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Schwarzwaldbahn: Feuriger Elias auf Abwegen
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Martin Theodor Ludwig
2020-07-09 21:14:24 UTC
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https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/brennende-lok-faehrt-fuehrerlos-durchs-kinzigtal-100.html

(Hat so eine Bau(zug)lok kein PZB-Equipment an Bord?)

Bis dann, Martin
--
Autoreisezüge in Europa: http://www.autoreisezuege.org
Holger Metschulat
2020-07-09 21:45:15 UTC
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Post by Martin Theodor Ludwig
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/brennende-lok-faehrt-fuehrerlos-durchs-kinzigtal-100.html
(Hat so eine Bau(zug)lok kein PZB-Equipment an Bord?)
Hallo,

hat sie. Das ist aber nur an, wenn sie "eingeschaltet" ist. Dann würden
sowohl die Sifa als auch die PZB dafür sorgen, daß sie angehalten wird.

Offensichtlich war das Fahrzeug hier ausgeschaltet und ist weggerollt,
war also praktisch wie ein normaler Wagen.
--
Gruss * Holger Metschulat
Holger * e-mail: ***@stellwerke.de,
http://www.signallabor.de/estw
"Internet-Nutzung ist ein Privileg und kein Recht."
(Rechnerraum-Ordnung an der Uni von 1994)
U***@web.de
2020-07-10 04:22:05 UTC
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Post by Holger Metschulat
Post by Martin Theodor Ludwig
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/brennende-lok-faehrt-fuehrerlos-durchs-kinzigtal-100.html
(Hat so eine Bau(zug)lok kein PZB-Equipment an Bord?)
hat sie.
Sieht mir ja eher nach Triebwagen aus.
Post by Holger Metschulat
Das ist aber nur an, wenn sie "eingeschaltet" ist. Dann würden
sowohl die Sifa als auch die PZB dafür sorgen, daß sie angehalten wird.
Offensichtlich war das Fahrzeug hier ausgeschaltet und ist weggerollt,
war also praktisch wie ein normaler Wagen.
Für das Einschalten wäre ein Führerstand in Betrieb zu
nehmen. Sonst würde einen die SiFa am anderen Führerstand
ständig ausbremsen, wenn man da keinen Bediener hingesetzt
hat.

Aber von wegen Titel: Ich frug mich, wie sich ein bestimmtes
Darmstädter Lokomotivchen ins Kinzigtal hätte verrennen
können, und kam nicht drauf...
Bodo G. Meier
2020-07-10 04:11:37 UTC
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Post by Martin Theodor Ludwig
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/brennende-lok-faehrt-fuehrerlos-durchs-kinzigtal-100.html
Danke für den link!

Lok, Reparaturwagen, Triebwagen... "mit Bremsklötzen auf ein
Abstellgleis geleitet"
Artikel und Video sind genauso abenteuerlich wie der Zwischenfall
selbst. :->

Gut, dass das Fahrzeug nicht z.B. in Triberg losgerollt ist...
Aber ich bin gespannt auf die Ursache!

Gruß,
Bodo
Alexandre Kampouris
2020-07-12 20:35:26 UTC
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Post by Martin Theodor Ludwig
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/brennende-lok-faehrt-fuehrerlos-durchs-kinzigtal-100.html
(Hat so eine Bau(zug)lok kein PZB-Equipment an Bord?)
Das hat es sicher, aber es fehlte wahrscheinlich Druckluft und Strom.

Ein völlig ungebremste Tfz wäre maßgeblich schneller gewesen.

Haslach im Kinzigtal : 217 m Höhe ü. NHN
Gengenbach : 175m Höhe ü. NHN

Höhenunterschied: ~42m (delta_h)

Wenn man das Drehmoment der Räder sowie der Roll- und Luftwiderstand
außer Acht lässt, kann man die kinetische und potenzielle Energie
einfach gleichsetzen.

Also: 0,5 * m * v^2 = m * g * delta_h

wobei g=9,8m/s^2

--> v^2 = 2 * g * delta_h

--> v = ( 2 * g * delta_h * )^(1/2)

Das Tfz hätte maximal bis 103km/h erreichen können.

Im Video um die 13. Sekunde fährt das Tfz einem Stahlträger in ugf. 187
Rahmen vorbei. Der Parallaxfehler ist offensichtlich vernachlässigbar.
Das entspricht bei 25FPS eine Dauer von 7,48s.

Die Länge über Puffer eines 711.1 beträgt 24.640 mm

Hergeleitete Geschwindigkeit um 14" im Video: 3,3m/s, oder 12km/h. Ich
nehme an, die Irrfahrt der Fahrzeuges neigte sich schon zu Ende.

Mein Fazit: Das Tfz war schon teilweise gebremst oder gehemmt. Bei 60-80
km/h wäre es sonst zu viel größere Schaden beim Entgleisen gekommen.

Alexandre
U***@web.de
2020-07-12 20:43:10 UTC
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Post by Alexandre Kampouris
Post by Martin Theodor Ludwig
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/brennende-lok-faehrt-fuehrerlos-durchs-kinzigtal-100.html
(Hat so eine Bau(zug)lok kein PZB-Equipment an Bord?)
Das hat es sicher, aber es fehlte wahrscheinlich Druckluft und Strom.
Ein völlig ungebremste Tfz wäre maßgeblich schneller gewesen.
Haslach im Kinzigtal : 217 m Höhe ü. NHN
Gengenbach : 175m Höhe ü. NHN
Höhenunterschied: ~42m (delta_h)
Wenn man das Drehmoment der Räder sowie der Roll- und Luftwiderstand
außer Acht lässt, kann man die kinetische und potenzielle Energie
einfach gleichsetzen.
Also: 0,5 * m * v^2 = m * g * delta_h
wobei g=9,8m/s^2
--> v^2 = 2 * g * delta_h
--> v = ( 2 * g * delta_h * )^(1/2)
Das Tfz hätte maximal bis 103km/h erreichen können.
Im Video um die 13. Sekunde fährt das Tfz einem Stahlträger in ugf. 187
Rahmen vorbei. Der Parallaxfehler ist offensichtlich vernachlässigbar.
Das entspricht bei 25FPS eine Dauer von 7,48s.
Die Länge über Puffer eines 711.1 beträgt 24.640 mm
Hergeleitete Geschwindigkeit um 14" im Video: 3,3m/s, oder 12km/h. Ich
nehme an, die Irrfahrt der Fahrzeuges neigte sich schon zu Ende.
Mein Fazit: Das Tfz war schon teilweise gebremst oder gehemmt. Bei 60-80
km/h wäre es sonst zu viel größere Schaden beim Entgleisen gekommen.
Die Längsneigung der Strecke wäre von Interesse. Irrelevanz nur bei
Vernachlässigung aller Widerstände.

Gruß, ULF
Alexandre Kampouris
2020-07-13 13:17:04 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Alexandre Kampouris
Mein Fazit: Das Tfz war schon teilweise gebremst oder gehemmt. Bei 60-80
km/h wäre es sonst zu viel größere Schaden beim Entgleisen gekommen.
Die Längsneigung der Strecke wäre von Interesse. Irrelevanz nur bei
Vernachlässigung aller Widerstände.
Ich habe auf der Karte ugf. 16,6 Streckenkilometer zwischen beiden
Dörfer gemessen. Im SWR-Video ist eine Geisterfahrt von "20 km" die
Rede, und im Begleittext "28 km".

Bei 16,6km und einem Höhenunterschied von 42m, das durchschnittliche
Gefälle beträgt ugf. 2,5 Promille. Das ist eher moderat. Ich gehe davon
aus, dass diese Teilstrecke immer etwa gleichmäßig bergab (bzw. bergauf)
läuft.

Im Video wird behauptet, dass das Fahrzeug bis 60km/h schnell fuhr. Das
halte ich für unwahrscheinlich. Um diese Geschwindigkeit zu erreichen,
hätte das Ding um das Großteil der zurückgelegte Strecke beschleunigen
müssen, und dann irgendwie auf 12km/h plötzlich gebremst. Im Text wird
von "Bremsklotzen" geredet, um der Zug auf ein Abstellgleis zu leiten.
[sic?] Im Video war die Irrfahrt noch nicht zu Ende.

Bei 12km/h spielt der Luftwiderstand eigentlich keine Rolle. Womöglich
war der hydraulische Antrieb irgendwie eingeschaltet.
Post by U***@web.de
Gruß, ULF
U***@web.de
2020-07-13 14:04:05 UTC
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Post by Alexandre Kampouris
Post by U***@web.de
Post by Alexandre Kampouris
Mein Fazit: Das Tfz war schon teilweise gebremst oder gehemmt. Bei 60-80
km/h wäre es sonst zu viel größere Schaden beim Entgleisen gekommen.
Die Längsneigung der Strecke wäre von Interesse. Irrelevanz nur bei
Vernachlässigung aller Widerstände.
Ich habe auf der Karte ugf. 16,6 Streckenkilometer zwischen beiden
Dörfer gemessen. Im SWR-Video ist eine Geisterfahrt von "20 km" die
Rede, und im Begleittext "28 km".
Bei 16,6km und einem Höhenunterschied von 42m, das durchschnittliche
Gefälle beträgt ugf. 2,5 Promille. Das ist eher moderat.
Eben. Man vergleiche mit dem aus Frutigen abgegangenen
teilgebremsten besetzten Arbeitszug. Der wäre, davon bin ich
überzeugt, ungebremst entgleist.
Post by Alexandre Kampouris
Ich gehe davon
aus, dass diese Teilstrecke immer etwa gleichmäßig bergab (bzw. bergauf)
läuft.
Im Video wird behauptet, dass das Fahrzeug bis 60km/h schnell fuhr. Das
halte ich für unwahrscheinlich. Um diese Geschwindigkeit zu erreichen,
hätte das Ding um das Großteil der zurückgelegte Strecke beschleunigen
müssen, und dann irgendwie auf 12km/h plötzlich gebremst. Im Text wird
von "Bremsklotzen" geredet, um der Zug auf ein Abstellgleis zu leiten.
[sic?] Im Video war die Irrfahrt noch nicht zu Ende.
Vielleicht meinten sie Hemmschuhe; diese aber ersetzen keine
Weiche.

Gruß, ULF
Ingo Stiller
2020-07-13 17:14:59 UTC
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Im Text wird
Post by U***@web.de
Post by Alexandre Kampouris
von "Bremsklotzen" geredet, um der Zug auf ein Abstellgleis zu leiten.
[sic?] Im Video war die Irrfahrt noch nicht zu Ende.
Vielleicht meinten sie Hemmschuhe; diese aber ersetzen keine
Weiche.
Möglichkeit 1
Die haben tatsächlich Hemmschuhe vor der Räder getan, damit die Lok soweit abbresmt, dass sie sicher durch die Weiche kommt.
Ob dann die Hemmschuhe vor/in der Weiche sich selbst vom Gleis abgeworfen haben?

Möglichkeit 2
Die kausale Kette durcheinander gewürfelt.
Die (schlanke?) Weiche lenkt die Lok aufs andere (Abstell-)Gleis.
Und dort wurde dann die Lok mit Hemmschuhe abgeremst.
Vielleicht war das ein Stumpfgleis mit Prellbock am Ende.

Gruß Ingo
U***@web.de
2020-07-13 19:01:03 UTC
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Post by Alexandre Kampouris
Im Text wird
Post by U***@web.de
Post by Alexandre Kampouris
von "Bremsklotzen" geredet, um der Zug auf ein Abstellgleis zu leiten.
[sic?] Im Video war die Irrfahrt noch nicht zu Ende.
Vielleicht meinten sie Hemmschuhe; diese aber ersetzen keine
Weiche.
Möglichkeit 1
Die haben tatsächlich Hemmschuhe vor der Räder getan, damit die Lok soweit abbresmt
TVT.

Turmtriebwagen mit Verbrennungsantrieb. Beim
Betrachten der Bilder könnte man diesbezüglich
auf falsche Schlüsse kommen.

Gruß, ULF

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