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[RB] Eine lange Reise
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Jörg Mutke
2018-10-17 12:27:14 UTC
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Hallo,

die Wenigfahrer mal wieder:

Reisebericht IC2216 am 16.10.2018

Geplant war Köln Hbf-Barth mit Abfahrt in Köln um 11:11 Uhr
mit ICE 202 von Karlsruhe kommend bis Dortmund, dort Um-
stieg in IC 2216 von Offenburg kommend bis Velgast, dort
in die letzte Etappe mit der Usedomer Bäderbahn (UBB) nach
Barth.
Dass ICE 202 nicht im Plan sein würde war nach dem Brand
auf KRM und der Sperrung klar. Also umdisponiert und Fahr-
karte für IC 2216 von Bonn Hbf bis Köln Hbf zugekauft.
Fahre ich halt die ganze Strecke schon ab Bonn und ohne
Umstieg bis Velgast durch.
Am Bonner Hauptbahnhof herrscht eine für diese Tageszeit
ungewöhnliche Enge. Viele Menschen, die dort augenscheinlich
noch wegen der gestrigen Sperrung des Kölner Hbf verspätete
Züge abwarten, keine Informationen bzw. hin und her springende
Anzeigen, die unterschiedlich Züge mit unterschiedlich Gleis-
wechseln mal anzeigen und mal auch nicht, machen das Warten
zum Erlebnis. Dann kommt mein IC nur moderat mit 5 min.
Verspätung und in zuvor angekündigter umgekehrter Wagen-
reihung. Die erste Klasse ist erstaunlich gefüllt, bis Köln
mit Business-Gestalten, danach mit Rentner und Familien mit
kleinen und halbwüchsigen Kindern. Es läuft aber trotz
Billig-Pinot Grigio schon ab 11:30 Uhr und trotz der Kinder
alles sehr ruhig und diszipliniert.
Bis Münster ist unsere Verspätung wegen „Baustellen und
Langsam-Fahr-Stellen auf etwas mehr als 10 min. angeschwollen.
Wieso dachte der DB Navigator eigentlich, wir würden bis Mün-
ster wieder im Plan sein? Sind da solche Informationen nicht
eingepflegt?
Osnabrück wird mit ebenfalls moderater Verspätung erreicht. Wir
stehen länger, um dann zu erfahren, dass wegen einer
Oberleitungsstörung zwischen Diepholz und Bremen die Strecke
komplett gesperrt sei. In längeren Diskussionen kommen die
Passagiere schnell zu der einhelligen Meinung, dass dann wohl
eine Umleitung über Hannover angesagt sei. Nur ungefähr 10 min.
später wird eben das durchgesagt, Verspätung geschätzt 90-100 min.
werden angesagt. Ebenso Inhalt der Ansagen: Halt in Hannover, für
Fahrgäste die nach Bremen wollen, Ankunft geschätzt 14:54 Uhr.
Die echte Ankunft in Hannover ist dann schon deutlich nach 15:00
Uhr. Die Vorhersage im DB Navigator schätzt die Ankunft in
Hamburg-Harburg auf 16:31 Uhr. Kurz vor Eschede kommen wir zum
Stehen und man teilt den Passagieren mit wegen einer „technischen
Überprüfung“ würde sich die Weiterfahrt „um einige Minuten ver-
zögern“. Nach einigen Minuten die Durchsage es würde jetzt noch
ein Metronom vorbeigelassen und dann das linke Gleis gesperrt,
damit die Überprüfung durchgeführt werden könne. Nur einige Minuten
später geht es auch weiter. Unmittelbar in Sichtweite der Bahnsteige
von Winsen (Luhe) stehen wir erneut auf freier Strecke, weil „erneut
ein Achssensor angeschlagen hat“. 16:38 Uhr erfolgt die Durchsage, es
gehe gleich weiter, dann eine unverständliche Ansage über Lautsprecher
an den „Lokführer“ und dann geht es 16:40 Uhr weiter.
In Hamburg Hbf ist natürlich das Gleis noch durch einen anderen Zug
belegt. Einfahrt nach längerem Blick auf die Fleete von HafenCity um
17:10 Uhr. Hier wollen fast alle raus. Das dauert. Außerdem gibt es Personalwechsel und wahrscheinlich viel zu erzählen. Nach Kopfmachen
um 17:17 die Durchsage, dass wir nicht losfahren können, weil wir noch
auf einen gültigen Fahrplan warten. 17:21 Uhr pfeifen, Türenpiepsen
und Abfahrt. Aktuelle Verspätung beträgt damit 125 min.
Ab da ist die Fahrt unspektakulär. Der neue, gut gelaunte Zugchef kommt
rum und stempelt für alle das 120 min.-Feld auf dem Fahrgastrechteformu-
lar, das bereits der vorherige ausgeteilt hatte. In Rostock wird plan-
mäßig und zügig Kopf gemacht und exakt um 19:49 Uhr verlasse ich den Zug
in Velgast unter Genuss aromatischer Landluft. Auf die Weiterfahrt mit
der UBB verzichte ich, nach fast genau 10 Stunden will ich nicht mehr in
einen Zug steigen. Ein Taxi, das ich telefonisch aus Barth bestellt habe,
bringt mich in 18 min. zu meinem Hotel.
Das während der 10 Stunden anfangs weder Kaffee noch heißes Essen zu be-
kommen war, weil im Bistrowagen der erforderliche Strom fehlte war mir
egal, Bier und Pastramisandwich reichten mir zur Not, da mich in Barth unter anderem gutes Essen erwartete.
Fazit: Das Personal war durchgängig freundlich, professionell und kundenorientiert. Die „renovierten“ Apmz sind als 1.-Klasse-Wagen
komfortabel und Bitburger-Bier im Zug schmeckt immer noch nicht.
Aber diesmal wäre ich mit dem Auto wohl schneller gewesen.

Gruß
Jörg
Bodo G. Meier
2018-10-17 12:59:02 UTC
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Post by Jörg Mutke
Reisebericht IC2216 am 16.10.2018
[...]
Vielen Dank für's Schreiben!

Gruss,
Bodo
U***@web.de
2018-12-02 10:53:25 UTC
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Post by Jörg Mutke
um 17:17 die Durchsage, dass wir nicht losfahren können, weil wir noch
auf einen gültigen Fahrplan warten. 17:21 Uhr pfeifen, Türenpiepsen
und Abfahrt. Aktuelle Verspätung beträgt damit 125 min.
Ab da ist die Fahrt unspektakulär. Der neue, gut gelaunte Zugchef kommt
rum und stempelt für alle das 120 min.-Feld auf dem Fahrgastrechteformu-
lar, das bereits der vorherige ausgeteilt hatte. In Rostock wird plan-
mäßig und zügig Kopf gemacht und exakt um 19:49 Uhr verlasse ich den Zug
in Velgast unter Genuss aromatischer Landluft. Auf die Weiterfahrt mit
der UBB verzichte ich, nach fast genau 10 Stunden will ich nicht mehr in
einen Zug steigen. Ein Taxi, das ich telefonisch aus Barth bestellt habe,
bringt mich in 18 min. zu meinem Hotel.
Das während der 10 Stunden anfangs weder Kaffee noch heißes Essen zu be-
kommen war, weil im Bistrowagen der erforderliche Strom fehlte
Wenn er mal nicht fehlt, soll er jetzt günstiger sein,
der Kaffee. Auch Kurrywurst mit Etepetetestreuseln
nun erhäöltlich: http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wirtschaft/ueberregional/Deutsche-Bahn-senkt-Preise-im-Speisewagen-article3992022.html

Gruß, ULF

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