Discussion:
Berlin-Stettin im Schneckentempo (dpa)
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Folke Brockmann
2004-05-25 11:34:23 UTC
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Über den News-Letter flatterte mir diese Meldung auf die Festplatte
http://portale.web.de/Schlagzeilen/?msg_id=4854988

Berlin (dpa) - Wenn Axel Wallis seinen Dieselzug durch die sanft
geschwungene Hügellandschaft der östlichen Uckermark führt, hat er sehr
persönliche Grenzgefühle. Auch nach der EU-Erweiterung beginnt Polen für ihn
dort, wo Gras und Butterblumen im Gleisbett sprießen.
Polen ist auch, wo ein Fasan gemessenen Schrittes über verbogene Schienen
stolziert oder Kollegin Maria aus dem Stellwerk winkt. Diese Idylle entlang
der Bahnstrecke Berlin-Stettin (Sczcecin) wird so schnell nichts trüben: Auf
polnischer Seite gibt es auch nach dem 1. Mai keinen konkreten Zeitplan für
eine Streckensanierung.
So startet die neue EU an der Grenze zwischen Brandenburg und Polen als
Europa der zwei Geschwindigkeiten. Während die Deutsche Bahn seit 2001 ihre
grenznahe Strecke zwischen Berlin und Stralsund für Tempo 160 ausbaut,
zuckelt ein Schienenbus in die 400 000- Einwohner-Stadt Stettin. Nahe der
Grenze muss sich Axel Wallis mit 60 Stundenkilometern Höchstgewindigkeit
begnügen, mehr erlauben die Schienen aus den 30er Jahren nicht. Die letzten
14 Kilometer auf polnischem Gebiet schnauft der Zug auf eingleisiger Strecke
voran. Das zweite Gleis, heißt es noch immer, haben die Russen mitgenommen.
Doch Axel Wallis mag diese einsame Strecke, er liebt die Natur und das
«Wilde» der Bahnstrecken im Nachbarland. Wenn er von der veralteten
polnischen Bahntechnik spricht, liegt nichts Überhebliches in seiner Stimme.
«Das sah bei uns im Osten nicht viel anders aus.» Der Reisende ahnt in
diesem Moment, dass moderne Bahnverbindungen zum östlichen EU-Nachbarn keine
Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten sein werden. 2008 soll gerade
einmal die Haupttrasse Berlin-Warschau fertig saniert sein - fast 20 Jahre
nach dem Ende der DDR.
Der Zug nach Stettin rollt nun außerhalb von Raum und Zeit. «Keine
Funkverbindung» ist auf dem Display im Führerhaus zu lesen, der Kontakt nach
Deutschland ist abgerissen. Jenseits des Grenzbahnhofs muss ein polnischer
Lotse an Bord kommen. Denn die polnischen Bahner kennen die deutsche Technik
nicht, und die Deutschen können den polnischen Funk nicht empfangen,
geschweige denn verstehen. Weil die Kooperation noch so kompliziert und
teuer ist, fahren wenige Sonderzüge durchgehend von Berlin über Stettin an
die polnische Ostseeküste. Nur an den Sommerwochenenden rollt «Der Wolliner»
regelmäßig nach Swinemünde (Swinoujscie).
Die Stadtoberen des polnischen Seebades Kolberg (Kolobrzeg) weiter im Osten
sind darüber sehr unglücklich. Sie werben um Gäste aus Deutschland. Und sie
wünschen sich einen durchgehenden Berlin-Zug, der Reisenden die
siebenstündige Fahrt an ihre weißen Sandstrände verkürzen und dreimaliges
Umsteigen ersparen könnte. Ressentiments gegenüber den deutschen Nachbarn
gibt es kaum noch. «Wir sind froh, wenn nicht nur Senioren auf den Spuren
ihrer Erinnerungen kommen, sondern auch junge Leute», sagt Stadtführer
Bogdan Jakym.
Doch der DB-Konzernbevollmächtigten für Brandenburg, Joachim Trettin, winkt
ab. «Wir haben schon zwei weitere Züge nach Stettin eingesetzt, mehr geht
nicht», betont er. Eine Wiederbelebung der Küstenstrecke
Berlin-Stettin-Danzig rechne sich ohne grundlegende Streckensanierung in
Polen nicht.
Die kann dauern. Für die Polnische Bahn PKP äußert Janusz Rettlaff
vorsichtig die Hoffnung, dass der EU-Beitritt die Zusammenarbeit der Bahnen
erleichtern wird. Bis dahin bleibt die einzige EU- Errungenschaft ein
gemeinsamer Fahrkartentarif bis zu den polnischen Grenzbahnhöfen - und den
finanziert zum größten Teil der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.
--
Gruß Folke aus
44867 Wattenscheid

vorläufige aktualisierte Internetpräsenz:
www.DEUTSCHE-REICHSBAHN.Webseite.ms
Jan Marco Funke
2004-05-25 15:17:01 UTC
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Post by Folke Brockmann
Über den News-Letter flatterte mir diese Meldung auf die Festplatte
http://portale.web.de/Schlagzeilen/?msg_id=4854988
Berlin (dpa) - Wenn Axel Wallis seinen Dieselzug durch die sanft
geschwungene Hügellandschaft der östlichen Uckermark führt, hat er sehr
persönliche Grenzgefühle. Auch nach der EU-Erweiterung beginnt Polen für ihn
dort, wo Gras und Butterblumen im Gleisbett sprießen.
So startet die neue EU an der Grenze zwischen Brandenburg und Polen als
Europa der zwei Geschwindigkeiten. Während die Deutsche Bahn seit 2001 ihre
grenznahe Strecke zwischen Berlin und Stralsund für Tempo 160 ausbaut,
zuckelt ein Schienenbus in die 400 000- Einwohner-Stadt Stettin. Nahe der
Grenze muss sich Axel Wallis mit 60 Stundenkilometern Höchstgewindigkeit
begnügen, mehr erlauben die Schienen aus den 30er Jahren nicht. Die letzten
14 Kilometer auf polnischem Gebiet schnauft der Zug auf eingleisiger Strecke
voran.
Was ist daran so ungewöhnlich? Gibt es bei der DB auch. Die Sennebahn
Bielefeld - Paderborn und die Strecke Rheda-Wiedenbrück - Warendorf -
Münster dürfen auch nicht schneller befahren werden, an manchen
schlecht einsehbaren BÜ muß sogar bis auf Schrittgeschwindigkeit
abgebremst werden. :-(
Post by Folke Brockmann
Das zweite Gleis, heißt es noch immer, haben die Russen mitgenommen.
Doch Axel Wallis mag diese einsame Strecke, er liebt die Natur und das
«Wilde» der Bahnstrecken im Nachbarland. Wenn er von der veralteten
polnischen Bahntechnik spricht, liegt nichts Überhebliches in seiner Stimme.
«Das sah bei uns im Osten nicht viel anders aus.» Der Reisende ahnt in
diesem Moment, dass moderne Bahnverbindungen zum östlichen EU-Nachbarn keine
Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten sein werden. 2008 soll gerade
einmal die Haupttrasse Berlin-Warschau fertig saniert sein - fast 20 Jahre
nach dem Ende der DDR.
Die PKP hat zur Zeit wohl erstmal andere Sorgen:

| PKP unplugged
|
| Bei den polnischen Stromlieferanten ist offenbar die Geduld (fast) am
| Ende, nachdem die seitens der PKP nicht bezahlten Rechnungen immer
| mehr wurden. Mehrere Stromabschaltungen in den letzten Wochen blieben
| ohne Ergebnis, und so entschied man sich gestern dazu, der wichtigen
| Centralna Magistrala Kolejowa (CMK) den Strom abzudrehen.
| Über diese Strecke verläuft der komplette hochwertige Reiseverkehr
| zwischen Warschau und Oberschlesien sowie Krakau. Alle hier
| verkehrenden IC- und EC-Züge mußten über andere Strecken umgeleitet
| werden und hatten am Ende zwei- bis dreistündige Verspätungen
| eingefahren.
| Nach eiligen Verhandlungen floß dann vier Stunden später der Strom
| wieder. Wenn sich bis Ende Mai nichts getan hat, sollen die
| Stromabschaltungen wiederholt werden. Angekündigt wurden für diesen
| Fall bereits derartige Maßnahmen in und um Krakau - beginnend ab 27.
| Mai.
| Aber nicht alle Energieunternehmen vertrauen darauf - heute war
| zumindest auf den Stationen Poznan Franowo, Antoninek und Piatkowo das
| Licht aus, gestern traf es den Hauptbahnhof von Poznan und Abschnitte
| der Strecke Poznan - Jarocin. Morgen sind Abschaltungen im Raum Radom
| - Kielce - Skarzysko Kamienna möglich (Peter Wilhelm, 19.05.04).

Quelle: http://www.lok-report.de/news/news_europa.html
--
Jan Marco Funke
Wolfgang Preiser
2004-05-25 16:31:46 UTC
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Post by Folke Brockmann
Wenn er von der veralteten
polnischen Bahntechnik spricht, liegt nichts Überhebliches in seiner Stimme.
«Das sah bei uns im Osten nicht viel anders aus.» Der Reisende ahnt in
diesem Moment, dass moderne Bahnverbindungen zum östlichen EU-Nachbarn keine
Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten sein werden. 2008 soll gerade
einmal die Haupttrasse Berlin-Warschau fertig saniert sein - fast 20 Jahre
nach dem Ende der DDR.
Bis dahin werden die Autobahnen längst fertig sein?
Post by Folke Brockmann
Die Stadtoberen des polnischen Seebades Kolberg (Kolobrzeg) weiter im Osten
sind darüber sehr unglücklich. Sie werben um Gäste aus Deutschland. Und sie
wünschen sich einen durchgehenden Berlin-Zug, der Reisenden die
siebenstündige Fahrt an ihre weißen Sandstrände verkürzen und dreimaliges
Umsteigen ersparen könnte. Ressentiments gegenüber den deutschen Nachbarn
gibt es kaum noch. «Wir sind froh, wenn nicht nur Senioren auf den Spuren
ihrer Erinnerungen kommen, sondern auch junge Leute», sagt Stadtführer
Bogdan Jakym.
Von den finanziellen Problemen der PKP mal abgesehen, tut sich da ein
weiteres Einsatzgebiet für das unten abgebildete Fahrzeug auf. :-)

Wolfgang
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Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-05-25 17:05:29 UTC
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Post by Folke Brockmann
Berlin (dpa) - Wenn Axel Wallis seinen Dieselzug durch die sanft
geschwungene Hügellandschaft der östlichen Uckermark führt, hat er sehr
persönliche Grenzgefühle.
Oh, wie pötisch!
Post by Folke Brockmann
Auch nach der EU-Erweiterung beginnt Polen für ihn
dort, wo Gras und Butterblumen im Gleisbett sprießen.
In der Uckermark ist das Konzept "blühende Landschaften" in Reinkultur
zu erleben. Eine Augenweide!

Vielleicht weniger an der Bahn, aber an den Straßenübergängen
fällt die Grenze dort in der Tat sehr auf: D ist naturbelassener.
Post by Folke Brockmann
Polen ist auch, wo ein Fasan gemessenen Schrittes über verbogene Schienen
stolziert
Nun, ich berichtete im Winter von einer deutschen *Haupt*bahn, wo der
Zug bremste, weil an den Überwegen etwas Schnee in den Schienen lag,
und ein fauler Hund im Gleis stand.
Post by Folke Brockmann
oder Kollegin Maria aus dem Stellwerk winkt.
Das stimmt. Polinnen sind hübscher.
Post by Folke Brockmann
Während die Deutsche
Bahn seit 2001 ihre
grenznahe Strecke zwischen Berlin und Stralsund für Tempo 160 ausbaut,
ROTFL. Und wenn wir alle gestorben sind, bauen sie immer noch weiter.
Post by Folke Brockmann
zuckelt ein
deutscher
Post by Folke Brockmann
Schienenbus in die 400 000- Einwohner-Stadt Stettin.
14 Kilometer auf polnischem Gebiet schnauft der Zug auf eingleisiger Strecke
voran. Das zweite Gleis, heißt es noch immer, haben die Russen mitgenommen.
Ja, und das zweite Gleis fehlt auf der deutschen Seite der Strecke keine 14,
sondern ca. 30km, ab Passow.
Post by Folke Brockmann
«Wilde» der Bahnstrecken im Nachbarland. Wenn er von der veralteten
polnischen Bahntechnik spricht, liegt nichts Überhebliches in seiner Stimme.
Das ist lieb von Dir, lieber Axel.
Post by Folke Brockmann
«Das sah bei uns im Osten nicht viel anders aus.
Das *sieht* bei uns im Osten, zumindest auf dieser Strecke, nach wie vor
keinen Deut anders aus!
Post by Folke Brockmann
» Der Reisende ahnt in
diesem Moment, dass moderne Bahnverbindungen zum östlichen EU-Nachbarn keine
Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten sein werden.
Der Zug nach Stettin rollt nun außerhalb von Raum und Zeit.
Das stimmt nicht ganz, wie man in "Die Physik von Star Trek" nachlesen kann.
Post by Folke Brockmann
Keine Funkverbindung» ist auf dem Display im Führerhaus zu lesen,
Funkloecher gibt es auch zwischen Neustrelitz und Berlin.
Post by Folke Brockmann
der Kontakt nach
Deutschland ist abgerissen.
In dem Fall hilft nur noch flach auf den Boden legen.
Post by Folke Brockmann
Jenseits des Grenzbahnhofs muss ein polnischer
Lotse an Bord kommen.
Ein Schiff wird kommen, und es bringt mir den einen...

Ich habe in den "Schienenbussen" nie einen Lotsen gesehen.
Post by Folke Brockmann
Die Stadtoberen des polnischen Seebades Kolberg (Kolobrzeg) weiter im Osten
sind darüber sehr unglücklich. Sie werben um Gäste aus Deutschland. Und sie
wünschen sich einen durchgehenden Berlin-Zug, der Reisenden die
siebenstündige Fahrt an ihre weißen Sandstrände verkürzen
Gut, *das* liegt nun wirklich an der PKP. Die direkte Strecke ist
zu vergessen, und auch die Hauptbahn via Stargard ist nicht toll.
Post by Folke Brockmann
Bis dahin bleibt die einzige EU- Errungenschaft ein
gemeinsamer Fahrkartentarif bis zu den polnischen Grenzbahnhöfen - und den
finanziert zum größten Teil der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.
Immerhin eine Errungenschaft. Und immerhin ist es *ein*
Übergang, wo sogar einige Züge fahren, und nicht nur zwei, drei
Alibizüglein am Tag.

Folke, danke für das Finden dieses wirklich unterhaltsamen Artikels!

-kut
Kai Ludwig
2004-05-27 22:42:34 UTC
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Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
Berlin (dpa) - Wenn Axel Wallis seinen Dieselzug durch die sanft
geschwungene Hügellandschaft der östlichen Uckermark führt, hat er sehr
persönliche Grenzgefühle.
Oh, wie pötisch!
Szenischer Einstieg! Fühlen! Den Leser emotional mitnehmen!
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
Polen ist auch, wo ein Fasan gemessenen Schrittes über verbogene Schienen
stolziert
Nun, ich berichtete im Winter von einer deutschen *Haupt*bahn, wo der
Zug bremste, weil an den Überwegen etwas Schnee in den Schienen lag,
und ein fauler Hund im Gleis stand.
Solange wie es keine ausgebüchsten teutschen Rinder sind, vor denen
der Maschinist seine zweitausend Tonnen nicht mehr zum Halten bekommt
...
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
oder Kollegin Maria aus dem Stellwerk winkt.
Das stimmt. Polinnen sind hübscher.
Dann bassow, daß Du nicht mal den Einrückhebel gezeigt bekommst.
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
zuckelt ein
deutscher
Post by Folke Brockmann
Schienenbus in die 400 000- Einwohner-Stadt Stettin.
Vstr auf polnischer Seite sind übrigens 80 km/h. Und so sieht dann der
Fremde in Stettin aus:

http://www.flotoma.and.pl/azx004_d.htm
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
«Wilde» der Bahnstrecken im Nachbarland. Wenn er von der veralteten
polnischen Bahntechnik spricht, liegt nichts Überhebliches in seiner Stimme.
Das ist lieb von Dir, lieber Axel.
Post by Folke Brockmann
«Das sah bei uns im Osten nicht viel anders aus.
Das *sieht* bei uns im Osten, zumindest auf dieser Strecke, nach wie vor
keinen Deut anders aus!
Und zwar sieht es so aus (die Seite hat nichts mit der Deutschen
Volkspolizei zu tun):

http://www.blockstelle.de/galerievopo99.html
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
Keine Funkverbindung» ist auf dem Display im Führerhaus zu lesen,
Funkloecher gibt es auch zwischen Neustrelitz und Berlin.
Post by Folke Brockmann
der Kontakt nach
Deutschland ist abgerissen.
In dem Fall hilft nur noch flach auf den Boden legen.
Beten, Herr Kollege, beten!
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Folke Brockmann
Jenseits des Grenzbahnhofs muss ein polnischer
Lotse an Bord kommen.
Ein Schiff wird kommen, und es bringt mir den einen...
Eine Lok wird kommen, und sie bespannt mir den einen...
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Ich habe in den "Schienenbussen" nie einen Lotsen gesehen.
Ich meine, aus diesem anmutigen Text herauszulesen, daß der Zug über
Szczecin Glowny hinaus weiterfuhr, wie in letzter Zeit ja verschie-
dentlich praktiziert. Bis dahin ist es m.W. in der Tat normale
Eindringungsstrecke.
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Und immerhin ist es *ein*
Übergang, wo sogar einige Züge fahren, und nicht nur zwei, drei
Alibizüglein am Tag.
Oder auch garnichts, Stichwort Guben (von Horka reden wir mal nicht).
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Folke, danke für das Finden dieses wirklich unterhaltsamen Artikels!
Der mich irgendwie an einen apokalyptischen Text über die Neißetalbahn
erinnert, der hier vor Jahren mal diskutiert wurde. Der, wo Leute
zitiert wurden, die irgendwie niemand kennt.

Und Schluß.
Ulf Kutzner
2004-05-28 06:36:46 UTC
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Post by Kai Ludwig
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Das *sieht* bei uns im Osten, zumindest auf dieser Strecke, nach wie vor
keinen Deut anders aus!
Und zwar sieht es so aus (die Seite hat nichts mit der Deutschen
http://www.blockstelle.de/galerievopo99.html
Das sieht alles ganz furchtbar lokbespannt aus. Wieviel blieb von dieser
Pracht erhalten?

Gruß, ULF
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-05-28 19:34:29 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Post by Kai Ludwig
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Das *sieht* bei uns im Osten, zumindest auf dieser Strecke, nach wie vor
keinen Deut anders aus!
Und zwar sieht es so aus (die Seite hat nichts mit der Deutschen
http://www.blockstelle.de/galerievopo99.html
Das sieht alles ganz furchtbar lokbespannt aus. Wieviel blieb von dieser
Pracht erhalten?
Wenig. Vielleicht der eine oder ander Güterzug.

Personenverkehr: Pasewalk-Sz. 628; Angermünde-Sz. 628 und (immerhin)
624.

Nett ist der Frühzug Szczecin-Berlin, allerdings erst südlich
Angermünde. Die Garnitur besteht aus 143, 3 DBuz, DABbuzf (RE
Angermünde-Dessau), und dran angehängt einem 628 (Szczecin-
Berlin Ostbf.).

-kut
Wolfgang Preiser
2004-05-28 11:45:24 UTC
Antworten
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Post by Kai Ludwig
Vstr auf polnischer Seite sind übrigens 80 km/h. Und so sieht dann der
http://www.flotoma.and.pl/azx004_d.htm
Tatsächlich der Kollege, siehe unten... habe ich ja richtig geraten.

Wolfgang
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Mathias Hiller
2004-05-28 13:26:42 UTC
Antworten
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Post by Kai Ludwig
Vstr auf polnischer Seite sind übrigens 80 km/h. Und so sieht dann der
http://www.flotoma.and.pl/azx004_d.htm
Danke für diesen Tipp! Wunderbare Fotos, u.a. von der Ostbahn!
Kai Ludwig
2004-05-28 22:59:12 UTC
Antworten
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Post by Mathias Hiller
Post by Kai Ludwig
http://www.flotoma.and.pl/azx004_d.htm
Danke für diesen Tipp! Wunderbare Fotos, u.a. von der Ostbahn!
Mir ist das Schwelgen allerdings bei diesem Motiv ziemlich gründlich vergangen:
http://www.flotoma.and.pl/ak030_d.htm

Und das hier ist dann wirklich ultrakraß:
http://www.flotoma.and.pl/l091_d.htm

Gute Nacht!
Wolfgang Preiser
2004-05-29 09:44:03 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai Ludwig
http://www.flotoma.and.pl/l091_d.htm
Was heißt "Niech Zyje Koley", was da jemand angeschmiert hat?

Wolfgang
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Reinhard Greulich
2004-05-29 11:13:18 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolfgang Preiser
Was heißt "Niech Zyje Koley", was da jemand angeschmiert hat?
Ich nehme an, der Satz, der unter dem Bild steht, ist die Übersetzung.

Gruß - Reinhard.
--
~=@=~ 70086 (52°22,726'N - 009°48,775'E)
"Keine Pfeife sondern die Glocke benutzen."
Loading Image...
Mathias Hiller
2004-06-01 10:29:25 UTC
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Post by Kai Ludwig
http://www.flotoma.and.pl/ak030_d.htm
Mir nicht.
Post by Kai Ludwig
http://www.flotoma.and.pl/l091_d.htm
Finde ich auch nicht. Der Fotograf hat die zeitgenössische
Eisenbahnatmosphäre eingefangen -- für den Zustand der Anlagen kann
man ihn nicht verantwortlich machen. Mit selbiger Begründung gäbe es
heute keine Bilder von der verlotterten S-Bahn in WB*, die heute hoch
im Kurs stehen.



* WB = Westberlin, besondere politische Einheit
Ingo Lau
2004-06-01 11:59:46 UTC
Antworten
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Post by Kai Ludwig
http://www.flotoma.and.pl/ak030_d.htm
Du kennst Solingen Hbf?


Ingo
Kai Ludwig
2004-06-01 20:36:33 UTC
Antworten
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Post by Ingo Lau
Mir ist das Schwelgen allerdings bei diesem Motiv ziemlich gr ndlich
http://www.flotoma.and.pl/ak030 d.htm
Du kennst Solingen Hbf?
Vermutlich fahren dort Personenzüge. Von Guben nach Zielona Gora nicht
mehr. Das in Rede stehende Foto ist also nurmehr Geschichte.

Zum Thema Lubsko müßte der Kollege kut etwas sagen, denn er kennt den
Bahnhof aus eigener Anschauung.

Heute war übrigens jemand leicht erschrocken, als ich ihm erzählte,
daß auch zwischen Zgorzelec und Luban die Bahnsteigkanten hochgeklappt
wurden.

Nebenbei bemerkt betrifft das mit den 80 km/h auch die andere Strecke
nach Gummischeune, wovon man sich anhand des Signals W27 überzeugen
möge:
Loading Image...

Zum deutsch-polnischen Grenzverkehr auch dies zur gefl. Kenntnisnahme:
http://f25.parsimony.net/forum63667/messages/9919.htm


Guten Abend.
Ingo Lau
2004-06-02 07:23:19 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai Ludwig
Post by Ingo Lau
Mir ist das Schwelgen allerdings bei diesem Motiv ziemlich gr ndlich
http://www.flotoma.and.pl/ak030 d.htm
Du kennst Solingen Hbf?
Vermutlich fahren dort Personenzüge. Von Guben nach Zielona Gora nicht
mehr. Das in Rede stehende Foto ist also nurmehr Geschichte.
Ach soo war das gemeint. Dann natürlich volle Zustimmung.
Post by Kai Ludwig
http://f25.parsimony.net/forum63667/messages/9919.htm
Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. ;-(((


Ingo
Kai Ludwig
2004-05-28 22:35:35 UTC
Antworten
Permalink
Aus technischen Gründen führe ich nun Selbstgespräche, um auf die
Frage einzugehen, was aus den hier
Post by Kai Ludwig
http://www.blockstelle.de/galerievopo99.html
zu bewundernden Diesellok geworden ist: Die in Diensten der Railion
Deutschland AG sind natürlich nach wie vor unterwegs. Reisezug-
leistungen dürften heute hingegen durchweg mit Baureihe 628 gefahren
werden, oder weiß jemand etwas anderes?

KL
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-05-28 22:54:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai Ludwig
Vstr auf polnischer Seite sind übrigens 80 km/h.
Ich hatte auch in Erinnerung, daß es schneller als 60 war.
Wußte es aber nicht genau.
Post by Kai Ludwig
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Ich habe in den "Schienenbussen" nie einen Lotsen gesehen.
Ich meine, aus diesem anmutigen Text herauszulesen, daß der Zug über
Szczecin Glowny hinaus weiterfuhr,
Anderthalbsätze davor war im Text (die Autorin, die anscheinend dem
polnischen Landadel entstammt, verdient es, namentlich genannt zu
werden: Ulrike von Leczszynski) vom Zug nach *Szczecin* die Rede.

Auch unsere polnischen Freunde können sich informieren, wie sie
"mit deutschen Augen" gesehen werden:
http://wprost.pl/ar/?O=60708&C=39118
Post by Kai Ludwig
wie in letzter Zeit ja verschie-
dentlich praktiziert.
Ich kann mich nur an die beiden Sonderfahrten nach Kolobrzeg am 30.4 und
2.5. erinnern. (Und im Sommer wieder nach Wollin).
Mag sein, daß sie bei den Sonderfahrten mit dabei war; aber das war kein
kleiner Schienenbus. Nach Kolobrzeg fuhr man mit 2 Dreiteilern 624,
hinzu kam der Regelzug, ein Vierteiler. So hatte man denn dort das
Vergnügen einer insgesamt zehnteiligen 624er-Garnitur. (Schade, daß in
Angermünde noch kein Usedom-Express hinzukam).

Auch bei der Pressefahrt am 1.5 bestand der Zug aus 2x4 624.

Und, weil Du es grade nochmal ansprachst: es fahren dort nicht nur 628,
jeder zweite Zug dort ist 624.

Ich vernahm übrigens die Nachricht von *erheblichen* Unterkapazitäten
auf dieser Strecke am (völlig überraschend in den Kalender eingelegten)
Himmelfahrtswochenende.

-kut
Wolfgang Preiser
2004-05-29 09:48:04 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Auch unsere polnischen Freunde können sich informieren, wie sie
http://wprost.pl/ar/?O=60708&C=39118
Und was schreiben die da? Mir liegen mehr so die westeuropäischen Sprachen.

Wolfgang
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Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-05-29 15:39:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolfgang Preiser
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Auch unsere polnischen Freunde können sich informieren, wie sie
http://wprost.pl/ar/?O=60708&C=39118
Und was schreiben die da? Mir liegen mehr so die westeuropäischen Sprachen.
Das ist doch nur die polnische Übersetzung des Artikels, der
Ausgangspunkt zu diesem Thread war.

-kut
Wolfgang Preiser
2004-05-31 12:46:05 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Das ist doch nur die polnische Übersetzung des Artikels, der
Ausgangspunkt zu diesem Thread war.
Was hinterher betrachtet sogar aus dem Kontext herausgeht... Hätte ja
nur noch sein können, daß unser Artikel irgendwie bewertet wird.

Wolfgang
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Ulf Kutzner
2004-06-01 07:26:45 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Ich vernahm übrigens die Nachricht von *erheblichen* Unterkapazitäten
auf dieser Strecke am (völlig überraschend in den Kalender eingelegten)
Himmelfahrtswochenende.
Ist denn geregelt, wer für Abhilfe zuständig wäre? Brandenburg oder DB
Regio? Anders gefragt: Enthalten die aktuell gültigen Bestellungen
Kapazitätsvorgaben?

Gruß, ULF
U***@web.de
2019-07-02 13:38:27 UTC
Antworten
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Kai Ludwig
Vstr auf polnischer Seite sind übrigens 80 km/h.
Ich hatte auch in Erinnerung, daß es schneller als 60 war.
Auf deutscher Seite nun teils unter 60 km/h.

Alles neu macht der Plan: https://www.o-sp.de/download/lbvbrandenburg/205258

Gruß, ULF
Bodo G. Meier
2019-07-02 14:10:25 UTC
Antworten
Permalink
Du gräbst Namen von früheren regulars aus, die ich schon seit Jahren
nicht mehr hier gelesen habe...schade eigentlich.

Gruss,
Bodo

Christoph Muenzing
2004-05-27 11:58:01 UTC
Antworten
Permalink
Auf polnischer Seite gibt es auch nach dem 1.
Mai keinen konkreten Zeitplan für eine Streckensanierung.
So startet die neue EU an der Grenze zwischen Brandenburg und Polen
als Europa der zwei Geschwindigkeiten. Während die Deutsche Bahn seit
2001 ihre grenznahe Strecke zwischen Berlin und Stralsund für Tempo
160 ausbaut, zuckelt ein Schienenbus in die 400 000- Einwohner-Stadt
Stettin.
[...]
Der Reisende ahnt in diesem Moment, dass moderne Bahnverbindungen zum
östlichen EU-Nachbarn keine Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten
sein werden. 2008 soll gerade einmal die Haupttrasse Berlin-Warschau
fertig saniert sein - fast 20 Jahre nach dem Ende der DDR.
Ich finde diese herablassende und arrognte Haltung, die gegenüber unseren
östlichen Nachbarländern leider sehr verbreitet ist, schlicht zum Kotzen.
Tatsache ist, daß sich auf den wichtigen Verbindungsrouten zwischen .de und
den Neuen EU-Mitgliedern in den letzten 15 Jahren auf tschechischer bzw.
polnischer Seite weitaus mehr getan hat als auf deutscher Seite. Berlin -
Warschau geht auf polnischer Seite schon seit vielen Jahren recht flott,
zwischen Berlin und Frankfurt wird dagegen immer noch gebaut, zwischen
Berlin und Bad Schandau hat sich nicht viel getan, der tschechische
Abschnitt weiter nach Prag ist dagegen weitgehend fertig modernisiert oder
(auch wenn das hier OT ist) die Autobahn Nürnberg - Prag haben die
Tschechen auf ihrer Seite in den letzten 15 Jahren fertiggestellt (das
Stück um Pilsen müsste demnächst fertig sein), auf deutscher Seite fehlt
dagegen noch ein erkleckliches Stück...usw.
Und das alles, obwohl die finanziellen Spielräume in Tschechien bzw. Polen
viel enger sind als im reichen Deutschland.

Gruß,
Christoph
Ulf Kutzner
2004-05-27 17:54:40 UTC
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Post by Christoph Muenzing
Auf polnischer Seite gibt es auch nach dem 1.
Mai keinen konkreten Zeitplan für eine Streckensanierung.
So startet die neue EU an der Grenze zwischen Brandenburg und Polen
als Europa der zwei Geschwindigkeiten. Während die Deutsche Bahn seit
2001 ihre grenznahe Strecke zwischen Berlin und Stralsund für Tempo
160 ausbaut, zuckelt ein Schienenbus in die 400 000- Einwohner-Stadt
Stettin.
[...]
Der Reisende ahnt in diesem Moment, dass moderne Bahnverbindungen zum
östlichen EU-Nachbarn keine Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten
sein werden. 2008 soll gerade einmal die Haupttrasse Berlin-Warschau
fertig saniert sein - fast 20 Jahre nach dem Ende der DDR.
Ich finde diese herablassende und arrognte Haltung, die gegenüber unseren
östlichen Nachbarländern leider sehr verbreitet ist, schlicht zum Kotzen.
Bitte präzisieren, bei wem Du diese Haltung siehst.
Post by Christoph Muenzing
Tatsache ist, daß sich auf den wichtigen Verbindungsrouten zwischen .de und
den Neuen EU-Mitgliedern in den letzten 15 Jahren auf tschechischer bzw.
polnischer Seite weitaus mehr getan hat als auf deutscher Seite. Berlin -
Warschau geht auf polnischer Seite schon seit vielen Jahren recht flott,
zwischen Berlin und Frankfurt wird dagegen immer noch gebaut, zwischen
Berlin und Bad Schandau hat sich nicht viel getan, der tschechische
Abschnitt weiter nach Prag ist dagegen weitgehend fertig modernisiert
[...]

Gruß, ULF
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