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RB: Ab in die Toskana, III
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Oliver Schnell
2004-08-12 21:40:49 UTC
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Uns empfängt ein etwas älterer MU italienischer Provenienz, der
zusammen mit einem T2S und fünf etwas angegammelte Liegewagen (davon
einer durch seiner 700er-Nummer klar als Zusatzwagen idendifizierbar)
desselben Ursprungs,von denen ich letztere nicht eines EN mit seinen
extraordinären Liegwagenzuschlägen für würdig erachte. Uns kanns egal
sein, der MU grüßt zwar mit reichlich Resopal und hat mit zwölf
Abteilen auch eine recht kompakte Fahrgastunterbringung, aber wir
finden dennoch alle Platz im gebuchten Dreibett-Abteil. Vom
Waastels-Schlafwagenschaffnber noch schnell ein zusätzliches Kissen
erbeten, dass dieser nach zunächst abschlägigem Bedauern (completo!)
dann doch noch aus dem Nachbarwagen herbeischafft, und ab ins Bett mit
dem Nachwuchs, der als Unikum aus längst vergangenen Zeiten den
Porzellan-Nachttopf bewundern darf, den es in diesem WL tatsächlich
noch in jedem Abteil zu geben scheint. Untergebracht ist das Ding im
Sockel des Waschbeckens, wo sich neben einer direkt auf das Gleis
richtenden Entleerungsmöglichkeit (vulgo: ein Loch) auch noch
irgendeine Art Spülmechanismus für dieses Unikum befinden muss.

Zeit einen Blick auf die Mitreisenden zu werfen. Neben (natürlich)
Schweizern haben wir Fahrgäste deutscher, japanischer, amerikanischer,
niederländischer, dänischer und auch norwegischer Herkunft an Bord.
Beim Ordern eines Fläschchens Rotwein gelingt es mir, einen Blick auf
die Belegungsliste zu werfen: Komplett ausgebucht (viele
Double-Buchungen dabei), bis auf zwei alle Zusteiger ab Basel, bis auf
drei Abteile alle Aussteiger in Firenze. Ich vermute einen gewissen
Zusammenhang damit, dass die schnellste Verbindung unter Nutzung des
"Roma" nach ebenda das Verlassen desselben in Firenze zum Umstieg auf
einen ES-Italia vorsieht. Bei einer größeren Vmax als 140 km/h, die
mit anderem Wagenmaterial auf der Direttissima fahrbar wäre, ließe
sich bestimmt eine frühere Ankunftszeit in Rom und eine damit höhere
Auslastung bis zum Endbahnhof erreichen. Nach dem rituellen Dialog mit
dem Schlafwagenschaffner, der (Dialog nicht der Schaffner, der Mensch
ist schließlich höflich) mir mal wieder meine stark zu verbessernden
Italienischkenntnisse attestiert, liege ich kurz nach Olten bereits im
Bett und schmökere noch ein wenig in Michael Dibdins "Im Zeichen der
Medusa", was ich hiermit explizit als Reiselektüre fürs Bahn fahren
empfehlen möchte. Der "Held", ein italienischer Polizist, lebt
praktischerweise in unserem Etappenziel Lucca (nicht Lecce, wie
fälschlicherweise bei amazon angegeben) und fährt (nicht nur in diesem
Buch) gerne und oft Bahn, insbesondere Schlafwagen.

Irgendwann hinter Bern dämmere ich weg und werde dank der überraschend
hohen Laufruhe dieses doch etwas betagten Fahrzeuges (aber eine sehr
effektive Klimaanlage) erst durch das Klopfen des
Schlafwagenschaffners wach. Nach einer allgemeinen etwas spärlich
ausgefallenen Morgentoilette (den Standard der "Etagendusche", wie er
bei DB NachtZug anzutreffen ist, sucht man hier vergebens) bekommen
wir dreimal italienisches Frühstück serviert. Wer Italiens Küche
kennt, weiss, dass dies im Grunde belanglos ist - nur der Cappucino,
der einer leibhaftigen Espressomaschine aus dem Kabuff des
Schlafwagenschaffners entstammt, sei besonders erwähnt. Sucht er doch
seinesgleichen auf den Schienen Europas, wenn nicht sogar der ganzen
Welt.

In Bologna noch mit +20, gelingt es dem Lokführer die Verspätung bis
Santa Maria Novella auf rund 10 Minuten zu reduzieren, so dass wir
dort den Anschluss noch gerade eben so bekommen. Zwölf Minuten sollten
zum Umstiegen zwar reichen, jedoch ist unser MU der 14. von 15 Wagen
und impliziert dadurch einen recht langen Fußweg zum Treno Regionale
nach Lucca, der natürlich nicht am gleichen Bahnsteig wartet und zudem
noch von einem dieser etwas vorgelagerten Gleise, wie man sie etwa
auch am Frankfurter Hbf antreffen kann (so ein Mittelding zwischen dem
dortigen 1a und dem 24er), abfährt. Dabei fällt mir auf, dass der
Züricher Ast augenscheinlich wesnetlich gefälligere (SBB-)Liegewagen
aufweist.

Kaum haben wir den Regionale bestiegen fährt dieser bereits los. Nach
ein paar Stops in den Vororten und Suburbs von Florenz erreicht unser
Zug (Wendezug mit nicht klimatisierten Großraumwagen) Prato. Den
Zugschluss bildet ein
Loading Image...
(rechts), was vorne dran war, entzieht sich meiner Kenntnis. Nach dem
Abzweigen der Direttissima aus Bologna geht's weiter nach Prato, wo
die alte Appeninstrecke Richtung Bologna abzweigt und die auch in dem
bereits angesprochenen Buch eine entscheidende Rolle beim Abschütteln
von Verfolgern spielt. Die Landschaft entlang dieser Strecke wird
spätestens ab hier sehr reizvoll (je nach Geschmack ist sie das
bereits ab Prato) und führt über Montecatini, mit seinem diesem
Nobelbad durchaus angemessenen, sehr repräsentativen Bahnhofsgebäude
in der Station Montecatini Therme-Monsummano. Kurz darauf, die
Bemerkung der Gattin noch im Ohr, dass ja alles wirklich sehr gut
geklappt habe, wo doch sonst immer irgendetwas sei, steigen wir in
Lucca aus, um das Gepäck für ein paar Stunden einzustellen und die
Stadt zu erkunden. Und da haben wir das "irgendetwas": Die
Schließfachanlage außerhalb des Bahnhofsgebäudes stammt noch aus der
Lira-Zeit und ist demzufolge seit der Euro-Einführung außer Betrieb.
Nein, so wird mir am Fahrkartenschalter mit einer gewissen Arroganz
versichert, es gebe am Bahnhof Lucca keine Möglichkeit, sein Gepäck
aufzubewahren. In unserer Verzweiflung (mit zwei Koffern macht sich so
ein Stadtrundgang nicht besonders gut :-( ) fragen wir am
Bahnhofskiosk, ob der Signore gegen Entgelt freundlicherweise für ein
paar Stunden sein Auge auf unser Gepäck richten würde. Als Antwort
erhalten wir den Hinweis, dass das Hotel, welches direkt am
Bahnhofsplatz liegt, diesen Service seit zwei Jahren anbietet. Als weg
mit den Koffern ab in die Stadt, über die ich hier, weil nicht Thema,
nur soviel sagen möchte: es lohnt sich, sie anzusehen, der Bahnhof
liegt unmittelbar vor dem die ganze Stadt umgebenden Wall (vgl.
http://www.italy-weather-and-maps.com/italy/maps/luccamap.php). Anders
als z.B. in Siena, ist somit kein spezieller Transfer zwischen Bahnhof
und Ort nötig.

Am frühen Nachmittag Enspurt auf einer völlig unspektakulären Strecke
nach Pisa, Umstieg und weiter per Regionalzug östlich am Flughafen
vorbei (man kann aus beiden Richtungen von Pisa Centrale aus nach
Süden fahren) über Livorno (dort sah man gerade den ARZ von DB Autozug
beim Beladen) nach Cecina, wo uns der hoteleigene Fiat Scudo bereits
am Bahnhofsvorplatz erwartete.

Teil IV, demnächst in diesem Theater.

Oliver Schnell
Ulf Kutzner
2004-08-13 09:00:52 UTC
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Post by Oliver Schnell
Uns empfängt ein etwas älterer MU italienischer Provenienz, der
zusammen mit einem T2S und fünf etwas angegammelte Liegewagen
die Belegungsliste zu werfen: Komplett ausgebucht (viele
Double-Buchungen dabei), bis auf zwei alle Zusteiger ab Basel, bis auf
drei Abteile alle Aussteiger in Firenze. Ich vermute einen gewissen
Zusammenhang damit, dass die schnellste Verbindung unter Nutzung des
"Roma" nach ebenda das Verlassen desselben in Firenze zum Umstieg auf
einen ES-Italia vorsieht.
Wobei dann doch interessant wäre, wie viele Reisende zur
Toskana-Fraktion gehören.
Post by Oliver Schnell
Bei einer größeren Vmax als 140 km/h, die
mit anderem Wagenmaterial auf der Direttissima fahrbar wäre,
Autsch! Waren beide WL so beschriftet? Nur interessehalber, ich weiß,
daß es nach der geringsten Fahrzeuggeschwindigkeit geht.
Post by Oliver Schnell
ließe
sich bestimmt eine frühere Ankunftszeit in Rom und eine damit höhere
Auslastung bis zum Endbahnhof erreichen.
Es überholt ES 9423 Bologna - Rom, vielleicht zuvor auch noch ES 9321
Ancona - Orte - Rom. Habe kein italienisches Kursbuch mit
Durchfahrstrichen und Nullangaben für NBS-Benutzung.
Post by Oliver Schnell
In Bologna noch mit +20, gelingt es dem Lokführer die Verspätung bis
Santa Maria Novella auf rund 10 Minuten zu reduzieren, so dass wir
dort den Anschluss noch gerade eben so bekommen. Zwölf Minuten sollten
zum Umstiegen zwar reichen, jedoch ist unser MU der 14. von 15 Wagen
Man beliebte, unterwegs, vermutlich in Brig, den 311 von Genf
beizustellen.
Post by Oliver Schnell
und impliziert dadurch einen recht langen Fußweg zum Treno Regionale
nach Lucca, der natürlich nicht am gleichen Bahnsteig wartet und zudem
noch von einem dieser etwas vorgelagerten Gleise, wie man sie etwa
auch am Frankfurter Hbf antreffen kann (so ein Mittelding zwischen dem
dortigen 1a und dem 24er), abfährt. Dabei fällt mir auf, dass der
Züricher Ast augenscheinlich wesnetlich gefälligere (SBB-)Liegewagen
aufweist.
Ah richtig, beliebte man wohl in Mailand aus dem EN 303 Zürich - Venezia
beizustellen.

Gruß, ULF
Marc Haber
2004-08-13 18:57:36 UTC
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Post by Oliver Schnell
Teil IV, demnächst in diesem Theater.
So heiß unsere Diskussionen oft werden, Deine Reiseberichte lese ich
immer wieder gerne. Vielen Dank, weiter so.

Grüße
Marc, der sich fragt, ob Oliver aus diesem Artikel wieder einen
Angriff zu konstruieren fähig ist
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Das Ueberschreiten der | Mailadresse im Header
Karlsruhe, Germany | Gleise ist verboten! " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Fdl Bad Driburg, 15.02.1997 | Fax: *49 721 966 31 29
Oliver Schnell
2004-08-13 19:09:49 UTC
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On Fri, 13 Aug 2004 20:57:36 +0200, Marc Haber
Post by Marc Haber
Post by Oliver Schnell
Teil IV, demnächst in diesem Theater.
So heiß unsere Diskussionen oft werden, Deine Reiseberichte lese ich
immer wieder gerne. Vielen Dank, weiter so.
Grüße
Marc, der sich fragt, ob Oliver aus diesem Artikel wieder einen
Angriff zu konstruieren fähig ist
Heisse ich Hans B. ?

Oliver Schnell
Marc Haber
2004-08-13 19:24:29 UTC
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Post by Oliver Schnell
On Fri, 13 Aug 2004 20:57:36 +0200, Marc Haber
Post by Marc Haber
Marc, der sich fragt, ob Oliver aus diesem Artikel wieder einen
Angriff zu konstruieren fähig ist
Heisse ich Hans B. ?
Mit dem widerum komme ich ganz hervorragend klar. Hab schon viel von
ihm gelernt. Der Mann hat halt doch zwanzig Jahre mehr
Berufserfahrung.

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Das Ueberschreiten der | Mailadresse im Header
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Ulrich Schmitzer
2004-08-13 20:57:58 UTC
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Oliver Schnell wrote:
Anders
Post by Oliver Schnell
als z.B. in Siena, ist somit kein spezieller Transfer zwischen Bahnhof
und Ort nötig.
Auch in Siena kann man zu Fuss zur Stadt gehen (angesichts geringer
Busfrequenzen und mangelnder Taxis schon oefter praktiziert).
Post by Oliver Schnell
Am frühen Nachmittag Enspurt auf einer völlig unspektakulären Strecke
nach Pisa,
Wenn man zum richtigen Zeitpunkt nach links aus dem Fenster schaut,
sieht man sehr schoen Dom, Schiefen Turm und Campo Santo (es gibt auch
einen entsprechenden Bahnhof, an dem auch die Pisaner Studenten
aussteigen, habe leider den Namen vergessen).

Ulrich Schmitzer
Oliver Schnell
2004-08-13 21:21:56 UTC
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On Fri, 13 Aug 2004 22:57:58 +0200, Ulrich Schmitzer
Post by Ulrich Schmitzer
Wenn man zum richtigen Zeitpunkt nach links aus dem Fenster schaut,
sieht man sehr schoen Dom, Schiefen Turm und Campo Santo (es gibt auch
einen entsprechenden Bahnhof, an dem auch die Pisaner Studenten
aussteigen, habe leider den Namen vergessen).
Da ist natürlich wahr (man sollte mit dem Schreiben der Reiseberichte
nicht zu lange warten, bis man alles wieder vergessen hat ;-) ). Das
ist am Bahnhof Pisa San Rossore, wo sich die Strecken aus Richtung
Genua und Lucca zusammenfinden (Keilbahnhof). Das unspektakulär
bezieht sich selbstredend nur auf die Strecke von Lucca bis S.Rossore.

Oliver Schnell
Niels Bock
2004-08-24 13:33:55 UTC
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Oliver Schnell <***@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> schrieb:

[...]
Post by Oliver Schnell
dem Nachwuchs, der als Unikum aus längst vergangenen Zeiten den
Porzellan-Nachttopf bewundern darf, den es in diesem WL tatsächlich
noch in jedem Abteil zu geben scheint. Untergebracht ist das Ding im
Sockel des Waschbeckens, wo sich neben einer direkt auf das Gleis
richtenden Entleerungsmöglichkeit (vulgo: ein Loch) auch noch
irgendeine Art Spülmechanismus für dieses Unikum befinden muss.
Sah ich auch im spanischen Trenhotel-Talgo. Erstaunlich, daß die nicht
haufenweise gestohlen werden, benutzen wird sie heutzutage kaum noch ein
Reisender wollen.
--
Viele Grüße
_____________________________________________________________________
Niels Bock PGP key ID: 0xF5A96559
Reinhard Greulich
2004-08-24 17:40:36 UTC
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Post by Niels Bock
Erstaunlich, daß die nicht
haufenweise gestohlen werden, benutzen wird sie heutzutage kaum noch ein
Reisender wollen.
Hmm, wer sollte die wofür gebrauchen können? Eine Verwendung bei Tisch
erschiene mir irgendwie ... abstrus. ;-)

Gruß - Reinhard.

-- ~=@=~ 70086 (52°22,726'N - 009°48,775'E)
de.etc.bahn.* Wintertreffen Revival 2005 auf Alp Grüm
10. bis 15. Feb. 2005: Grimsel, Lötschberg, Simplon, Milano,
Bernina, Albula, Oberalp, Furka, Vallée du Trient,
Chamonix, Geneve und mehr: http://www.debx2005.de
Niels Bock
2004-08-24 20:51:38 UTC
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Post by Reinhard Greulich
Post by Niels Bock
Erstaunlich, daß die nicht
haufenweise gestohlen werden, benutzen wird sie heutzutage kaum noch ein
Reisender wollen.
Hmm, wer sollte die wofür gebrauchen können? Eine Verwendung bei Tisch
erschiene mir irgendwie ... abstrus. ;-)
Ich dachte mehr an sammelwütige Schrate.
--
Viele Grüße
_____________________________________________________________________
Niels Bock PGP key ID: 0xF5A96559
Reinhard Greulich
2004-08-24 21:03:53 UTC
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Post by Niels Bock
Ich dachte mehr an sammelwütige Schrate.
:-) Deren Vorkommenshäufigkeit ist nach meinem Eindruck in Schlafwagen
aber doch eher gering.

Das Porzellanzeugs gab es vor der letzten Modernisierung übrigens
genau so auch in DB-WL. Jetzt ist die betreffende Klappe zugeschraubt.

Gruß - Reinhard.

-- ~=@=~ 70086 (52°22,726'N - 009°48,775'E)
de.etc.bahn.* Wintertreffen Revival 2005 auf Alp Grüm
10. bis 15. Feb. 2005: Grimsel, Lötschberg, Simplon, Milano,
Bernina, Albula, Oberalp, Furka, Vallée du Trient,
Chamonix, Geneve und mehr: http://www.debx2005.de
Niels Bock
2004-08-25 15:45:34 UTC
Antworten
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Post by Reinhard Greulich
Post by Niels Bock
Ich dachte mehr an sammelwütige Schrate.
:-) Deren Vorkommenshäufigkeit ist nach meinem Eindruck in Schlafwagen
aber doch eher gering.
Weil sie stets Liegewagen fahren? Ihre Sozialkompetenz spricht aber eher
für Single-Abteil im Schlafwagen.
--
Viele Grüße
_____________________________________________________________________
Niels Bock PGP key ID: 0xF5A96559
Reinhard Greulich
2004-08-25 20:59:30 UTC
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Post by Niels Bock
Weil sie stets Liegewagen fahren? Ihre Sozialkompetenz spricht aber eher
für Single-Abteil im Schlafwagen.
Die würden Silberling fahren, wenn es das nachts gäbe. :-)

Gruß - Reinhard.

-- ~=@=~ 70086 (52°22,726'N - 009°48,775'E)
de.etc.bahn.* Wintertreffen Revival 2005 auf Alp Grüm
10. bis 15. Feb. 2005: Grimsel, Lötschberg, Simplon, Milano,
Bernina, Albula, Oberalp, Furka, Vallée du Trient,
Chamonix, Geneve und mehr: http://www.debx2005.de
Christoph Muenzing
2004-08-27 10:30:21 UTC
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Post by Oliver Schnell
Double-Buchungen dabei), bis auf zwei alle Zusteiger ab Basel, bis auf
drei Abteile alle Aussteiger in Firenze. Ich vermute einen gewissen
Zusammenhang damit, dass die schnellste Verbindung unter Nutzung des
"Roma" nach ebenda das Verlassen desselben in Firenze zum Umstieg auf
einen ES-Italia vorsieht. Bei einer größeren Vmax als 140 km/h, die
mit anderem Wagenmaterial auf der Direttissima fahrbar wäre, ließe
sich bestimmt eine frühere Ankunftszeit in Rom und eine damit höhere
Auslastung bis zum Endbahnhof erreichen.
Wäre zu fragen, ob das an der hohen Zeitsensibilität der Reisenden liegt
oder eher daran, daß der Umstieg auf ES als "Standard"verbindung
ausgespuckt wird.
Post by Oliver Schnell
http://www.railfaneurope.net/pix/it/car/regional/MDVC/XMPR/fs_dts_blg.jpg
(rechts), was vorne dran war, entzieht sich meiner Kenntnis. Nach dem
Abzweigen der Direttissima aus Bologna
in Prato
Post by Oliver Schnell
geht's weiter nach Prato,
<debk> Pistoia </>
Post by Oliver Schnell
wo
die alte Appeninstrecke Richtung Bologna abzweigt
Die
Schließfachanlage außerhalb des Bahnhofsgebäudes stammt noch aus der
Lira-Zeit und ist demzufolge seit der Euro-Einführung außer Betrieb.
Scheint in Italien grundsätzlich der Fall zu sein. War zwar seit gut einem
Jahr nicht mehr dort, aber ich habe noch keine einzige auf Äuro umgestellte
Schließfachanlage gesichtet.
Post by Oliver Schnell
mit den Koffern ab in die Stadt, über die ich hier, weil nicht Thema,
nur soviel sagen möchte: es lohnt sich, sie anzusehen, der Bahnhof
liegt unmittelbar vor dem die ganze Stadt umgebenden Wall (vgl.
http://www.italy-weather-and-maps.com/italy/maps/luccamap.php). Anders
als z.B. in Siena, ist somit kein spezieller Transfer zwischen Bahnhof
und Ort nötig.
Siena geht auch noch zu Fuß, schlimmer sind z.B. Perugia, Todi, Cortona...

Grazie mille für den Bericht,
Christoph
Klaus Straubinger
2004-08-27 13:29:19 UTC
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Post by Christoph Muenzing
Siena geht auch noch zu Fuß, schlimmer sind z.B. Perugia, Todi, Cortona...
Letzteres hat den Bahnhof Terontola-Cortona, nicht wahr? Oder meintest
Du Camucia-Cortona? Als geübter Italienreisender kann man anhand der
Doppelbezeichnung jedenfalls schon ahnen, was einen erwartet.

Der Bahnhof von Perugia liegt doch immerhin in der Stadt ... Zugegeben,
nicht gerade in der Altstadt, wie ich zu meiner großen Freude
feststellen durfte.

Kann jemand noch Fatima (in Portugal) toppen, was die Entfernung vom
Ort zum gleichnamigen Bahnhof angeht? Doppelnamen-Konstruktionen wie
die oben erwähnten möchte ich da mal ausschließen.
--
Klaus Straubinger
Ulf Kutzner
2004-08-27 16:12:44 UTC
Antworten
Permalink
Post by Klaus Straubinger
Der Bahnhof von Perugia liegt doch immerhin in der Stadt ... Zugegeben,
nicht gerade in der Altstadt, wie ich zu meiner großen Freude
feststellen durfte.
Kann jemand noch Fatima (in Portugal) toppen, was die Entfernung vom
Ort zum gleichnamigen Bahnhof angeht? Doppelnamen-Konstruktionen wie
die oben erwähnten möchte ich da mal ausschließen.
Entfernungen zwischen 10 und 20 km zum namensgebenden Bahnhof sind in
Portugal gar nicht unüblich.

Gruß, ULF
tobias b köhler
2004-08-27 16:58:54 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Entfernungen zwischen 10 und 20 km zum namensgebenden Bahnhof sind in
Portugal gar nicht unüblich.
Siehe auch den Hinterstoder-thread in at.verkehr.bahn ....

gruß,tobi
Niels Bock
2004-08-31 13:41:23 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Entfernungen zwischen 10 und 20 km zum namensgebenden Bahnhof sind in
Portugal gar nicht unüblich.
Und in Spanien ist natürlich als Standardbeispiel für Bahnhöfe im
Nirgendwo Linares-Baeza zu nennen.
--
Viele Grüße
_____________________________________________________________________
Niels Bock PGP key ID: 0xF5A96559
Martin Bienwald
2004-08-31 10:33:26 UTC
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Post by Klaus Straubinger
Kann jemand noch Fatima (in Portugal) toppen, was die Entfernung vom
Ort zum gleichnamigen Bahnhof angeht? Doppelnamen-Konstruktionen wie
die oben erwähnten möchte ich da mal ausschließen.
Hmmm ... Limerick Junction? ;-)

... Martin
Klaus Straubinger
2004-08-31 10:53:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Bienwald
Limerick Junction? ;-)
Stattliche 37 km, wenn ich richtig nachgesehen habe. Allerdings könnte
man das "Junction" als unzulässigen Zusatz werten. Das gibt einem ja
wenigstens eine Ahnung, dass der Ort nicht direkt daneben liegen könnte.

Bei Bahnhöfen, die "TGV" im Namen haben, ahnt man das Elend ebenfalls ...
--
Klaus Straubinger
Christoph Schmitz
2004-08-31 12:15:12 UTC
Antworten
Permalink
Post by Klaus Straubinger
Post by Martin Bienwald
Limerick Junction? ;-)
Stattliche 37 km, wenn ich richtig nachgesehen habe. Allerdings könnte
man das "Junction" als unzulässigen Zusatz werten. Das gibt einem ja
wenigstens eine Ahnung, dass der Ort nicht direkt daneben liegen könnte.
Bei Bahnhöfen, die "TGV" im Namen haben, ahnt man das Elend ebenfalls ...
"Bonn TGV", "Koblenz TGV", ...

SCNR
Christoph
Marc Haber
2004-09-02 18:53:45 UTC
Antworten
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Post by Klaus Straubinger
Post by Martin Bienwald
Limerick Junction? ;-)
Stattliche 37 km, wenn ich richtig nachgesehen habe. Allerdings könnte
man das "Junction" als unzulässigen Zusatz werten. Das gibt einem ja
wenigstens eine Ahnung, dass der Ort nicht direkt daneben liegen könnte.
Bei Bahnhöfen, die "TGV" im Namen haben, ahnt man das Elend ebenfalls ...
Blankenheim Wald?

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Das Ueberschreiten der | Mailadresse im Header
Karlsruhe, Germany | Gleise ist verboten! " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Fdl Bad Driburg, 15.02.1997 | Fax: *49 721 966 31 29
U***@web.de
2019-06-27 11:38:46 UTC
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Permalink
Post by Martin Bienwald
Post by Klaus Straubinger
Kann jemand noch Fatima (in Portugal) toppen, was die Entfernung vom
Ort zum gleichnamigen Bahnhof angeht? Doppelnamen-Konstruktionen wie
die oben erwähnten möchte ich da mal ausschließen.
Hmmm ... Limerick Junction? ;-)
Fátima ist jetzt wegen Doppelnamens ausgeschlossen.

https://pt.wikipedia.org/wiki/Esta%C3%A7%C3%A3o_Ferrovi%C3%A1ria_de_Ch%C3%A3o_de_Ma%C3%A7%C3%A3s-F%C3%A1tima

1959 bekam Kaluga einen II-Bahnhof an der Hauptstrecke
Moskau - Kiev. Bis zum Stadtzentrum immerhin
10 Kilometer. Der I-Bahnhof liegt zentrumsnäher.

Gruß, ULF

Oliver Schnell
2004-09-06 19:36:30 UTC
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On Fri, 27 Aug 2004 12:30:21 +0200, "Christoph Muenzing"
Post by Christoph Muenzing
Post by Oliver Schnell
Double-Buchungen dabei), bis auf zwei alle Zusteiger ab Basel, bis auf
drei Abteile alle Aussteiger in Firenze. Ich vermute einen gewissen
Zusammenhang damit, dass die schnellste Verbindung unter Nutzung des
"Roma" nach ebenda das Verlassen desselben in Firenze zum Umstieg auf
einen ES-Italia vorsieht. Bei einer größeren Vmax als 140 km/h, die
mit anderem Wagenmaterial auf der Direttissima fahrbar wäre, ließe
sich bestimmt eine frühere Ankunftszeit in Rom und eine damit höhere
Auslastung bis zum Endbahnhof erreichen.
Wäre zu fragen, ob das an der hohen Zeitsensibilität der Reisenden liegt
oder eher daran, daß der Umstieg auf ES als "Standard"verbindung
ausgespuckt wird.
Ich nehme stark an, letzteres. Wenn du nicht gerade weiter Richtung
Kalabrien willst, ist m.E. der Zeitgewinn durch den ES hier relativ
bedeutungslos.
Post by Christoph Muenzing
Post by Oliver Schnell
Abzweigen der Direttissima aus Bologna
in Prato
Post by Oliver Schnell
geht's weiter nach Prato,
<debk> Pistoia </>
Yep. Hat's doch einer gemerkt. ;-)

Oliver Schnell
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