dann über die
Staumauer. Auf der rechten Seite befindet sich der riesige Stausee der
Angara (übrigens der viertgrösste der Welt), der beinahe bis Irkutsk reicht.
Auf der linken Seite fliesst tief unten die Angara weiter gen Norden. Auch
eine Strasse überquert hier die Angara, sie befindet sich unterhalb der
zweigleisigen Bahnstrecke.

Mehr zu Bratsk und zum Bratsker Stausee:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bratsk
http://de.wikipedia.org/wiki/Bratsker_Stausee

So sieht die Staumauer bei Licht aus:
Loading Image... (Foto von
http://www.bratsk-city.ru).

Und so von oben:
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Nach diesem „Event“ ist es dann Zeit zum Schlafen, die letzte Nacht im Zug
steht bevor...

Fortsetzung folgt.
Helmut Uttenthaler
2006-10-03 13:27:08 UTC
Antworten
Permalink
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Sonntag 31. Juli 2006


Heute ist der vorerst letzte Tag im Zug. Am frühen Nachmittag um 14:35
Ortszeit sollen wir in Severobajkalsk ankommen:

+-------------------------+--------+--------+----------+
| Semigorsk | 00:21 | 00:23 | |
| Rutschej | 01:12 | 01:14 | |
| Jantal | 01:26 | 01:28 | |
| Lena | 02:18 | 02:43 | |
| Chudnichnij | 03:38 | 03:40 | |
| Swesdnaja | 04:05 | 04:07 | |
| Nija | 04:43 | 04:45 | |
| Nebel(RUS) | 05:19 | 05:20 | |
| Kirenga | 05:59 | 06:08 | |
| Ulkan | 06:49 | 06:51 | |
| Kunerma | 07:43 | 07:45 | |
| Delbichind | 08:04 | 08:11 | |
| Goudshekit | 08:47 | 08:49 | |
| Tija | 09:06 | 09:11 | |
| Sewerobajkalsk | 09:35 | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+

Wir wachen kurz vor zwei Uhr Moskauer Zeit auf. Der Zug fährt entlang des
Flusses Kuta, ein sehr schöner Abschnitt. In Ust-Kut mündet dieser Fluss
dann in die Lena, und dort haben wir auch unseren nächsten Aufenthalt. Hier
beginnt die eigentliche Baikal-Amur-Magistrale, ab hier geht es auch nur
mehr eingleisig weiter.

Noch zwei Internettipps zur BAM:
http://de.wikipedia.org/wiki/Baikal-Amur-Magistrale
http://bam.railways.ru/eng/
Eine Übersicht mit allen Bahnhöfen, Tunnels und Brücken inklusive
Kilometrierung gibt es hier (auf russisch):
http://www.transsib.ru/way-legend.htm (Abschnitt BAM-1:
http://www.transsib.ru/way-bam1.htm)

Wir kommen überpünktlich in Ust-Kut an. Der Bahnhof heisst jedoch nicht
Ust-Kut, sondern ist nach dem Fluss Lena benannt. Dieser entspringt unweit
des Baikalsees ist mit 4400 Kilometern der vierzehntlängste Fluss der Erde.

In Lena steigen auch die beiden Mitreisenden aus unserem Abteil aus. Ab hier
sind wir die einzigen Fahrgäste im Waggon, die seit Moskau im Zug sind.
Ausser uns befinden sich im Waggon nur mehr einige wenige lokale Fahrgäste.

Unsere WL80-1622 mit Zug 92:
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Überblick über den Bahnhof Lena – der Güterverkehr dominiert:
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Bevor es weitergeht, werden noch die Scheiben geputzt:
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Das Bahnhofsgebäude:
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Es ist noch genügend Zeit, sich den Bahnhof von innen anzusehen. Hier der
Fahrkartenschalter, oben eine Anzeige mit Information über freie Plätze ab
Bahnhof Lena, links unten ein Touch-Screen-Terminal zum Abfragen von
Fahrplänen, freien Plätzen und Fahrpreisen aller Fernzüge, die im
Express-System enthalten sind:
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Anzeige im Detail:
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Fahrplan der Züge in Fahrtrichtung Osten:
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Fahrplan der Züge in Fahrtrichtung Westen:
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Neben einigen Schnellzügen, von denen jene mit 200er-Nummer aber nur
saisonal verkehren (wie z.B. der „Urlaubsexpress“ 219 von Severobajkalsk
nach Anapa ans Schwarze Meer), gibt es auch ein paar Regionalzüge.

Pünktlich setzen wir die Fahrt fort. Auch hier in Ust-Kut gibt es die
typischen Plattenbauten:
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Ein paar Kilometer nach dem Bahnhof überqueren wir die Lena. Sie ist
übrigens ab Ust-Kut schiffbar:
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Danach verlässt die Bahn langsam das Flusstal und steigt am Hang an:
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Die Gegend ist total unberührt, unendliche Wälder...
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Hier noch mal ein Blick runter ins Lena-Tal:
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Einfahrt in den Bahnhof Tschudnitschnyj um 3:27 statt planmässig um 3:38.
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WL80-098 hat diesen Güterzug bis hierher nachgeschoben. Wir überholen hier
diesen Güterzug.
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Doch bis es so weit ist, vergeht noch einige Zeit. Unser Zug verlässt das
durchgehende Hauptgleis und wir bleiben stehen. Eine Ortschaft scheint es
hier nicht zu geben, absolute Totenstille. Allenfalls das Rauschen der Bäume
im Wind ist zu hören.
Manchmal meinen wir irgendwo einen Zug zu hören. Dich bis es dann soweit ist
vergeht eine gute Viertelstunde. Dann hören wir tatsächlich einen Zug und
wenig später passiert diese WL-80 mit einem langen Güterzug und ordentlich
viel Krach den Bahnhof.
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Kaum ist der Güterzug weg, bricht auch schon wieder totale Stille aus, bis
sich dann ein, zwei Minuten später unser Zug kaum merkbar wieder in Bewegung
setzt...
Bei der Ausfahrt sehen wir dann auch die WL80-1367 und ihren Lokführer des
Güterzuges den wir überholt haben.
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Es geht weiter durch Sibirien:
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Aufgrund des längeren Aufenthaltes in Tschudnitschnyj haben wir hier in
Zvesdnaja noch ca. 10 Minuten Verspätung:
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In weiterer Folge führt die Strecke wieder durch recht ebenes Gelände.
Irgendwo in der Nähe muss ein ordentlicher Waldbrand wüten, denn das was man
hier auf dem Foto sieht, ist nicht Nebel, sondern Rauch. Vielleicht eine
Stunde fahren wir durch diesen Rauch, auch irgendwie unheimlich:
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Am Bahnhof Kirenga:
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Kurz nach dem Bahnhof überqueren wir dann den gleichnamigen Fluss:
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WL80-1104 mit Güterzug in Ulkan:
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Güterwagen aus dem fernen Estland:
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Von der weiteren Fahrt bis Severobajkalsk gibt es momentan noch keine Fotos.
Die Akkus meiner Digitalkamera waren leer und das Aufladen im Zug hat nicht
wunschgemäss funktioniert (das Ladegerät war danach kaputt und die Akkus
leer).

Ich habe deshalb meine für solche Notfälle mitgenommene kleine Analogkamera
ausgepackt und ein bisschen fotografiert, allerdings ist der Film nicht voll
geworden und daher noch immer in der Kamera. Wenn ich den mal ausknipse und
die Fotos entwickelt und digitalisiert habe, werde ich hier die Bilder
ergänzen.

Der Abschnitt bis Severobajkalsk war nämlich besonders interessant, da es
einen Gebirge zu überwinden galt. U.a. gab es eine tolle Talschleife und
einen 6 Kilometer langen Tunnel.

Kurz vor Severobajkalsk, in Tyja, kommt uns dann noch Zug 75 (Tynda –
Moskva) entgegen. Die Ankunft an unserem Zugendbahnhof Severobajkalsk
erfolgt pünktlich. Es wäre sicher noch sehr interessant weiter zufahren,
denn nach alldem was ich – u.a. von Oliver, der erst im Mai 2005 nach Tynda
gefahren ist – gehört habe, soll die weitere Strecke landschaftlich genial
sein.

Für uns ist aber hier Endstation, denn hier in der Nähe findet auch das Camp
statt, bei dem wir zwei Wochen lang in der sibirischen Wildnis verbringen
werden. Per Boot soll es rüber ans andere Ufer des Baikalsees in die
Ajaja-Bucht gehen. Zwei Wochen später kehren wir zurück nach Severobajkalsk,
wo dann das Treffen mit meinen Mitreisenden für die weitere Reise geplant
ist. Von dort geht es dann über die Insel Olchon nach Irkutsk, von wo wir
dann am 22.7. nach drei Wochen Eisenbahnabstinenz mit Zug 6 in die Mongolei
fahren.
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Am Bahnhof werden wir auch schon von einigen anderen Campteilnehmern
abgeholt, zusammen gehen wir dann zur sogenannten „Schule für Ökologie und
Tourismus“, die hier in Zusammenarbeit mit der Great Baikal Trail
Association (http://www.greatbaikaltrail.ru/) bzw. Baikalplan
(http://www.baikalplan.de/html/german_startseite.xml.php) die
Wanderwegebaucamps in dieser Baikalseeregion organisiert. Hier übernachten
wir auch einmal, bevor es am nächsten Tag in die Wildnis geht.

Nachdem die wichtigsten organisatorischen Fragen geklärt sind, machen wir
uns am späten Nachmittag auf dem Weg in die Stadt. Severobajkalsk ist erst
mit dem Bau der BAM in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts
entstanden. Es ist also eine typisch sowjetische Eisenbahnerstand aus der
Zeit des grossen Pioniergeistes und der Eroberung Sibiriens....

Die Hauptstrasse mit dem Bahnhof im Hintergrund:
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Es hat hier übrigens wochenlang nicht geregnet, deshalb ist auch das Gras so
verdorrt. Auch jetzt ist es mit gut 30 Grad sehr heiss.

Die Architektur des Bahnhofes hat irgendwie auch was, zumindest ist es kein
fantasieloser Betonkasten:
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Über den Fussgängerübergang queren wir das Bahnhosfgelände...
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...um zum Baikalsee zu kommen. Vom anderen Ende des Überganges geht man noch
5 Minuten durch einen Kiefernwald zum See. Dabei kommen uns auch viele
Severobajkalsker entgegen, die den heissen Tag am Strand verbracht haben.
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Auch wir stürzen uns noch schnell ins Wasser, das hier gar nicht mal so kalt
ist. Ausserdem funktioniert in unsere Unterkunft die Dusche nicht, weshalb
wir den Baikalsee für die erste Dusche seit Moskau nutzen....

Auf dem Rückweg fotografieren wir noch zwei Wagen des Schnellzuges nach
Irkutsk:
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(dieser Wagen stammt eigentlich aus dem Zug „Bargusin“ Irkutsk – Zabaikalsk)

Der Speisewagen:
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Das wäre es für heute gewesen...

Der nächste Teil wird etwas off-topic sein, da sind dann hauptsächlich
Landschaftsfotos vom Baikalsee dabei. Ich hoffe das stört nicht.
Helmut Uttenthaler
2006-10-03 13:29:52 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
http://drehscheibe.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3100312]
Sonntag 31. Juli 2006
2005.
--
LG

Helmut
Ulf Kutzner
2006-10-05 08:59:50 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Einfahrt in den Bahnhof Tschudnitschnyj um 3:27 statt planmässig um 3:38.
http://img242.imageshack.us/img242/1484/02059ly8.jpg
Dann wurde offenbar eine Kreuzung verlegt.
Post by Helmut Uttenthaler
WL80-098
Sieht aus wie 898.
Post by Helmut Uttenthaler
hat diesen Güterzug bis hierher nachgeschoben. Wir überholen hier
diesen Güterzug.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/VL80/02_060.jpg
durchgehende Hauptgleis und wir bleiben stehen. Eine Ortschaft scheint es
hier nicht zu geben, absolute Totenstille. Allenfalls das Rauschen der Bäume
im Wind ist zu hören.
Aber es ist ein Verkehrshalt. Gibt es ein Empfangsgebäude?
Post by Helmut Uttenthaler
Manchmal meinen wir irgendwo einen Zug zu hören. Dich bis es dann soweit ist
vergeht eine gute Viertelstunde. Dann hören wir tatsächlich einen Zug und
wenig später passiert diese WL-80 mit einem langen Güterzug und ordentlich
viel Krach den Bahnhof.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/VL80/02_064.jpg
Kaum ist der Güterzug weg, bricht auch schon wieder totale Stille aus, bis
sich dann ein, zwei Minuten später unser Zug kaum merkbar wieder in Bewegung
setzt...
Bei der Ausfahrt sehen wir dann auch die WL80-1367 und ihren Lokführer des
Güterzuges den wir überholt haben.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/VL80/02_066.jpg
Das sind aber drei Lokhälften, sonst waren es jeweils nur zwei.


Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-10-05 11:19:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Einfahrt in den Bahnhof Tschudnitschnyj um 3:27 statt planmässig um
3:38. http://img242.imageshack.us/img242/1484/02059ly8.jpg
Dann wurde offenbar eine Kreuzung verlegt.
Post by Helmut Uttenthaler
WL80-098
Sieht aus wie 898.
Hast recht.
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
durchgehende Hauptgleis und wir bleiben stehen. Eine Ortschaft
scheint es hier nicht zu geben, absolute Totenstille. Allenfalls das
Rauschen der Bäume im Wind ist zu hören.
Aber es ist ein Verkehrshalt. Gibt es ein Empfangsgebäude?
Ja, gibt es. Vielleicht ist die Ortschaft auch etwas weiter weg.
Post by Ulf Kutzner
Das sind aber drei Lokhälften, sonst waren es jeweils nur zwei.
Es wundert mich eh, dass diese Dreierloks offenbar keine eigene
Baureihenbezeichnung haben.



--
LG

Helmut
Patrick Bonacker
2006-10-05 12:34:03 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Thu, 5 Oct 2006 13:19:51 +0200, "Helmut Uttenthaler"
[Tschudnitschnyj]
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
durchgehende Hauptgleis und wir bleiben stehen. Eine Ortschaft
scheint es hier nicht zu geben, absolute Totenstille. Allenfalls das
Rauschen der Bäume im Wind ist zu hören.
Aber es ist ein Verkehrshalt. Gibt es ein Empfangsgebäude?
Ja, gibt es. Vielleicht ist die Ortschaft auch etwas weiter weg.
Nein, da gibt es keinen Ort. Die Station verdankt ihre Existenz ihrer
Lage auf der Passhöhe zwischen Lena und ihrem Nebenfluss Tajura (dort
der nächste richtige Ort, Swjosdnyj mit der zugehörigen Station
Swjosdnaja).

[3er-WL80]
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Ulf Kutzner
Das sind aber drei Lokhälften, sonst waren es jeweils nur zwei.
Es wundert mich eh, dass diese Dreierloks offenbar keine eigene
Baureihenbezeichnung haben.
Ist auch keine reguläre Baureihe, sondern einfach eine Sektion einer
normalen 2er-WL80 umgekoppelt. Ist meist eine temporäre Angelegenheit.

Patrick
Helmut Uttenthaler
2006-10-05 15:39:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Nein, da gibt es keinen Ort. Die Station verdankt ihre Existenz ihrer
Lage auf der Passhöhe
...aha, daher die abgehängte Schiebelok beim dort von uns überholten
Güterzug.
Post by Patrick Bonacker
Ist auch keine reguläre Baureihe, sondern einfach eine Sektion einer
normalen 2er-WL80 umgekoppelt. Ist meist eine temporäre Angelegenheit.
Bei denen, die ich gesehen habe, sah der mittige Führerstand von aussen so
aus, als wäre er schon länger nicht mehr verwendet worden sein. Ein
Dauerprovisorium, das ganze?


--
LG

Helmut
Ulf Kutzner
2006-10-05 17:38:19 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Patrick Bonacker
Ist auch keine reguläre Baureihe, sondern einfach eine Sektion einer
normalen 2er-WL80 umgekoppelt. Ist meist eine temporäre Angelegenheit.
Bei denen, die ich gesehen habe, sah der mittige Führerstand von aussen so
aus, als wäre er schon länger nicht mehr verwendet worden sein. Ein
Dauerprovisorium, das ganze?
Unter Gleichstrom nennt man das WL-11 im Gegensatz zu WL-10. Wobei ich
nicht ausschließen kann, daß WL-11 gelegentlich auch mit zwei Sektionen
fahren.

Gruß, ULF
Patrick Bonacker
2006-10-09 22:59:38 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Thu, 05 Oct 2006 19:38:19 +0200, Ulf Kutzner
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Patrick Bonacker
Ist auch keine reguläre Baureihe, sondern einfach eine Sektion einer
normalen 2er-WL80 umgekoppelt. Ist meist eine temporäre Angelegenheit.
Bei denen, die ich gesehen habe, sah der mittige Führerstand von aussen so
aus, als wäre er schon länger nicht mehr verwendet worden sein. Ein
Dauerprovisorium, das ganze?
Ja, korrigiere mich, auch "Dauerprovisorium".
Übrigens widerspricht der Einsatz solcher Loks auf der BAM dem
Eindruck, die Strecke sei so schwach ausgeklastet, dass sie praktisch
kurz vor dem Aus stehe. Das war a) nie so schlimm, wie teilweise
dartgestellt, und b) jetzt erst recht nicht. Obwohl natürlich nicht
so, wie 1974 von der Propaganda ausgemalt ;-)
Post by Ulf Kutzner
Unter Gleichstrom nennt man das WL-11 im Gegensatz zu WL-10. Wobei ich
nicht ausschließen kann, daß WL-11 gelegentlich auch mit zwei Sektionen
fahren.
Ja, die WL-11 sind eigentlich auch Zweisektionslokomotiven, aber die
Mehrfachsteuerung (für 3 oder 4 Sektionen) war von vornherein
vorgesehen, im Gegensatz zur WL-10, wo sie nach und nach erst ab 1984
(?) nachgerüstet wurde.
Über die 11er wurde im Gegensatz zur 10er immer viel geschimft (vom
Personal).

Patrick
Helmut Uttenthaler
2006-10-03 20:43:35 UTC
Antworten
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[Webforumversion mit integrierten Bildern:
http://www.bahnnews-austria.at/forum/viewtopic.php?t=4697]


Montag 1. August 2005

Heute startet das Camp. Wann es genau losgehen soll, ist bei einer
Lagebesprechung um 10:00 noch unbekannt. Mit einem Schiff sollen wir ans
andere Ufer gebracht werden, doch wann das Schiff, das für uns gechartert
werden muss, jetzt fährt, weiss keiner so genau.

Aber das macht nichts, denn auf so etwas wurden wir vorbereitet. Von
„Baikalplan“ bekamen wir eine kleine Broschüre, die uns auf das Camp
vorbereiten sollte. Dort steht unter anderem zu Terminen und Organisation in
Russland: „Wenn eine bestimmte Aktion, z.B. die Abfahrt eines Busses mit
einer bestimmten Uhrzeit angekündigt wird, hat dies bestenfalls
orientierenden Charakter. Es kann genauso sein, dass der Bus mehrere Stunden
oder auch gar nicht kommen. Darauf sollte man sich einstellen.“

Also, wie gesagt, alles kein Problem. Wer sich auf zwei Wochen abseits der
Zivilisation in Sibirien einlässt, muss sich auf die ortsübliche
Organisation und Mentalität einstellen. Und es funktioniert eh alles, nur
halt eben ein bisschen anders als bei uns.

Wir haben also am Vormittag noch Zeit, um ein bisschen in Severobajkalsk
herumzuspazieren. Unweit unserer Unterkunft entdecken wir diese Tafel über
einer Strasse:
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„Die BAM arbeitet für Russland“

Nach dem Mittagessen geht es dann aber doch los. Wir packen unsere
Rucksäcke, Zelte, diverses Werkzeug und Essensvorräte (für zwei Wochen) in
eine gecharterte Marschrutka und werden zum Hafen gebracht.

Dort steht dieser Kahn für uns bereit:
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Nachdem alles umgeladen wurde, geht es dann los. Zu Beginn der gut 3 Stunden
drei Stunden dauernden Überfahrt haben wir einen guten Ausblick auf die
Bahnstrecke von Severobajkalsk ostwärts nach Nischneangarsk:
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Auf der Überfahrt kommt man sich vor wie am Meer, immerhin ist der Baikalsee
hier gut 40 Kilometer breit und aufgrund des Dunstes sieht man nicht ans
andere Ufer.

Schliesslich lassen sich Berge am Horizont ausmachen und einige Zeit später
haben wir dann unser Ziel erreicht. Ausser ein paar Wanderern mit Zelten
gibt es hier nichts:
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Hier ist unsere Gruppe erst vollständig, denn ein Teil der insgesamt 12
Campteilnehmer (davon 5 aus Russland, 4 aus Deutschland, 2 aus der Schweiz
und einer aus Österreich) ist schon seit dem Vortag hier.

Die nächsten zwei Wochen verbringen wir damit, den bestehenden Wanderweg zum
Frolicha-See (ein kleinerer See, 8 km vom Baikalsee entfernt)
instandzusetzen. Dabei ist allerdings auch genug Zeit für Erholung,
Wanderungen und Ausflüge.

Die Unterbringung findet in 2-Mann-Zelten statt, gekocht wird am offenen
Feuer und der Baikalsee ist Trinkwasserlieferant und Dusche. Ein echt tolles
Erlebnis, einzig die Gelsen sind manchmal etwas lästig. Dagegen muss man
halt gewappnet sein.

Die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Campteilnehmern
funktioniert auch recht gut, wir verstehen uns (grossteils) bestens
miteinander. Insgesamt ein sehr tolles Erlebnis, das ich keinesfalls missen
möchte.

Ausser uns gibt es noch ein paar andere Touristen, die sich hierher verirren
und im Gebiet des Frohlicha-Sees mehrtägige Wanderungen oder Kanu-Touren
machen. Deren Anzahl ist aber sehr überschaubar, denn so leicht kommt man
hierher nicht. Da es keinen linienmässigen Schiffsverkehr gibt, muss man
sich selbst um den Transport kümmern.

Eine Übersicht über die Ajaja-Bucht:
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Hinter der Bucht ist der Frohlicha-See zu erkennen.

Nachstehend ein paar Impressionen vom Baikalsee:


Dienstag 2. August 2005


Unser Zeltlager:
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Am Strand:
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An manchen Tagen hat sich das Wasser in der kleinen Bucht auf knapp 20 Grad
aufgeheizt, dann hat aber wieder eine kalte Strömung von draussen kaltes
Wasser in die Bucht gebracht. Wir waren aber trotzdem jeden Tag baden...
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So sieht das auf Google-Earth aus:
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Der Frohlicha-See:
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Nochmal unser Strand:
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Mittwoch 3. August 2005


Abendstimmung:
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Donnerstag 4. August 2005


Zwei weitere Tagesrandfotos:
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Dienstag 9. August 2005


Während der zwei Wochen stand auch ein zweitägiger Ausflug zu den heissen
Quellen nach Chakusy, ca. 15 Kilometer südlich der Ajaja-Bucht, auf dem
Programm.
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Mittwoch 10. August 2005


Das Wetter war hier ausnahmsweise schlecht, bei dem nasskalten Wetter war
das Bsd im 45 Grad heissen Mineralwasser gerade das richtige. Irgendwann hat
es dann doch aufgehört zu regnen, Nebel hat aber noch das Baikalseeufer
bedeckt:
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Die ersten Sonnenstrahlen am Horizont – die Luft ist klar, und so sieht man
sogar ans andere Ufer:
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Donnerstag 11. August 2006


Am nächsten Morgen haben sich die restlichen Wolken verzogen:
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Sonntag 14. August 2006


Heute geht es zurück in die Zivilisation – Abschied von der Ajaja-Bucht:
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Am frühen Abend nähern uns Severobajkalsk und somit der Eisenbahn. Und wir
haben sogar das Glück, einen Zug zu erwischen: Nachtzug 956 von
Severobajkalsk nach Novaja Tschara.
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Ein Gruppenbild der Campteilnehmer darf natürlich nicht fehlen.
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Mit dem im Hintergrund sichtbaren Bus werden wir dann zu einem kleinen
privaten Hotel in einem Vorort von Severobajkalsk gebracht. Nach zwei Tagen
in der Wildnis tut ein bisschen Komfort (kein Luxus, aber z.B. fliessendes
warmes Wasser) doch ganz gut.


Fortsetzung folgt.
Matthias Bacher
2006-10-04 19:06:59 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.bahnnews-austria.at/forum/viewtopic.php?t=4697]
Warum nicht im DSO-Forum? Haben die doch ein Problem damit?
Post by Helmut Uttenthaler
Montag 1. August 2005
Heute startet das Camp. Wann es genau losgehen soll, ist bei einer
Lagebesprechung um 10:00 noch unbekannt. Mit einem Schiff sollen wir ans
andere Ufer gebracht werden, doch wann das Schiff, das für uns gechartert
werden muss, jetzt fährt, weiss keiner so genau.
Danke für den und die anderen Teile des wunderbaren Reiseberichte! Ich
freu mich sehr über die wunderschönen Landschafts- und Leutefotos! Hast
du während der Reise bis dahin keine oder kaum Landschaftsfotos gemacht,
oder enthältst du sie uns nur vor weil das ein Eisenbahnreisebericht ist?
Wenns welche gibt? Kann man die vieleicht irgendwo im Web anschaun?

Vielen Dank!
Matthias
Helmut Uttenthaler
2006-10-04 19:20:57 UTC
Antworten
Permalink
Post by Matthias Bacher
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.bahnnews-austria.at/forum/viewtopic.php?t=4697]
Warum nicht im DSO-Forum? Haben die doch ein Problem damit?
Nein, dort gibt es auch Teil 9. Habe diesmal irrtümlich nicht auf das
DSO-Forum verwiesen.

Den RB poste ich ausserhalb des Usenets (a.v.b. und d.e.b.m.) auch auf DSO,
dem EBFÖ und dem BNA-Forum. Wahrscheinlich stelle ich ihn auch noch ins
Interrailer-Forum.
Post by Matthias Bacher
Danke für den und die anderen Teile des wunderbaren Reiseberichte! Ich
freu mich sehr über die wunderschönen Landschafts- und Leutefotos!
Hast du während der Reise bis dahin keine oder kaum Landschaftsfotos
gemacht, oder enthältst du sie uns nur vor weil das ein
Eisenbahnreisebericht ist? Wenns welche gibt? Kann man die vieleicht
irgendwo im Web anschaun?
Andere Landschaftsfotos habe ich natürlich gemacht, wenn auch während der
Bahnfahrt nicht so viele. Manche tauchen eh im RB auf, gehen aber wegen der
vielen Bahnfotos eher unter. Werde schauen was ich noch so habe und ggf. die
Links zusammensuchen.
Auch Leutefotos gibt es noch mehr, mal schauen, welche davon
veröffentlichungsfähig sind ;-)



--
LG

Helmut
Matthias Bacher
2006-10-04 20:15:04 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Matthias Bacher
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.bahnnews-austria.at/forum/viewtopic.php?t=4697]
Warum nicht im DSO-Forum? Haben die doch ein Problem damit?
Nein, dort gibt es auch Teil 9. Habe diesmal irrtümlich nicht auf das
DSO-Forum verwiesen.
Ich habs im DSO Forum auch nicht gesehen da ja scheinbar am Forum
gearbeitet wird.
Post by Helmut Uttenthaler
Den RB poste ich ausserhalb des Usenets (a.v.b. und d.e.b.m.) auch auf DSO,
dem EBFÖ und dem BNA-Forum. Wahrscheinlich stelle ich ihn auch noch ins
Interrailer-Forum.
Gut! Dann kriegen ihn möglichst viele Leute zu lesen :)

Kleine OT-Bemerkung am Rande: Wenigstens kann man bei dir die Fotos
anschaun, was ja bei den meisten Postings im EBFÖ für nicht-Mitglieder
nicht der Fall ist! :-(
Übrigens find ich es eine Frechheit einerseits die Bilder nur für
registrierte User sichtbar zu machen und andererseits jeden User der
nicht alle X-Monate postet zu löschen!
Neuerdings kann man das Top-Aktuell-Board auch nicht mehr besuchen!?!
Also alles in allem, auch aufgrund des Niveaus das manchmal herrscht ist
das EFBÖ-Forum für mich echt gestorben.
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Matthias Bacher
Danke für den und die anderen Teile des wunderbaren Reiseberichte! Ich
freu mich sehr über die wunderschönen Landschafts- und Leutefotos!
Hast du während der Reise bis dahin keine oder kaum Landschaftsfotos
gemacht, oder enthältst du sie uns nur vor weil das ein
Eisenbahnreisebericht ist? Wenns welche gibt? Kann man die vieleicht
irgendwo im Web anschaun?
Andere Landschaftsfotos habe ich natürlich gemacht, wenn auch während der
Bahnfahrt nicht so viele. Manche tauchen eh im RB auf, gehen aber wegen der
vielen Bahnfotos eher unter. Werde schauen was ich noch so habe und ggf. die
Links zusammensuchen.
Auch Leutefotos gibt es noch mehr, mal schauen, welche davon
veröffentlichungsfähig sind ;-)
Supi:)

mfg Matthias
Helmut Uttenthaler
2006-10-04 21:02:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Matthias Bacher
Post by Helmut Uttenthaler
Nein, dort gibt es auch Teil 9. Habe diesmal irrtümlich nicht auf das
DSO-Forum verwiesen.
Ich habs im DSO Forum auch nicht gesehen da ja scheinbar am Forum
gearbeitet wird.
Guckst du hier:
http://drehscheibe.ist-im-web.de/forum/list.php?30
Hier sind alle aktuellen Beitröge, unter dem alten Link hört es irgendwann
vorgestern auf mit neuen Beiträgen.
Post by Matthias Bacher
Post by Helmut Uttenthaler
Den RB poste ich ausserhalb des Usenets (a.v.b. und d.e.b.m.) auch
auf DSO, dem EBFÖ und dem BNA-Forum. Wahrscheinlich stelle ich ihn
auch noch ins Interrailer-Forum.
Gut! Dann kriegen ihn möglichst viele Leute zu lesen :)
Kleine OT-Bemerkung am Rande: Wenigstens kann man bei dir die Fotos
anschaun, was ja bei den meisten Postings im EBFÖ für nicht-Mitglieder
nicht der Fall ist! :-(
Übrigens find ich es eine Frechheit einerseits die Bilder nur für
registrierte User sichtbar zu machen und andererseits jeden User der
nicht alle X-Monate postet zu löschen!
Neuerdings kann man das Top-Aktuell-Board auch nicht mehr besuchen!?!
Also alles in allem, auch aufgrund des Niveaus das manchmal herrscht
ist das EFBÖ-Forum für mich echt gestorben.
Naja, ich lese und schreibe halt ab uns zu mit, weil es dort echt oft
Informationen gibt (z.B. über den Fahrplanwechsel), die ich woanders nicht
finde. Es schreiben immerhin auch ÖBBler aus der PV-Angebotsplanung mit,
einen kenne ich sogar IRL. Ist dann eigenartig, wenn man IRL per Sie ist, im
Internet aber per du...
Viele Diskussionen dort sind aber in der Tat absolut verzichtbar...



--
LG

Helmut
Ulf Kutzner
2006-10-05 09:09:28 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Am frühen Abend nähern uns Severobajkalsk und somit der Eisenbahn. Und wir
haben sogar das Glück, einen Zug zu erwischen: Nachtzug 956 von
Severobajkalsk nach Novaja Tschara.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/VL80/03_061.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/03_062.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/03_063.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/03_066.jpg
Seltsame Zugnummer. Ist das da am Ufer ohne Tunnel auch eine Bahntrasse?

Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-10-05 11:24:47 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Am frühen Abend nähern uns Severobajkalsk und somit der Eisenbahn.
Und wir haben sogar das Glück, einen Zug zu erwischen: Nachtzug 956
von Severobajkalsk nach Novaja Tschara.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/VL80/03_061.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/03_062.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/03_063.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/03_066.jpg
Seltsame Zugnummer.
Du meinst, es fehlt der Güterwagen, dann würde es passen?
Der Zug heisst mittlerweile aber eh 655/656, gefällt dir das besser? ;-)
Post by Ulf Kutzner
Ist das da am Ufer ohne Tunnel auch eine
Bahntrasse?
Ja, das war eine provisorische Trasse, die aber - so wie ich das mitbekommen
habe - nur zum Materialtransport beim Bau der eigentlichen Trasse verwendet
wurde.



--
LG

Helmut
Patrick Bonacker
2006-10-05 12:39:49 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Thu, 5 Oct 2006 13:24:47 +0200, "Helmut Uttenthaler"
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Ulf Kutzner
Ist das da am Ufer ohne Tunnel auch eine
Bahntrasse?
Ja, das war eine provisorische Trasse, die aber - so wie ich das mitbekommen
habe - nur zum Materialtransport beim Bau der eigentlichen Trasse verwendet
wurde.
Genau, beim Bau der vier "Baikal-Vorgebirgstunnel" (Myssowyje
tonneli). Umgehungstrassen gab's ja auch beim Bau der meisten anderen
BAM-Tunnel (Baikal, Kodar, Seweromujsk - dort ja sehr lange bzw. bis
heute neben dem Tunnel regulär in Betrieb, und Nagornyj an der
"Kleinen BAM"). Nur der Dusse-Alin-Tunnel (östliche BAM) hatte keine
Umgehungsstrecke, aber der stammt ja ursprünglich noch aus der Zeit
des ersten Versuches (was diesen Teil betrifft) des BAM-Baus, ca.
1950.

Patrick
Helmut Uttenthaler
2006-10-05 15:36:34 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Genau, beim Bau der vier "Baikal-Vorgebirgstunnel" (Myssowyje
tonneli). Umgehungstrassen gab's ja auch beim Bau der meisten anderen
BAM-Tunnel (Baikal, Kodar, Seweromujsk - dort ja sehr lange bzw. bis
heute neben dem Tunnel regulär in Betrieb,
Weisst du warum?

Laut http://www.transsib.ru/way-bam2.htm fahren die Züge dort wie folgt:

Рабочие поезда идут только по обходу, грузовые - по обходу и через
Северомуйский тоннель, пассажирские - только через тоннель

Da stellt sich erst mal die Frage, was mit "Рабочие поезда" gemeint ist.
Sind das Regionalzüge wie in Severobajkalsk? Gibt es Ortschaften an der
alten Strecke, die von diesen bedient werden wollen?
Und warum fahren Güterzüge über den Berg? Reicht die Streckenkapazität im
Tunnel nicht aus?

Laut http://www.transsib.ru/way-muya.htm sind es übrigens nur Рабочие
поезда, die die Bergstrecke befahren.

Mir stellt sich halt die Frage, warum man den Betrieb auf der Bergstrecke
noch aufrechterhält....


Ich meine, die Umgehunsstrecke auf Google Earth entdeckt zu haben: 56 Grad
11 Min Nord, 113 Grad 31 Min Ost. Die Schleifen schauen ja echt spektakulär
aus, schade dass der Fernverkehr da nicht mehr drüberfährt....



--
LG

Helmut
Patrick Bonacker
2006-10-09 23:30:41 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Thu, 5 Oct 2006 17:36:34 +0200, "Helmut Uttenthaler"
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Patrick Bonacker
Genau, beim Bau der vier "Baikal-Vorgebirgstunnel" (Myssowyje
tonneli). Umgehungstrassen gab's ja auch beim Bau der meisten anderen
BAM-Tunnel (Baikal, Kodar, Seweromujsk - dort ja sehr lange bzw. bis
heute neben dem Tunnel regulär in Betrieb,
Weisst du warum?
??????? ?????? ???? ?????? ?? ??????, ???????? - ?? ?????? ? ?????
????????????? ???????, ???????????? - ?????? ????? ???????
Da stellt sich erst mal die Frage, was mit "??????? ??????" gemeint ist.
Sind das Regionalzüge wie in Severobajkalsk? Gibt es Ortschaften an der
alten Strecke, die von diesen bedient werden wollen?
Und warum fahren Güterzüge über den Berg? Reicht die Streckenkapazität im
Tunnel nicht aus?
Laut http://www.transsib.ru/way-muya.htm sind es übrigens nur ???????
??????, die die Bergstrecke befahren.
Mir stellt sich halt die Frage, warum man den Betrieb auf der Bergstrecke
noch aufrechterhält....
Ich sehe, wie du siehst, hier nur Fragezeichen, habe aber auf der
Seite (wieder mal ;-) nachgelesen.

Nein, ich weiß auch nur, was dort steht, keine Hintergründe. Da die
Strecke sonst ja auch nur eingleisig ist, kann ich mir keinen Grund
für einen Kapazitätsengpass durch den Tunnel vorstellen. Und die 17 km
zwischen den nächsten Ausweichstellen beiserseits des Tunnels (Itykit
und Okussikan) sind nach BAM-Massstab eher wenig.

Die genannten "Arbeitszüge" stehen m. W. in gar keinem regulären
(öffentlichen) Fahrplan, sondern fahren eher sporadisch, und
eigentlich nur für Bahnangestellte.

Die Umgehungsstrecke mit den Spitzkehren ist übrigens die zweite, die
errichtet wurde, als man sich Ende der 80er darüber klar wurde, dass
der Tunnel erst in vielen Jahren fertig sein würde, man den regulären
Betrieb aber trotzdem aufnehmen wollte. Die erste, wohl schon 1984
fertige war kürzer, daher noch bedeutend steiler und nur mit jeweils
ein paar Wagen befahrbar.

Ein geniales Foto von der Umgehungssstrecke (aus der Zeit vor der
Elektrifizierung, und sie ist nicht überall zweigleisig!) übrigens
hier: http://www.photoline.ru/photo/1130929736
Post by Helmut Uttenthaler
Ich meine, die Umgehunsstrecke auf Google Earth entdeckt zu haben: 56 Grad
11 Min Nord, 113 Grad 31 Min Ost. Die Schleifen schauen ja echt spektakulär
aus, schade dass der Fernverkehr da nicht mehr drüberfährt....
Jo, leider nicht in der maximalen Auflösung, wie verschiedenen
BAM-Abschnitte bei Bratsk oder am Baikal-Nordufer usw.

Patrick
Helmut Uttenthaler
2006-10-09 23:45:30 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Ich sehe, wie du siehst, hier nur Fragezeichen, habe aber auf der
Seite (wieder mal ;-) nachgelesen.
Hmm, mein Newsreader zeigt zumindest in meinem ursprünglichen Posting die
kyrillischen Zeichen korrekt an.
Post by Patrick Bonacker
Die Umgehungsstrecke mit den Spitzkehren
Spitzkehre? So wie bei den Andenbahnen in Südamerika mit
Fahrtrichtungswechsel??? Würde mich jetzt wundern...
Post by Patrick Bonacker
ist übrigens die zweite, die
errichtet wurde, als man sich Ende der 80er darüber klar wurde, dass
der Tunnel erst in vielen Jahren fertig sein würde, man den regulären
Betrieb aber trotzdem aufnehmen wollte. Die erste, wohl schon 1984
fertige war kürzer, daher noch bedeutend steiler und nur mit jeweils
ein paar Wagen befahrbar.
Auch interessant!
Post by Patrick Bonacker
Ein geniales Foto von der Umgehungssstrecke (aus der Zeit vor der
Elektrifizierung, und sie ist nicht überall zweigleisig!) übrigens
hier: http://www.photoline.ru/photo/1130929736
Ja, sieht nett aus.
Post by Patrick Bonacker
56 Grad 11 Min Nord, 113 Grad 31 Min Ost. Die Schleifen schauen ja
echt spektakulär aus, schade dass der Fernverkehr da nicht mehr
drüberfährt....
Jo, leider nicht in der maximalen Auflösung,
Wird wahrscheinlich im Laufe der Zeit noch kommen....


--
LG

Helmut
Patrick Bonacker
2006-10-10 00:07:17 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Tue, 10 Oct 2006 01:45:30 +0200, "Helmut Uttenthaler"
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Patrick Bonacker
Ich sehe, wie du siehst, hier nur Fragezeichen, habe aber auf der
Seite (wieder mal ;-) nachgelesen.
Hmm, mein Newsreader zeigt zumindest in meinem ursprünglichen Posting die
kyrillischen Zeichen korrekt an.
Ja, liegt an meinem.
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Patrick Bonacker
Die Umgehungsstrecke mit den Spitzkehren
Spitzkehre? So wie bei den Andenbahnen in Südamerika mit
Fahrtrichtungswechsel??? Würde mich jetzt wundern...
Nein, Fehler meinerseits, Schleifen natürlich.

Patrick
Ulf Kutzner
2006-10-10 13:52:26 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Die Umgehungsstrecke mit den Spitzkehren ist übrigens die zweite, die
errichtet wurde, als man sich Ende der 80er darüber klar wurde, dass
der Tunnel erst in vielen Jahren fertig sein würde, man den regulären
Betrieb aber trotzdem aufnehmen wollte. Die erste, wohl schon 1984
fertige war kürzer, daher noch bedeutend steiler und nur mit jeweils
ein paar Wagen befahrbar.
Hast Du maximale Neigungswerte? An die ist offenbar nur schwer
heranzukommen, auch zu den Karpatenstrecken fand ich nichts.

Gruß, ULF
Patrick Bonacker
2006-10-10 18:22:30 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Tue, 10 Oct 2006 15:52:26 +0200, Ulf Kutzner
Post by Ulf Kutzner
Post by Patrick Bonacker
Die Umgehungsstrecke mit den Spitzkehren ist übrigens die zweite, die
errichtet wurde, als man sich Ende der 80er darüber klar wurde, dass
der Tunnel erst in vielen Jahren fertig sein würde, man den regulären
Betrieb aber trotzdem aufnehmen wollte. Die erste, wohl schon 1984
fertige war kürzer, daher noch bedeutend steiler und nur mit jeweils
ein paar Wagen befahrbar.
Hast Du maximale Neigungswerte? An die ist offenbar nur schwer
heranzukommen, auch zu den Karpatenstrecken fand ich nichts.
Naja, so schlimm ist es nun auch wieder nicht, da können deutsche
Strecken auch mithalten ;-) Aber für die Züge, die auf der BAM
ansonsten fahren (auch die Personenzüge haben ja > 10 Wagen), war es
schon hart bis unmöglich.

Die zweite Umgehung hat max. 18 Promille, die erste hatte 40 Promille
praktisch durchgehend auf jeweils ca. 10 km, sowohl Nord- als auch
Südrampe. Die Passhöhe liegt bei ca. 1150 m, die Talsohle des
Angarakan im Norden bei ca. 800 m, die des Mujakan im Süden unter 700
m.

Personenverkehr auf 40 o/oo ist in Russland generell nicht erlaubt
(AFAIK).

Gruß,
Patrick
Ulf Kutzner
2006-10-11 14:56:45 UTC
Antworten
Permalink
Moin,
Post by Patrick Bonacker
Die zweite Umgehung hat max. 18 Promille, die erste hatte 40 Promille
praktisch durchgehend auf jeweils ca. 10 km, sowohl Nord- als auch
Südrampe.
Nett, das entspricht ungefähr den Pyrenäenbahnen.
Post by Patrick Bonacker
Personenverkehr auf 40 o/oo ist in Russland generell nicht erlaubt
(AFAIK).
Schade eigentlich.

Gruß, ULF
Frank Spreer
2006-10-10 14:26:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Ein geniales Foto von der Umgehungssstrecke (aus der Zeit vor der
Elektrifizierung, und sie ist nicht überall zweigleisig!) übrigens
hier: http://www.photoline.ru/photo/1130929736
Aufgenommen am 2.November.
Wie siehts da erst im Februar aus? Fährt/fuhr man dort eigentlich
ganzjährig?

Frank
Patrick Bonacker
2006-10-10 18:02:17 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Tue, 10 Oct 2006 16:26:01 +0200, Frank Spreer
Post by Frank Spreer
Post by Patrick Bonacker
Ein geniales Foto von der Umgehungssstrecke (aus der Zeit vor der
Elektrifizierung, und sie ist nicht überall zweigleisig!) übrigens
hier: http://www.photoline.ru/photo/1130929736
Aufgenommen am 2.November.
Nein, das ist nur das Einstellungsdatum des Bildes nach photoline.ru.
Es ist viel älter, von Ende der 1980er, da die Umgehungsstrecke 1989
gleich elektrifiziert in den regulären Betrieb genommen wurde (genauer
wusste es der Autor auch nicht mehr). Evtl. ist dies sogar die alte,
erste Umgehungsstrecke.
Post by Frank Spreer
Wie siehts da erst im Februar aus? Fährt/fuhr man dort eigentlich
ganzjährig?
Ja, ganzjährig, aber Schnee ist dort eher kein Problem, da nicht sehr
viel fällt. Nur die Temperatur.

Z. Zt. sind dort (Seweromujsk) gerade -17 Grad (dort ist ja Nacht),
und für morgen rechnet man mit -9 Grad Tagestemperatur, siehe
http://rp5.ru/town.php?id=7381

Die Januar_mittel_temperatur in Uakit (80 km entfernt) ist -29, ein
paar 100 km weiter östlich, in Tschara -33.

Sibirien halt.

Nun baut man ja die Strecke nach Jakutsk, da ist das Januarmittel
-43... (bzw. baut man gerade nicht, aber halbfertig ist sie, bis
Tommot, Helmut hat den Zug bzw. Kurswagen dorthin ja erwähnt).

Patrick
Frank Spreer
2006-10-10 18:49:18 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Post by Frank Spreer
Post by Patrick Bonacker
Ein geniales Foto von der Umgehungssstrecke (aus der Zeit vor der
Elektrifizierung, und sie ist nicht überall zweigleisig!) übrigens
hier: http://www.photoline.ru/photo/1130929736
Aufgenommen am 2.November.
Nein, das ist nur das Einstellungsdatum des Bildes nach photoline.ru.
So gut ist mein russisch nach 18 Jahren Abstinenz nicht mehr :-(
Post by Patrick Bonacker
Es ist viel älter, von Ende der 1980er, da die Umgehungsstrecke 1989
gleich elektrifiziert in den regulären Betrieb genommen wurde (genauer
wusste es der Autor auch nicht mehr). Evtl. ist dies sogar die alte,
erste Umgehungsstrecke.
Müßte man sich mal vor Ort ansehen, die Berge sehen ja auch ganz
interessant aus...
Kann/darf man die Gegend eigentlich außerhalb der Bahnstrecken
"bereisen"?
Post by Patrick Bonacker
Post by Frank Spreer
Wie siehts da erst im Februar aus? Fährt/fuhr man dort eigentlich
ganzjährig?
Ja, ganzjährig, aber Schnee ist dort eher kein Problem, da nicht sehr
viel fällt. Nur die Temperatur.
Ja, klar, Kontinentalklima.
Post by Patrick Bonacker
Z. Zt. sind dort (Seweromujsk) gerade -17 Grad (dort ist ja Nacht),
und für morgen rechnet man mit -9 Grad Tagestemperatur, siehe
http://rp5.ru/town.php?id=7381
Die Januar_mittel_temperatur in Uakit (80 km entfernt) ist -29, ein
paar 100 km weiter östlich, in Tschara -33.
Kuschelige Temperaturen, aber aushaltbarer wie hier -5°, weil
knochentrockene Luft.
Post by Patrick Bonacker
Sibirien halt.
Jep.
Post by Patrick Bonacker
Nun baut man ja die Strecke nach Jakutsk, da ist das Januarmittel
-43... (bzw. baut man gerade nicht, aber halbfertig ist sie, bis
Tommot, Helmut hat den Zug bzw. Kurswagen dorthin ja erwähnt).
Irgendwann werden sie wohl auch die Polareisenbahn bauen.

Frank
Patrick Bonacker
2006-10-10 21:30:31 UTC
Antworten
Permalink
Hallo,

on Tue, 10 Oct 2006 20:49:18 +0200, Frank Spreer
<***@gmx.net> wrote:

[BAM]
Post by Frank Spreer
Müßte man sich mal vor Ort ansehen, die Berge sehen ja auch ganz
interessant aus...
Kann/darf man die Gegend eigentlich außerhalb der Bahnstrecken
"bereisen"?
Ja, logo.
Es ist definitiv kein "gesperrtes" Gebiet.

Aber man muss schon etwas härter im Nehmen sein,
"Bequem-und-Genuss-Hüttentour" ist nicht - schon mangels Hütten. Für
mindestens 1-2 Wochen sollte man seine Verpflegung und Ausrüstung
schon selber mitschleppen können.

Klassiker ist das Kodargebirge. Das ist sehr gut zugänglich, auf einer
einwöchigen Tour kann man schon einiges sehen, zB den höchsten Berg
des ganzen BAM-Einzugsgebietes, den 3073 m hohen - nomen est omen -
Pik BAM (bis oben rauf ist schwer, siehe zB
http://www.skitalets.ru/mountain/2004/kodar_kamkov/index.htm
http://www.skitalets.ru/mountain/2004/kodar_ivanova/index.htm
(man beachte auch die mehrere km2 großen Dünen - "Sandwüste" mitten in
Sibirien - ganz in der Nähe der Station Nowaja Tschara:
Loading Image...)
http://www.skitalets.ru/mountain/2005/zabaikal_nazarov/index.htm
alles natürlich russisch, aber mit Bildern, teils ganz unten).
Da gibt es in den Tälern sogar teilweise Wege.

Zugang von Nowaja Tschara, BAM-km 1719 (oder keineren Stationen
westlich davon: Kodar, Leprindo, Sallikit).

Völlig unwegsam dagegen der Zugang zum Süd-Muja-Gebirge
(Jushno-Mujskij chrebet), ist erst seit den 1990ern populär (besonders
seit man die Höhenangabe des höchsten Berges Mujskij Gigant von 2721 m
auf 3067 m korrigiert hat -> Erstbesteigung erst 1993). Da muss man
_mindestems_ zwei-drei Wochen einplanen.

Zugang von Taksimo (BAM-km 1469 = ca. 100 km östlich des Seweromujsker
Tunnels), bis zum richtigen Gebirge sind's so 50 - praktisch weglose -
Kilometer. Generelles Problem: man hat sehr wenig Zeit. Im Juni taut
der Schnee noch, die Flüsse führen Hochwasser (das 10-20fache des
monatlichen Durchschnitts) und man kommt schwer rüber. Brücken gibts
ja nicht. Juli ist der Monat der Wahl (aber leider auch einer der
regen- und mückenreichsten...). Im August sind schon wieder Frost und
Neuschnee angesagt; geht aber noch.

(Auch) Bilder hier:
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?83 (Links auf Fotos
in einer Spalte)
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?201 (Links auf Fotos
im Text; inkl Besteigung des Mujskij Gigant)
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?218
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?480
(inkl. viel Schnee am 9. August
Loading Image...)

Ich denke, mehr als ein paar Dutzend Leute sind da in keinem Sommer
unterwegs.

Überflüssig zu erwähnen, dass es auch Leute gibt, die da im Winter
mehrwöchige Skitouren (zB 369 km lang:
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?404, keine Fotos)
machen. Brrr.

Leider alles nur erlesen; aber irgendwann fahre ich mal hin... wenn
meine Familie mich lässt - oder mitkommt ;-) Aber definitiv im Sommer.

(am Baikal + im Altai war ich aber schon)

So, genug OT...

[...]
Post by Frank Spreer
Irgendwann werden sie wohl auch die Polareisenbahn bauen.
Ja. Es gibt gerade wieder mal halbwegs konkrete Pläne, am östlichen
Uralrand entlang nach Norden bis Labytnangi (durt Anschluss an
bestehende Strecke) am Westufer des Ob zu bauen, dann quer durch bis
Norilsk; im Prinzip auf der unter Stalin halb fertiggestellten Trasse.
Inkl. Brücken über Ob und Jenissej.

Könnte sich sogar lohnen, wg. Öl/Gas in Westsibirien und Nickel usw.
in Norilsk. Noch weiter nach Osten ist Utopie.

Patrick
Frank Spreer
2006-10-11 17:00:26 UTC
Antworten
Permalink
Post by Patrick Bonacker
[BAM]
Post by Frank Spreer
Müßte man sich mal vor Ort ansehen, die Berge sehen ja auch ganz
interessant aus...
Kann/darf man die Gegend eigentlich außerhalb der Bahnstrecken
"bereisen"?
Ja, logo.
Es ist definitiv kein "gesperrtes" Gebiet.
Das hört sich schon mal gut an.
Post by Patrick Bonacker
Aber man muss schon etwas härter im Nehmen sein,
Ja, logo ;-)
Post by Patrick Bonacker
"Bequem-und-Genuss-Hüttentour" ist nicht - schon mangels Hütten. Für
mindestens 1-2 Wochen sollte man seine Verpflegung und Ausrüstung
schon selber mitschleppen können.
So hab ichs mir vorgestellt.

...
Post by Patrick Bonacker
Kodargebirge.
Süd-Muja-Gebirge
...
Post by Patrick Bonacker
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?83 (Links auf Fotos
in einer Spalte)
usw
Danke für die vielen Links!
Post by Patrick Bonacker
Ich denke, mehr als ein paar Dutzend Leute sind da in keinem Sommer
unterwegs.
hört sich noch besser an.
Post by Patrick Bonacker
Überflüssig zu erwähnen, dass es auch Leute gibt, die da im Winter
http://www.tourism.ru/phtml/users/get_report.php?404, keine Fotos)
machen. Brrr.
Das tut nich not!
Post by Patrick Bonacker
Leider alles nur erlesen; aber irgendwann fahre ich mal hin... wenn
meine Familie mich lässt - oder mitkommt ;-) Aber definitiv im Sommer.
Winter ist mir hier schon schlimm genug.
Tja, und das irgendwann...
Langsam muß ich mich da beeilen, man wird nicht jünger. Ich sollte
meine Russischkenntnisse langsam wieder aufwärmen.
Post by Patrick Bonacker
So, genug OT...
Aber schön OT!
Post by Patrick Bonacker
[...]
Post by Frank Spreer
Irgendwann werden sie wohl auch die Polareisenbahn bauen.
Ja. Es gibt gerade wieder mal halbwegs konkrete Pläne, am östlichen
Uralrand entlang nach Norden bis Labytnangi (durt Anschluss an
bestehende Strecke) am Westufer des Ob zu bauen, dann quer durch bis
Norilsk; im Prinzip auf der unter Stalin halb fertiggestellten Trasse.
Inkl. Brücken über Ob und Jenissej.
Gestern lief mir der über den Weg:
http://www.aktuell.ru/russland/news/rzd_prueft_bau_neuer_polar_eisenbahn_11416.html

Ist aber auch schon ein Jahr her.
Post by Patrick Bonacker
Könnte sich sogar lohnen, wg. Öl/Gas in Westsibirien und Nickel usw.
in Norilsk. Noch weiter nach Osten ist Utopie.
Beringstraßentunnel? :)

Frank

Mathias Boelckow
2006-10-10 22:17:36 UTC
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Post by Frank Spreer
Post by Patrick Bonacker
Die Januar_mittel_temperatur in Uakit (80 km entfernt) ist -29, ein
paar 100 km weiter östlich, in Tschara -33.
Kuschelige Temperaturen, aber aushaltbarer wie hier -5°, weil
knochentrockene Luft.
Aber versuch mal technisches Gerät für Temperaturen unter -40°C zu
bekommen! Dichtungen, Öle. Selbst Stahl dürfte schon viel spröder
sein. Elektronik packt man wohl am besten in eine Kiste mit einer
Heizung dran und schaltet erst bei erreichen der spezifizierten
Temperatur ein.

Gruß, Mathias Bölckow
Ulf Kutzner
2006-10-05 17:44:17 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Am frühen Abend nähern uns Severobajkalsk und somit der Eisenbahn.
Und wir haben sogar das Glück, einen Zug zu erwischen: Nachtzug 956
von Severobajkalsk nach Novaja Tschara.
Seltsame Zugnummer.
Du meinst, es fehlt der Güterwagen, dann würde es passen?
Der Zug heisst mittlerweile aber eh 655/656, gefällt dir das besser? ;-)
Das ist dann ein regulärer Fernzug örtlicher Bedeutung.

Bin aber schon in Portugal auf Breitspur mit ein bis zwei
Schindler-Wagen und ca. 20 Güterzugwagen gefahren, war lustig.

Gruß, ULF
Helmut Uttenthaler
2006-10-04 21:32:11 UTC
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Montag 15. August 2005


Heute kommen meine Mitreisenden für die weiteren Reiseetappen an. Anja,
Doreen, Veronika und Florian kommen mit Zug 76 aus Moskau an, Ankunft ist um
11:50 Ortszeit.

Am Vormittag schauen wir noch schnell in ein Internetcafe, danach geht es
zum Bahnhof. Dort ist vor kurzem die WL60-1510 mit der aus zwei Wagen
bestehenden „Regionalbahn“ 5406 aus Kirenga angekommen:
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Am Hausbahnsteig steht Zug 91 nach Moskau zur Abfahrt um 11:54 (6:54 MZ)
bereit, hier der Halbbuffetwagen:
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In diesem Wagen sind 4 T4-Abteile (Kupe), sowie eine Küche mit kleinem
Speiseraum (Stehtische, manchmal mit Hocker zum Sitzen) untergebracht. Es
gibt Selbstbedienung, aber trotzdem auch warme Mahlzeiten.

Zug 76 kommt mit 9 Minuten Verfrühung an, er wird von der WL80-1698 mit der
Aufschrift „30 Jahre BAM“ gezogen. Leider hat es gerade angefangen zu
regnen, daher der Tropfen auf dem Bild:
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Meine Leute finde ich schnell und Oliver ist so nett, noch ein Gruppenbild
zu machen:
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(v.l.n.r.: Anja aus Trier, Doreen aus München, meine Wenigkeit, Florian aus
Frankfurt(M) und Veronika aus Wien).

Nach unserem Treffen in Passau Ende Mai (wir haben uns ja alle erst über
Internet kennengelernt) ist das nun das zweite Mal, dass wir uns sehen.

Wir machen uns mittels Marschrutka auf dem Weg in den Vorort Zaretschnyj
(übersetzt: „Jenseits des Flusses“), wo sich unser kleines Hotel, das
Gästehaus „Sadko“, befindet:
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Während die Neuankömmlinge es sich mal häuslich einrichten, machen Oliver
und ich uns wieder auf dem Weg nach Severobajkalsk. In der Schule für
Ökologie und Tourismus findet eine kleine Nachbesprechung unseres Camps
statt. Danach zieht es uns wieder zum Bahnhof, wo wir noch ein bisschen
fotografieren.

Offenbar ein Messwagen:
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Rechtzeitig für die WL80-1777 kommt gerade die Sonne raus:
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Nahverkehr in Severobajkalsk – „S-Bahn“ 5405 nach Kirenga, bestehend aus
einem Kupe- und einem Platskartnyj-Waggon:
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Die kleine Schwester der achtachsigen Doppellok WL80 – die sechsachsige
WL60-1738:
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In der Ukraine ist mir letztens auch eine WL40 untergekommen, eine richtige
Mini-Lok fast wie in Europa... hat es die schon immer gegeben, oder sind die
alle aus Umbau aus WL80-Hälften entstanden?

Fotos davon gibt es hier:
http://www.parovoz.com/newgallery/index.php?CATEG=ELEC&REGION=&TAKENON=&AUTH
OR=&DESCR=VL40&SHOW_ALL=1&HOWMANY=44&LNG=EN&NO_ICONS=0

Hier noch mal die WL60 und der Regionalzug nach Kirenga:
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Bahnhof Severobajkalsk:
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Den Zwei-Wagen-Regionalzug bespannt aber nicht, wie wir erwartet haben, die
WL60. Nein, für so einen Zug, muss schon eine WL80 her...
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Hier noch mal die WL80-1777 und ein Turmwagen:
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Als wir dann zurück zur Marschutka-Haltestelle gehen, kommen uns meine Leute
entgegen, so dass ich beschliesse, mit denen noch mit zum Baikalsee zu
gehen. Auf dem Rückweg von dort fotografiere ich noch ein bisschen vom
Fussgängerübergang aus.
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Mit Regenbogen:
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Am Hausbahnsteig ist gerade der im Sommer einmal wöchentlich verkehrende Zug
220 aus Anapa eingetroffen, planmässige Ankunft um 13:23 MZ (18:23
Ortszeit). Der Zug im Vordergrund auf Gleis drei müsste der tägliche
Nachtzug 956 nach Novaja Tschara mit der planmässigen Abfahrt um 14:40 sein.
Somit ergibt sich ein Anschluss in der Relation Anapa – Novaja Tschara, der
auch in der Gegenrichtung funktioniert (3:25 auf 4:30).
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Hier noch mal die beiden Züge:
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Das Zuglaufschild von Zug 219/220 Severobajkalsk – Anapa und zurück.
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Wer damit von Severobajkalsk in den Sommerurlaub ans Schwarze Meer fährt,
ins 120 Stunden und 30 Minuten (also 5 Tage) unterwegs.

Ich will aber die Geduld meiner nicht so bahninteressierten Freunde nicht
überbeanspruchen und so machen wir uns auf dem Weg zum Hotel, denn dort
wartet schon das Abendessen auf uns.

Aller guten Dinge sind drei, daher schauen Oliver und ich bam Abend noch mal
zum Bahnhof. Allerdings nicht zum Fotografieren, sondern weil ein Teil der
Campteilnehmer heute per Zug nach Irkutsk abreist. Die Marschrutka fährt
aber nur bis ca. 20 Uhr, also bringt uns die Frau des Hotelbesitzers mit dem
Auto zum Bahnhof. Dort ist ganze Truppe nochmals versammelt und es gibt
richtig russische, dramatische Abschiedsszenen...


Dienstag 16. August 2005


Nach dem Frühstück führt uns der stolze Hotelbesitzer im Wohnzimmer ein
Tourismuswerbevideo über Severobajkalsk vor. Besonders erfreut ihn, dass er
selbst auf dem Video zu sehen ist, wie er gerade auf einer in der Nähe von
Severobajkalsk gelegenen Skipiste Ski fährt.

Er selbst hat übrigens auch noch grosse Pläne, u.a. möchte er etwas südlich
von Severobajkalsk noch eine weitere Pension direkt am Baikalsee errichten,
wofür er aber noch auf der Suche nach Investoren ist.

Der Tourismus scheint also am Baikalsee momentan zu boomen, auch wenn Gott
sei Dank von Massentourismus noch keine Rede ist. Aber es ist schon
angenehm, dass es am Bahnhofsvorplatz von Severobajkalsk sogar eine kleinen
Info-Kiosk gibt, wo man Ansichtskarten bekommt und Ausflugsfahrten per Boot
und so weiter organisieren kann. Das mag für uns selbstverständlich sein,
aber übertrifft den Standard der russischen Tourismusinfrastruktur schon mal
bei weitem.

Nach der Videovorführung fahren Oliver, Florian und ich Richtung Stadt,
steigen aber etwas vorher aus, denn wir wollen uns natürlich auch das
BAM-Museum ansehen:
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Das Museum ist ganz nett gemacht, allerdings wäre ich froh gewesen, wenn
meine Russisch-Kenntnisse etwas vertiefter wären, um auch wirklich alles zu
verstehen.

Nachher gehen wir zu Fuss ins Zentrum, wo wir Anja, Doreen und Veronika
treffen. Zusammen machen wir dann eine kleine Wanderung entlang des Ufers
zum Hafen und zurück:
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Eine Siedlung direkt am See:
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Als wir zurückkommen, verlässt gerade eine WL80 mit dem eh schon bekannten
5405 den Bahnhof Richtung Kirenga.
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Vom Übergang fotografieren wir ein paar Güterzug, wobei uns dieser Wagen mit
fabriksneuen UAZ-452-Bussen (UAZ = Uljanovskij Avtomobilnyj Zavod) auffällt.
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Mit so einem Gefährt sollten wir im Verlauf unserer reise noch zweimal
unterwegs sein.

Ein Holzganzzug:
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Zum Abschluss noch ein paar Bilder des Bahnhofes:
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Der Fahrplan:
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Das Nahverkehrsangebot besteht aus fünf Zugpaaren. Richtung Westen gibt es
um 6:00 und 17:15 (Ortszeit, angeschrieben ist Moskauer Zeit) einen
Regionalzug nach Kirenga (ca. 4 Stunden Fahrzeit bis dorthin). Das Angebot
wird an geraden Tagen durch einen Zug nach Goudzhekit (eine knappe Stunde
von Severobajkalsk, dort gibt es übrigens auch heisse Quellen) um 12:43
verdichtet.

Zurück kommen die Züge täglich um 11:05 und um 22:05 (oh, ein Takt!) aus
Kirenga und um 15:40 an geraden Tagen aus Goudzhekit.

In Richtung Osten gibt es um 6:15 einen täglichen Zug ins 179 km entfernte
Novyj Uojan sowie um 11:40 an ungeraden Tagen einen Zug nach Kitschera (63
km entfernt). Ankunft in der Gegenrichtung ist um 21:40 aus Novyj Uojan
(tgl.) und um 15:40 (ebenfalls ein „Takt“) an ungeraden Tagen aus Kitschera.

Das Fernverkehrsangebot besteht aus folgenden ganzjährig verkehrenden
Zugpaaren:

Zug 75/76 Tynda - Moskva – Tynda, mit Kurswagen Moskva – Tommot, jeden
zweiten Tag
Zug 91/92 Severobajkalsk - Moskva – Severobajkalsk, 2005 4x Woche, heute
jeden zweiten Tagen alternierend zu Zug 75/76
Zug 71/72 Severobajkalsk – Irkutsk – Severobajkalsk, jeden zweiten Tag
Zug 347/348 Severobajkalsk – Krasnojarsk – Severobajkalsk, jeden wzeiten Tag
alternierend zu Zug 347/348
Zug 91/92 Tynda – Kislovodsk (im Kaukasus), zweimal in der Woche. Für einen
ganzjährig verkehrenden Zug ist das doch ein etwas ungewöhnlicher Laufweg.
Zug 955/956 Novaja Tschara – Severobajkalsk, täglich (2006 als 655/656).

Weiters gibt es folgende Züge, die nur im Sommer fahren:
Zug 273/274 Severobajkalsk – Adler, einmal wöchentlich
Zug 219/220 Severobajkalsk – Anapa, einmal wöchentlich
Zug 291/292 Severobajkalsk – Krasnojarsk, einmal wöchentlich in der Trasse
von Zug 91/92 (2006 jeden zweiten Tag)

Das mag für eine 250000-Einwohner-Stadt nach europäischen Massstäben (die
aber hier in Sibirien nicht gelten) ein dürftiges Angebot sein, wer
Severobajkalsk auf dem Strassenweg erreichen will, der tut sich richtig
schwer, denn das geht nur über Schotterstrassen.

Freie Plätze für den 17. August (also für morgen, die Anzeige wechselt immer
zwischen heute und den nächsten zwei, drei Tagen):
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Bahnhofshalle mit Fahrkartenschalter:
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Vor dem Bahnhof gibt es – wie schon erwähnt – die Touristeninfo:
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Mehr touristische Infos zu Severobajkalsk und Umgebung gibt es hier:
http://www.sbaikal.ru/eng/index.htm

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Auf dem Heimweg schauen wir dann noch mal ins Internetcafe, das von aussen
übrigens so aussieht:
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Zum Abendessen gibt es heute übrigens Plov, der Hotelbesitzer hat seinen
tadschikischen Freund zum Kochen eingeladen und wir lassen es uns gut
schmecken!


Fortsetzung folgt...
Helmut Uttenthaler
2006-10-05 08:26:20 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Das mag für eine 250000-Einwohner-Stadt
Severobajkalsk hat natürlich nur 25000 Einwohner, war ein Tippfehler.
Ulf Kutzner
2006-10-05 09:22:30 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Die kleine Schwester der achtachsigen Doppellok WL80 – die sechsachsige
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/misc/03_092.jpg
In der Ukraine ist mir letztens auch eine WL40 untergekommen, eine richtige
Mini-Lok fast wie in Europa... hat es die schon immer gegeben, oder sind die
alle aus Umbau aus WL80-Hälften entstanden?
Wohl letzteres.
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.parovoz.com/newgallery/index.php?CATEG=ELEC&REGION=&TAKENON=&AUTH
OR=&DESCR=VL40&SHOW_ALL=1&HOWMANY=44&LNG=EN&NO_ICONS=0
Da ist ein gerade laufender Umbau dabei.
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/misc/03_093.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/Severobaykalsk/03_094.jpg
Den Zwei-Wagen-Regionalzug bespannt aber nicht, wie wir erwartet haben, die
WL60. Nein, für so einen Zug, muss schon eine WL80 her...
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/electric/VL80/03_095.jpg
Im Gleichstromnetz kenne ich keine Äquivalente.
Post by Helmut Uttenthaler
Der Tourismus scheint also am Baikalsee momentan zu boomen, auch wenn Gott
sei Dank von Massentourismus noch keine Rede ist. Aber es ist schon
angenehm, dass es am Bahnhofsvorplatz von Severobajkalsk sogar eine kleinen
Info-Kiosk gibt, wo man Ansichtskarten bekommt und Ausflugsfahrten per Boot
und so weiter organisieren kann. Das mag für uns selbstverständlich sein,
aber übertrifft den Standard der russischen Tourismusinfrastruktur schon mal
bei weitem.
Besonders beliebt ist die Wochenendschließung der
Touristenauskunftsstellen, wie in Kolomna, Susdal...
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/Severobaykalsk/04_051.jpg
Das Nahverkehrsangebot besteht aus fünf Zugpaaren. Richtung Westen gibt es
um 6:00 und 17:15 (Ortszeit, angeschrieben ist Moskauer Zeit) einen
Regionalzug nach Kirenga [...]
Ankunft in der Gegenrichtung ist um 21:40 aus Novyj Uojan
(tgl.) und um 15:40 (ebenfalls ein „Takt“) an ungeraden Tagen aus Kitschera.
Interessanterweise sind die Züge alle als Arbeitszüge, also wohl
Dienstpersonenzüge, ausgewiesen.


Gruß, ULF
Patrick Bonacker
2006-10-05 12:42:58 UTC
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Hallo,

on Thu, 05 Oct 2006 11:22:30 +0200, Ulf Kutzner
Post by Ulf Kutzner
Post by Helmut Uttenthaler
Ankunft in der Gegenrichtung ist um 21:40 aus Novyj Uojan
(tgl.) und um 15:40 (ebenfalls ein „Takt“) an ungeraden Tagen aus Kitschera.
Interessanterweise sind die Züge alle als Arbeitszüge, also wohl
Dienstpersonenzüge, ausgewiesen.
Naja, da ein großer Teil der dort ansässigen und somit mit diesen
Zügen fahrenden Leuten aus Bahnbediensteten und deren
Familienangehörigen besteht, ist das nicht völlig abwegig ;-)
Da kann aber jeder mitfahren.

Patrick
Helmut Uttenthaler
2006-10-05 20:06:56 UTC
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Mittwoch 17. August 2005


Heute ist Frühaufstehen angesagt, denn das Tragflügelboot nach Irkutsk fährt
um 8:20. Um 6:30 wird gefrühstückt und um 7:30 geht es mit dem schon
bekannten knallroten Autobus zum Hafen:
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Die Abfahrtsstelle des Schiffes ist für Ortsunkundige kaum zu finden. Um zum
Pier zu gelangen, muss man vom Parkplatz hinter einem militärisch
aussehenden Gebäude mit Mauern und Stacheldraht drumherum vorbeigehen. Es
gibt keinerlei Hinweis, dass hier irgendwo ein Schiff ablegt.

Auch am Pier deutet nichts daraufhin, dass hier noch irgendetwas
funktioniert und in Verwendung ist:
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Der Hafen ist total verwaist, Güterverkehr per Schiff findet schon lange
keiner statt. Diese in der DDR gebauten Kräne rosten nun vor sich hin:
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Aber schliesslich kommt das Raketa-Tragflügelboot doch pünktlich daher.
Ausgangspunkt der Fahrt ist nicht Severobajkalsk, sondern das noch ca. 30 km
weiter nördlich gelegene Nischneangarsk.
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Zweimal in der Woche von Ende Juni bis Ende August gibt es diese
Tragflügelbootverbindung. Mit dem Boot hat man die Möglichkeit, in 12
Stunden Fahrt fast den gesamten Baikalsee abzufahren, die Fahrtstrecke ist
immerhin über 600 Kilometer lang. Das verspricht natürlich ein tolles
Erlebnis zu werden, auch wenn wir nur 6 Stunden bis zur Insel Olchon
mitfahren.

Beim Einsteigen gibt es dann ein rechtes Gedränge, denn nicht alle haben –
wie wir – Fahrkarten im vorhinein organisiert. Das ist übrigens ab
Severobajkalsk eine schwierige Sache. Fahrkarten gibt es nämlich nur in
Irkutsk oder an Bord. Da die meisten Touristen von Irkutsk nach
Severobajkalsk und zurück fahren ist das kein Problem, die können die
Rückfahrkarte bereits in Irkutsk kaufen.

Alle anderen sind auf freie Plätze am Tag der Fahrt angewiesen. Das war uns
zu riskant, deshalb haben wir einen Spezialtrick angewandt: Ein Hotel in
Irkutsk kaufte für uns die Fahrkarten in Irkutsk, diese wurden dann dem
Kapitän des Schiffes mitgegeben, welches am Vortag von Irkutsk nach
Severobajkalsk fuhr. Die Fahrkarten hat dann am Vorabend einer der anderen
Campteilnehmer zusammen mit unserem Hotelier beim Schiff abgeholt –
allerdings nicht in Severobajkalsk, sondern in Nischneangarsk, denn die
beiden haben das Schiff versäumt und sind dann noch mit dem Auto nach
Nischneangarsk gedüst. Oliver hat diese Fahrkartenaktion eingefädelt, er
kennt da nämlich wen in Irkutsk, und so war auch die Bezahlungsfrage gelöst.
Denn die Bezahlung der Fahrkarten konnte ja erst im Nachhinein in Irkutsk
erfolgen...

Ausser meinen Leuten und mir, die mit dem Tragflügelboot bis zur Insel
Olchon fahren, fahren auch noch die aus Deutschland und der Schweiz
kommenden Campteilnehmer mit, allerdings bis Irkutsk. Von dort fahren sie
dann mit dem Zug weiter Richtung Heimat. Mir steht allerdings der Grossteil
meiner Reise noch bevor.

Im Raketa-Tragflügelboot – „Made in USSR“:
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So sieht es innen aus – das Boot ist recht voll und ich weiss nicht, ob
alle, die mitwollten, auch mitfahren konnten:
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Es gibt auch zwei kleine Aussichtsplattformen, so dass für genügend Fotos
gesorgt ist.

Fast wie auf dem Meer:
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Wir fahren immer der Westküste entlang, daher ergeben sich tolle Ausblicke
auf die umgebenden Landschaft. Zivilisation sucht man hier vergeblich, das
Ufer ist grossteils total unberührt, keine Strassen, keine Dörfer:
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Ein Regenbogen:
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Links vom Boot haben wir immer Ausblick auf den riesigen See...
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...rechts ziehen tolle Berglandschaften vorbei.
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Nach viereinhalb Stunden Fahrt erspähen wir erstmals die Insel Olchon:
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Bis wir anlegen fahren wir noch ein Stück an der Küste der 70 Kilometer
langen Insel entlang:
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Angelegt wird dann um 14:30 in einer kleinen menschenleeren Bucht. Wir
verabschieden uns von den Weiterreisenden und verlassen die „Raketa“. Diesen
Ausblick hat man von der Anlegestelle aus:
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Letzere ist eine höchst eigenartige Konstruktion. Der Halt der „Raketa“ auf
der Insel Olchon wurde erst vor kurzem eingeführt, dafür hat man keinen
Anlegesteg bauen wollen, sondern einfach irgendeinen alten Kahn
umfunktioniert:
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Unklar ist mir allerdings, warum man diese Anlegestelle nicht in der Nähe
des Inselhauptortes Chuschir sondern 20 Kilometer südlich davon errichtet
hat. Aber so profitieren immerhin die Taxifahrer, die hier mit Kleinbussen
auf Kundschaft warten. Viel Kundschaft gibt es heute nicht, ausser uns ist
noch eine Person ausgestiegen.

Wir teilen uns auf die zwei bereitstehenden Fahrzeuge auf, dann geht es mit
einem Affenzahn über die Schotterstrasse nach Chuschir. Die Fahrt kostet
übrigens 100 Rubel pro Person.
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In Chuschir gibt es eine recht gute touristische Infrastruktur, was vor
allem Nikita Bentscharov zu verdanken ist. Er hat ein kleines Feriendorf
aufgebaut und vermittelt Privatzimmer:
http://www.olkhon.info/de/

Der Kleinbusfahrer liefert uns auch gleich dort ab und wir bekommen für drei
Tage ein kleines Häuschen vermittelt.

Mit einem Lada Niva bringt man uns zu unserer Unterkunft. Mang glaubt es
kaum, aber in dem kleinen Jeep haben 7 Personen (der Fahrer hat noch seinen
kleinen Sohn mitgenommen, siehe Bild) und 5 grosse Rucksäcke Platz.
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Das ist unser Urlaubsdomizil:
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Es ist ein Nebenhaus eines Hauses einer Familie, für die die Vermietung an
Touristen eine willkommene Einnahmequelle ist. Apropos Vermietung, wir
zahlen 150 Rubel (gut 4 Euro) pro Person und Nacht.

Im Ober- und Untergeschoss befindet sich jeweils ein Zimmer, das
Obergeschoss ist über eine steile aussenliegende Stiege zu erreichen. Unten
gibt es einen Ofen mit Kochgelegenheit. Die Mädels bekommen natürlich das
beheizbare Zimmer.

Das „Badezimmer“ befindet sich im Garten und besteht aus einem Plumpsklo:
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Wir machen uns auf den Weg Richtung Ortszentrum:
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Wahrzeichen von Chuschir ist der Schamanenfelsen:
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Unweit von hier zelten auch ein paar Touristen:
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Der Sandstrand von Chuschir:
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Es ist zwar ca. 25 Grad warm, aber es geht doch ein bisserl ein Wind, und so
verzichten wir auf ein Bad im Baikalsee.

Der Hauptplatz von Chuschir – „Supermarkt“ und Cafe:
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In dem Laden kaufen wir noch ein paar Sachen fürs Abendessen ein. Es ist
allerdings bei weitem nicht das einzige Geschäft in Chuschir, derer gibt es
zumindest fünf, sechs Stück. Es sind aber alles eher kleine Geschäfte, aber
das wichtigste bekommt man. Wir schauen auch noch beim Cafe vorbei und essen
eine Kleinigkeit. Hier hören wir auch allerhand Touristen aus allen
möglichen Ländern, Italiener sind hier, Russen, Chinesen, etc.


Donnerstag 18. August 2005


Nachts war es oben übrigens doch etwas kühl, aber zum Glück hatte ich eine
guten Schlafsack.
Heute ist eine kleine Wanderung entlang des Sees Richtung Süden geplant.
Davor schauen wir noch zur Tourist-Info, um uns Fahrkarten für den Bus nach
Irkutsk am Samstag zu besorgen.

Das ist der Busfahrplan:
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Auf dem Weg durch den Ort kommt entdecken wir ein Wohnmobil mit deutschem
Kennzeichen – ein junggebliebene Pensionistenehepaar hat sich die Strapazen
einer 7000 Kilometer langen Autofahrt angetan:
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Ein paar Impressionen unserer Wanderung:
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Die Landschaft ist schon sehr beeindruckend und ganz anders als am
Nordbaikal.

Die auf einem der Bilder sichtbare Hochspannungsleitung ist übrigens
nagelneu, zuvor gab es auf Olchon nur Strom aus einem Dieselaggregat und das
nicht während des ganzen Tages.

Der "Wachhund" bei unserem Haus:
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Fürs Abendessen kaufen wir noch schnell Nudeln und eine Tomatensauce ein,
denn heute wollen wir unseren Ofen mal zum kochen ausprobieren, was auch
ganz gut gelingt.

Den Sonnenuntergang wollen wir uns heute von einem Aussichtspunkt in der
Nähe des Schamanenfelsens ansehen.
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Dort treffen wir dann auch zwei andere Backpacker und kommen mit ihnen ins
Gespräch: Gregory (im Bild rechts vorne) aus Tomsk und Michael (im Bild
links vorne) aus Oberösterreich. Gregory hat mal in Wien studiert, von daher
kennt er Michael, den er gerade zu einer kleinen Russlandreise eingeladen
hat.
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Es ist ein lustiges Zusammentreffen und so sitzen wir bis halb zwei Uhr früh
zusammen. Witzig find ich dann noch, dass Veronika, die auch aus
Oberösterreich kommt, und Michael zufällig in Steyr in die gleiche Schule
gegangen sind und sich dann hier auf Olchon beim Schamanenfelsen darüber
unterhalten, wen sie alles an Leuten von der Schule kennen...
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Freitag 19. August 2005


Heute befolgen wir (also zumindest Doreen, Florian und ich; Veronika und
Anja wollen zur Otsküste wandern) den Ratschlag von Gregory und Michael und
machen einer der von der Tourist-Info angebotenen Inselrundfahrten mit.
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Mit einem UAZ-452 geht es in Richtung Kap Choboi (der nördlichste Punkt der
Insel). Die „Strassen“ sind recht abenteuerlich:
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Hier unser Gefährt:
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Ausser uns sind noch eine dreiköpfige Familie aus Irkutsk, drei Touristen
aus Perm (siehe Foto) und drei ältere Damen aus Tschechien oder der Slowakei
dabei.
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Auf der weiteren Fahrt:
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Kurze Pause nahe der kleinen Ortschaft Uzury:
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Am Kap Choboi:
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Hier gibt es auch ein Mittagessen, unser Fahrer kocht eine Fischsuppe, dazu
gibt es Tee.

Als wir dann wieder in Chuschir ankommen, ist es bereits 17:30. Wir setzen
uns im Cafe am Hauptplatz hin, wo wir kurze Zeit späte dann Anja und
Veronika treffen, die auch einen schönen Tag hatten.

Zum Abendessen wärmen wir uns die übriggebliebenen Nudeln von gestern auf,
danach holen wir uns noch etwas Bier und sitzen noch eine Weile am Tisch vor
dem Haus zusammen.

Im nächsten Teil geht es per Bus nach Irkutsk, dort gibt es dann auch wieder
einiges an Eisenbahn zu sehen!
Matthias Bacher
2006-10-06 08:21:19 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
http://drehscheibe.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3102128]
Mittwoch 17. August 2005
Gratulation für die schönen Fotos, auch von RB #10!
Jetzt nach der erfrischenden Abwechslung bin ich schon gespannt wie es
in RB12 mit der Bahn weitergeht.

Wie auch schon manch anderer hier, machen dein RBs mir mehr und mehr
Lust auch so eine Reise zu machen! Mein Schulrussisch muss eh
aufgebessert werden!

mfg Matthias
Patrick Bonacker
2006-10-09 23:45:39 UTC
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Hallo,

on Thu, 5 Oct 2006 22:06:56 +0200, "Helmut Uttenthaler"
Post by Helmut Uttenthaler
Aber schliesslich kommt das Raketa-Tragflügelboot doch pünktlich daher.
Ausgangspunkt der Fahrt ist nicht Severobajkalsk, sondern das noch ca. 30 km
weiter nördlich gelegene Nischneangarsk.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/04_098.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/04_099.jpg
Hm, Nischneangarsk? Wieso dann der Tunnel im Hintergrund? Der ist doch
gleich bei Sewerobaikalsk?

[...]
Post by Helmut Uttenthaler
http://img150.imageshack.us/img150/5159/04_102.jpg
Allerdings nicht "Raketa", sondern "Kometa" (steht ja auch da ;-)
Ich weiß aber, dass die umgangssprachlich immer "Raketa" genannt
wurden und werden, auch damals in der DDR, wo sie ja auch fuhren
(Rostock-Wismar, Rostock - Hiddensee usw. WIMRE). Das war aber ein
älterer Typ, gebaut ab 1957 (deren Bezeichnung sich in der
Umgangssprache auch für die späteren, eben "Kometa", "Meteor",
"Woschod" usw. erhalten hat).

Ansonsten... cool.

Patrick
Helmut Uttenthaler
2006-10-09 23:51:11 UTC
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Post by Patrick Bonacker
Hallo,
on Thu, 5 Oct 2006 22:06:56 +0200, "Helmut Uttenthaler"
Post by Helmut Uttenthaler
Aber schliesslich kommt das Raketa-Tragflügelboot doch pünktlich
daher. Ausgangspunkt der Fahrt ist nicht Severobajkalsk, sondern das
noch ca. 30 km weiter nördlich gelegene Nischneangarsk.
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/04_098.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/misc/04_099.jpg
Hm, Nischneangarsk? Wieso dann der Tunnel im Hintergrund? Der ist doch
gleich bei Sewerobaikalsk?
Ja eh. Ich wollte sagen, dass das Boot seine Fahrt in Nischneangarsk
beginnt, dass wir aber erst in Severobajkalsk zustiegen, wo auch das Foto
entstanden ist...


--
LG

Helmut
Ulf Kutzner
2006-10-10 13:53:38 UTC
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Post by Patrick Bonacker
Post by Helmut Uttenthaler
http://img150.imageshack.us/img150/5159/04_102.jpg
Allerdings nicht "Raketa", sondern "Kometa" (steht ja auch da ;-)
Ich weiß aber, dass die umgangssprachlich immer "Raketa" genannt
wurden und werden, auch damals in der DDR, wo sie ja auch fuhren
(Rostock-Wismar, Rostock - Hiddensee usw. WIMRE). Das war aber ein
älterer Typ, gebaut ab 1957 (deren Bezeichnung sich in der
Umgangssprache auch für die späteren, eben "Kometa", "Meteor",
"Woschod" usw. erhalten hat).
Was fährt/fuhr eigentlich auf dem Rhein?

Gruß, ULF
Patrick Bonacker
2006-10-10 18:42:59 UTC
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Hallo,

on Tue, 10 Oct 2006 15:53:38 +0200, Ulf Kutzner
Post by Ulf Kutzner
Post by Patrick Bonacker
Post by Helmut Uttenthaler
http://img150.imageshack.us/img150/5159/04_102.jpg
Allerdings nicht "Raketa", sondern "Kometa" (steht ja auch da ;-)
Ich weiß aber, dass die umgangssprachlich immer "Raketa" genannt
wurden und werden, auch damals in der DDR, wo sie ja auch fuhren
(Rostock-Wismar, Rostock - Hiddensee usw. WIMRE). Das war aber ein
älterer Typ, gebaut ab 1957 (deren Bezeichnung sich in der
Umgangssprache auch für die späteren, eben "Kometa", "Meteor",
"Woschod" usw. erhalten hat).
Was fährt/fuhr eigentlich auf dem Rhein?
Rheinpfeil/Rheinjet? So ein Spezialist bin ich da auch nicht ;-)
Jedenfalls waren es auch russische Boote.

Jetzt fahren "Woschod" zB in Holland (Amsterdam).

Ach ja, oben habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt:
"Raketa" war ein Typ aus den 50ern (Merkmal: Brücke im hinteren Teil),
in der DDR fuhren WIMRE "Meteor" (die dann aber jahrelang wegen zu
hoher Kosten stilllagen und nach der Wende nach Griechenland (?)
verkauft wurden, wo sie bis heute (?) im Einstz sind)

Patrick
Wolfgang Decker
2006-10-10 19:07:39 UTC
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Post by Patrick Bonacker
Post by Helmut Uttenthaler
http://img150.imageshack.us/img150/5159/04_102.jpg
Rheinpfeil/Rheinjet? So ein Spezialist bin ich da auch nicht ;-)
Jedenfalls waren es auch russische Boote.
Jetzt fahren "Woschod" zB in Holland (Amsterdam).
"Raketa" war ein Typ aus den 50ern (Merkmal: Brücke im hinteren Teil),
in der DDR fuhren WIMRE "Meteor" (die dann aber jahrelang wegen zu
hoher Kosten stilllagen und nach der Wende nach Griechenland (?)
verkauft wurden, wo sie bis heute (?) im Einstz sind)
Ein Meteor fährt IIRC auch noch auf der Donau zwischen Wien und
Bratislava/Budapest.
http://www.ddsg-blue-danube.at/deutsch/html/d_lbud.asp

lg
Wolfgang
--
"Dogs come when they're called; cats take a message and get back to
you later." - Mary Bly
Neu: http://www.traumrouten.com/Content.Node/motorraeder/triumph/tiger-1050.php
Helmut Uttenthaler
2006-10-06 13:57:04 UTC
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Samstag 20. August 2005


Um 10 Uhr soll der Bus nach Irkutsk abfahren. Wir machen uns um 9:00 auf dem
Weg zur Bushaltestelle bei der Tourist-Info. Um 9:15 kommt der Bus dann auch
schon daher und wir können uns daher in Ruhe Plätze aussuchen. So wie ich
das mitbekommen habe, werden auch nur so viele Fahrkarten verkauft, wie es
Plätze gibt. Auf der Fahrkarte stehen ja auch die Abfahrtszeit und das Datum
drauf, nicht aber Platznummern.

Der Bus füllt sich rasch und es gibt dann doch einige Fahrgäste, die nur
mehr einen Stehplatz haben. Diese fahren aber dann nur bis zur Anlegestelle
des Tragflügelbootes mit.

Vielleicht hat sich schon wer gefragt, wie man mit dem Bus von Olchon nach
Irkutsk kommt, ist doch Olchon eine Insel. Insel ja, aber sie ist im Süden
nur durch eine Seeenge von vielleicht zwei Kilometern vom Festland getrennt.
Dort gibt es eine Fähre:
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Die fährt natürlich nur, wenn der See nicht gefroren ist. Im Winter fährt
der Bus über das Eis (bei deutlich ausgedünntem Fahrplan), in der
Übergangszeit wenn sich die Eisschicht gerade bildet oder sie schmilzt und
das Eis noch/schon zu dünn ist, fährt nichts. Dann ist die Insel für ein
paar Wochen nur mit dem Helikopter zu erreichen.

Unser Bus:
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Der Bus auch hauptsächlich von Touristen benutzt. Ausserdem warten noch ein
paar PKW und Kleinbusse auf die Fähre, die aber erst gemäss Fahrplan um
11:40 fährt. Ein paar Bayern aus einer Reisegruppe regen sich darüber
natürlich auf und sagen, dass daheim die Fähre bei Bedarf öfter fahren
würde... Naja, ich denke mir meinen Teil...

Die Anlegestelle am Festland:
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Durch Wälder geht es dann auf grossteils asphaltierten Strassen Richtung
Irkutsk. Ungefähr auf halbem Weg gibt es eine kleine Pause:
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Sechseinhalb Stunden nach der Abfahrt in Chuschir erreichen wir den
Irkutsker Busbahnhof. Von polnischen Mitreisenden haben wir den Tipp
bekommen, in einem Studentenheim nach einer Schlafgelegenheit zu fragen.
Dort kann man in den Sommerferien günstig übernachten. Es gibt zwar auch
einige kleine Hostels, diese sind aber auch nicht extrem günstig und
ausserdem sollen sie schon alle voll sein.

So machen wir uns mit der Strassenbahn auf den Weg nach „Studgorodok am
westlichen Angara-Ufer. Dort, in der Nähe der Technischen Universität,
würden wir fündig werden, hat man uns gesagt.

Vom Busbahnhof („Avtovokzal“) fahren wir zuerst mit der Linie 4 zum
„Zentralnyj Rynok“, dort steigen wir in den 1er um. Die Fahrkarten, die man
im Fahrzeug bei der Schaffnerin kauft, gelten nur für eine einfache Fahrt
ohne Umsteigen, der Preis ist allerdings für unsereins vernachlässigbar (5
Rubel ~ 14 Cent). So sehen die Fahrkarten (hier gleich fünf Stück) aus:
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Die Strassenbahn von innen:
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Ein Netzplan:
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Auf der Fahrt kommen, wir nachdem wir die Angara überquert haben, beim
Bahnhof vorbei:
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An der Endstation steigen wir aus und steuern eines der umliegenden und nach
Stundentenheim aussehenden Hochhäuser an. Dort finden wir dann auch
jemanden, der eine Frau herbeiholt, die offenbar für die Zimmer zuständig
ist. Diese will uns zunächst abwimmeln und meint wir sollen uns ein Hotel
suchen, das sei komfortabler. Wir können ihr aber klarmachen, dass wir
keinen Komfort sondern ein Bett zum Übernachten brauchen.

Viel Komfort gibt es dann in der Tat nicht, aber für 100 Rubel (~ 3 Euro)
pro Person und Nacht ist das schon OK. Im Hostel hätten wir an die 500 Rubel
gezahlt.

So sieht eines unserer beiden Zimmer aus:
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Ausser uns sind keine anderen Backpacker hier, auch sonst ist kaum wer da.

Wir fahren noch schnell in die Stadt und besuchen ein Internetcafe, danach
kaufen wir noch ein. Abendessen gibt es dann im Studentenheim.


Sonntag 21. August 2005


Heute sind eigentlich auch Off-Topic-Aktivitäten wie Stadtbesichtigung
geplant. Auf dem Weg in die Stadt ist aber ein Abstecher zum Bahnhof drin.
Der Bahnhof
wurde vor einigen Jahren renoviert und sieht dementsprechend schön aus:
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Eine ChME3 tuckert vor sich hin, dahinter die Garnitur des „Baijkal“, der
gerade aus Moskau angekommen ist:
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Den einmaligen ChME3-Sound gibt es übrigens hier zum anhören:


Noch ein paar Impressionen vom Bahnhof:
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Schild „Ausgang zur Stadt, Tram 1,2, Bus 6,10,20, Taxi“:
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Fahrkartenschalter mit dem heute schon überall obligaten
Express-Touchscreen-Terminal davor:
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Der Zustand der Strassenbahn ist hingegen – sowohl in Bezug auf das rollende
Material als auch auf die Gleise – deutlich schlechter als der der
russischen Eisenbahn:
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Anzeigetafel im Bahnhof:
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Hier noch mal der „Bajkal“ aus Moskau sowie der Postzug 948 von Novosibirsk
nach Chabarovsk:
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Aus einem der vielen Gepäckwagen werden Fensterrahmen entladen:
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Etwas ungewöhnlich – nämlich ganz ohne Sicken – sieht dieser Waggon im Zug
88 von Ust-Ilimsk nach Irkutsk aus. Ich vermute, dass es ein in
Dnepropetrovsk modernisierter Ammendorf-Wagen ist, die sehen meistens so
aus:
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Noch einmal Zug 88 (links) sowie Zug 577 (Tschita – Novosibirsk):
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Elektritschka von Tscheremchovo:
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Im Rahmen des Spazierganges durch die Stadt ergibt sich dann auch eine Fahrt
mit der sogenannten Kindereisenbahn. Sie befindet sich in einem Park auf
einer Halbinsel im Fluss Angara. Im Prinzip ist das was ähnliches wie die
Liliputbahn im Wiener Prater, allerdings mit etwas ernsterem Hintergrund.
Hier sind Kinder und Jugendliche beschäftigt, die so auf eine spätere
berufliche Zukunft bei der grossen Eisenbahn vorbereitet werden.

Die Loks und Waggons sind die gleichen wie auch auf regulär betriebenen
Schmalspurbahnen in der ehemaligen UdSSR:
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Noch ein paar Bilder aus Irkutsk:

Theater:
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Kirov-Platz:
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Eine orthodoxe Kirche in der Nähe des Kirov-Platzes:
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Am Abend komm ich dann noch mal beim Bahnhof vorbei:

Elektritschka:
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Postzug:
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Nachher geht es zurück zu unsere Unterkunft, wo wir nach dem Abendessen noch
schnell die Rucksäcke packen. Morgen müssen wir um 4:30 aufstehen, denn es
geht schon sehr früh weiter in Richtung Mongolei.

Aus diesem Grund endet der heutige Tag recht früh und somit auch dieser Teil
des Reiseberichtes.
Martin Purrucker
2006-10-06 16:26:48 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Sechseinhalb Stunden nach der Abfahrt in Chuschir erreichen wir den
Irkutsker Busbahnhof. Von polnischen Mitreisenden haben wir den Tipp
bekommen, in einem Studentenheim nach einer Schlafgelegenheit zu fragen.
Dort kann man in den Sommerferien günstig übernachten. Es gibt zwar auch
einige kleine Hostels, diese sind aber auch nicht extrem günstig und
ausserdem sollen sie schon alle voll sein.
(...)
Post by Helmut Uttenthaler
Morgen müssen wir um 4:30 aufstehen, denn es
geht schon sehr früh weiter in Richtung Mongolei.
Genau für diesen Zweck werden in vielen größeren Bahnhöfen in der
Ex-Sowjetunion Zimmer *im* Bahnhof angeboten, in denen man übernachten
kann, mit ähnlichem Komfort wie im Studentenwohnheim. Solche
Bahnhofszimmer sollte es auch in Irkutsk geben.


MfG

Martin
Helmut Uttenthaler
2006-10-06 16:39:29 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Genau für diesen Zweck werden in vielen größeren Bahnhöfen in der
Ex-Sowjetunion Zimmer *im* Bahnhof angeboten, in denen man übernachten
kann, mit ähnlichem Komfort wie im Studentenwohnheim. Solche
Bahnhofszimmer sollte es auch in Irkutsk geben.
Stimmt, das wäre wohl auch eine Möglichgkeit gewesen. Hätte uns einen
morgendlichen Fussmarsch erspart...



--
LG

Helmut
Ulf Kutzner
2006-10-06 16:44:44 UTC
Antworten
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Post by Helmut Uttenthaler
Etwas ungewöhnlich – nämlich ganz ohne Sicken – sieht dieser Waggon im Zug
88 von Ust-Ilimsk nach Irkutsk aus. Ich vermute, dass es ein in
Dnepropetrovsk modernisierter Ammendorf-Wagen ist, die sehen meistens so
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/kupeiny/04_594.jpg
Zwei Sicken über den Fenstern hat man aber doch übriggelassen.

gruß, ULF
Kurt Bauer
2006-10-07 16:20:36 UTC
Antworten
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Grosses Lob für diese wirklich aufregende Berichterstattung!
Warum sollen die "Vorbereitungen" zur Reise und die Bilder, die auf den
ersten Blick
nichts mit der Bahn zu tun haben, für uns uninteressant sein?
Wirklich toll! - Ich habŽs meinem Bekanntenkreis auch empfohlen.
Da sind so viele Details enthalten, das dürfte wirklich jeden interessieren!
DANKE!
Helmut Uttenthaler
2006-10-07 20:56:44 UTC
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55]


Montag 22. August 2005


Pünktlich um 4:25 geht der Handywecker los. Wir ziehen uns schnell an und
packen noch das restliche Zeug in die Rucksäcke und um 4:50 verlassen wir
bereist unser Quartier. Da die Strassenbahn erst gegen 6 Uhr den Betrieb
aufnimmt, haben wir einen Fussmarsch zum Bahnhof eingeplant. Es ist noch
stockfinster und eine funktionierende Strassenbeleuchtung gibt es auch
nicht. Wenn wir ein Taxi gesehen hätten, wären mitgefahren, aber der
Strassenverkehr war auch noch sehr spärlich. So legen wir die ca. 2
Kilometer zu Fuss zurück und sind gegen 5:20 am Bahnhof. Um 6:04 fährt unser
Zug nach Ulan-Bator ab. Der Zug kommt von Moskau und soll um 5:41 ankommen,
siehe erste Zeile auf der Anzeigetafel (hier allerdings Moskauer Zeit):
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Der Fahrplan bis Ulan-Bator:

+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Bahnhof | Ankunft | Abfahrt | Zug |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Irkutsk Passajirskij | 0:41| 1:04| D 6CH |
| Sljudjanka 1 | 3:12| 3:22| |
| Ulan-Ude Pass | 8:03| 8:33| |
| Zagustaj | 10:52| 10:53| |
| Gusinoe Osero | 11:27| 11:28| |
| Djida | 12:17| 12:18| |
| Nauschki | 13:08| 16:40| |
| Naushki(Gr) | | | |
| Suche-Bator | 22:35| 0:20| |
| Darchan | 1:53| 2:20| |
| Dsun-Chara | 4:15| 4:45| |
| Ulan-Bator | 7:35| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
(bis Nauschki Moskauer Zeit, ab Suche-Bator Ortszeit)


Im Warteraum warten schon viele Touristen auf diesen Zug, die sich, als der
Abfahrtsbahnsteig bekannt gegeben wird, alle Richtung Bahnsteig 1 bewegen.

Der Zug kommt pünktlich an, er besteht aus 12 grünen Ammendorf-Wagen.
Plazkartnyj-Wagen sind nicht dabei, es gibt nur Kupe und SV, sowie einen
Speisewagen.

Unsere Fahrkarte:

Umschlag:
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Fahrkarte Irkutsk – Ulan-Bator über Naushki(Gr):
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Reservierung Irkutsk – Ulan Bator im T4 (Kupe):
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Da wir zu fünft sind, haben wir nicht in einem Abteil Platz, wir haben zwei
Plätze in einem und drei im Nebenabteil. Florian und ich haben noch ein Paar
aus Schweden im Abteil, bei den Mädels ist noch eine Frau aus Südamerika im
Abteil.

Ausländische Touristen machen einen Grossteil der Fahrgäste in diesem Zug
aus – ein ziemlicher Kontrast zur Fahrt Moskau – Severobajkalsk, wo Oliver
und ich die einzigen West-Touristen in unserem Waggon, wenn nicht sogar im
ganzen Zug waren. Da fällt mir gerade noch ein Detail zu unsere Fahrt mit
Zug 92 ein, dass noch vergessen hatte zu erwähnen. Wir haben dort natürlich
auch einmal den Buffetwagen aufgesucht und da hing an der Wand ein Bild vom
Matterhorn, was Oliver natürlich sehr erfreut hat ;-)

Aber zurück zur Fahrt mit Zug 6. Bei der Abfahrt in Irkutsk ist es noch
finster, aber als sich der Zug dem Baikalsee nähert, lassen die
Lichtverhältnisse schon erste Fotos zu. Da in unserem Wagen die Gangseite in
Fahrtrichtung rechts ist, suchen wir uns zum Fotografieren aus dem offenen
Fenster einen anderen Wagen aus, den der Baikalsee wird auf der linken Seite
zu sehen sein.

Unterwegs in Richtung Baikalsee:
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Die Strecke führt über einige Schleifen schön langsam hinunter zum
Baikalsee.

Zum ersten Mal erblicken wir heute den Baikalsee:
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Blick nach Kultuk und Sljudjanka:
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Zwischen Moskau und Irkutsk gibt es auf über 5000 Kilometern keinen einzigen
Tunnel, erst zwischen Irkutsk und Sljudjanka gibt es zwei kurze Tunnels:
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Wir haben das Tal erreicht und fahren in Richtung Sljudjanka:
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Durchfahrt durch den Bahnhof Sljudjanka 2:
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Hier zweigt die sogenannte Zirkumbaikalbahn nach Port Baikal ab. Vor dem Bau
des Wasserkraftwerkes in Irkutsk war dies die eigentliche Transsib-Strecke
und führte von Port Baikal der Anagara entlang nach Irkutsk. Dieser
Abschnitt wurde durch den Staudammbau ab 1956 überflutet, der durchgehende
Verkehr wurde auf die neuerrichtete Strecke Irkutsk – Sljudjanka umgelegt.
Der Verkehr auf der Rumpfstrecke Sljudjanka – Port Baikal (die 1962 auf ein
Gleis rückgebaut wurde) ist seither recht spärlich, planmässig fährt derzeit
viermal wöchentlich ein Personenzug mit Güterbeförderung, ausserdem noch
spezielle Touristenzüge. Irgendwie ist es schon schade, dass die Transsib
nicht mehr über diese Strecke führt, denn es ist wohl eine der schönsten
Bahnstrecken in Russland. Die 90 km von Port Bajkal nach Sljudjanka
verlaufen entlang der Steilküste mit unzähligen Tunnels und Brücken. Im
Sommer 2006 konnte ich mich dann selbst von der Schönheit dieser Strecke
überzeugen, von der Fahrt im PmG gibt es ein kleines Video:


Zur Zirkumbajkalbahn gibt es auch eine sehr empfehlenswerte Internetseite:
http://kbzd.irk.ru/Eng/

Aber zurück ins Jahr 2005. Unser Zug nähert sich Sljudjanka 1, dem
„Hauptbahnhof“ von Sljudjanka:
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In Sljudjanka gibt es 10 Minuten Aufenthalt. Bis Mitte der 90er Jahre war
der Aufenthalt noch länger, denn es erfolgte ein Lokwechsel. Der 377 km
lange Abschnitt Zima – Sljudjanka wurde nämlich ursprünglich mit 3 kV
Gleichstrom elektrifiziert, die angrenzenden Abschnitte davor und danach
wurden aber mit 25 kV Wechselstrom elektrifiziert. 1995 hat man dann die
Gleichstrominsel beseitigt. Man sieht aber auch heute an vielen Stellen an
den doppelten, dicken Fahrdrähten noch, dass dieser Abschnitt früher mit
Gleichstrom gespeist wurden (die Isolatoren wurden natürlich schon überall
getauscht, nicht aber die Fahrdrähte). Alle Elektrifizierungsdaten der
Transsib gibt es übrigens auf http://transsib.ru/Eng/cat-electric.htm

Ein paar andere Touristen, die noch dazu die gleiche Sprache wie wir
sprechen, putzen während des Aufenthaltes in Sljudjanka die Fenster und
kommen sich dabei auch noch besonders gut und lustig vor:
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Ich weiss nicht warum, aber nach drei Wochen abseits der ausgetretenen
Touristenpfade kann ich für solche Leute, die unbedingt meinen, sie müssen
eine grosse Show abziehen und sich dabei aber eh nur lächerlich machen, nur
wenig Sympathie aufbringen...

Wahrscheinlich sind dass dann auch solche Leute, die dann erst recht bei
schlechten Lichtverhältnissen mit Blitz durch die geschlossene
Fensterscheibe fotografieren....

Naja, ich hör schön auf zum schimpfen und unsere Abteilkollegen sind ja eh
recht normal und okay.

Zuglaufschild Moskau – Ulan-Bator:
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In Russland werden die WCs im Zug im Umkreis grösserer Städte geschlossen.
Wo das genau der Fall ist, ist im Wagen angeschrieben, aber es sich bei den
Beginn- und Endpunkten der „sanitären Zonen“ meist um kleine Bahnhöfe
handelt, an denen der Zug nicht hält und für die somit keine Fahrplanzeiten
bekannt sind, ist diese Information nur bedingt hilfreich. Vor allem dann,
wenn die Information für einen anderen Zug gilt ;-)
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Nach Sljudjanka verläuft die Strecke auch noch 200 Kilometer entlang des
Baikalsees, wenn auch die Trassierung bei weitem nicht so spektakulär ist
wie auf der Zirkumbaikalbahn. Schön ist es trotzdem:
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So sieht’s im Zug aus – mein Bett:
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Selbstverständlich gibt es am Gang einen Fahrplanaushang mit allen
Zughalten:
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Nachdem der Zug den Baikalsee verlassen hat, geht es dem Fluss Selenga
entlang weiter nach Ulan-Ude. Einmal wird dabei der Fluss auch überquert:
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Ulan-Ude, die Hauptstadt der autonomen Republik Burjatien, erreichen wir mit
leichter Verfrühung um 13:00 Ortszeit. Hier verlassen wir die Transsib.
Weiter geht es auf der Transmongolischen Eisenbahn. Diese ist eingleisig und
nicht elektrifiziert, daher wird hier in Ulan-Ude die Lok gewechselt. Den
längeren Aufenthalt wollen wir eigentlich nützen, um uns ein Mittagessen zu
besorgen. Doch leider gibt es hier am Bahnsteig absolut nichts. Keine
„Babuschkas“ und nicht einmal einen Kiosk.

Aber zumindest ein bisschen fotografieren kann man. Hier EP1-154 mit Zug 54
Charkov – Vladivostok (oder 134 Charkov – Vladivostok oder 204 Penza –
Vladivostok; die fahren alle in der selben Fahrplantrasse aber an
unterschiedlichen Tagen. Wollte nicht nachrecherchieren welcher an diesem
Tag gerade gefahren ist):
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Kupe-Wagen in dem selben Zug – interessanterweise mit verblechter Tür an
einem Waggonende:
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Ab Ulan-Ude wird unser Zug von einer halben 2TE10-Doppellok gezogen:
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Der Speisewagen:
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Bahnhof Ulan-Ude:
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Nach der Abfahrt geht es bis zur Abzweigung noch ein paar Kilometer auf der
Transsib:
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Hier haben wir die Oberleitung schon hinter uns gelassen und dieseln
qualmproduzierend gemächlich mit 60 bis 80 km/h in Richtung Mongolei:
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Noch ein Blick auf Ulan-Ude:
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Vorbei geht es an ein paar landestypischen Industrieruinen:
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Da wir in Ulan-Ude nichts zum Essen bekommen haben, suchen wir nun den
Speisewagen auf. Wie in einem Touristenzug üblich ist er recht gut gefüllt.
Für normale Russen wäre das eher ein teurer Spass, 6 bis 7 Euro muss man für
ein Mittagessen (in meinem Fall: „Beef Stroganoff“ mit Nudeln, ein kleiner
Salat und ein Bier) schon einkalkulieren.

Irgendwo halten wir dann ausserplanmässig und warten auf einen besonderen
Gegenzug. Leider merke ich das zu spät, sodass ich mir kein offenes Fenster
zum Fotografieren des Touristenluxussonderzuges mit interessantem und teils
historischem Wagenmaterial suchen kann. Daher gibt es nur dieses Beweisfoto
eines in Österreich (an der 81er-Nummer erkennbar) zugelassenen
CIWLT-Schlafwagens:
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Mir ist aber ehrlich gesagt die Fahrt in einem Planzug viel lieber, ist
ausserdem viel billiger.

Die Landschaft ist mittlerweile schon steppenartig geworden:
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Holzverladung am Bahnhof Gusinoe Ozero:
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Kurzer Sufenthalt in Gusinoe Ozero:
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Weiter geht es – nur mehr eineinhalb Stunden Fahrt bis zum russischen
Grenzbahnhof Nauschki:
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Beim Aufenthalt in Dschida begegnet uns Zug 363 (Nauschki – Irkutsk, mit
Kurswagen Ulan-Bator – Irkutsk):
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Noch ein bisschen entlang eines Flusses....
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...und schon fahren wir pünktlich in Nauschki ein:
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Hier haben wir dreieinhalb Stunden Aufenthalt von 13:08 bis 16:40 (18:08 bis
21:40 Ortszeit).

Der Zug bleibt stehen und wir harren zunächst der Dinge, die nun kommen
werden. Nach kurzer Zeit kommen auch schon die russischen Grenzer und
sammeln die Pässe ein. Nachdem das erledigt ist, sagt uns die Schaffnerin,
dass wir nun für ca. eine Stunde aussteigen und spazieren dürfen. Diese
Gelegenheit nehmen wir natürlich wahr.

Ich schaue mir zuerst ein bisschen den Bahnhof an. Grenzbahnhöfe sind immer
etwas heikel, daher schaue ich beim Fotografieren schon darauf, dass mich
die Grenzer nicht dabei sehen, aber hier ist man fotografierende Touristen
wahrscheinlich eh gewöhnt. Auf jeden Fall gibt es keinerlei Probleme.

Am Bahnsteig:
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Im Bahnhof:
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Der Fahrplan ist hier leider kaum lesbar, daher eine kurze Zusammenfassung:

Einmal wöchentlich verkehrt das Zugpaar 3/4 Beijing – Moskva mit einer
chinesischen Garnitur. In der selben Trasse verkehrt zweimal wöchentlich das
Zugpaar 5/6 Ulan-Bator – Moskva abwechselnd mit russischer oder mongolischer
Garnitur.
Täglich verkehrt Zugpaar 363/364 (Ulan-Bator -) Nauschki – Irkutsk. Weiters
gibt es noch das tägliche Zugpaar 963/964 (Nauschki – Ulan-Ude).
Neben diesen planmässigen Zügen listet der Fahrplan noch zwei Nichtregelzüge
auf (ohne Angabe von Fahrplanzeiten und Verkehrstagen):
Zug 109/110 Ulan-Bator – Moskva
Zug 801/802 Erlian – Moskva
Mit letzterem ist wohl der Luxussonderzug gemeint, denn dessen Wagen werden
an der chinesischen Grenze in Erlian nicht umgespurt, die Fahrgäste müssen
in einen chinesischen Zug umsteigen.

Bahnhofsvorplatz:
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So sieht der Bahnhof von oben aus:
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Neben dem Bahnhof gibt es ein paar Verkaufsstände, wo wir auch unsere
letzten Rubel verprassen.

Ich schaue noch mal zur Zugspitze für ein Lokfoto:
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Kurz darauf wird an unserem Zug rangiert. Eine Verschublok zieht die hintere
Zughälfte (und somit auch unseren Waggon) weg. Der Speisewagen und ein
Kupe-Wagen werden nämlich hier ausgereiht. Die restlichen Wagen werden wenig
später wieder angehängt.
Darunter auch der Kurswagen Moskva – Erdenet:
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Da es im Zug recht heiss und stickig ist (in unserem Waggon war die
Klimaanlage kaputt und während des langen Aufenthaltes wäre sie sowieso
ausgeschaltet gewesen), bleiben wir solange es geht am Bahnsteig. Wir setzen
uns einfach auf den Boden hin und spielen Karten...

Aber gut eineinhalb Stunden bevor es weitergeht, kommt per
Lautsprecherdurchsage die Aufforderung, in den Zug einzusteigen.

Dann kommt noch die eher harmlose Zollkontrolle und wir bekommen unsere
Pässe zurück. Bis zur Abfahrt ist noch genügend Zeit, aber Aussteigen dürfen
wir nicht mehr. Entlang des Zuges patrouillieren einige Grenzer auf und ab
und bewachen den Zug. Um etwas Frischluft zu bekommen machen wir ein Fenster
auf, aber da kommt gleich eine Soldatin daher und macht uns klar, dass wir
das Fenster wieder zu schliessen haben...

Um uns die Zeit bis zur Abfahrt zu vertreiben, kochen wir uns eine
Knorr-Spargelcremesuppe – unser heutiges Abendessen.

Die Wartezeit wird auch dadurch verkürzt, dass wir Nauschki 12 Minuten vor
Plan verlassen. Kaum setzt sich der Zug in Bewegung öffnen wir alle Fenster
auf der Gangseite (auf der Abteilseite sind die Fenster nicht öffenbar) um
uns mit Hilfe des Fahrtwindes ein bisschen Frischluft zu verschaffen.
Mittlerweile ist es auch schon finster geworden, aber trotzdem schaue ich
beim Fenster raus, denn die Grenze ist sicher auch bei Nacht erkennbar.

Die Grenze ist dann in der Tat nicht zu übersehen, denn unmittelbar davor
bleiben wir noch kurz in einem Bahnhof (eher eine Ausweiche, es gibt nur
zwei Gleise) mit Stacheldraht und Überwachungsbrücken stehen. Nach diesem
kurzen Halt dürfen wir dann die Grenze überqueren.

Diese ist auch von oben gut an dem gerodeten Landstreifen erkennbar. Links
von der Grenze ist hier der kleine Bahnhof zu sehen.
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Man beachte das Wort „Druschba“ (= Freundschaft) im Feld auf der
mongolischen Seite!

Der Zug hält bereist kurz nach der Grenze wieder, auch hier Wachtürme und
Scheinwerfer. Die mongolischen Grenzer steigen zu und eskortieren den Zug
bis zum ersten richtigen Bahnhof in der Mongolei, Suche-Bator.

Hier in der Mongolei stimmt die Fahrplanzeit auch wieder mit der Ortszeit
überein. In Suche-Bator haben wir Aufenthalt von 22:35 bis 0:20. Nachdem wir
Einreisekarte, Zolldeklaration und Gesundheitserklärung ausgefüllt und den
Einreisestempel auf unser mongolisches Visum bekommen haben, dürfen wir
aussteigen und uns ein bisschen die Füsse vertreten. Es ist doch immer
wieder ein spannendes Gefühl, wenn man die ersten Schritte in einem zuvor
noch nie besuchten Land machen kann!!!

Am Bahnsteig in Suche-Bator:
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Nach dem Lokwechsel verlassen wir Suche-Bator schliesslich mit 15 Minuten
Verspätung. Die Temperatur ist mittlerweile erträglich und so legen wir uns
zum Schlafen hin.

Fortsetzung folgt.
Martin Purrucker
2006-10-08 17:15:20 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Montag 22. August 2005
Hier zweigt die sogenannte Zirkumbaikalbahn nach Port Baikal ab. Vor dem Bau
des Wasserkraftwerkes in Irkutsk war dies die eigentliche Transsib-Strecke
und führte von Port Baikal der Anagara entlang nach Irkutsk. Dieser
Abschnitt wurde durch den Staudammbau ab 1956 überflutet, der durchgehende
Verkehr wurde auf die neuerrichtete Strecke Irkutsk – Sljudjanka umgelegt.
Der Verkehr auf der Rumpfstrecke Sljudjanka – Port Baikal (die 1962 auf ein
Gleis rückgebaut wurde) ist seither recht spärlich, planmässig fährt derzeit
viermal wöchentlich ein Personenzug mit Güterbeförderung, ausserdem noch
spezielle Touristenzüge. Irgendwie ist es schon schade, dass die Transsib
nicht mehr über diese Strecke führt, denn es ist wohl eine der schönsten
Bahnstrecken in Russland.
Zustimmung, die Strecke sollte man sich nicht entgehen lassen.
Post by Helmut Uttenthaler
Ein paar andere Touristen, die noch dazu die gleiche Sprache wie wir
sprechen, putzen während des Aufenthaltes in Sljudjanka die Fenster und
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/car/passenger-misc/05_030.jpg
Ich weiss nicht warum, aber nach drei Wochen abseits der ausgetretenen
Touristenpfade kann ich für solche Leute, die unbedingt meinen, sie müssen
eine grosse Show abziehen und sich dabei aber eh nur lächerlich machen, nur
wenig Sympathie aufbringen...
Nun ja, in manchen Transsib-Reiseführern steht geschrieben, daß man
geeigntes Gerät zum Fensterputzen mitnehmen solle oder daß man sogar ein
anderes Abteil bekommen könne, wenn das Fenster verschmutzt sei...
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/Naushki/05_126.jpg
Gibt es dort Bahnhofszimmer zum Übernachten?
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/Naushki/05_118.jpg
Einmal wöchentlich verkehrt das Zugpaar 3/4 Beijing – Moskva mit einer
chinesischen Garnitur. In der selben Trasse verkehrt zweimal wöchentlich das
Zugpaar 5/6 Ulan-Bator – Moskva abwechselnd mit russischer oder mongolischer
Garnitur.
Täglich verkehrt Zugpaar 363/364 (Ulan-Bator -) Nauschki – Irkutsk. Weiters
gibt es noch das tägliche Zugpaar 963/964 (Nauschki – Ulan-Ude).
Der 363/364 scheint an jeder Milchkanne zu halten. Evtl. sind in diesem
Zug weniger Touristen zu finden?
Post by Helmut Uttenthaler
kommt noch die eher harmlose Zollkontrolle und wir bekommen unsere
Pässe zurück.
Gab es Probleme mit der Registrierung?
Post by Helmut Uttenthaler
Hier in der Mongolei stimmt die Fahrplanzeit auch wieder mit der Ortszeit
überein. In Suche-Bator haben wir Aufenthalt von 22:35 bis 0:20. Nachdem wir
Einreisekarte, Zolldeklaration und Gesundheitserklärung ausgefüllt und den
Einreisestempel auf unser mongolisches Visum bekommen haben, dürfen wir
aussteigen und uns ein bisschen die Füsse vertreten. Es ist doch immer
wieder ein spannendes Gefühl, wenn man die ersten Schritte in einem zuvor
noch nie besuchten Land machen kann!!!
http://www.railfaneurope.net/pix/ne/Mongolia/station/05_163.jpg
Was wird denn bei der Gesundheitserklärung alles gefragt? Gibt es von
Suche-Bator aus auch andere Züge nach Ulan-Bator? Auf http://www.mtz.mn/
habe ich keine Fahrpläne gefunden...


MfG

Martin
Helmut Uttenthaler
2006-10-08 17:57:51 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Nun ja, in manchen Transsib-Reiseführern steht geschrieben, daß man
geeigntes Gerät zum Fensterputzen mitnehmen solle oder daß man sogar
ein anderes Abteil bekommen könne, wenn das Fenster verschmutzt sei...
Letzteres halte ich für ein Gerücht. In der Regel ist nix mit Platz
tauschen, in der Regel sind die Züge nämlich voll.
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ru/station/Naushki/05_126.jpg
Gibt es dort Bahnhofszimmer zum Übernachten?
Darauf habe ich nicht geachtet.
Post by Martin Purrucker
Der 363/364 scheint an jeder Milchkanne zu halten. Evtl. sind in
diesem Zug weniger Touristen zu finden?
Wird wohl so sein, wir wollten uns aber die Fahrt entlang des Baikalsees bei
Tageslicht nicht entgehen lassen. Zug 363/364 wird angeblich gerne von
diversen Händlern genutzt, die allerhand Zeug über die Grenze bringen, dabei
soll es eher semi-legal zugehen.
Touristen, die nur von Irkutsk nach Ulan-Bator fahren, nehmen aber trotzdem
gerne Zug 364, da Fahrkarten für Zustieg in Irkutsk im durchgehenden Zug aus
Moskau schwieriger zu bekommen sind.
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
kommt noch die eher harmlose Zollkontrolle und wir bekommen unsere
Pässe zurück.
Gab es Probleme mit der Registrierung?
Nein.
Ich hatte eine Registrierung aus Moskau (hat dort das Hotel gemacht),
ausserdem eine aus Severobajkalsk (hat die Camporgansiation besorgt), die
auf Wunsch auch ein paar Tage nach Ablauf des Camps abdeckte. Bei den
Registrierungen war es auch kein Problem, dass wir teilweise Businessvisa
hatten.

Meine Freunde hatten nur eine Registrierung aus Moskau, danach 2 Wochen
nichts. Hat aber niemanden gestört.
Post by Martin Purrucker
Post by Helmut Uttenthaler
Hier in der Mongolei stimmt die Fahrplanzeit auch wieder mit der
Ortszeit überein. In Suche-Bator haben wir Aufenthalt von 22:35 bis
0:20. Nachdem wir Einreisekarte, Zolldeklaration und
Gesundheitserklärung ausgefüllt und den Einreisestempel auf unser
mongolisches Visum bekommen haben, dürfen wir aussteigen und uns ein
bisschen die Füsse vertreten. Es ist doch immer wieder ein
spannendes Gefühl, wenn man die ersten Schritte in einem zuvor noch
nie besuchten Land machen kann!!!
http://www.railfaneurope.net/pix/ne/Mongolia/station/05_163.jpg
Was wird denn bei der Gesundheitserklärung alles gefragt?
Hab das Foto noch schnell hochgeladen:
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Post by Martin Purrucker
Gibt es von
Suche-Bator aus auch andere Züge nach Ulan-Bator?
Letztes Jahr gab es neben den internationalen Zügen 3/4 bzw. 5/6 und 263/264
noch Zug 271/272: Ulan Bator 10:30 - Suche-Bator 19:57, Suche-Bator 6:10 -
Ulan-Bator 16:20.


Möchtest du in Nauschki übernachten und dann irgendwie mit Inlandszügen ab
Suche-Bator weiter? Da stellt sich nämlich noch die Frage nach der
Grenzüberquerung, in anderen Berichten habe ich nömlcih gelesen, dass der
einige Kilometer entfernte Strassengrenzübergang keine West-Toursiten
durchlässt. Leute, die mit irgendwelchen Offroad-Autos in die Mongolei
wollten, hätten einen ortsansässigen Chauffeur organisieren müssen, der das
Fahrzeug über die Grenze bringt, während sie selbst mit dem Zug von Nauschki
nach Suche-Bator fuhren. Ist mittlerweile möglicherweise anders.



--
LG

Helmut
Martin Purrucker
2006-10-09 10:23:28 UTC
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Post by Helmut Uttenthaler
Post by Martin Purrucker
Was wird denn bei der Gesundheitserklärung alles gefragt?
http://img66.imageshack.us/img66/200/gesundheitsdeklarationmongoleiim4.jpg
Vielen Dank.
Post by Helmut Uttenthaler
Post by Martin Purrucker
Gibt es von
Suche-Bator aus auch andere Züge nach Ulan-Bator?
Letztes Jahr gab es neben den internationalen Zügen 3/4 bzw. 5/6 und 263/264
noch Zug 271/272: Ulan Bator 10:30 - Suche-Bator 19:57, Suche-Bator 6:10 -
Ulan-Bator 16:20.
Der fährt dann die Strecke tagsüber.
Post by Helmut Uttenthaler
Möchtest du in Nauschki übernachten und dann irgendwie mit Inlandszügen ab
Suche-Bator weiter?
Im Augenblick habe ich keine konkreten Planungen für eine Reise in diese
Gegend :-)

Zu den Fahrpreisen: Hier http://www.wildberrytours.com/zug.htm ist als
Preis für Irkutsk-Ulan-Bator 120 Euro angegeben. Deine Fahrkarte
hingegen hat laut Umschlag ca. 45 Euro gekostet...
Werden in Nauschki internationale Fahrkarten verkauft?


MfG

Martin
Helmut Uttenthaler
2006-10-10 00:29:25 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Zu den Fahrpreisen: Hier http://www.wildberrytours.com/zug.htm ist als
Preis für Irkutsk-Ulan-Bator 120 Euro angegeben. Deine Fahrkarte
hingegen hat laut Umschlag ca. 45 Euro gekostet...
Ja, Reisebüros kassieren gerne mit. Hat uns schon einiges gespart, dass wir
die Fahrkarten zum "Nettopreis" bekommen haben...
Post by Martin Purrucker
Werden in Nauschki internationale Fahrkarten verkauft?
Da bin ich überfragt...


--
LG

Helmut
Helmut Uttenthaler
2006-10-10 08:27:58 UTC
Antworten
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Post by Martin Purrucker
Werden in Nauschki internationale Fahrkarten verkauft?
Ja, habe da auf http://www.rzd.ru/static/index.html?he_id=738 noch
wasgefunden.



--
LG

Helmut
Helmut Uttenthaler
2006-10-09 12:34:05 UTC
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Dienstag 23. August 2005


Während der Nacht legen wir die 379 Kilometer von Suche-Bator bis Ulan-Bator
zurück:

+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Bahnhof | Ankunft | Abfahrt | Zug |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Suche-Bator | 22:35| 0:20| D 6CH |
| Darchan | 1:53| 2:20| |
| Dsun-Chara | 4:15| 4:45| |
| Ulan-Bator | 7:35| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+

Um 6:30 weckt uns die Provodniza auf. Draussen macht sich schon Ulan-Bator,
die mongolische Hauptstadt, bemerkbar. Leider zeigt sich Ulan-Bator uns
nicht von seiner schönsten Seite: Es regnet in Strömen, der Himmel ist grau
in grau und die Industrieanlagen und das Kraftwerk neben der Bahn passen zum
Wetter:
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Die Abfahrtsverspätung von Suche-Bator haben wir längst eingeholt und so
kommen wir pünktlich um 7:35 in Ulan-Bator an:
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Kaum angekommen, merken wir auch schon, dass man hier wesentlich besser auf
Individualtouristen eingestellt ist als in Russland. Im Bahnhof gibt es eine
Tourist-Info, die wir aber gar nicht benötigen weil wir gleich von jemanden
vom „UB Guesthouse“ angesprochen und gefragt werden, ob wir eine Unterkunft
brauchen. Da dieses Hostel auch im Lonelyplanet empfohlen wird, greifen wir
gleich zu und verschwenden keine Zeit mehr mit anderen Angeboten.
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Praktisch ist auch, dass der Typ gleich mit einem Kleinbus gekommen ist,
sodass er die gewonnene Kundschaft gleich zum Hostel bringen kann. Zuvor
wechseln wir bei der Wechselstube am Bahnhof noch ein paar Dollar in
mongolische Tögrög. Für 70 USD bekommen wir 80500 MNT:
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So sieht das mongolische Geld aus:
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Anschliessend fahren wir mit dem erwähnten Kleinbus zum Hostel, wo wir nun
schon eine halbe Stunde nach Ankunft am Bahnhof ankommen. Das ist sehr
angenehm – ich würde mich im Urlaub ja als sehr unkompliziert bezeichnen,
aber was ich absolut nicht mag, ist eine langwierige Unterkunftssuche, noch
dazu mit schwerem Rucksack...

Dort angekommen, müssen wir noch ein bisschen warten, bis uns unsere Betten
zugeteilt werden. Das Hostel ist im Prinzip eine umgebaute Wohnung und es
geht recht familiär zu. Wir bedienen uns in der Küche und frühstücken
ordentlich. Es gibt Weissbrot, ein russisches Nutella-Imitat, Marmelade und
Kaffe oder Tee. Danach setzen wir uns im „Wohnzimmer“ hin, dort gibt es eine
bequeme Couch. Es ist recht viel los, Dutzende Backpacker wie wir und daher
gibt es halt die üblichen Diskussionen nach dem woher und wohin. Etliche
kommen so wie wir von Russland und wollen nach China oder sind in der
umgekehrten Richtung unterwegs. Die wenigsten fahren aber nur von Moskau
nach Peking oder umgekehrt sondern haben so wir noch mehr vor (oder schon
hinter sich). Manche sind von Thailand über Kambodscha und Vietnam nach
China gekommen, manche wollen von China über Tibet irgendwie nach Indien,
ein paar Amis auf dem Weg nach Irland, etc. etc – eine lustige Gesellschaft
also...

Und einen Zufall kann ich auch noch melden: Veronika trifft hier ein Mädchen
aus Deutschland, mit dem sie vor vier Wochen gemeinsam einen Sprachkurs in
Odessa gemacht hat. Veronika hat zwar gewusst, dass sie nach dem Kurs auch
Richtung China unterwegs ist, aber dass die beiden sich hier, im UB
Guesthouse, 8000 Bahnkilometer von Odessa entfernt, noch mal treffen würden,
hatten sie nicht geplant bzw. geahnt....

Wir nutzen die Zeit auch noch, um ein Programm für die nächsten Tage
festzulegen. Wir wollen nämlich auch was vom Land sehen. Die Leute vom UB
Guesthouse organisieren für uns eine dreitägige Autofahrt in Richtung
Westen, u.a. zur buddhistischen Klosteranlage Erdeni Cu. Das klingt
vielversprechend und es kostet auch nicht viel: Umgerechnet 45 Euro pro
Person für drei Tage, inklusive Fahrer und 2 Übernachtungen.

Nachdem wir dann unsere Betten (verteilt auf zwei 4er-Zimmer mit je 2
Stockbetten) bekommen haben und unser Zeug dort deponiert haben, beginnen
wir mit der Erkundung von Ulan-Bator. Priorität hat das Abholen der
Fahrkarten nach Peking, die hier irgendwo hinterlegt sein sollen. Dazu haben
wir einen Ausdruck eines E-Mails, das Alexanders (mein Bekannter in Moskau)
Partnerreisebüro in den Niederlanden an Alexander geschickt hat. Darin
steht, dass wir die Fahrkarten bei deren Partneragentur in Ulan-Bator
abholen können:

Gardi Travel, contactperson: Mr. Bolor Bayarbaatar, Zaluuchuud Avenue 20,
Khatan Suikh Center, 3rd floor, Ulaan Baatar, MO.

Eine Telefonnummer ist auch noch angegeben. Auf dem Stadtplan, den wir schon
am Bahnhof mitgenommen haben, finden wir die Strasse und machen uns
beschirmterweise auf den Weg dorthin, um die Hausnummer zu suchen. Wir
finden schliesslich das Haus und sogar einen Eingang und irgendwann den
richtigen Stock und eine Tür mit der Aufschrift „Gardi Travel“ – nichts wie
hinein!

Hinter der Tür sitzt dann eine Art Sekretärin, die aber mit unserem
E-Mail-Ausdruck nicht viel anfangen kann und nach einem Voucher fragt (das
alles in holprigem Englisch, aber wesentlich besser als unser
Mongolisch...). Sie sucht dann in den zur Abholung bereitliegenden
Fahrkarten, dort ist auch nichts. Dann verschwindet sie und nach einigen
Minuten kommt sie dann doch mit unseren Fahrkarten wieder zurück.
Erleichterung!

MTZ-Kuvert und die Buchfahrkarte:
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Nochmal das Kuvert:
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Bettkarte:
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Bettkartenquittung:
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Fahrkarte:
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Mittlerweile macht sich Hunger bemerkbar und so suchen wir ein
Fastfood-Restaurant in der gleichen Strasse auf.

Danach ziehen wir ein knappes Sightseeing-Programm durch.

Suche-Bator-Platz (Süch Baatar Platz):
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Strassenwegweiser:
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Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube, das müsste das
Gandan-Kloster sein:
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Irgendwie ist Sightseeing bei so einem Wetter aber nur mässig lustig,
weshalb wir es vorerst bleiben lassen. Wir teilen uns auf: Doreen, Veronika
und Florian wollen ein bisschen „shoppen“, Anja möchte sich doch noch ein
anderes Kloster (oder irgendwas in der Art) ausserhalb der Stadt anschauen
und mich zieht es in Richtung Bahnhof...

Bei so einer gemischten Reisegruppe ist es wichtig, dass man nicht
zwangsläufig alles gemeinsam machen muss, sondern dass jeder bei Bedarf sein
eigenes Programm durchziehen kann. Das hat bei uns dann auch in weiterer
Folge immer sehr gut geklappt, so dass wir nie lange Diskussionen über
unsere Aktivitätenplanung hatten. Und vieles haben wir ohnehin gemeinsam
gemacht.

Ich mache mich also durch den etwas nachlassenden Regen auf den Weg zum
Bahnhof, wo mir auch dieses Werbeplakat der Mongolischen Eisenbahn
unterkommt:
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Der Bahnhofsvorplatz:
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Neben dem Hausbahnsteig gibt es noch einen Inselbahnsteig. Am Hausbahnsteig
steht ein langer Inlandsschnellzug von Erdenet nach Dzhamyn Uud. Die
mongolische Eisenbahn ist eigentlich eine ziemlich „sowjetische“ Eisenbahn,
Fahrzeuge und Sicherungstechnik sind die gleichen, die meisten Anschriften
sind auf russisch. Das ist allerdings klar, denn die Transmongolische
Eisenbahn wurde ja in den 1950er-Jahren quasi von den Sowjets gebaut. Davor
gab es in der Mongolei keine Eisenbahn.

Eine Karte der Transmongolischen Eisenbahn samt Stichstrecken:
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Im Nordosten der Mongolei gibt es noch ein davon isoliertes „Netz“:
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Aber zurück zum Zug auf Bahnsteig 1 – der Speisewagen mit russischer
Beschriftung:
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Zuglaufschild (UB steht für Ulan Bator bzw. Ulaanbaatar):
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Der Zug vom Bahnsteig zwei aus gesehen:
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Nochmal der Speisewagen:
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Der Inselbahnsteig scheint recht neu zu sein:
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Auf Gleis 2 steht ein Schnellzug nach Zuun Charaa:
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Hier noch mal der Zug nach Dzhamyn Uud:
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Der Zug besteht insgesamt aus 22 oder 23 Waggons. Gezogen wird er von einer
2M62:
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Abseits der Bahnsteiggleise sind diese Verschublok und etliche Güterwagen zu
sehen:
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Dieser Güterwagen sieht aus, als hätten die Mongolischen Eisenbahnen ihn
gebraucht von der Litauischen Eisenbahn gekauft, das Logo links oben deutet
darauf hin.
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Noch schnell drei Photos vom Bahnhofsgebäude:
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Nachher spaziere ich zurück zum Hostel. Vor dem „State Department Store“...
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... fotografiere ich dann noch schnell eine lebende Telefonzelle:
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Hier kann man gegen Entgelt über ein Schnurlostelefon telefonieren. Solche
„Privat-Telefonzellen“ habe ich hier in UB zuhauf gesehen.

Nach einem kurzen Besuch in einem Internetcafe unweit des Hostels treffe ich
meine Freunde wieder.

Den Abend verbringen wir nicht im Hostel, wir spazieren auf der Suche nach
einem netten Lokal ein bisschen durch UB. Wir testen aber nicht das nach dem
deutschen Reinheitsgebot gebraute Chinggis-Bier...
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...sondern wollen ausprobieren, ob das hiesige Cafe „Sacher“ mit einem
österreichischen Kaffeehaus mithalten kann. Die beiden österreichischen
Reiseteilnehmer vor dem Cafe Sacher:
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Es ist dann auch ganz nett, und die Sachertorte schmeckt auch fast wie
daheim:
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Mit diesem Stück österreichischer Kaffeehauskultur fernab der Heimat endet
der heutige Tag und somit dieser Teil des Reiseberichtes.

Der nächste Teil ist dann wieder eisenbahnfrei, es geht mit einem UAZ in die
mongolische Provinz!
Wolfgang Decker
2006-10-09 17:08:15 UTC
Antworten
Permalink
"Helmut Uttenthaler" <***@gmx.at> schrub:

Hallo Helmut,
Post by Helmut Uttenthaler
Während der Nacht legen wir die 379 Kilometer von Suche-Bator bis Ulan-Bator
zurück
ich beneide dich um diese Reise, war selbst mit der Transsib
unterwegs, leider ohne Zwischenstopps.

Vielen vielen Dank für deine Arbeit, die Berichte zu schreiben und zu
bebildern.

Wollt ich nur mal gesagt haben ;-)

lg
Wolfgang
--
"Dogs come when they're called; cats take a message and get back to
you later." - Mary Bly
Neu: http://www.traumrouten.com/Content.Node/motorraeder/triumph/tiger-1050.php
Georg Hofer
2006-10-09 21:00:45 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Dienstag 23. August 2005
[...]
http://www.railfaneurope.net/pix/ne/Mongolia/station/05_198.jpg
Seh ich da wirklich einen Kühlschrank? *g*


mfg Georg
--
Georg Hofer
GRAZ - Austria
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-10-09 21:11:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Georg Hofer
Post by Helmut Uttenthaler
http://www.railfaneurope.net/pix/ne/Mongolia/station/05_198.jpg
Seh ich da wirklich einen Kühlschrank? *g*
Ist dort vielleicht Tony Hawks?

<http://www.tony-hawks.com/riwaf.php>

SCNR,

-kut
Helmut Uttenthaler
2006-10-09 21:21:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Georg Hofer
Post by Helmut Uttenthaler
Dienstag 23. August 2005
[...]
http://www.railfaneurope.net/pix/ne/Mongolia/station/05_198.jpg
Seh ich da wirklich einen Kühlschrank? *g*
Aber sicher. Das kann man alles mit dem Zug transportieren...



--
LG

Helmut
Gernot Egger
2006-10-09 21:03:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
Dienstag 23. August 2005
Gibt es davon keine Online-Version?

lg Gernot
Helmut Uttenthaler
2006-10-09 21:18:50 UTC
Antworten
Permalink
habe vergessen, den Link einzufügen:
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3105120


--
LG

Helmut
Gernot Egger
2006-10-09 22:08:59 UTC
Antworten
Permalink
Post by Helmut Uttenthaler
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?30,3105120
Danke!

lg Gernot
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