Discussion:
RB: Ab in die Toskana, IV
Add Reply
Oliver Schnell
2004-08-19 15:37:14 UTC
Antworten
Permalink
Während des Aufenthaltes am Urlaubsort gab es – von einem Tagesausflug
per Zug nach Pisa abgesehen – nicht allzuviel bahnspezifisches.
Tariflich bleibt hierzu zu sagen, dass uns der Familientarif der FS
erst auf Nachfrage verkauft wurde und dieser ganz auf die italienische
Kleinfamilie mit nur einem Kind abgestimmt ist, sprich weitere Blagen
nur zu den üblichen 50% mitgeführt werden dürfen. Auf der Rückfahrt
von Pisa sah ich auf dem Nachbargleis einen Militärsonderzug stehen,
der aus ein paar ziemlich alten Schnellzugwagen bestand, die
jedoch wie fabrikneu, bzw. frisch museal aufgearbeitet erschienen. Die
Beschriftung teilte irgendwas in der Art mit, dass diese Wagen zu
einer Art mobiler Einsatztruppe gehören. Fotos dieses Wagentyps habe
ich auf railfaneurope.net keine gefunden, vielleicht hilft es weiter,
wenn ich sie als eine Art italienische Version von Hechtwagen
bezeichne. Seit meinem letzten Besuch im FS-Land vor mittlerweile drei
Jahren fiel mir auf, dass im Nahverkehr eine ganze Menge ehemaliger
Schnellzugwagen eingesetzt werden, frisch lackiert (grün/weiß
statt ehemals rot) und anderer Innenraumgestaltung (Großraum) sowie
vermehrt Züge mit nagelneuen klimatisierten Doppelstockwagen
verkehren.

In Cecina selbst findet sich – habe ich noch nie in Italien gesehen –
ein Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse zwischen Cecina und seinem
Ortsteil Mare, auf dem wir des öfteren mit unseren, vom Hotel
kostenfrei gestellten Rädern, entlang fuhren. Wann die Strecke
dichtgemacht wurde, weiß hier nicht zufällig jemand?

Das Thema der „letzten Meile“, deren (Nicht-) Überwindbarkeit, bzw.
das (Nicht-) Wissen darüber, möchte ich im Rahmen dieses Reiseberichts
noch kurz anschneiden: Am Nachbartisch im Hotel war eine Familie aus
der Schweiz; die obwohl grundsätzlich durchaus bahnaffin (und mit
Halbtax etc. ausgestattet), letztendlich doch nach Cecina mit dem Auto
gereist war, weil ihr keinerlei Informationen darüber vorlagen, ob und
wie man denn das letzte Stück bis ins Hotel zurücklegen könne.

Jeder Urlaub endet mal und so hieß es eine Woche später, wieder gen
Heimat zu reisen. Vorher aber wollten wir noch kurz ein paar Stunden
in Florenz verbringen, wohin praktischerweise ein direkter Regionale
ab Cecina um 10:22 Uhr fährt. Zum Bahnhof Cecina ist zu sagen, dass
dieser neben dem Hausbahnsteig (Gleis 1) über einen Inselbahnsteig
sowie einen sehr schmalen Notbahnsteig (kaum 1 Meter breit) verfügt,
an dem die Gleise 4 und 5 liegen, von denen jedoch für den
Personenverkehr nur das Gleis 5 bei einzelnen Zügen genutzt wird. Zu
erreichen ist dieser Notbahnsteig durch einen ebenerdigen Übergang vom
Inselbahnsteig aus. Eine vergleichbare Situation kenne ich sonst nur
noch im Bahnhof des schweizerischen Weinfelden. Wo gibt es denn sonst
noch im Fernverkehr bediente Stationen mit einem solchen (oder
vergleichbaren) Layout?

Unser Regionale gehört zu den wenigen Zügen die das Gleis 5 nutzen,
Der Grund liegt in der Überholung die dieser Zug durch den IC Rom –
Turin, der ebenfalls Cecina bedient, erfährt. Nach Einfahrt des
Regionale wechseln alle Aussteiger vom Notbahnsteig auf den
Inselbahnsteig, dann fährt der IC auf demjenigen Gleis ein, dass
gerade von den Fahrgästen noch überquert wurde. Der IC fährt ab, der
Übergang wird wieder freigegeben und kurze Zeit später rollt auch der
Regionalzug von dannen. Interessant ist dabei, dass sowohl Hafas, als
auch trenitalia.com zwischen beiden Zügen keine Umsteigemöglichkeit
ausweisen. Dabei machte diese durchaus Sinn, z.B. in Form der mit
Abstand schnellsten Tagesverbindung zwischen Elba (resp. Piombino
Marittima) und Südwestdeutschland. Feature oder Bug?

In unserem Zug wurden auch tatsächlich Fahrkarten kontrolliert, mir
scheint, dass dies im italienischen SPNV durch die Pflicht zur
Entwertung der Tickets am Einsteigebahnhof, mittlerweile recht selten
geschieht. Der Zug übrigens bereits bei Abfahrt gut besetzt, leerte
sich in den zwischen Cecina und Livorno liegenden Badeorten
zusehends, um sich in Livorno kräftig mit Fahrgästen nach Pisa zu
füllen. Das Studium des Fahrplans macht deutlich, dass der Zuspruch
wohl auch daran liegt, dass zwischen ihm und dem nächsten in diese
Richtung fahrenden ein recht großes Vormittagsloch herrscht. Diesmal
westlich am Flughafen vorbei (dann steht der Zug in Pisa richtig für
die Weiterfahrt nach Firenze), erneut heftiger Fahrgastwechsel
(Italiener nach Pisa werden u.a. durch nach Siena fahrende Briten mit
Reiseführer und Sonnenhüten ersetzt) und weiter geht’s durch eine
völlig zersiedelte Landschaft nach Empoli, wo die Strecke nach Siena
abzweigt und Good Old England uns verlässt. Die Strecke wird jetzt
landschaftlich etwas reizvoller und kurviger, kann aber mit der
Strecke Firenze – Lucca, die wir auf der Hinfahrt benutzten, nicht
mithalten.

In Firenze dann pünktliche Ankunft (wieder auf so einem
etwas vorgelagerten Bahnsteig), wie auch auf der Ankunftstafel nur ein
einziger Zug mit Verspätung (20 min) angeschlagen war, und dann ab zur
Gepäckaufbewahrung. Dieses Unterfangen gestaltete sich als etwas
schwierig, da sich vor dieser (personenbedient, Automaten gibt’s keine
oder zumindest haben wir keine gesehen) eine riesige Schlange von über
100 Metern quer durch die Bahnhofshalle zog. Nicht nur, dass halb
Deutschland (und ebenso auch Amis und die nirgendwo fehlenden Japaner)
ausgerechnet heute Florenz ihre Aufwartung machen mochten, nein just
ab diesem Tage wird aus Sicherheitsgründen bei der Gepäckaufbewahrung
eine gemeinsame Kopie des Ausweises und des Gepäckscheins jedes Kunden
gezogen und das vom Kopierer ausgespuckte A4-Blatt irgendwo
umständlich abgeheftet. Irgendwie scheint sich die Gepäckaufbewahrung
als das Manko unserer diesjährigen Italienfahrt zu zeigen. Während des
Schlangestehens sehen wir noch einen historischen Wagenpark für einen
Sonderzug (noch ohne vorgespannte Lok) herumstehen, der von diversen,
mit Kameras bewaffneten Herrschaften umlagert wird.

Vom Rundgang durch Florenz nur soviel, dass die Kirche, nach der der
Hbf seinen Namen hat (Santa Maria Novella) wirklich sehenswert ist und
sich bei längeren Umsteigeaufenthalten auch zu einer kurzen
Besichtigung wirklich lohnt.

Jedenfalls sind wir gegen 16:30 Uhr wieder zurück und stehen (diesmal
keine Schlange bei der Gepäckaufbewahrung) am Bahnsteig des E 1100,
wie der NZ 300 hier in Firenze genannt wird vor unserem
WLABmz 173 an der Zugspitze, wo noch die Zuglok fehlt.

Fortsetzung im fünften und letzten Teil.

Oliver Schnell
Ulf Kutzner
2004-08-19 16:09:00 UTC
Antworten
Permalink
Post by Oliver Schnell
in Florenz verbringen, wohin praktischerweise ein direkter Regionale
ab Cecina um 10:22 Uhr fährt.
Der Grund liegt in der Überholung die dieser Zug durch den IC Rom –
Turin, der ebenfalls Cecina bedient, erfährt. Nach Einfahrt des
Regionale wechseln alle Aussteiger vom Notbahnsteig auf den
Inselbahnsteig, dann fährt der IC auf demjenigen Gleis ein, dass
gerade von den Fahrgästen noch überquert wurde. Der IC fährt ab, der
Übergang wird wieder freigegeben und kurze Zeit später rollt auch der
Regionalzug von dannen. Interessant ist dabei, dass sowohl Hafas, als
auch trenitalia.com zwischen beiden Zügen keine Umsteigemöglichkeit
ausweisen. Dabei machte diese durchaus Sinn, z.B. in Form der mit
Abstand schnellsten Tagesverbindung zwischen Elba (resp. Piombino
Marittima) und Südwestdeutschland. Feature oder Bug?
10:19/22 ist eben kein Standardumstieg. Müßte jemand ins System
eingeben, und zwar beginnend bei Trenitalia.

Gruß, ULF
Christoph Muenzing
2004-08-26 22:55:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Oliver Schnell
Interessant ist dabei, dass sowohl Hafas, als
auch trenitalia.com zwischen beiden Zügen keine Umsteigemöglichkeit
ausweisen. Dabei machte diese durchaus Sinn, z.B. in Form der mit
Abstand schnellsten Tagesverbindung zwischen Elba (resp. Piombino
Marittima) und Südwestdeutschland. Feature oder Bug?
10:19/22 ist eben kein Standardumstieg. Müßte jemand ins System
eingeben, und zwar beginnend bei Trenitalia.
AFAIK beträgt die minimale Übergangszeit für Anschlüsse, die auch offiziell
als solche gelten, in .it 5 min. Evtl ist das der Grund, warum der
"Anschluß" in den Fahrplanmedien nicht als solcher ausgewiesen ist.
Weiß der Geier, warum man so eine Überholung ohne offiziellen Anschluß
macht, eine kundenorientierte Fahrplangestaltung ist das jedenfalls nicht.
Als Grund vermute ich, daß man sich die Flexibilität wahren will, die
Überholung im Verspätungsfall ggf. verlegen zu können, ohne da irgendwelche
Rücksichten auf Anschlußreisende nehmen zu müssen. Meiner (mitunter
leidvollen) Beobachtung nach ist es eindeutig so, daß bei den FS
Trassenkonflikte, die im Verspätungsfall entstehen, viel stärker als
hierzulande zulasten des RV und zugunsten des FV gelöst werden. Ein R wird
gerne mal für 20 min außerplanmäßig stehengelassen, nur daß sich die
Verspätung eines überholenden ES oder IC nicht von 15 auf 20 min erhöht...

Gruß,
Christoph
Oliver Schnell
2004-09-06 19:36:28 UTC
Antworten
Permalink
On Fri, 27 Aug 2004 00:55:02 +0200, "Christoph Muenzing"
Post by Christoph Muenzing
Post by Ulf Kutzner
Post by Oliver Schnell
Interessant ist dabei, dass sowohl Hafas, als
auch trenitalia.com zwischen beiden Zügen keine Umsteigemöglichkeit
ausweisen. Dabei machte diese durchaus Sinn, z.B. in Form der mit
Abstand schnellsten Tagesverbindung zwischen Elba (resp. Piombino
Marittima) und Südwestdeutschland. Feature oder Bug?
10:19/22 ist eben kein Standardumstieg. Müßte jemand ins System
eingeben, und zwar beginnend bei Trenitalia.
AFAIK beträgt die minimale Übergangszeit für Anschlüsse, die auch offiziell
als solche gelten, in .it 5 min. Evtl ist das der Grund, warum der
"Anschluß" in den Fahrplanmedien nicht als solcher ausgewiesen ist.
Mir ging es in deisem falle nicht um den Anschluss IC auf R in Cecina,
der ist lt. meinem Offline-Hafas 19 auf 22, sondern um den von R auf
IC und das ist 10:15 auf 10:20 Uhr, was nach der von dir genannten
5-Minuten nein nicht Trerrine sondern Pauschale funktionieren müsste.
Post by Christoph Muenzing
Als Grund vermute ich, daß man sich die Flexibilität wahren will, die
Überholung im Verspätungsfall ggf. verlegen zu können, ohne da irgendwelche
Rücksichten auf Anschlußreisende nehmen zu müssen.
Das ist naütlich im Grundsatz ein Argument. Nur denke ich, dass in der
konkreten Situation eher der IC Verspätung haben könnte (kommt
schließlich aus Rom) als der Regionale.

Oliver Schnell
Ulf Kutzner
2004-09-07 10:39:11 UTC
Antworten
Permalink
Post by Oliver Schnell
Post by Christoph Muenzing
Post by Ulf Kutzner
Post by Oliver Schnell
Interessant ist dabei, dass sowohl Hafas, als
auch trenitalia.com zwischen beiden Zügen keine Umsteigemöglichkeit
ausweisen. Dabei machte diese durchaus Sinn, z.B. in Form der mit
Abstand schnellsten Tagesverbindung zwischen Elba (resp. Piombino
Marittima) und Südwestdeutschland. Feature oder Bug?
10:19/22 ist eben kein Standardumstieg. Müßte jemand ins System
eingeben, und zwar beginnend bei Trenitalia.
AFAIK beträgt die minimale Übergangszeit für Anschlüsse, die auch offiziell
als solche gelten, in .it 5 min. Evtl ist das der Grund, warum der
"Anschluß" in den Fahrplanmedien nicht als solcher ausgewiesen ist.
Mir ging es in deisem falle nicht um den Anschluss IC auf R in Cecina,
der ist lt. meinem Offline-Hafas 19 auf 22, sondern um den von R auf
IC und das ist 10:15 auf 10:20 Uhr, was nach der von dir genannten
5-Minuten nein nicht Trerrine sondern Pauschale funktionieren müsste.
Die Italiener haben für NV -> FV gerne großzügigere Übergangszeiten als
umgekehrt.

Gruß, ULF
Martin Bienwald
2004-08-19 16:51:09 UTC
Antworten
Permalink
Das Thema der ?letzten Meile?, deren (Nicht-) Überwindbarkeit, bzw.
das (Nicht-) Wissen darüber, möchte ich im Rahmen dieses Reiseberichts
noch kurz anschneiden: Am Nachbartisch im Hotel war eine Familie aus
der Schweiz; die obwohl grundsätzlich durchaus bahnaffin (und mit
Halbtax etc. ausgestattet), letztendlich doch nach Cecina mit dem Auto
gereist war, weil ihr keinerlei Informationen darüber vorlagen, ob und
wie man denn das letzte Stück bis ins Hotel zurücklegen könne.
Da ist man als Schweizer allerdings auch verwöhnt: dort (und auch z.B.
in den Niederlanden) scheint es sehr üblich zu sein, nicht nur die
Anreise mit dem Pkw, sondern auch die per ÖPNV in Prospekten o.ä. zu
beschreiben. In Italien scheint mir das hingegen noch viel weniger üblich
zu sein als in Deutschland.
ab diesem Tage wird aus Sicherheitsgründen bei der Gepäckaufbewahrung
eine gemeinsame Kopie des Ausweises und des Gepäckscheins jedes Kunden
gezogen und das vom Kopierer ausgespuckte A4-Blatt irgendwo
umständlich abgeheftet.
Italiener schienen mir schon immer gut darin zu sein, Sicherheit und
Bürokratie gleichzusetzen. Ich erinnere mich, daß beim Geldumtausch in
Mailand 1992 die Nummer jedes einzelnen DM-Scheins in ein Formular
eingetragen und die Scheine anschließend an das Formular angeheftet
wurden, angeblich zum Schutz vor Geldwäsche. Es war dadurch auch unmöglich,
von einem größeren Schein nur einen Teil in Lire zu tauschen und den
Rest in DM zurückzubekommen - das hatte die Bürokratie nicht vorgesehen.

... Martin
rvdborgt+@xs4all.be (Rian van der Borgt)
2004-08-19 18:33:52 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Bienwald
Das Thema der ?letzten Meile?, deren (Nicht-) Überwindbarkeit, bzw.
das (Nicht-) Wissen darüber, möchte ich im Rahmen dieses Reiseberichts
noch kurz anschneiden: Am Nachbartisch im Hotel war eine Familie aus
der Schweiz; die obwohl grundsätzlich durchaus bahnaffin (und mit
Halbtax etc. ausgestattet), letztendlich doch nach Cecina mit dem Auto
gereist war, weil ihr keinerlei Informationen darüber vorlagen, ob und
wie man denn das letzte Stück bis ins Hotel zurücklegen könne.
Da ist man als Schweizer allerdings auch verwöhnt: dort (und auch z.B.
in den Niederlanden) scheint es sehr üblich zu sein, nicht nur die
Anreise mit dem Pkw, sondern auch die per ÖPNV in Prospekten o.ä. zu
beschreiben.
Wobei sich die Schweiz und die Niederlande noch darin unterscheiden,
dass man die niederländischen ÖPNV-Daten aus Prospekten u.s.w.
grundsätzlich selber noch mal nachprüfen sollte und sie leider auch
manchmal bis öfters nicht (mehr) stimmen oder lückenhaft sind. In der
Schweiz stimmt es durchaus.

Grüße,

Rian
--
Rian van der Borgt, Leuven/Löwen, Belgien.
e-mail: rvdborgt+@xs4all.be www: http://www.xs4all.be/~rvdborgt/
Fix Outlook Express: http://home.in.tum.de/~jain/software/oe-quotefix/
Fix Outlook: http://home.in.tum.de/~jain/software/outlook-quotefix/
Oliver Schnell
2004-08-19 19:39:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Bienwald
Das Thema der ?letzten Meile?, deren (Nicht-) Überwindbarkeit, bzw.
das (Nicht-) Wissen darüber, möchte ich im Rahmen dieses Reiseberichts
noch kurz anschneiden: Am Nachbartisch im Hotel war eine Familie aus
der Schweiz; die obwohl grundsätzlich durchaus bahnaffin (und mit
Halbtax etc. ausgestattet), letztendlich doch nach Cecina mit dem Auto
gereist war, weil ihr keinerlei Informationen darüber vorlagen, ob und
wie man denn das letzte Stück bis ins Hotel zurücklegen könne.
Da ist man als Schweizer allerdings auch verwöhnt: dort (und auch z.B.
in den Niederlanden) scheint es sehr üblich zu sein, nicht nur die
Anreise mit dem Pkw, sondern auch die per ÖPNV in Prospekten o.ä. zu
beschreiben. In Italien scheint mir das hingegen noch viel weniger üblich
zu sein als in Deutschland.
Öhm, gebucht hatten die das (ebenso wie wir) nicht direkt in Italien,
sondern, wie bei solchen Urlaubshotels sehr verbreitet, über den
Katalog eines Reiseveranstalters und dann ein Reisebüro im Heimatland.

Bei direkter Anfrage an das Hotel wurde ja problemlos der Hinweis auf
die kostenlose Abholung vom Bahnhof gegeben. Der Laden wirbt damit
auch auf seiner Webseite vgl.
http://www.labucadelgatto.com/Service-Leistungen-de.html
(sonst wäre ich auch nicht draufgekommen)

Oliver Schnell
Martin Hoffmann
2004-08-19 17:44:13 UTC
Antworten
Permalink
Post by Oliver Schnell
Zum Bahnhof Cecina ist zu sagen, dass
dieser neben dem Hausbahnsteig (Gleis 1) über einen Inselbahnsteig
sowie einen sehr schmalen Notbahnsteig (kaum 1 Meter breit) verfügt,
an dem die Gleise 4 und 5 liegen, von denen jedoch für den
Personenverkehr nur das Gleis 5 bei einzelnen Zügen genutzt wird. Zu
erreichen ist dieser Notbahnsteig durch einen ebenerdigen Übergang vom
Inselbahnsteig aus. Eine vergleichbare Situation kenne ich sonst nur
noch im Bahnhof des schweizerischen Weinfelden.
Dort müsste sich das aber nach dem großflächigen Umbau vor ein paar
Jahren auch erledigt haben.
Post by Oliver Schnell
und dann ab zur
Gepäckaufbewahrung. Dieses Unterfangen gestaltete sich als etwas
schwierig, da sich vor dieser (personenbedient, Automaten gibt’s keine
oder zumindest haben wir keine gesehen) eine riesige Schlange von über
100 Metern quer durch die Bahnhofshalle zog. Nicht nur, dass halb
Deutschland (und ebenso auch Amis und die nirgendwo fehlenden Japaner)
ausgerechnet heute Florenz ihre Aufwartung machen mochten, nein just
ab diesem Tage wird aus Sicherheitsgründen bei der Gepäckaufbewahrung
eine gemeinsame Kopie des Ausweises und des Gepäckscheins jedes Kunden
gezogen und das vom Kopierer ausgespuckte A4-Blatt irgendwo
umständlich abgeheftet.
In Roma Termini war die Situation Anfang Juli auch nicht viel besser.
Zwar gibt es dort Gepäckautomaten, die sind aber abgesperrt. Die
Gepäckaufbewahrung läuft dann so, dass zunächst ein gelangweilter
Sicherheitsmann das Gepäck durch ein Röntgengerät laufen lässt. Danach
legt man es einem weiteren Mitarbeiter vor, der es zählt, kleine
Gepäckzettel ausstellt, an die Gepäckstücken heftet, das Geld kassiert
und dann die Gepäckstücken auf einen Gepäckwagen stellt, diesen in einen
Fahrstuhl schiebt und wartet, bis der nächste Gepäckwagen retour kommt.
Das ganze in typisch italienischer Eile, so dass es einigen anwesenden
Detuschen doch schwer viel, die Geduld zu bewahren.

Insgesamt hat die Gepäckabgabe eine Stunde gedauert. Abholung ging recht
fix, vermutlich, weil wir später waren, als die ganzen übrigen
Touristen, deren Flieger so gegen viere, fünfe ging.

Gruß,
Martin
--
Projekte zum Eisenbahnnetz:
http://www.nvnc.de/de-netz/index.html
*** Streckenatlas (2004-05-12) *** Historische Fakten (2004-03-03)
Martin Purrucker
2004-08-20 20:38:55 UTC
Antworten
Permalink
Post by Oliver Schnell
Bahnhof Cecina
Wo gibt es denn sonst
noch im Fernverkehr bediente Stationen mit einem solchen (oder
vergleichbaren) Layout?
Wie soll der Inselbahnsteig zu erreichen sein?


Viele Grüße

Martin
Oliver Schnell
2004-09-06 20:30:29 UTC
Antworten
Permalink
On Fri, 20 Aug 2004 22:38:55 +0200, Martin Purrucker
Post by Martin Purrucker
Post by Oliver Schnell
Bahnhof Cecina
Wo gibt es denn sonst
noch im Fernverkehr bediente Stationen mit einem solchen (oder
vergleichbaren) Layout?
Wie soll der Inselbahnsteig zu erreichen sein?
Mir im Prinzip wurscht, interessant (für mich) eher die Frage, nach
dem Vorhandensein derartiger Behelfsbahnsteige.

Oliver Schnell
Martin Purrucker
2004-09-06 22:08:21 UTC
Antworten
Permalink
Post by Oliver Schnell
Post by Martin Purrucker
Post by Oliver Schnell
Bahnhof Cecina
Wo gibt es denn sonst
noch im Fernverkehr bediente Stationen mit einem solchen (oder
vergleichbaren) Layout?
Wie soll der Inselbahnsteig zu erreichen sein?
Mir im Prinzip wurscht, interessant (für mich) eher die Frage, nach
dem Vorhandensein derartiger Behelfsbahnsteige.
In Cheb gab es das mal vor einigen Jahren (Hausbahnsteig und zwei
Inselbahnsteige, dann noch ein Behelfsbahnsteig nur ueber die Gleise zu
erreichen).

Dann schicke ich mal Timisoara Nord (Rumaenien) ins Rennen, wo es einen
Hausbahnsteig, mehrere Inselbahnsteige (ich glaube drei) und dahinter
noch mindestens zwei ganz schmale, nur ebenerdig zu erreichende
Bahnsteige gibt, wo aber planmaessig Zuege abfahren. Ueberhaupt ein
recht faszinierender Bahnhof, es gibt da auch noch reichlich
Stumpfgleise mit Bahnsteig auf beiden Seiten.

In Kralovany (Slowakei, Strecke Zilina-Kosice) ist es umgekehrt, die
Zuege der hier abzweigenden Nebenbahn nach Trstena fahren von einem
ueberdachten Inselbahnsteig (nur durch Tunnel erreichbar) ganz weit
draussen ab, die Zuege der Hauptstrecke haben schmale, ebenerdig zu
erreichende Bahnsteige zwischen den Gleisen am Bahnhofsgebaeude.

Ansonsten duerften sich in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumaenien usw.
noch einige weitere Beispiele finden lassen, schmale oder nicht zur
erkennende Bahnsteige sind dort auch bei Fernverkehrshalten nicht selten...

MfG

Martin
U***@web.de
2019-06-27 10:41:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Purrucker
Post by Oliver Schnell
Post by Martin Purrucker
Post by Oliver Schnell
Bahnhof Cecina
Wo gibt es denn sonst
noch im Fernverkehr bediente Stationen mit einem solchen (oder
vergleichbaren) Layout?
Wie soll der Inselbahnsteig zu erreichen sein?
Mir im Prinzip wurscht, interessant (für mich) eher die Frage, nach
dem Vorhandensein derartiger Behelfsbahnsteige.
In Cheb gab es das mal vor einigen Jahren (Hausbahnsteig und zwei
Inselbahnsteige, dann noch ein Behelfsbahnsteig nur ueber die Gleise zu
erreichen).
Dann schicke ich mal Timisoara Nord (Rumaenien) ins Rennen, wo es einen
Hausbahnsteig, mehrere Inselbahnsteige (ich glaube drei) und dahinter
noch mindestens zwei ganz schmale, nur ebenerdig zu erreichende
Bahnsteige gibt, wo aber planmaessig Zuege abfahren. Ueberhaupt ein
recht faszinierender Bahnhof, es gibt da auch noch reichlich
Stumpfgleise mit Bahnsteig auf beiden Seiten.
In Kralovany (Slowakei, Strecke Zilina-Kosice) ist es umgekehrt, die
Zuege der hier abzweigenden Nebenbahn nach Trstena fahren von einem
ueberdachten Inselbahnsteig (nur durch Tunnel erreichbar) ganz weit
draussen ab, die Zuege der Hauptstrecke haben schmale, ebenerdig zu
erreichende Bahnsteige zwischen den Gleisen am Bahnhofsgebaeude.
Ansonsten duerften sich in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumaenien usw.
noch einige weitere Beispiele finden lassen, schmale oder nicht zur
erkennende Bahnsteige sind dort auch bei Fernverkehrshalten nicht selten...
Bin der Bildecke links unten ist ein schmaler Mittelbahnsteig
zu erkennen. Dort siegen in den Zug Richtung Rostov Fahrgäste
ein, während am Hausbahnsteig entlang ein Güterzug donnerte...
Loading Image...

Gruß, ULF
Ferdi Albers
2019-06-27 19:24:00 UTC
Antworten
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Martin Purrucker
Post by Oliver Schnell
Post by Martin Purrucker
Post by Oliver Schnell
Bahnhof Cecina
Wo gibt es denn sonst
noch im Fernverkehr bediente Stationen mit einem solchen (oder
vergleichbaren) Layout?
Wie soll der Inselbahnsteig zu erreichen sein?
Mir im Prinzip wurscht, interessant (für mich) eher die Frage, nach
dem Vorhandensein derartiger Behelfsbahnsteige.
In Cheb gab es das mal vor einigen Jahren (Hausbahnsteig und zwei
Inselbahnsteige, dann noch ein Behelfsbahnsteig nur ueber die Gleise zu
erreichen).
Dann schicke ich mal Timisoara Nord (Rumaenien) ins Rennen, wo es einen
Hausbahnsteig, mehrere Inselbahnsteige (ich glaube drei) und dahinter
noch mindestens zwei ganz schmale, nur ebenerdig zu erreichende
Bahnsteige gibt, wo aber planmaessig Zuege abfahren. Ueberhaupt ein
recht faszinierender Bahnhof, es gibt da auch noch reichlich
Stumpfgleise mit Bahnsteig auf beiden Seiten.
In Kralovany (Slowakei, Strecke Zilina-Kosice) ist es umgekehrt, die
Zuege der hier abzweigenden Nebenbahn nach Trstena fahren von einem
ueberdachten Inselbahnsteig (nur durch Tunnel erreichbar) ganz weit
draussen ab, die Zuege der Hauptstrecke haben schmale, ebenerdig zu
erreichende Bahnsteige zwischen den Gleisen am Bahnhofsgebaeude.
Ansonsten duerften sich in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumaenien usw.
noch einige weitere Beispiele finden lassen, schmale oder nicht zur
erkennende Bahnsteige sind dort auch bei Fernverkehrshalten nicht selten...
Bin der Bildecke links unten ist ein schmaler Mittelbahnsteig
zu erkennen. Dort siegen in den Zug Richtung Rostov Fahrgäste
ein, während am Hausbahnsteig entlang ein Güterzug donnerte...
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Alexandrov-station.jpg
Wenn das der ganze Bahnsteig ist...
Ich schätze jetzt mal so 50cm? :)

Gruß
Ferdi

Jörg Mattik
2004-09-02 17:02:50 UTC
Antworten
Permalink
Zum Thema Eisenbahn und Toscana gibt schon seit einigen Jahren eine
recht nette Internetseite:

http://www.dicea.unifi.it/~leo/toscana/en/index.html


Jörg
Oliver Schnell
2004-09-06 19:36:29 UTC
Antworten
Permalink
On 2 Sep 2004 17:02:50 GMT, Jörg Mattik
Post by Jörg Mattik
Zum Thema Eisenbahn und Toscana gibt schon seit einigen Jahren eine
http://www.dicea.unifi.it/~leo/toscana/en/index.html
Schöne Seite. Leider gibt auch sie keine Auskunft über den Stummel
nach Cecina Mare.

Oliver Schnell
Jörg Mattik
2004-09-10 13:40:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Oliver Schnell
On 2 Sep 2004 17:02:50 GMT, Jörg Mattik
Post by Jörg Mattik
Zum Thema Eisenbahn und Toscana gibt schon seit einigen Jahren eine
http://www.dicea.unifi.it/~leo/toscana/en/index.html
Schöne Seite. Leider gibt auch sie keine Auskunft über den Stummel
nach Cecina Mare.
Vielleicht mal den Autor der Seite kontaktieren.

Jörg
Loading...