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Untersuchungsbericht Bahnübergangsunfall, 16.09.2015, Buxtehude -Horneburg
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Ingo Stiller
2020-09-22 18:27:43 UTC
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Guude
--- EUB ---
https://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/SharedDocs/Downloads/EUB/Untersuchungsberichte/2015/147_Buxtehude_-_Horneburg.pdf?__blob=publicationFile&v=3
...
(Seite 19 im PDF)
Somit war der theoretische Nachweis der Unbefahrbarkeit des BÜdurch einen Gelenkbus erbracht. Dies zeigten auch die nach dem Unfall durchgeführten Probefahrten bei denen nur langjährig routinierten Fahrern das Überfahren dieses BÜ ohne Halt oder Rangieren mit einem solchen Bus gelang.
...
Bei dem BÜ 32 („Mühlenkampstraße“) handelte es sich um einen fernüberwachten und durch Lichtzeichen und Halbschranken technisch gesicherten BÜ des Anlagentyps EBÜT 80 LzH-Fü.
...
---

Da hat man also ein Umleitungsstrecke gewählt, auf den Otto-Normal-Busfahrer nie und nimmer um die Kurve kommt.
Was mich aber immer wieder "irritiert":
Der Bahnübergang war fernüberwacht, aber niemanden ist aufgefallen, dass da noch ein Bus auf dem Gleis steht. Das fernüberwacht heißt hier wohl immer nur, dass die Signale und Schranken überwacht werden. Das Freisein wird aber nicht überwacht.
Sollte man vielleicht mal ändern ...

Gruß Ingo
Holger Metschulat
2020-09-30 19:49:45 UTC
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Am 22.09.2020 um 20:27 schrieb Ingo Stiller:
Hallo,
Post by Ingo Stiller
Der Bahnübergang war fernüberwacht, aber niemanden ist aufgefallen, dass da noch ein Bus auf dem Gleis steht. Das fernüberwacht heißt hier wohl immer nur, dass die Signale und Schranken überwacht werden. Das Freisein wird aber nicht überwacht.
Sollte man vielleicht mal ändern ...
Die Überwachungsart bezieht sich immer nur auf die Überwachung der
Funktionsfähigkeit der Bahnübergangsanlage (Leuchtzeichen und ggf.
Schranken), nicht jedoch auf das Freisein des Übergangs von
Straßenfahrzeugen:

- Üs- (früher Lo-)Anlagen: Die ordnungsgemäße Einschaltung der Anlage
wird dem Lokführer im Bremswegabstand gemeldet. Wird keine Einschaltung
angezeigt, muß vor dem Bü angehalten werden.
- Fü-Anlagen: Diese Anlagen sind komplett redundant aufgebaut in zwei
unabhängigen Teilanlagen, die sich gegenseitig überwachen. Hier wird
davon ausgegangen, daß immer mindestens eine Teilanlage einschaltet und
der Ausfall einer Teilanlage oder eine andere Inkonsistenz dann an den
überwachenden Fahrdienstleiter gemeldet wird. Die konkrete Einschaltung
wird nicht überwacht.
- Hp-Anlagen: Hier steht vor dem Bahnübergang ein Hauptsignal, welches
erst auf Fahrt gehen kann, wenn der Bahnübergang eingeschaltet ist.

Nur bei Hp-Anlagen gibt es die Möglichkeit eines
Vollschrankenabschlusses und nur dann wird auch eine Überwachung des
Gleisraumes auf eingeschlossene Fahrzeuge (manuell oder automatisch per
Radar) als Voraussetzung für die Fahrtstellung des Signals durchgeführt.
Bei allen anderen Kombinationen gibt es keine Schranken bzw.
Ausfahrschranken und damit immer noch die Möglichkeit, bei fahrbereitem
Straßenfahrzeug den Bü rechtzeitig zu räumen (Schieben, per Anlasser
fahren, ...). Ist dies für bestimmte Fahrzeuge nicht möglich
(Gelenkbusse bei enger Kurve, Sattelzüge bei Kuppe), so darf die Straße
für diese Fahrzeuge nicht zugelassen werden.
--
Gruss * Holger Metschulat
Holger * e-mail: ***@stellwerke.de,
http://www.signallabor.de/estw
"Internet-Nutzung ist ein Privileg und kein Recht."
(Rechnerraum-Ordnung an der Uni von 1994)
U***@web.de
2020-10-01 08:06:19 UTC
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Post by Holger Metschulat
Post by Ingo Stiller
Der Bahnübergang war fernüberwacht, aber niemanden ist aufgefallen, dass da noch ein Bus auf dem Gleis steht. Das fernüberwacht heißt hier wohl immer nur, dass die Signale und Schranken überwacht werden. Das Freisein wird aber nicht überwacht.
Sollte man vielleicht mal ändern ...
Die Überwachungsart bezieht sich immer nur auf die Überwachung der
Funktionsfähigkeit der Bahnübergangsanlage (Leuchtzeichen und ggf.
Schranken), nicht jedoch auf das Freisein des Übergangs von
Es sei denn, man würde visuelle Überwachung
nicht mir nichts, dir nichts aus der
Überwachung ausnehmen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gefahrenraum-Freimeldeanlage

Dort übrigens:

"wenn nachträglich ein Objekt in den Gefahrenraum eintritt, wird der
Fahrdienstleiter elektronisch benachrichtigt. Letzteres ist jedoch bei den
gängigen Anlagen in Deutschland nicht vorgesehen."
Post by Holger Metschulat
- Üs- (früher Lo-)Anlagen: Die ordnungsgemäße Einschaltung der Anlage
wird dem Lokführer im Bremswegabstand gemeldet. Wird keine Einschaltung
angezeigt, muß vor dem Bü angehalten werden.
- Fü-Anlagen: Diese Anlagen sind komplett redundant aufgebaut in zwei
unabhängigen Teilanlagen, die sich gegenseitig überwachen. Hier wird
davon ausgegangen, daß immer mindestens eine Teilanlage einschaltet und
der Ausfall einer Teilanlage oder eine andere Inkonsistenz dann an den
überwachenden Fahrdienstleiter gemeldet wird. Die konkrete Einschaltung
wird nicht überwacht.
- Hp-Anlagen: Hier steht vor dem Bahnübergang ein Hauptsignal, welches
erst auf Fahrt gehen kann, wenn der Bahnübergang eingeschaltet ist.
Nur bei Hp-Anlagen gibt es die Möglichkeit eines
Vollschrankenabschlusses und nur dann wird auch eine Überwachung des
Gleisraumes auf eingeschlossene Fahrzeuge (manuell
mit oder ohne Videoübertragung
Post by Holger Metschulat
oder automatisch per
Radar) als Voraussetzung für die Fahrtstellung des Signals durchgeführt.
Bei allen anderen Kombinationen gibt es keine Schranken bzw.
Ausfahrschranken und damit immer noch die Möglichkeit, bei fahrbereitem
Straßenfahrzeug den Bü rechtzeitig zu räumen (Schieben, per Anlasser
fahren, ...). Ist dies für bestimmte Fahrzeuge nicht möglich
(Gelenkbusse bei enger Kurve, Sattelzüge bei Kuppe), so darf die Straße
für diese Fahrzeuge nicht zugelassen werden.
Wie ist das mit BÜ bei schmalen Straßen, bei denen
bis Fahrbahnmitte reichende Halbschranken nur
von einspurigen Fahrzeugen problemlos passiert werden
könnten?

Welches gültige Verkehrszeichen verbietet Gelenkbusse?
Klaus von der Heyde
2020-10-01 16:48:44 UTC
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Post by U***@web.de
Welches gültige Verkehrszeichen verbietet Gelenkbusse?
Behelfsweise mit geeignet gewähltem Längenparameter:

Zeichen 266-10 (Verbot für Fahrzeuge über angegebene tatsächliche Länge)
mit Zusatzzeichen 1010-57 (Kraftomnibus)?

-- Klaus
Johann Mayerwieser
2020-10-01 22:13:43 UTC
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Post by Klaus von der Heyde
Post by U***@web.de
Welches gültige Verkehrszeichen verbietet Gelenkbusse?
Zeichen 266-10 (Verbot für Fahrzeuge über angegebene tatsächliche Länge)
mit Zusatzzeichen 1010-57 (Kraftomnibus)?
Braucht es das Zusatzzeichen?
Es ist ja sinnvoll, auch anderen Kraftfahrzeugen mit großer Länge dadurch
das Abbiegen zu verhindern. Dem Zug ists egal, ob ein Autobus oder ein
Sattelschlepper auf dem Bahnübergang steht.
--
Mailadresse ist gültig Mails werden nur gelesen, wenn im Betreff [usenet]
steht
Klaus von der Heyde
2020-10-02 05:17:00 UTC
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Post by Johann Mayerwieser
Post by Klaus von der Heyde
Post by U***@web.de
Welches gültige Verkehrszeichen verbietet Gelenkbusse?
Zeichen 266-10 (Verbot für Fahrzeuge über angegebene tatsächliche
Länge) mit Zusatzzeichen 1010-57 (Kraftomnibus)?
Braucht es das Zusatzzeichen?
Das entsprach der Aufgabenstellung.
Post by Johann Mayerwieser
Es ist ja sinnvoll, auch anderen Kraftfahrzeugen mit großer Länge
dadurch das Abbiegen zu verhindern. Dem Zug ists egal, ob ein Autobus
oder ein Sattelschlepper auf dem Bahnübergang steht.
Je nach örtlichen Gegebenheiten mag das sein; aber das war nicht gefragt.
Für Sattelzüge gibt es eigene Zusatzzeichen (1048-14, 1048-15), für
Gelenkbusse nicht.

-- Klaus

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