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Wie Verspaetung entsteht
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Tobias Nicht
2018-11-03 09:54:37 UTC
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Moin,

heut mal wieder ein Bericht von der anderen Seite. Ich hatte gestern
eine Lz Fahrt über ca 200 km von der "Spezialwerkstatt" ins heimische
BW.
Orte nenne ich keine, denn die meisten wissen von wo nach wo es ging
und es ist eigentlich uninteressant.

Als ich nach Gastfahrt in der Werkstatt eintraf war der VT sogar schon
fertig und freigegeben. Schnell den Papierkram gemacht, danach den
Vorbereitungsdienst und es konnte losgehen.
Die Lokleitung gab mir die Zustimmung bis zum ersten Ls des örtlich
zuständigen Fahrdienstleiter. Der wiederum lies mich in den Bahnhof
und sagte mir das es gleich los geht. Als ich aus dem Anschluß
herausrangierte kam noch ein GÜterzug in meine Fahrtrichtung durch.
Führerstand gewechselt und auf Ks1 gewartet. Pünktlich 4 Minuten zu
früh setzte ich mich in Bewegung.

Bis zum nächsten Blocksignal. Der Güterzug war wohl doch nicht so
schnell wie ich dachte. Das nächste Blocksignal war an einem Abzweig
und scheinbar fuhr der Güterzug doch nicht gerade aus, naja
Tempobegrenzer auf 65 und hinterherzockeln.
Am Blocksignal vor dem nächsten Bahnhof war erstmal 15 Minuten
Zwangspause.
Der Güterzug war zu langsam und der Fdl ließ erstmal die Personenzüge
abfahren. Zwei die mir entgegen kamen und den in die selbe Richtung.
Langsam ging es dann weiter, allerdings gab es seitens der Fdl wieder
Null Kommunikation. Die RB hinter mir hat dadurch übrigens +15
bekommen.
Der nächste Fdl sprach wieder mit mir und sagte: fahre max 70, dann
hast du grüne Welle. Vor dir ist ein Güterzug und davor der
Bersonensug. Hatte ich vermutet.
Bis kurz vor die nächste größere Stadt ging es mit 70. Die RB endete
da, der Güterzug bog links ab und ich, ja ich stand an der Ausfahrt.
Der RE war aufgelaufen und da der Güterzug scheinbar vor der Einfahrt
zum halten gekommen war, hatte der +10. Er durfte also vorbei. Ich
hatte vmax 120 und der RE auch. Der RE hält aber auf der Strecke noch
3 mal. Muss man nicht verstehen, ist aber so.
Dann durfte auch noch eine RB vor mich. Also langsam hinterher.
Die RB bog 4 Halte weiter ab und ich konnte voll fahren. Gut ich kenne
ja die Strecke und bin nur 110 gefahren um nicht auf den RE
aufzulaufen.
Hat auch funktioniert bis zum ersten S-Bahn Endpunkt. Die durfte vor
mich. Eigentlich kein Problem, die Strecke hat drei Gleise, aber nix
mit Alternativweg, immer schön der S-Bahn hinterher. Tempobegrenzer
auf 50 und zurücklehnen.
Am nächsten Großstadtbahnhof war die S-Bahn dann weg und ich konnte
den Signalen entsprechend fahren, aber nicht lange, dann hatte ich
wieder eine RB vor mir, aber nicht lange, nur ist der nächste RE im
Block hinter mir. Ich rechnete schon damit am übernächsten Bahnhof
links raus zu müssen, aber nee Ks1, dann am übernächsten, denn wegen
Bauarbeiten ist da eingleisig und was soll ich sagen, Einfahrt mit 60
rechts raus.
Der Gegenzug war da und ganz hinten sah ich schon die Lichter des RE.
Plötzlich für mich schaltet die Ausfahrt, damit hatte ich nicht
gerechnet. Ab geht es und auf grüner Welle Richtung Heimat. Der Rest
war unspektakulär.
Der RE hat seine Verspätung wieder aufgeholt.
Ich bin von -4 auf +45 und mit +20 angekommen. Für den Personenverkehr
war es eine Verspätung von insgesamt 35 Minuten. Auf dichter
befahrenen Strecken haut sowas noch mehr rein und der Grund? ein
unpünktlicher Güterzug.

Gruß Tobias
U***@web.de
2018-11-03 10:08:52 UTC
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Post by Tobias Nicht
heut mal wieder ein Bericht von der anderen Seite. Ich hatte gestern
eine Lz Fahrt über ca 200 km von der "Spezialwerkstatt" ins heimische
BW.
Orte nenne ich keine, denn die meisten wissen von wo nach wo es ging
und es ist eigentlich uninteressant.
Als ich nach Gastfahrt in der Werkstatt eintraf war der VT sogar schon
fertig und freigegeben. Schnell den Papierkram gemacht, danach den
Vorbereitungsdienst und es konnte losgehen.
Die Lokleitung gab mir die Zustimmung bis zum ersten Ls des örtlich
zuständigen Fahrdienstleiter. Der wiederum lies mich in den Bahnhof
und sagte mir das es gleich los geht. Als ich aus dem Anschluß
herausrangierte kam noch ein GÜterzug in meine Fahrtrichtung durch.
Führerstand gewechselt und auf Ks1 gewartet. Pünktlich 4 Minuten zu
früh setzte ich mich in Bewegung.
Bis zum nächsten Blocksignal. Der Güterzug war wohl doch nicht so
schnell wie ich dachte. Das nächste Blocksignal war an einem Abzweig
und scheinbar fuhr der Güterzug doch nicht gerade aus, naja
Tempobegrenzer auf 65 und hinterherzockeln.
Am Blocksignal vor dem nächsten Bahnhof war erstmal 15 Minuten
Zwangspause.
Der Güterzug war zu langsam und der Fdl ließ erstmal die Personenzüge
abfahren. Zwei die mir entgegen kamen und den in die selbe Richtung.
Langsam ging es dann weiter, allerdings gab es seitens der Fdl wieder
Null Kommunikation. Die RB hinter mir hat dadurch übrigens +15
bekommen.
Ich hätte ja zwischenzeitlich versucht, den Lr auf ein Überholgleis
zu schicken.
Post by Tobias Nicht
Der nächste Fdl sprach wieder mit mir und sagte: fahre max 70, dann
hast du grüne Welle. Vor dir ist ein Güterzug und davor der
Bersonensug. Hatte ich vermutet.
Bis kurz vor die nächste größere Stadt ging es mit 70. Die RB endete
da, der Güterzug bog links ab und ich, ja ich stand an der Ausfahrt.
Der RE war aufgelaufen und da der Güterzug scheinbar vor der Einfahrt
zum halten gekommen war, hatte der +10. Er durfte also vorbei. Ich
hatte vmax 120 und der RE auch. Der RE hält aber auf der Strecke noch
3 mal. Muss man nicht verstehen, ist aber so.
Lr sind schonmal etwas nachrangig, schon weil für sie
Taktknoten etc. wenig Relevanz haben, also zwecks Umsteigebeziehung.

Und was nutzt es, wenn man im Zulauf auf den nächstgrößeren Knoten
eine Trasse blockiert, die eigentlich der RE im Blockabstand
zu RB oder S nutzen sollte?
Post by Tobias Nicht
Dann durfte auch noch eine RB vor mich. Also langsam hinterher.
Die RB bog 4 Halte weiter ab und ich konnte voll fahren. Gut ich kenne
ja die Strecke und bin nur 110 gefahren um nicht auf den RE
aufzulaufen.
Hat auch funktioniert bis zum ersten S-Bahn Endpunkt. Die durfte vor
mich. Eigentlich kein Problem, die Strecke hat drei Gleise, aber nix
mit Alternativweg, immer schön der S-Bahn hinterher.
War das eigentlich die "Aufgabe" des RE?
Jan Marco Funke
2018-11-03 12:11:26 UTC
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Post by Tobias Nicht
Ich bin von -4 auf +45 und mit +20 angekommen. Für den Personenverkehr
war es eine Verspätung von insgesamt 35 Minuten. Auf dichter
befahrenen Strecken haut sowas noch mehr rein und der Grund? ein
unpünktlicher Güterzug.
Erinnert mich an einen Tf aus dem Ruhrgebiet, der hier früher schrieb
und schilderte, schon öfter folgende Ansage in einem VT 628 auf der
sogenannten Nokia-Bahn gemacht zu haben: "Sehr geehrte Fahrgäste, unsere
Abfahrt wird sich noch um einige Minuten verzögern, da wir erst noch
einen Güterzug mit leicht verderblichen Stahlrollen vorlassen müssen".
--
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
Tobias Nicht
2018-11-03 12:16:26 UTC
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On Sat, 3 Nov 2018 13:11:26 +0100, Jan Marco Funke
Post by Jan Marco Funke
Post by Tobias Nicht
Ich bin von -4 auf +45 und mit +20 angekommen. Für den Personenverkehr
war es eine Verspätung von insgesamt 35 Minuten. Auf dichter
befahrenen Strecken haut sowas noch mehr rein und der Grund? ein
unpünktlicher Güterzug.
Erinnert mich an einen Tf aus dem Ruhrgebiet, der hier früher schrieb
und schilderte, schon öfter folgende Ansage in einem VT 628 auf der
sogenannten Nokia-Bahn gemacht zu haben: "Sehr geehrte Fahrgäste, unsere
Abfahrt wird sich noch um einige Minuten verzögern, da wir erst noch
einen Güterzug mit leicht verderblichen Stahlrollen vorlassen müssen".
Wenn ich genügend Puffer habe und die Strecke passt, ist das ok. Bei
Regionalbahnen liegt der Durchschnitt meist zwischen 70 und 80.
Da ist der Güterzug weg, braucht nicht runterbremsen und viel Energie
aufwenden um wieder in Fahrt zu kommen.

Es würde viel helfen, wenn im Güter- und Gelegenheitsverkehr die
erstellte Fahrpläne auch eingehalten werden.

Gruß Tobias
Jan Marco Funke
2018-11-03 12:27:07 UTC
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Post by Tobias Nicht
Wenn ich genügend Puffer habe und die Strecke passt, ist das ok. Bei
Regionalbahnen liegt der Durchschnitt meist zwischen 70 und 80.
Da ist der Güterzug weg, braucht nicht runterbremsen und viel Energie
aufwenden um wieder in Fahrt zu kommen.
Hier auf der viergleisigen Strecke Hamm - Minden gibt es gelegentlich
Parallelfahrten. RE auf den Personengleisen, Güterzug auf den
Gütergleisen. Auf freier Strecke überholt der Nahverkehr mit 160 km/h
den Güterzug ziemlich zügig, aber beim Halt im nächsten Bahnhof überholt
der Güterzug wieder. Effektiv haben beide ziemlich genau dieselbe
Durchschnittsgeschwindigkeit. Auf anderen Strecken, wo die
Haltestellenabstände besonders kurz sind, sind die Güterzüge natürlich
schneller als die RB, so lange sie freie Fahrt haben. Zum Beispiel im
Rheintal, da stört es meistens überhaupt nicht, wenn man direkt vor der
RB noch einen Güterzug abfahren lässt.
Post by Tobias Nicht
Es würde viel helfen, wenn im Güter- und Gelegenheitsverkehr die
erstellte Fahrpläne auch eingehalten werden.
Im Personenverkehr auch. :-)
--
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
U***@web.de
2018-11-04 11:08:41 UTC
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Post by Jan Marco Funke
Post by Tobias Nicht
Ich bin von -4 auf +45 und mit +20 angekommen. Für den Personenverkehr
war es eine Verspätung von insgesamt 35 Minuten. Auf dichter
befahrenen Strecken haut sowas noch mehr rein und der Grund? ein
unpünktlicher Güterzug.
Erinnert mich an einen Tf aus dem Ruhrgebiet, der hier früher schrieb
und schilderte, schon öfter folgende Ansage in einem VT 628 auf der
sogenannten Nokia-Bahn gemacht zu haben: "Sehr geehrte Fahrgäste, unsere
Abfahrt wird sich noch um einige Minuten verzögern, da wir erst noch
einen Güterzug mit leicht verderblichen Stahlrollen vorlassen müssen".
Hinter einer RB, VT 628, will man einen schweren Gz mit Elektrolok
nicht unbedingt haben.

Gruß, ULF

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