Discussion:
Reservierungspflicht in Frankreich, Spanien, Belgien etc
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Marc Haber
2020-11-18 12:08:58 UTC
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Hallo,

in Deutschland wird ja gerade mal wieder über die Einführung einer
Reservierungspflicht diskutiert, gerne mal mit dem Hinweis wie super
das in Frankreich, Spanien und Belgien funktioniert.

Deutschland, Österreich und die Schweiz haben im Gegensatz dazu ein
offenes System, wo man einsteigt und mit fährt und dann halt Gefahr
läuft stehen zu müssen.

Ich habe da eine ziemlich klare Meinung und kenne die Argumente, die
meinen Standpunkt contra Reservierungspflicht unterstützen gut.
Dennoch versuche ich, auch die Gegenseite zu verstehen.

Leider hören deren Argumente in aller Regel bei "ich hab das in meinem
Urlaub gesehen, das war total entspannt etc bla" auf. Mich würde
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.

Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?

Fahren wirklich so viele Züge, dass bei einer kurzfristigen Umbuchung
der Fall "die nächsten drei Züge sind ausgebucht, kannst halt erst in
zwei Stunden fahren" niemals vorkommt?

Rechnen französische Pendler damit, im Zweifel halt nicht nach Hause
zu kommen und sich in Paris ein Hotel nehmen zu müssen?

Ist die SNCF so viel zuverlässiger als die DB, dass ausfallende
Pendlerzüge eigentlich nicht vorkommen?

Gibt es so wenige Fern/Wochenendbeziehungen dass niemand am Freitag
abend nach Feierabend noch 500 km zum Lebensgefährten fahren muss?

Wie funktioniert das in der Praxis?

Grüße
Marc
--
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Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Ulf Kutzner
2020-11-18 13:48:49 UTC
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Post by Marc Haber
in Deutschland wird ja gerade mal wieder über die Einführung einer
Reservierungspflicht diskutiert, gerne mal mit dem Hinweis wie super
das in Frankreich, Spanien und Belgien funktioniert.
Deutschland, Österreich und die Schweiz haben im Gegensatz dazu ein
offenes System, wo man einsteigt und mit fährt und dann halt Gefahr
läuft stehen zu müssen.
Ich habe da eine ziemlich klare Meinung und kenne die Argumente, die
meinen Standpunkt contra Reservierungspflicht unterstützen gut.
Dennoch versuche ich, auch die Gegenseite zu verstehen.
Leider hören deren Argumente in aller Regel bei "ich hab das in meinem
Urlaub gesehen, das war total entspannt etc bla" auf. Mich würde
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Fahren wirklich so viele Züge, dass bei einer kurzfristigen Umbuchung
der Fall "die nächsten drei Züge sind ausgebucht, kannst halt erst in
zwei Stunden fahren" niemals vorkommt?
Rechnen französische Pendler damit, im Zweifel halt nicht nach Hause
zu kommen und sich in Paris ein Hotel nehmen zu müssen?
Die Wochenendpendler haben am Arbeitsort meist eine Unterkunft und
schlafen Mo bis Fr nicht auif der Straße.
Post by Marc Haber
Ist die SNCF so viel zuverlässiger als die DB, dass ausfallende
Pendlerzüge eigentlich nicht vorkommen?
Ausfallende Pendler-TGV mögen selten sein.

Man wird sehen, was aus den frheren Rapides ab Paris - Saint Lazare
Richtung Normandie wird. Die wurden auf Regionalzuggattung
umgestellt, und man munkelt von kommender Reservierungspflicht.
Ich frug dazu in fmtr an.
Post by Marc Haber
Gibt es so wenige Fern/Wochenendbeziehungen dass niemand am Freitag
abend nach Feierabend noch 500 km zum Lebensgefährten fahren muss?
Wie funktioniert das in der Praxis?
Es gibt jedenfalls TGV-Tarife für Vielnutzer mit erleichterter
Umbuchung auf eine andere Verbindung am gleichen Tag
und ggf. sopgar ein physisches Not-)Sitzkontingent dafür,
das man immer noch abverkaufen könnte, wenn keiner
mit Umbuchung kommt.

Ob die Tarife auch für Wochenendpendler interessant sind,
müßte man klären.

Es gab aber auch Interrailer, die um Ostern herum tagelang nicht
aus dem spanischen Algeciras (oder so ähnlich) wegkamen.
Matthias Hanft
2020-11-18 14:26:53 UTC
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Post by Marc Haber
Ist die SNCF so viel zuverlässiger als die DB, dass ausfallende
Pendlerzüge eigentlich nicht vorkommen?
Speziell zu Pendlersachen kann ich nix sagen, aber generell hab
ich schon den Eindruck, dass die Franzosen unbürokratisch möglich
machen, was irgend geht (und NV fällt wirklich sehr selten aus,
und wenn, dann eher wegen Erdrutsch auf Strecke oder Überflutung
am Meer oder so).

Gelesen hab ich mal (aber noch nicht selber ausprobiert), dass man
bei vollen TGV den Zub fragen kann, ob man trotzdem noch mitfahren
kann. Die (mit Teppich ausgekleideten) Gepäckfächer zwischen den
Wagen sind sehr komfortabel (und da sitzen i.d.R. eh die Dauer-
Telefonierer drin, weil Telefonieren am Sitzplatz unerwünscht ist
- und im Gegensatz zu Deutschland halten sich die Leute auch dran).
Bei acht oder sogar 16 Wagen (und damit Gepäckfächer) pro TGV bringt
man da schon noch ein paar Spontanmitfahrer unter (abgesehen von
den No-Shows, die ihre Sitzplätze gar nicht einnehmen). (Und in
der Bar kann man ja auch noch mitfahren, die ist i.d.R. ohnehin
immer sehr leer.)

Und auch sonst:

- wenn mal gestreikt wird, gibts spätestens am Tag vorher einen
(zuverlässigen!) Notfahrplan im Web, was fährt und was nicht.

- auch im NV ("TER"): neulich war mal die RB vor uns kaputt, dann
hat unser RE (kurz dahinter) einfach außerplanmäßig an den RB-
Halten gehalten, um die Leute dort aufzusammeln.

- einmal konnte unser TGV nicht weiterfahren, weil das Gleis
vor ihm irgendwie kaputt war; nach einer Stunde ging's dann
aber doch im Schritttempo da drüber. Ich weiß nicht, was die
gemacht haben, aber ich würde ihnen zutrauen, dass sie für
die eine Drüberfahrt das Gleis mit Klebeband geflickt haben;
in Deutschland wäre der Zug vermutlich rückwärts zum vorigen
Bahnhof gefahren, und die Strecke wäre für mindestens zwei
Wochen gesperrt worden.

- als mal der TGV Strasbourg-Marseille wegen irgendeinem Defekt
erst ab Mulhouse fuhr, haben sie in Strasbourg in Nullkommanix
einen Ersatz-TGV bis Mulhouse organisiert, von dem aus man in
Mulhouse am selben Bahnsteig in den Regelzug wechseln konnte,
so dass man in Marseille mit +0 angekommen ist. Ich glaub nicht,
dass das hier in D so zackig funktioniert hätte.

Also generell klappt nach meiner Erfahrung bei den Franzosen "was
irgend möglich ist, wird möglich gemacht" - besser als hier bei
uns. Handyticket hat dort außerdem einen gefühlten Anteil von
98% oder so - da wird einfach schnell gebucht (und storniert,
so dass es wohl kaum Luftbuchungen - und -reservierungen - gibt).

Und speziell ab Paris fährt wirklich alle paar Minuten ein TGV,
z.B. übermorgen (Freitag) ab 16 Uhr ab Gare de Lyon:
https://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=4045&protocol=https:&rt=1&input=Paris%20Gare%20de%20Lyon%238700012&boardType=dep&time=15:00%2B60&productsFilter=11&&&date=20.11.20&&selectDate=&start=yes
und da ist der NV noch gar nicht dabei (der i.d.R. auch nicht
langsamer fährt, nur ein paar Mal öfters hält).

Das alles heißt natürlich nicht, dass der Fall "ich komm' hier
nicht weg" nie vorkommen kann (vor allem Juli/August, wenn ganz
Frankreich in den Urlaub fährt), aber so ganz allgemein glaub'
ich, dass die das alles recht gut im Griff haben.

Gruß "seit 15 Jahren ausgiebiger SNCF-Fahrer" Matthias.
Ulf Kutzner
2020-11-18 16:39:59 UTC
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Post by Matthias Hanft
- auch im NV ("TER"): neulich war mal die RB vor uns kaputt, dann
hat unser RE (kurz dahinter) einfach außerplanmäßig an den RB-
Halten gehalten, um die Leute dort aufzusammeln.
Derlei war bei der Bundesbahn fast üblich; mittlerweile
kam man davon weitgehend ab, zumindest bei
Spontanausfällen.
Post by Matthias Hanft
- einmal konnte unser TGV nicht weiterfahren, weil das Gleis
vor ihm irgendwie kaputt war; nach einer Stunde ging's dann
aber doch im Schritttempo da drüber. Ich weiß nicht, was die
gemacht haben, aber ich würde ihnen zutrauen, dass sie für
die eine Drüberfahrt das Gleis mit Klebeband geflickt haben;
in Deutschland wäre der Zug vermutlich rückwärts zum vorigen
Bahnhof gefahren, und die Strecke wäre für mindestens zwei
Wochen gesperrt worden.
Du faselst. Schienbruch an ICE-Strecke wird hier schneller repariert.
Bei Böschungsrutschung könnte man ja noch diskutieren.
Post by Matthias Hanft
- als mal der TGV Strasbourg-Marseille wegen irgendeinem Defekt
erst ab Mulhouse fuhr, haben sie in Strasbourg in Nullkommanix
einen Ersatz-TGV bis Mulhouse organisiert, von dem aus man in
Mulhouse am selben Bahnsteig in den Regelzug wechseln konnte,
so dass man in Marseille mit +0 angekommen ist. Ich glaub nicht,
dass das hier in D so zackig funktioniert hätte.
Es gab die berühmten ICE-Wechsel in Düren.
Post by Matthias Hanft
Also generell klappt nach meiner Erfahrung bei den Franzosen "was
irgend möglich ist, wird möglich gemacht" - besser als hier bei
uns. Handyticket hat dort außerdem einen gefühlten Anteil von
98% oder so - da wird einfach schnell gebucht (und storniert,
so dass es wohl kaum Luftbuchungen - und -reservierungen - gibt).
Und speziell ab Paris fährt wirklich alle paar Minuten ein TGV,
https://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=4045&protocol=https:&rt=1&input=Paris%20Gare%20de%20Lyon%238700012&boardType=dep&time=15:00%2B60&productsFilter=11&&&date=20.11.20&&selectDate=&start=yes
und da ist der NV noch gar nicht dabei (der i.d.R. auch nicht
langsamer fährt, nur ein paar Mal öfters hält).
Eine dreistellige Geschwindigkeitsdifferenz auf freier,
wenngleich anderer, Strecke ist da durchaus drin,
wo di gerade Paris-GdL erwähnst.
Jan Marco Funke
2020-11-21 12:13:26 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Matthias Hanft
- auch im NV ("TER"): neulich war mal die RB vor uns kaputt, dann
hat unser RE (kurz dahinter) einfach außerplanmäßig an den RB-
Halten gehalten, um die Leute dort aufzusammeln.
Derlei war bei der Bundesbahn fast üblich; mittlerweile
kam man davon weitgehend ab, zumindest bei
Spontanausfällen.
Wenn RE und RB nicht vom selben EVU gefahren werden und/oder die durch
die zusätzlichen Halte entstehende Verspätung durch den Besteller
sanktioniert wird, wird so etwas natürlich schwierig.
Post by Ulf Kutzner
Post by Matthias Hanft
- als mal der TGV Strasbourg-Marseille wegen irgendeinem Defekt
erst ab Mulhouse fuhr, haben sie in Strasbourg in Nullkommanix
einen Ersatz-TGV bis Mulhouse organisiert, von dem aus man in
Mulhouse am selben Bahnsteig in den Regelzug wechseln konnte,
so dass man in Marseille mit +0 angekommen ist. Ich glaub nicht,
dass das hier in D so zackig funktioniert hätte.
Es gab die berühmten ICE-Wechsel in Düren.
Mittlerweile lässt man bei akutem Fahrzeugmangel wohl lieber den
Abschnitt Frankfurt - Köln ersatzlos ausfallen und fährt nur Köln -
Amsterdam bzw. Köln - Brüssel.
--
Achtung Schnellfahrten!
Weißen Strich erst nach Anhalten eines Zuges überschreiten
Frank Nitzschner
2020-11-18 18:08:41 UTC
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Post by Matthias Hanft
- einmal konnte unser TGV nicht weiterfahren, weil das Gleis
vor ihm irgendwie kaputt war; nach einer Stunde ging's dann
aber doch im Schritttempo da drüber. Ich weiß nicht, was die
gemacht haben, aber ich würde ihnen zutrauen, dass sie für
die eine Drüberfahrt das Gleis mit Klebeband geflickt haben;
in Deutschland wäre der Zug vermutlich rückwärts zum vorigen
Bahnhof gefahren, und die Strecke wäre für mindestens zwei
Wochen gesperrt worden.
Klingt eher nach Reparatur eines Schienenbruches mittels
Notlaschenverband. Habe ich auch einige Male in meinen
Bereitschaftszeiten gemacht. Und hat auch vom Anruf bis zur
Schrittgeschwindigkeit eine Stund gedauert.
Sieht so aus (hier allerdings nicht ganz durchgebrochen):
https://www.fotocommunity.de/photo/ein-souvenir-des-winters-bickel-paul/16510507

Grüsse
Frank
Klaus Mueller
2020-11-19 03:14:22 UTC
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Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Zu den Arbeitszeiten und dem damit verbundenen Verhalten im Allgemeinen bin
ich wenig wissend. Ich kenne es aber von unseren französischen Kollegen und
Geschäftspartnern so, dass man Termine wie z.B. Telefonkonferenzen eher
ungern in die Nähe des geplanten Arbeitszeitendes legt und wenn es sich
nicht vermeiden lässt zumindest sehr viel Wert auf pünktliches Ende legt,
gerne begründet damit noch den Zug erreichen zu müssen.

Zu Spaniern kann ich mangels Erfahrung gar nichts sagen. Bei den
nichtreservierenden Niederländern ist das alles eher entspannt.
Ulf Kutzner
2020-11-19 10:58:04 UTC
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Post by Klaus Mueller
Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Zu den Arbeitszeiten und dem damit verbundenen Verhalten im Allgemeinen bin
ich wenig wissend. Ich kenne es aber von unseren französischen Kollegen und
Geschäftspartnern so, dass man Termine wie z.B. Telefonkonferenzen eher
ungern in die Nähe des geplanten Arbeitszeitendes legt und wenn es sich
nicht vermeiden lässt zumindest sehr viel Wert auf pünktliches Ende legt,
gerne begründet damit noch den Zug erreichen zu müssen.
Zu Spaniern kann ich mangels Erfahrung gar nichts sagen. Bei den
nichtreservierenden Niederländern ist das alles eher entspannt.
Nachdem viele Bahnen den Fernverkehr als eine Art Flughöhe Null
organisieren, sei auch darauf verwiesen, daß man bei Beprechungsteilnehmern
in der Regel auf Flugbuchungen Rücksicht nimmt.

Gruß, ULF
Klaus Mueller
2020-11-19 11:57:04 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Zu den Arbeitszeiten und dem damit verbundenen Verhalten im Allgemeinen bin
ich wenig wissend. Ich kenne es aber von unseren französischen Kollegen und
Geschäftspartnern so, dass man Termine wie z.B. Telefonkonferenzen eher
ungern in die Nähe des geplanten Arbeitszeitendes legt und wenn es sich
nicht vermeiden lässt zumindest sehr viel Wert auf pünktliches Ende legt,
gerne begründet damit noch den Zug erreichen zu müssen.
Zu Spaniern kann ich mangels Erfahrung gar nichts sagen. Bei den
nichtreservierenden Niederländern ist das alles eher entspannt.
Nachdem viele Bahnen den Fernverkehr als eine Art Flughöhe Null
organisieren, sei auch darauf verwiesen, daß man bei Beprechungsteilnehmern
in der Regel auf Flugbuchungen Rücksicht nimmt.
Es ging hier um Termine, die keine Reise erfordern, sondern das Heimpendeln
aus dem eigenen Büro mittels TGV durch Endzeitüberschreitung gefährden
könnten.
Ulf Kutzner
2020-11-19 21:23:43 UTC
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Post by Klaus Mueller
Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Zu den Arbeitszeiten und dem damit verbundenen Verhalten im Allgemeinen bin
ich wenig wissend. Ich kenne es aber von unseren französischen Kollegen und
Geschäftspartnern so, dass man Termine wie z.B. Telefonkonferenzen eher
ungern in die Nähe des geplanten Arbeitszeitendes legt und wenn es sich
nicht vermeiden lässt zumindest sehr viel Wert auf pünktliches Ende legt,
gerne begründet damit noch den Zug erreichen zu müssen.
Zu Spaniern kann ich mangels Erfahrung gar nichts sagen. Bei den
nichtreservierenden Niederländern ist das alles eher entspannt.
Nachdem viele Bahnen den Fernverkehr als eine Art Flughöhe Null
organisieren, sei auch darauf verwiesen, daß man bei Beprechungsteilnehmern
in der Regel auf Flugbuchungen Rücksicht nimmt.
Es ging hier um Termine, die keine Reise erfordern, sondern das Heimpendeln
aus dem eigenen Büro mittels TGV durch Endzeitüberschreitung gefährden
könnten.
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.

Gut, das ist hierzulande meist nicht der Linienflug, es sei denn,
wir wären bei Unternehmensberatung & Co.

In anderen Branchen tritt derlei wohl eher beim Wochenendurlaub
auf.

Gruß, ULF
Klaus Mueller
2020-11-20 03:06:57 UTC
Antworten
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Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Zu den Arbeitszeiten und dem damit verbundenen Verhalten im Allgemeinen bin
ich wenig wissend. Ich kenne es aber von unseren französischen Kollegen und
Geschäftspartnern so, dass man Termine wie z.B. Telefonkonferenzen eher
ungern in die Nähe des geplanten Arbeitszeitendes legt und wenn es sich
nicht vermeiden lässt zumindest sehr viel Wert auf pünktliches Ende legt,
gerne begründet damit noch den Zug erreichen zu müssen.
Zu Spaniern kann ich mangels Erfahrung gar nichts sagen. Bei den
nichtreservierenden Niederländern ist das alles eher entspannt.
Nachdem viele Bahnen den Fernverkehr als eine Art Flughöhe Null
organisieren, sei auch darauf verwiesen, daß man bei Beprechungsteilnehmern
in der Regel auf Flugbuchungen Rücksicht nimmt.
Es ging hier um Termine, die keine Reise erfordern, sondern das Heimpendeln
aus dem eigenen Büro mittels TGV durch Endzeitüberschreitung gefährden
könnten.
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.
Gut, das ist hierzulande meist nicht der Linienflug, es sei denn,
wir wären bei Unternehmensberatung & Co.
In anderen Branchen tritt derlei wohl eher beim Wochenendurlaub
auf.
Da sucht wohl mal wieder eine den Aufhänger zum Rumpfobfern?
Welche Frage - deren Schreiber weggemardert wurde - steht ganz oben?

Das soll meine letzte Antwort an U.K. gewesen sein. Ich hätte es ahnen
müssen.
Ulf Kutzner
2020-11-20 11:08:28 UTC
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Post by Klaus Mueller
Das soll meine letzte Antwort an U.K. gewesen sein.
Hierfür danke. Auf Antworten, wie Du sie zuwege bringst, verzichte ich nur zu gerne.
Rolf Mantel
2020-11-20 08:35:34 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Post by Ulf Kutzner
Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
[..]
Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Post by Ulf Kutzner
Nachdem viele Bahnen den Fernverkehr als eine Art Flughöhe Null
organisieren, sei auch darauf verwiesen, daß man bei Beprechungsteilnehmern
in der Regel auf Flugbuchungen Rücksicht nimmt.
Es ging hier um Termine, die keine Reise erfordern, sondern das Heimpendeln
aus dem eigenen Büro mittels TGV durch Endzeitüberschreitung gefährden
könnten.
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.
Gut, das ist hierzulande meist nicht der Linienflug, es sei denn,
wir wären bei Unternehmensberatung & Co.
In den 90er Jahren saß mein Doktorvater jedend Donnerstagabend im
Flugzeug von b'ham nach Paris zu seiner Frau, beide Matheprofessoren.
Ulf Kutzner
2020-11-20 11:46:58 UTC
Antworten
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Post by Rolf Mantel
Post by Ulf Kutzner
Post by Klaus Mueller
Es ging hier um Termine, die keine Reise erfordern, sondern das Heimpendeln
aus dem eigenen Büro mittels TGV durch Endzeitüberschreitung gefährden
könnten.
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.
Gut, das ist hierzulande meist nicht der Linienflug, es sei denn,
wir wären bei Unternehmensberatung & Co.
In den 90er Jahren saß mein Doktorvater jedend Donnerstagabend im
Flugzeug von b'ham nach Paris zu seiner Frau, beide Matheprofessoren.
Merci. So etwas meinte ich: Was auch immer man dort als
Arbeitswoche, nicht Dienstreise, praktizierte.

Gruß, ULF
Stephan Seitz
2020-11-20 11:38:27 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.
Das kannst du auch täglich beobachten.
Bei meiner alten Firma hatten wir jemanden, der immer zu einer
gewissen Zeit den Griffel fallen ließ, weil sonst der Zug (Nahverkehr)
mit Anschluß an Bus und Co. weg war und er sonst eine halbe Stunde
hätte warten müssen. Man hat schließlich noch andere Aufgaben zu
Hause.

Jemand anderes tat es, weil die Kita zugemacht hat und er die Balgen
abholen mußte. Da wurde dann auch jede andere Arbeit auf den nächsten
Tag geschoben.

Ist also völlig unabhängig von einer Reservierungspflicht oder nicht.

Aus meiner Erfahrung sind die, die so flexibel sein wollen, daß es mit
einer Reservierungspflicht Probleme gäbe, im Normalfall eh mit dem
Auto unterwegs oder haben kein Leben außerhalb der Firma.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Hans CraueI
2020-11-20 12:40:49 UTC
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Stephan Seitz schrieb
Post by Stephan Seitz
Aus meiner Erfahrung sind die, die so flexibel sein wollen, daß es mit
einer Reservierungspflicht Probleme gäbe, im Normalfall eh mit dem
Auto unterwegs oder haben kein Leben außerhalb der Firma.
Das mag aus deiner Erfahrung so sein. Meine Lebenswirklichkeit als
Wochenendpendler ist es nicht.

Davon abgesehen ist mir auch sehr an der Freiheit gelegen, meinen
Platz im Zug selbst zu wählen und diesen ggf. auch zu wechseln,
etwa wenn anderswo mehr Platz ist oder wenn Mitreisende Probleme
machen.

Hans
Stephan Seitz
2020-11-20 13:23:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by Hans CraueI
Davon abgesehen ist mir auch sehr an der Freiheit gelegen, meinen
Platz im Zug selbst zu wählen und diesen ggf. auch zu wechseln,
etwa wenn anderswo mehr Platz ist oder wenn Mitreisende Probleme
machen.
Und ich bevorzuge es halt, wenn ich weiß, daß in jedem Zug, den ich
auswähle, kein Sardinen-in-Dose-Gefühl aufkommen kann. Ich will keine
im Gang herumsitzenden oder stehenden Leute haben.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
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Hans CraueI
2020-11-20 13:37:29 UTC
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Stephan Seitz schrieb
Post by Stephan Seitz
Post by Hans CraueI
Davon abgesehen ist mir auch sehr an der Freiheit gelegen, meinen
Platz im Zug selbst zu wählen und diesen ggf. auch zu wechseln,
etwa wenn anderswo mehr Platz ist oder wenn Mitreisende Probleme
machen.
Und ich bevorzuge es halt, wenn ich weiß, daß in jedem Zug, den ich
auswähle, kein Sardinen-in-Dose-Gefühl aufkommen kann. Ich will keine
im Gang herumsitzenden oder stehenden Leute haben.
Einen spürbaren Unterschied zwischen 100% und 110% Auslastung
nehme ich nicht wahr.

Hans
Marc Haber
2020-11-20 13:41:57 UTC
Antworten
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Post by Stephan Seitz
Post by Hans CraueI
Davon abgesehen ist mir auch sehr an der Freiheit gelegen, meinen
Platz im Zug selbst zu wählen und diesen ggf. auch zu wechseln,
etwa wenn anderswo mehr Platz ist oder wenn Mitreisende Probleme
machen.
Und ich bevorzuge es halt, wenn ich weiß, daß in jedem Zug, den ich
auswähle, kein Sardinen-in-Dose-Gefühl aufkommen kann. Ich will keine
im Gang herumsitzenden oder stehenden Leute haben.
Egoist. Umweltsau.
--
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Arne Johannessen
2020-11-20 14:43:59 UTC
Antworten
Permalink
Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Und ich bevorzuge es halt, wenn ich weiß, daß in jedem Zug, den ich
auswähle, kein Sardinen-in-Dose-Gefühl aufkommen kann. Ich will keine
im Gang herumsitzenden oder stehenden Leute haben.
Egoist. Umweltsau.
Ob es mit solchen Reaktionen leichter fällt, "auch die Gegenseite zu
verstehen"...?
--
Arne Johannessen
Marc Haber
2020-11-20 18:53:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Arne Johannessen
Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Und ich bevorzuge es halt, wenn ich weiß, daß in jedem Zug, den ich
auswähle, kein Sardinen-in-Dose-Gefühl aufkommen kann. Ich will keine
im Gang herumsitzenden oder stehenden Leute haben.
Egoist. Umweltsau.
Ob es mit solchen Reaktionen leichter fällt, "auch die Gegenseite zu
verstehen"...?
Vermutlich nicht, aber diese Diskussion führe ich auf Twitter seit
bald einer Woche. Es ist unendlich ermüdend und dieses "mir doch egal
wer am bahnsteig stehen bleibt, hauptsache ich sitze bequem und vom
Pöbel unbehelligt" hat mich getriggert.
--
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Arne Johannessen
2020-11-20 21:24:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Marc Haber
Vermutlich nicht, aber diese Diskussion führe ich auf Twitter seit
bald einer Woche. Es ist unendlich ermüdend und dieses "mir doch egal
wer am bahnsteig stehen bleibt, hauptsache ich sitze bequem und vom
Pöbel unbehelligt" hat mich getriggert.
Ah, verständlich, das wusste ich nicht.

(Zur Ausgangsfrage kann ich mangels relevanter Erfahrung leider nix beitragen.)
--
Arne Johannessen
Stephan Seitz
2020-11-21 13:01:11 UTC
Antworten
Permalink
Post by Marc Haber
bald einer Woche. Es ist unendlich ermüdend und dieses "mir doch egal
wer am bahnsteig stehen bleibt, hauptsache ich sitze bequem und vom
Pöbel unbehelligt" hat mich getriggert.
Ja und? Deshalb fahre ich ja auch nur Zug, wenn die Gesamtbedingungen
passen (also z.B. Bahnhof direkt in der Nähe vom Ziel, keine
wirklichen Parkplätze, etc.). Ich mag keine Menschenmengen, weshalb
ich auch nie auf Konzerte oder ähnliche Massenveranstalungen gehe.

In meinem aktuellen Job bin ich auch mit dem Auto zur Arbeit unterwegs
(okay, wegen Corona-Homeoffice aktuell eher nicht).
Zum einen würde ich wegen Corona keine öffentlichen Verkehrsmittel
verwenden, zum anderen brauche ich mit dem Auto keine 10 Minuten, mit
dem ÖPNV wäre ich jetzt mit 2 Mal Umsteigen mehr als 40 Minuten
unterwegs. Und da dieser Arbeitgeber Parkplätze für alle bereitstellt,
ist das kein Problem.

Bei meinem Vorgänger-Job gabs keine Parkplätze, der Arbeitgeber hatte
ein Jobticket, und ich hatte einen durchgehenden Bus. Da habe ich
natürlich den Bus genommen.

Shade and sweet water!

Stephan
--
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Bastian Blank
2020-11-22 11:03:49 UTC
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Post by Stephan Seitz
Ja und? Deshalb fahre ich ja auch nur Zug, wenn die Gesamtbedingungen
passen (also z.B. Bahnhof direkt in der Nähe vom Ziel, keine
wirklichen Parkplätze, etc.). Ich mag keine Menschenmengen, weshalb
ich auch nie auf Konzerte oder ähnliche Massenveranstalungen gehe.
Tust du dies in den gefragten Ländern? Zwischen welchen Stationen den
z.B.?

Bastian
Till Kinstler
2020-11-21 17:38:53 UTC
Antworten
Permalink
Post by Marc Haber
Vermutlich nicht, aber diese Diskussion führe ich auf Twitter seit
bald einer Woche. Es ist unendlich ermüdend und dieses "mir doch egal
wer am bahnsteig stehen bleibt, hauptsache ich sitze bequem und vom
Pöbel unbehelligt" hat mich getriggert.
Ich frage mich bei diesen Diskussionen immer, um welches Problem es da
eigentlich geht. Ich bin vor Ausbruch dieser Pandemie ja wirklich viel
im Fernverkehr der Bahn unterwegs gewesen. Ich reserviere nie. Und es
kam vielleicht ein- oder zweimal pro Jahr vor, dass ich auf
Teilabschnitten meiner Fahrten keinen Sitzplatz hatte. Selbst
Freitagnachmittags zwischen Wolfsburg und Berlin waren die Züge selten
überfüllt. Und wenn, lag es an Störungen. Dann nützt die schönste
Reservierung auch nichts mehr.
Ja, es gibt ein paar (Fernverkehrs-)Züge pro Tag, die wohl auf einzelnen
Abschnitten sehr stark von Pendlern genutzt werden. Und es gibt die paar
Tage im Jahr, an denen halt deutlich stärkere Nachfrage besteht. Aber
deswegen eine allgemeine Reservierungspflicht? Kann man von mir aus für
diese paar Tage mit Spitzennachfrage einführen, dann aber bitte mit
einem ausreichend großen, auch kurzfristig flexibel nutzbaren Kontingent
für die Stammkundschaft. Wenn schon Dinge aus der Luftfahrt übernehmen,
dann bitte auch die Privilegien für Statuskunden (ggf. mit "denied
boarding" für Gelegenheits-Sparpreisfahrer, wenn kurzfristig ein
Statuskunde einen Platz braucht; natürlich mit Kompensation für den
Stehengelassenen, eben wie in der Luftfahrt auch).

Grüße,
Till
Ulf Kutzner
2020-11-21 19:25:29 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Vermutlich nicht, aber diese Diskussion führe ich auf Twitter seit
bald einer Woche. Es ist unendlich ermüdend und dieses "mir doch egal
wer am bahnsteig stehen bleibt, hauptsache ich sitze bequem und vom
Pöbel unbehelligt" hat mich getriggert.
Ich frage mich bei diesen Diskussionen immer, um welches Problem es da
eigentlich geht. Ich bin vor Ausbruch dieser Pandemie ja wirklich viel
im Fernverkehr der Bahn unterwegs gewesen. Ich reserviere nie.
Wie ich schon erwähnte, können zuggebundene Fahrkarten eine ähnliche
Bindungswirkung entfalten. Weder Arbeit- noch Auftraggeber werden
gerne Flexapothekerpreise zahlen. Am AN bleibt es sowieso hängen,
wenn er am regulären Hauptarbeitsplatz tätig ist. Gut, einen Supersparpreis
kann man nach Nichtzustieg knicken, ergänzend Flex kaufen und kommt dann
passend zum Fahrplan an. Das würde durch eineharte Reservierungspflicht
ggf. effektiv verhindert.
Post by Till Kinstler
Und es
kam vielleicht ein- oder zweimal pro Jahr vor, dass ich auf
Teilabschnitten meiner Fahrten keinen Sitzplatz hatte. Selbst
Freitagnachmittags zwischen Wolfsburg und Berlin waren die Züge selten
überfüllt. Und wenn, lag es an Störungen. Dann nützt die schönste
Reservierung auch nichts mehr.
Ja, es gibt ein paar (Fernverkehrs-)Züge pro Tag, die wohl auf einzelnen
Abschnitten sehr stark von Pendlern genutzt werden. Und es gibt die paar
Tage im Jahr, an denen halt deutlich stärkere Nachfrage besteht. Aber
deswegen eine allgemeine Reservierungspflicht? Kann man von mir aus für
diese paar Tage mit Spitzennachfrage einführen,
Gab es zeitweise, teils generell, teils für Verkehrsspitzen,
in Reisende über A/CH hinaus ausgenommen Reisende
nach A/CH in Wagen nach A/CH.
Post by Till Kinstler
dann aber bitte mit
einem ausreichend großen, auch kurzfristig flexibel nutzbaren Kontingent
für die Stammkundschaft. Wenn schon Dinge aus der Luftfahrt übernehmen,
dann bitte auch die Privilegien für Statuskunden (ggf. mit "denied
boarding" für Gelegenheits-Sparpreisfahrer, wenn kurzfristig ein
Statuskunde einen Platz braucht; natürlich mit Kompensation für den
Stehengelassenen, eben wie in der Luftfahrt auch).
Aber dann Entschädigung in Absolutwerten und nicht Anteilen vom Fahrpreis.

Und bitte eine Software, die nicht die Leute zurückweist, die dadurch nachts
irgendwo stranden. Ach ja, wer weist zurück? Die bislang nicht vorhandenen
Kontrollhanseln an den Zugängen zu DB-Bahnsteigen?

Was Herbert noch erwähnte: Urlauber können recht gut planen,
(allerdings außer bei Problemen mit dem Zubringerverkehr zur
Bahnstation und dem ggf. fehlenden Abbringerverkehr bei
Bahnverspätung). Wenn ich aber Urlaub in Klais mache und da
nachmittags in München ehem. Starnberger Bahnhof in den
Regionalverkehr steigen darf, dann ist der voll. Komme ich mit
Mindestübergangszeit, dann darf ich stehen, denn die Berufspendler
sind dann schon im Zug. Das wird irgendwo vor Klais wieder besser, ist
aber dennoch blöd.

Gruß, ULF
Hans CraueI
2020-11-22 10:28:01 UTC
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Ulf Kutzner schrieb
Post by Ulf Kutzner
Post by Till Kinstler
Ich frage mich bei diesen Diskussionen immer, um welches Problem es da
eigentlich geht. Ich bin vor Ausbruch dieser Pandemie ja wirklich viel
im Fernverkehr der Bahn unterwegs gewesen. Ich reserviere nie.
Wie ich schon erwähnte, können zuggebundene Fahrkarten eine ähnliche
Bindungswirkung entfalten. Weder Arbeit- noch Auftraggeber werden
gerne Flexapothekerpreise zahlen.
Mit BC50 sind zuggebundene Sparpreise oft nicht wesentlich niedriger
als der Flex.
Desungeachtet möchte ich auch mit einer zuggebundenen Fahrkarte meinen
Platz im Zug selbst wählen.

Hans
Ulf Kutzner
2020-11-22 12:51:25 UTC
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Ulf Kutzner schrieb
Post by Ulf Kutzner
Post by Till Kinstler
Ich frage mich bei diesen Diskussionen immer, um welches Problem es da
eigentlich geht. Ich bin vor Ausbruch dieser Pandemie ja wirklich viel
im Fernverkehr der Bahn unterwegs gewesen. Ich reserviere nie.
Wie ich schon erwähnte, können zuggebundene Fahrkarten eine ähnliche
Bindungswirkung entfalten. Weder Arbeit- noch Auftraggeber werden
gerne Flexapothekerpreise zahlen.
Mit BC50 sind zuggebundene Sparpreise oft nicht wesentlich niedriger
als der Flex.
Immmerhin ist nun auch für BC50 die Ausgabe rabattierter Sparpreise vorgesehen,
so daß man keine Bahncard-Kombi mehr benötigt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahncard#Bahncard_50

Gruß, ULF
Hans CraueI
2020-11-22 13:28:54 UTC
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Ulf Kutzner schrieb
Hans CraueI schrieb
Ulf Kutzner schrieb
Post by Ulf Kutzner
Wie ich schon erwähnte, können zuggebundene Fahrkarten eine ähnliche
Bindungswirkung entfalten. Weder Arbeit- noch Auftraggeber werden
gerne Flexapothekerpreise zahlen.
Mit BC50 sind zuggebundene Sparpreise oft nicht wesentlich niedriger
als der Flex.
Immmerhin ist nun auch für BC50 die Ausgabe rabattierter Sparpreise vorgesehen,
so daß man keine Bahncard-Kombi mehr benötigt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahncard#Bahncard_50
Das ist "nun" schon einige Jahre der Fall.

Hans
Ulf Kutzner
2020-11-22 14:30:29 UTC
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Ulf Kutzner schrieb
Post by Ulf Kutzner
Post by Hans CraueI
Mit BC50 sind zuggebundene Sparpreise oft nicht wesentlich niedriger
als der Flex.
Immmerhin ist nun auch für BC50 die Ausgabe rabattierter Sparpreise vorgesehen,
so daß man keine Bahncard-Kombi mehr benötigt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahncard#Bahncard_50
Das ist "nun" schon einige Jahre der Fall.
Einige wenige Jahre, und noch weniger Jahre unter
Einschluß von NV im Vor-, Mittel- oder Nachlauf.
Marc Haber
2020-11-20 13:41:22 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Ulf Kutzner
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.
Das kannst du auch täglich beobachten.
Bei meiner alten Firma hatten wir jemanden, der immer zu einer
gewissen Zeit den Griffel fallen ließ, weil sonst der Zug (Nahverkehr)
mit Anschluß an Bus und Co. weg war und er sonst eine halbe Stunde
hätte warten müssen. Man hat schließlich noch andere Aufgaben zu
Hause.
Von meinem letzten Kunden mit Präsenzpflicht konnte ich im
realistischen Fenster um 16:20, 17:20, 17:46, 18:20 und 19:20 nach
Hause fahren. Ich habe alle fünf Züge benutzt, bevorzugt den außerhalb
des Taktes und erheblich leerer fahrenden 17:46 Uhr. Nicht selten habe
ich umdisponiert, weil

- kurzfristig angesetztes Spätmeeting
- ein früheres Meeting länger gedauert hat als geplant
- ich einem Kollegen helfen musste und die Hilfe nicht abbrechen
wollte
- irgend eine Störsituation anlag und ich es wichtiger fand zu
helfen.

Hätte ich den 17:46 Uhr gebucht, hätte ich jeweils gucken müssen, ob
eine Umbuchung noch möglich ist (der 18:20 fuhr weiter nach München
und war deswegen deutlichst voller als der 17:46). Und der 17:46 ist
nicht selten ausgefallen, also wollten dann ALLE Fahrgäste mit dem
18:20 fahren. Bei einer Reservierungspflicht wäre ich dann also mit
etwas Pech erst mit dem 19:20-Zug nach Hause gekommen, obwohl der
18:20 Zug sich bereits am ersten Halt wieder signifikant geleert hat.

Ja, Nahverkehr gibt's auf der Strecke auch, fährt stündlich, braucht
doppelt so lange und wenn ich schon im Zug stehe, dann gerne im
schnellen.
Post by Stephan Seitz
Jemand anderes tat es, weil die Kita zugemacht hat und er die Balgen
abholen mußte. Da wurde dann auch jede andere Arbeit auf den nächsten
Tag geschoben.
Ist also völlig unabhängig von einer Reservierungspflicht oder nicht.
Ja, Leute ohne Sinn für Kollegen gibt es überall.
Post by Stephan Seitz
Aus meiner Erfahrung sind die, die so flexibel sein wollen, daß es mit
einer Reservierungspflicht Probleme gäbe, im Normalfall eh mit dem
Auto unterwegs oder haben kein Leben außerhalb der Firma.
$SCHMPFWORT.

Mir geht es übrigens nicht um die Vor- und Nachteile einer
Reservierungspflicht in Deutschland, sondern EINZIG UND ALLEINE um
KONKRETE Erfahrungen mit Reisen und Pendelei in LÄndern, in denen es
eine solche bereits gibt. Aus welchem Land sind Deine Erfahrungen?
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Ulf Kutzner
2020-11-20 14:13:15 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Post by Ulf Kutzner
Guten Morgen! Jemand möchte nach der Arbeitswoche am Freitag
in die Wochenendpendelheimat.
Das kannst du auch täglich beobachten.
Bei meiner alten Firma hatten wir jemanden, der immer zu einer
gewissen Zeit den Griffel fallen ließ, weil sonst der Zug (Nahverkehr)
mit Anschluß an Bus und Co. weg war und er sonst eine halbe Stunde
hätte warten müssen. Man hat schließlich noch andere Aufgaben zu
Hause.
Von meinem letzten Kunden mit Präsenzpflicht konnte ich im
realistischen Fenster um 16:20, 17:20, 17:46, 18:20 und 19:20 nach
Hause fahren. Ich habe alle fünf Züge benutzt, bevorzugt den außerhalb
des Taktes und erheblich leerer fahrenden 17:46 Uhr. Nicht selten habe
ich umdisponiert, weil
- kurzfristig angesetztes Spätmeeting
- ein früheres Meeting länger gedauert hat als geplant
- ich einem Kollegen helfen musste und die Hilfe nicht abbrechen
wollte
- irgend eine Störsituation anlag und ich es wichtiger fand zu
helfen.
Hätte ich den 17:46 Uhr gebucht, hätte ich jeweils gucken müssen, ob
eine Umbuchung noch möglich ist (der 18:20 fuhr weiter nach München
und war deswegen deutlichst voller als der 17:46). Und der 17:46 ist
nicht selten ausgefallen, also wollten dann ALLE Fahrgäste mit dem
18:20 fahren. Bei einer Reservierungspflicht wäre ich dann also mit
etwas Pech erst mit dem 19:20-Zug nach Hause gekommen, obwohl der
18:20 Zug sich bereits am ersten Halt wieder signifikant geleert hat.
Ja, Nahverkehr gibt's auf der Strecke auch, fährt stündlich, braucht
doppelt so lange und wenn ich schon im Zug stehe, dann gerne im
schnellen.
Post by Stephan Seitz
Jemand anderes tat es, weil die Kita zugemacht hat und er die Balgen
abholen mußte. Da wurde dann auch jede andere Arbeit auf den nächsten
Tag geschoben.
Ist also völlig unabhängig von einer Reservierungspflicht oder nicht.
Ja, Leute ohne Sinn für Kollegen gibt es überall.
Du schrubst anderenorts, Du seist ohne Nachwuchs. Das erleichtert
Dir harte Urteile über Arbeitnehmer mit Kindern.
Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Aus meiner Erfahrung sind die, die so flexibel sein wollen, daß es mit
einer Reservierungspflicht Probleme gäbe, im Normalfall eh mit dem
Auto unterwegs oder haben kein Leben außerhalb der Firma.
$SCHMPFWORT.
Mir geht es übrigens nicht um die Vor- und Nachteile einer
Reservierungspflicht in Deutschland, sondern EINZIG UND ALLEINE um
KONKRETE Erfahrungen mit Reisen und Pendelei in LÄndern, in denen es
eine solche bereits gibt.
ICE-Sprinterzüge sind mittlerweile auch ohne Reservierung zu benutzen, aber
geht es hintergründig auch um Phänomene wie Zugbindung?
Christoph Zimmermann-Große Banholt
2020-11-20 17:21:44 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Marc Haber
Ja, Leute ohne Sinn für Kollegen gibt es überall.
Du schrubst anderenorts, Du seist ohne Nachwuchs. Das erleichtert
Dir harte Urteile über Arbeitnehmer mit Kindern.
Marc, hier muss ich Ulf leider recht geben.

An den Tagen, an denen ich "für's abholen" zuständig bin, bin ich mit
dem Feierabend auch reichlich unflexibel.

Grüße

-chriz
--
Rückfragen ersparst du dir oft viel
nennst du sofort dein Reiseziel
Marc Haber
2020-11-20 18:55:23 UTC
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Post by Christoph Zimmermann-Große Banholt
Post by Ulf Kutzner
Post by Marc Haber
Ja, Leute ohne Sinn für Kollegen gibt es überall.
Du schrubst anderenorts, Du seist ohne Nachwuchs. Das erleichtert
Dir harte Urteile über Arbeitnehmer mit Kindern.
Marc, hier muss ich Ulf leider recht geben.
An den Tagen, an denen ich "für's abholen" zuständig bin, bin ich mit
dem Feierabend auch reichlich unflexibel.
Dann nützt Dir eine Reservierungspflicht auch nichts, sondern kannst
ja sogar für den einen Zug mit dem Du zum abholen pendeln musst
reservieren. Diese Möglichkeit wird dadurch, dass andere Pendler am
Bahnsteig stehen bleiben, keinen Deut schlechter.

Außerdem will ich nicht über die Vor- und Nachteile einer
Reservierungspflicht diskutieren, sondern wissen, wie gut das in
Ländern funktioniert, die sie schon haben.

Grüße
Marc
--
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Ulf Kutzner
2020-11-20 19:49:13 UTC
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Post by Marc Haber
Außerdem will ich nicht über die Vor- und Nachteile einer
Reservierungspflicht diskutieren, sondern wissen, wie gut das in
Ländern funktioniert, die sie schon haben.
Wenn Du nichts dagegen hast, diskutieren wir das Thema im Zusammenhang.
Und wenn doch, dann auch.

Zuarbeit gibt es gegen Einwurf passender Münzen auf anderen Plattformen.
Herbert
2020-11-21 14:15:46 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Christoph Zimmermann-Große Banholt
Post by Ulf Kutzner
Post by Marc Haber
Ja, Leute ohne Sinn für Kollegen gibt es überall.
Du schrubst anderenorts, Du seist ohne Nachwuchs. Das erleichtert
Dir harte Urteile über Arbeitnehmer mit Kindern.
Marc, hier muss ich Ulf leider recht geben.
An den Tagen, an denen ich "für's abholen" zuständig bin, bin ich mit
dem Feierabend auch reichlich unflexibel.
Dann nützt Dir eine Reservierungspflicht auch nichts, sondern kannst
ja sogar für den einen Zug mit dem Du zum abholen pendeln musst
reservieren. Diese Möglichkeit wird dadurch, dass andere Pendler am
Bahnsteig stehen bleiben, keinen Deut schlechter.
Außerdem will ich nicht über die Vor- und Nachteile einer
Reservierungspflicht diskutieren, sondern wissen, wie gut das in
Ländern funktioniert, die sie schon haben.
Interessantes Thema, schöne Diskussion, habe bis hier gerne mitgelesen.
Dass Touristen Reservierungen bevorzugen, liegt auf der Hand: Für die
An- und Abreise wissen sie die Zeiten lange vorher, bei Ausflügen
während des Urlaubs sind sie maximal flexibel. Überhaupt funktioniert
ÖPV gut für touristische Reisen, egal, ob mit Bus, Zug oder Flugzeug.

Für Alltagsfahrten funktioniert der ÖPV wesentlich schlechter
(wenigstens in Vergleich mit dem Auto) und die Idee der allgemeinen
Reservierungspflicht hätte ihren Charme, wenn man keine Probleme mit der
Unflexibilität hat. Z.B. Verkäuferinnen wissen, wann sie morgens den
Laden öffnen müssen und wenn sie abends nach Hause können, die wären
froh über einen freien Sitzplatz im Zug.

Ich hätte mich damals als Büroangestellter ungeachtet der gleitenden
Arbeitszeit auf feste Ankunfts- und Schlusszeiten festlegen können und
dazu passend einen Platz reservieren können. Das wäre akzeptiert worden;
meine Projekte betrafen meistens nur einen Teil der Uni-Nutzer, mit
denen hätte ich mich einigen können. Andere Kollegen hättens schwerer
gehabt: Wenn ein betriebsrelevantes Problem nicht zu Ende bearbeitet
würde mit 'ich muss jetzt zum Zug, ich mach morgen weiter' und die
gesamte IT der Uni wäre deshalb nicht benutzbar gewesen - das hätte
Ärger gegeben.

Um Vor- und Nachteile einer Reservierungspflicht bewerten zu können,
muss man viel über Arbeits- und Schulorganisation wissen, Öffnungsregeln
für Läden, Kitas und Freizeiteinrichtungen und den kulturellen Umgang in
einem (fremden) Land mit Verspätungen kennen.

Herbert

Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können. Das ist schwer genug
umzusetzen, aber: Den ÖPV auf Reservierung umzustellen, erscheint mir
noch viel schwerer.

Herbert
Ulf Kutzner
2020-11-21 14:23:26 UTC
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Post by Herbert
Dass Touristen Reservierungen bevorzugen, liegt auf der Hand: Für die
An- und Abreise wissen sie die Zeiten lange vorher, bei Ausflügen
während des Urlaubs sind sie maximal flexibel.
Jein. Willst Du Dir am Urlaubsort für die Tagestour den Wecker stellen müssen?
Post by Herbert
Überhaupt funktioniert
ÖPV gut für touristische Reisen, egal, ob mit Bus, Zug oder Flugzeug.
Auch für Ausbildungsverkehr, aber ohne Flugzeug...
Post by Herbert
Für Alltagsfahrten funktioniert der ÖPV wesentlich schlechter
(wenigstens in Vergleich mit dem Auto) und die Idee der allgemeinen
Reservierungspflicht hätte ihren Charme, wenn man keine Probleme mit der
Unflexibilität hat. Z.B. Verkäuferinnen wissen, wann sie morgens den
Laden öffnen müssen und wenn sie abends nach Hause können, die wären
froh über einen freien Sitzplatz im Zug.
Es gibt in manchen Nahverkehren Dauer- und neuerdings auch
Einzelreservierungsmöglichkeit. Das als Pflicht?

Mit Reservierungspflicht in der Münchner S-Bahn hätte man die zweite
Stammstrecke überföüssig machen können, sicher.
Post by Herbert
Ich hätte mich damals als Büroangestellter ungeachtet der gleitenden
Arbeitszeit auf feste Ankunfts- und Schlusszeiten festlegen können und
dazu passend einen Platz reservieren können. Das wäre akzeptiert worden;
meine Projekte betrafen meistens nur einen Teil der Uni-Nutzer, mit
denen hätte ich mich einigen können. Andere Kollegen hättens schwerer
gehabt: Wenn ein betriebsrelevantes Problem nicht zu Ende bearbeitet
würde mit 'ich muss jetzt zum Zug, ich mach morgen weiter' und die
gesamte IT der Uni wäre deshalb nicht benutzbar gewesen - das hätte
Ärger gegeben.
Um Vor- und Nachteile einer Reservierungspflicht bewerten zu können,
muss man viel über Arbeits- und Schulorganisation wissen, Öffnungsregeln
für Läden, Kitas und Freizeiteinrichtungen und den kulturellen Umgang in
einem (fremden) Land mit Verspätungen kennen.
Gruß, ULF
Ulf Kutzner
2020-11-21 14:30:28 UTC
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Post by Herbert
aber: Den ÖPV auf Reservierung umzustellen, erscheint mir
noch viel schwerer.
Mancherorts ist der ÖPNV ganz oder teilweise auf reservierungspflichtige
Anrufhastdunichgeseh umgestellt. Da kann es auch passieren, daß einem
gesagt wird, daß man nicht mehr mitkommt...
Marc Haber
2020-11-22 10:15:36 UTC
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Post by Herbert
Für Alltagsfahrten funktioniert der ÖPV wesentlich schlechter
(wenigstens in Vergleich mit dem Auto) und die Idee der allgemeinen
Reservierungspflicht hätte ihren Charme, wenn man keine Probleme mit der
Unflexibilität hat. Z.B. Verkäuferinnen wissen, wann sie morgens den
Laden öffnen müssen und wenn sie abends nach Hause können, die wären
froh über einen freien Sitzplatz im Zug.
Dann können die Verkäuferinen heute gerne schon reservieren.

Meine Frau kann übrigens ihren Feierabend nur in Ausnahmefällen vorab
zugscharf vorhersagen; das mit dem pünktlichen Feierabend funktioniert
weder im Augenoptikgeschäft (man schickt halt den um 18:58 Uhr in den
Laden kommenden Kunden, der eine Gleitsichtbrille kaufen möchte, nicht
weg, auch wenn man um 19:00 offziell Feierabend macht und dann hat man
halt erst um 19:45 oder so Schluß) noch in der Arztpraxis ("Ich hab
hier noch zwei Privatpatienten für ein Brillenrezept, machen Sie das
bitte nochmal schnell"). Bei mir klappt das sowieso nicht.
Post by Herbert
Ich hätte mich damals als Büroangestellter ungeachtet der gleitenden
Arbeitszeit auf feste Ankunfts- und Schlusszeiten festlegen können und
dazu passend einen Platz reservieren können. Das wäre akzeptiert worden;
meine Projekte betrafen meistens nur einen Teil der Uni-Nutzer, mit
denen hätte ich mich einigen können. Andere Kollegen hättens schwerer
gehabt: Wenn ein betriebsrelevantes Problem nicht zu Ende bearbeitet
würde mit 'ich muss jetzt zum Zug, ich mach morgen weiter' und die
gesamte IT der Uni wäre deshalb nicht benutzbar gewesen - das hätte
Ärger gegeben.
Genau, das ist meine Situation.
Post by Herbert
Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können.
Wie stellst Du Dir diese Kapazitäten vor?

Grüße
Marc
--
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Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Herbert
2020-11-22 15:27:08 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Herbert
Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können.
Wie stellst Du Dir diese Kapazitäten vor?
Gute Frage. Ich bin sicher, es wäre eine immense Herausforderung* für
die Bahn, unter diesen Randbedingungen ihre Transportaufgabe zu
erfüllen. Den Restaurantbesitzern fällts sicher auch nicht leicht, aber
sie schaffen es.

Alle sagen, das Wichtigste wäre die Gesundheit, und die erfordert in der
Corona-Sondersituation, von Fremden einen Mindestabstand von 1,50 m zu
halten. Im Restaurant wird das knallhart durchgesetzt, und wenn der Wirt
jammert, bei so wenigen Gästen mache er Pleite, dann zucken alle ratlos
mit den Schultern - dann ist es eben so.

Beim ÖPV gilt diese eiserne Regel des social distancing aber nicht, da
wird Tuchfühlung plötzlich als coronasicher bezeichnet. Nanu?

Einfaches Beispiel: Der Schülertransport. Der wird so dimensioniert,
dass alle Busse voll besetzt sind, nornalerweise völlig OK. Zu
Corona-Zeiten nicht. Es gibt doch hunderte, wenn nicht tausende
Reisebusse, die ungenutzt rumstehen, weil alle Ausflüge, Reisen etc.
abgesagt sind. Die Fahrer sind wohl in Kurzarbeit. Warum nicht alle zum
Schülertransport einsetzen? Gut, das kostet ein paar Euro mehr, aber die
Gesundheit ist doch wichtiger, oder nicht?

Ich kann verstehen, dass die Kinder, nachdem sie eine Stunde im vollen
Bus gesessen haben, in der Schule nicht mehr auf Abstand achten - sie
verstehen nicht, welchen Zweck das jetzt noch hat. Ich verstehe auch,
dass Erwachsene, die gesehen haben, wie ihre Kinder im Bus komprimiert
wurden, ins Grübeln kommen und sich fragen, ob Covid19 wirklich so
gefährlich ist, wie alle sagen. Einige davon sehen wir dann auf den
Querdenkerdemos.

Schwieriges Beispiel: Der Pendlertransport. Natürlich konnte die Bahn
bei Beginn der Coronakrise nicht von jetzt auf gleich tausende neue Züge
kaufen und Lokführer einstellen. Wenn man den Verkehr trotz mangelnder
sozialer Distanz fortführt, dann hätte man provisorisch Abstände
einführen müssen so wie es in den Restaurants gemacht wurde. So kommen
natürlich höchstens 1/4 der Passagiere mit, eher weniger. Und die Anderen?

Unser Gesundheitsminister versuchte sich mal als Satiriker als er sagte,
man solle anstatt mit dem ÖPV besser zu Fuß gehen oder radfahren. Keiner
konnte über den Witz lachen, denn jeder wusste, dass viele Alltagswege
zu lang sind, um mit dem Rad zu fahren und fast alle sind zu lang um zu
Fuß zu gehen. Das böse A-Wort traut sich offenbar kein Politiker mehr zu
benutzen, nicht mal in der CDU.

Dennoch hätte das Auto ein wesentlicher Teil der Lösung sein können: Mit
Fahrgemeinschaften kommt man zwar auch mit 3-4 Leuten (zu) eng zusammen,
aber es sind wenigstens immer dieselben. Im ÖPV stehen/sitzen mindestens
10 Leute in meinem Umkreis und es sind immer andere, morgens und abends.
20 gefährliche Kontake pro Tag gegen 4 - das wäre doch eine Verringerung
des Ansteckungsrisikos um Faktor 5. Die Politik hätte offen damit
umgehen und die Bildung von Fahrgemeinschaften unterstützen müssen, dann
hätte das Auto den ÖPV von einem Teil der Nachfrage entlastet und
diejenigen, die keinen Platz in einer Fahrgemeinschaft bekommen hatten,
könnten sich besser im Waggon verteilen und würden sich seltener
gegenseitig anstecken.

Dabei wäre kaum zusätzlicher Autoverkehr entstanden. Die Leute brauchen
keinen ministeriellen Hilfssatiriker, die kommen ganz von alleine auf
die Idee, mit dem Auto zu fahren. Klar, die Frage, wo die Autos parken
sollen, ist naheliegend und schwer zu beantworten. Ich schlage vor,
Autos, mit denen Fahrgemeinschaften unterwegs sind, zu kennzeichnen und
diesen das Parken im Parkverbot für die Coronazeit zu erlauben (nicht im
Halteverbot, dann würden die Strassen verstopft). Es wird nicht ganz
einfach gehen aber hey - das Wichtigste ist doch unser aller Gesundheit,
oder?

Herbert

*) 'Herausforderung' ist ein guter Kandidat für das Unwort des Jahres
Ulf Kutzner
2020-11-22 16:51:48 UTC
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Post by Herbert
Post by Marc Haber
Post by Herbert
Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können.
Wie stellst Du Dir diese Kapazitäten vor?
Gute Frage. Ich bin sicher, es wäre eine immense Herausforderung* für
die Bahn, unter diesen Randbedingungen ihre Transportaufgabe zu
erfüllen. Den Restaurantbesitzern fällts sicher auch nicht leicht, aber
sie schaffen es.
Alle sagen, das Wichtigste wäre die Gesundheit, und die erfordert in der
Corona-Sondersituation, von Fremden einen Mindestabstand von 1,50 m zu
halten. Im Restaurant wird das knallhart durchgesetzt, und wenn der Wirt
jammert, bei so wenigen Gästen mache er Pleite, dann zucken alle ratlos
mit den Schultern - dann ist es eben so.
Beim ÖPV gilt diese eiserne Regel des social distancing aber nicht, da
wird Tuchfühlung plötzlich als coronasicher bezeichnet. Nanu?
Einfaches Beispiel: Der Schülertransport. Der wird so dimensioniert,
dass alle Busse voll besetzt sind, nornalerweise völlig OK. Zu
Corona-Zeiten nicht. Es gibt doch hunderte, wenn nicht tausende
Reisebusse, die ungenutzt rumstehen, weil alle Ausflüge, Reisen etc.
abgesagt sind. Die Fahrer sind wohl in Kurzarbeit. Warum nicht alle zum
Schülertransport einsetzen? Gut, das kostet ein paar Euro mehr, aber die
Gesundheit ist doch wichtiger, oder nicht?
Mir war so, als hätten wir das schon gehabt: Es gibt Coronarzusatzbusse
in schülerverkehrsaffinen Zeitlagen. Also zum Beispiel (ist öffentliche
Linienfahrt, nur von einem anderen Betreiber, Liniennummmer des Stadtbusses)
hier, wo der Bus nicht in der Auskunft und nur mit Start- und Zielzeit
beim Stadtbusbetreiber im Internet ist, wobei er seine Starthaltestelle
vor der dort hintelegten Zeit verläßt, weil der Fahrer entsprechende Weisung
hat. Auf dem Abschnitt zum Hbf auch deswegen schwach besetzt, weil Unterrichtsende
erst später. Im weiteren Fahrtverlauf, wo ich nicht mitfahre, dann wohl besser bis
voll besetzt.
Post by Herbert
Ich kann verstehen, dass die Kinder, nachdem sie eine Stunde im vollen
Bus gesessen haben, in der Schule nicht mehr auf Abstand achten - sie
verstehen nicht, welchen Zweck das jetzt noch hat. Ich verstehe auch,
dass Erwachsene, die gesehen haben, wie ihre Kinder im Bus komprimiert
wurden, ins Grübeln kommen und sich fragen, ob Covid19 wirklich so
gefährlich ist, wie alle sagen. Einige davon sehen wir dann auf den
Querdenkerdemos.
Schwieriges Beispiel: Der Pendlertransport. Natürlich konnte die Bahn
bei Beginn der Coronakrise nicht von jetzt auf gleich tausende neue Züge
kaufen und Lokführer einstellen.
Jenseits der durch Homeoffice gesunkenen Nachfrage hat man das Problem,
daß vielerorts der Berufsverkehr von Strecken- und Zugkapazität sowie
Bahnsteiglänge her am Anschlag ist. Behauptet jedenfalls der RMV auf
seiner Homepage, nachdem er viele Fahrten von Doppelstock auf
Flachparks umgestellt hat.
Post by Herbert
Wenn man den Verkehr trotz mangelnder
sozialer Distanz fortführt, dann hätte man provisorisch Abstände
einführen müssen so wie es in den Restaurants gemacht wurde. So kommen
natürlich höchstens 1/4 der Passagiere mit, eher weniger. Und die Anderen?
So hielt/hält man es wohl in den Bussen (Schaffnerbetrieb) einer
ukrainischen Großstadt. Wer zur Mitfahrt nicht zugelassen wird, wartet
eben.
Herbert
2020-11-23 12:56:39 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Herbert
Post by Marc Haber
Post by Herbert
Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können.
Wie stellst Du Dir diese Kapazitäten vor?
Gute Frage. Ich bin sicher, es wäre eine immense Herausforderung* für
die Bahn, unter diesen Randbedingungen ihre Transportaufgabe zu
erfüllen. Den Restaurantbesitzern fällts sicher auch nicht leicht, aber
sie schaffen es.
Alle sagen, das Wichtigste wäre die Gesundheit, und die erfordert in der
Corona-Sondersituation, von Fremden einen Mindestabstand von 1,50 m zu
halten. Im Restaurant wird das knallhart durchgesetzt, und wenn der Wirt
jammert, bei so wenigen Gästen mache er Pleite, dann zucken alle ratlos
mit den Schultern - dann ist es eben so.
Beim ÖPV gilt diese eiserne Regel des social distancing aber nicht, da
wird Tuchfühlung plötzlich als coronasicher bezeichnet. Nanu?
Einfaches Beispiel: Der Schülertransport. Der wird so dimensioniert,
dass alle Busse voll besetzt sind, nornalerweise völlig OK. Zu
Corona-Zeiten nicht. Es gibt doch hunderte, wenn nicht tausende
Reisebusse, die ungenutzt rumstehen, weil alle Ausflüge, Reisen etc.
abgesagt sind. Die Fahrer sind wohl in Kurzarbeit. Warum nicht alle zum
Schülertransport einsetzen? Gut, das kostet ein paar Euro mehr, aber die
Gesundheit ist doch wichtiger, oder nicht?
Mir war so, als hätten wir das schon gehabt: Es gibt Coronarzusatzbusse
in schülerverkehrsaffinen Zeitlagen. Also zum Beispiel (ist öffentliche
Linienfahrt, nur von einem anderen Betreiber, Liniennummmer des Stadtbusses)
hier, wo der Bus nicht in der Auskunft und nur mit Start- und Zielzeit
beim Stadtbusbetreiber im Internet ist, wobei er seine Starthaltestelle
vor der dort hintelegten Zeit verläßt, weil der Fahrer entsprechende Weisung
hat. Auf dem Abschnitt zum Hbf auch deswegen schwach besetzt, weil Unterrichtsende
erst später. Im weiteren Fahrtverlauf, wo ich nicht mitfahre, dann wohl besser bis
voll besetzt.
Hier so, dort anders. Hamburgnahe Landkreise haben angeblich die
Aufstockung des Fuhrparks für den Schülertransport abgelehnt mit dem
Argument, dafür wäre kein Geld im Haushalt. Stimmt ja auch.

Da hätte ich von einer Bundesregierung, die eh gerade mit Milliarden
versucht, die sich plötzlich überall bildenden Löcher zu stopfen,
erwartet, dass sie eine Finanzierungszusage an die Kreisverwaltungen
verschickt.
Post by Ulf Kutzner
Post by Herbert
Ich kann verstehen, dass die Kinder, nachdem sie eine Stunde im vollen
Bus gesessen haben, in der Schule nicht mehr auf Abstand achten - sie
verstehen nicht, welchen Zweck das jetzt noch hat. Ich verstehe auch,
dass Erwachsene, die gesehen haben, wie ihre Kinder im Bus komprimiert
wurden, ins Grübeln kommen und sich fragen, ob Covid19 wirklich so
gefährlich ist, wie alle sagen. Einige davon sehen wir dann auf den
Querdenkerdemos.
Schwieriges Beispiel: Der Pendlertransport. Natürlich konnte die Bahn
bei Beginn der Coronakrise nicht von jetzt auf gleich tausende neue Züge
kaufen und Lokführer einstellen.
Jenseits der durch Homeoffice gesunkenen Nachfrage hat man das Problem,
daß vielerorts der Berufsverkehr von Strecken- und Zugkapazität sowie
Bahnsteiglänge her am Anschlag ist. Behauptet jedenfalls der RMV auf
seiner Homepage, nachdem er viele Fahrten von Doppelstock auf
Flachparks umgestellt hat.
Post by Herbert
Wenn man den Verkehr trotz mangelnder
sozialer Distanz fortführt, dann hätte man provisorisch Abstände
einführen müssen so wie es in den Restaurants gemacht wurde. So kommen
natürlich höchstens 1/4 der Passagiere mit, eher weniger. Und die Anderen?
So hielt/hält man es wohl in den Bussen (Schaffnerbetrieb) einer
ukrainischen Großstadt. Wer zur Mitfahrt nicht zugelassen wird, wartet
eben.
Und wenn genug Leute in Fahrgemeinschaften unterkommen, wartet keiner.

Mein privates Corona-Sicherheitskonzept ist 'Fahre nicht mit dem ÖPV
(außer Moia, das ist noch so neu, da ist nie Gedränge)'. Ich habe
überlegt: Was tust du, wenn du an der Haltestelle stehst und der
ankommende Bus/die Bahn ist zu voll? Auf den/die nächsten warten? Und
wenn tatsächlich mal was vorbeikommt, wo bei Einhaltung des
Mindestabstandes noch freier Platz ist und ich steige ein - was tue ich,
wenn später weitere Fahrgäste zusteigen und der Mindestabstand
unterschritten wird? Irgendwo mitten auf der Strecke aussteigen?

Auf beide Fragen kann ich nicht guten Gewissens mit 'Ja' antworten.

Herbert

Ps.: Bei Moia gilt übrigens Reservierungspflicht, endlich wieder ot
Marc Haber
2020-11-23 13:05:41 UTC
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Post by Herbert
Da hätte ich von einer Bundesregierung, die eh gerade mit Milliarden
versucht, die sich plötzlich überall bildenden Löcher zu stopfen,
erwartet, dass sie eine Finanzierungszusage an die Kreisverwaltungen
verschickt.
Die Lobby der Automobilindustrie hat es verstanden, diese Mittel
eigennützig umzuleiten.
Post by Herbert
Ps.: Bei Moia gilt übrigens Reservierungspflicht, endlich wieder ot
Bin mal gespannt wann Moia versuchen muss Geld zu verdienen, die
Anzahl rollender Fahrzeuge an die Nachfrage anpasst, und man plötzlich
nicht zehn, sondern 90 Minuten auf die Abholung warten muss.
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Ulf Kutzner
2020-11-23 16:13:31 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Herbert
Da hätte ich von einer Bundesregierung, die eh gerade mit Milliarden
versucht, die sich plötzlich überall bildenden Löcher zu stopfen,
erwartet, dass sie eine Finanzierungszusage an die Kreisverwaltungen
verschickt.
Die Lobby der Automobilindustrie hat es verstanden, diese Mittel
eigennützig umzuleiten.
Vielerorts gibt es für coronare Schulverstärkerfahrten Landesmittel.
Das Sahnhäubchen erreicht man natürlich bei landesgrenzüberschreitenden
Verkehren.
Till Kinstler
2020-11-22 17:06:04 UTC
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Post by Herbert
Post by Marc Haber
Post by Herbert
Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können.
Wie stellst Du Dir diese Kapazitäten vor?
Gute Frage. Ich bin sicher, es wäre eine immense Herausforderung* für
die Bahn, unter diesen Randbedingungen ihre Transportaufgabe zu
erfüllen. Den Restaurantbesitzern fällts sicher auch nicht leicht, aber
sie schaffen es.
Zumindest bei Bahnens ist die Nachfrage zur Zeit wieder deutlich
eingebrochen - wenn es wohl auch nicht so leer ist wie aus März/April
berichtet wurde. Mag sein, dass es Rund um Weihnachten wieder voller wird.
Post by Herbert
Alle sagen, das Wichtigste wäre die Gesundheit, und die erfordert in der
Corona-Sondersituation, von Fremden einen Mindestabstand von 1,50 m zu
halten. Im Restaurant wird das knallhart durchgesetzt, und wenn der Wirt
jammert, bei so wenigen Gästen mache er Pleite, dann zucken alle ratlos
mit den Schultern - dann ist es eben so.
Nein, es stimmt nicht, dass alle ratlos mit den Schultern zucken. Wir
alle stellen gemeinsam derzeit sehr viel Geld zur Verfügung, um auch
Gastronomen zu helfen. Ja, das kommt nicht immer zielgenau an. Aber
darauf machen die Betroffenen ja auch aufmerksam und es erfolgt ggf.
Nachbesserung.
Post by Herbert
Beim ÖPV gilt diese eiserne Regel des social distancing aber nicht, da
wird Tuchfühlung plötzlich als coronasicher bezeichnet. Nanu?
Nun, in Schulen ja auch. Wenn ich an Verschwörungen glauben würde, würde
ich vielleicht denken, dass beides mit Bedüfnissen der Wirtschaft zu tun
haben könnte. Die Gründe dürften aber - wie immer - komplexer sein.
Post by Herbert
Einfaches Beispiel: Der Schülertransport. Der wird so dimensioniert,
dass alle Busse voll besetzt sind, nornalerweise völlig OK. Zu
Corona-Zeiten nicht. Es gibt doch hunderte, wenn nicht tausende
Reisebusse, die ungenutzt rumstehen, weil alle Ausflüge, Reisen etc.
abgesagt sind. Die Fahrer sind wohl in Kurzarbeit. Warum nicht alle zum
Schülertransport einsetzen?
Wir hatten das schonmal, glaube ich: In manchen Gegenden macht man das
so (ungefähr). Im Saarland verkehren tatsächlich zusätzliche Busse im
Schülerverkehr.
Post by Herbert
Unser Gesundheitsminister versuchte sich mal als Satiriker als er sagte,
man solle anstatt mit dem ÖPV besser zu Fuß gehen oder radfahren.
Ich bin im Laufe dieses Jahres vom Fahrrad/ÖV-Nutzer zum Fußgänger
geworden. Seit Juni hat der Verkehr hier an Intensität, Aggressivität
und Regelmissachtung so zugenommmen, dass ich keine Lust mehr zum
Radfahren habe. Trotz "pop up Radwegen". Seit ich 6 Jahre alt war, habe
ich einen großen Teil meiner Wege per Fahrrad zurückgelegt. Mir fehlt
das echt.
Post by Herbert
Dabei wäre kaum zusätzlicher Autoverkehr entstanden. Die Leute brauchen
keinen ministeriellen Hilfssatiriker, die kommen ganz von alleine auf
die Idee, mit dem Auto zu fahren.
Ja, mit erheblichen Folgen: Bis gestern waren in Berlin in desem Jahr
schon 48 Menschen im Verkehr gestorben. Letztes Jahr waren es nur 40
insgesamt.

Grüße,
Till
Marc Haber
2020-11-22 17:23:46 UTC
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Post by Till Kinstler
Nun, in Schulen ja auch. Wenn ich an Verschwörungen glauben würde, würde
ich vielleicht denken, dass beides mit Bedüfnissen der Wirtschaft zu tun
haben könnte. Die Gründe dürften aber - wie immer - komplexer sein.
https://twitter.com/OomenBerlin/status/1329362350407823361
Selbsterklärte Elternvertreter*innen rufen panisch ob der Perspektive,
den Rest des Tages mit ihren Kindern verbringen zu müssen, bei der
Feuerwehr an und sprechen von einem Fehlalarm. Zum Beleg werden
Giffeys Studien zitiert. Die Feuerwehr rückt ab.

Grüße
Marc
--
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Marc Haber
2020-11-22 17:15:57 UTC
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Post by Herbert
Post by Marc Haber
Post by Herbert
Ps.: Aktuell wegen Corona wäre es ausreichend, jeden zweiten Sitzplatz
zu sperren (so wie vor dem Lockdown in den Restaurants) und niemanden in
den Zug zu lassen, wenn alle Plätze besetzt sind. Dafür bräuchte man
natürlich reichlich zusätzliche Kapazität, damit die stehen gebliebenen
Fahrgäste kurzfristig abgeholt werden können.
Wie stellst Du Dir diese Kapazitäten vor?
Gute Frage. Ich bin sicher, es wäre eine immense Herausforderung* für
die Bahn, unter diesen Randbedingungen ihre Transportaufgabe zu
erfüllen. Den Restaurantbesitzern fällts sicher auch nicht leicht, aber
sie schaffen es.
Dass dieser Vergleich es nichtmal auf die Krücken schafft kannst Du
Dir sicher vorstellen. Du darfst dir mal überlegen mit welchen Zügen
diese Zusatzkapazitäten zu welchen Zeiten ab welchen Knotenpunkten
abfahren sollen. Ich empfehle mal eine Stunde in einem Restaurant der
Wandelhalle von Hamburg Hbf zu sitzen, gerne am Freitag nachmittag,
und Dir zu überlegen, wo man dort noch weitere Züge hinstellen sollte.
Post by Herbert
Alle sagen, das Wichtigste wäre die Gesundheit, und die erfordert in der
Corona-Sondersituation, von Fremden einen Mindestabstand von 1,50 m zu
halten. Im Restaurant wird das knallhart durchgesetzt, und wenn der Wirt
jammert, bei so wenigen Gästen mache er Pleite, dann zucken alle ratlos
mit den Schultern - dann ist es eben so.
Beim ÖPV gilt diese eiserne Regel des social distancing aber nicht, da
wird Tuchfühlung plötzlich als coronasicher bezeichnet. Nanu?
Wie möchtest Du entscheiden, wer in Bahrenfeld aus der S1 aussteigen
muss, damit die dort wartenden Fahrgäste einsteigen können? oder
möchtest Du jeden zweiten Zug der S1 schon in Othmarschen wenden,
damit der Zug nicht schon mit vorher eingestiegenen Fahrgästen voll
ist?
Post by Herbert
Schwieriges Beispiel: Der Pendlertransport. Natürlich konnte die Bahn
bei Beginn der Coronakrise nicht von jetzt auf gleich tausende neue Züge
kaufen und Lokführer einstellen. Wenn man den Verkehr trotz mangelnder
sozialer Distanz fortführt, dann hätte man provisorisch Abstände
einführen müssen so wie es in den Restaurants gemacht wurde. So kommen
natürlich höchstens 1/4 der Passagiere mit, eher weniger. Und die Anderen?
Du kannst der DB sicher sagen, welcher Lieferant ab morgen im
Personenverkehr einsetzbare Züge auf dem Hof stehen hat, oder?

Und, wieviele Reisende wollen von Winsen nach Langenhagen Mitte? So
ein zusätzlicher Pendelzug könnte weder in Hamburg abfahren noch in
Hannover Hbf ankommen.
Post by Herbert
Dennoch hätte das Auto ein wesentlicher Teil der Lösung sein können: Mit
Fahrgemeinschaften kommt man zwar auch mit 3-4 Leuten (zu) eng zusammen,
aber es sind wenigstens immer dieselben.
Das Gegenteil ist der Fall: Aktuell verbieten große Firmen
Fahrgemeinschaften und heben bestehende Parkbeschränkungen auf.
Post by Herbert
Dabei wäre kaum zusätzlicher Autoverkehr entstanden. Die Leute brauchen
keinen ministeriellen Hilfssatiriker, die kommen ganz von alleine auf
die Idee, mit dem Auto zu fahren. Klar, die Frage, wo die Autos parken
sollen, ist naheliegend und schwer zu beantworten. Ich schlage vor,
Autos, mit denen Fahrgemeinschaften unterwegs sind, zu kennzeichnen und
diesen das Parken im Parkverbot für die Coronazeit zu erlauben (nicht im
Halteverbot, dann würden die Strassen verstopft). Es wird nicht ganz
einfach gehen aber hey - das Wichtigste ist doch unser aller Gesundheit,
oder?
Du bist ein unerträglicher Besserwisser ohne Ahnung vom Bahnverkehr
und dafür einem autogerechten Mindset von 1960. Warum schreibst Du
nicht in de.etc.fahrzeug.auto?
--
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Ulf Kutzner
2020-11-22 18:45:14 UTC
Antworten
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Post by Marc Haber
Post by Herbert
Schwieriges Beispiel: Der Pendlertransport. Natürlich konnte die Bahn
bei Beginn der Coronakrise nicht von jetzt auf gleich tausende neue Züge
kaufen und Lokführer einstellen. Wenn man den Verkehr trotz mangelnder
sozialer Distanz fortführt, dann hätte man provisorisch Abstände
einführen müssen so wie es in den Restaurants gemacht wurde. So kommen
natürlich höchstens 1/4 der Passagiere mit, eher weniger. Und die Anderen?
Du kannst der DB sicher sagen, welcher Lieferant ab morgen im
Personenverkehr einsetzbare Züge auf dem Hof stehen hat, oder?
200er Gerümpel steht für Flixtrain bereit. Die fahren wieder einmal
nicht. Ob die DB anmieten dürfte, wenn sie wollte, interessante Frage.
Post by Marc Haber
Und, wieviele Reisende wollen von Winsen nach Langenhagen Mitte? So
ein zusätzlicher Pendelzug könnte weder in Hamburg abfahren noch in
Hannover Hbf ankommen.
Langenhagen Mitte war immerhin schon Planhalt eines Pendler-IC.

Und ich schrub ja vom ICE, der demnächst 16 Minuten in Bergedorf absteht,
um dann in Hamburg Hbf durchzufahren. Ich schrub von der Haltfolge
Niederrad - Marburg.

Mut zu unorthodoxen Lösungen, aber dabei natürlich nicht völlig an den
Fahrgastströmen vorbei.
Herbert
2020-11-23 13:27:42 UTC
Antworten
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Post by Marc Haber
Post by Herbert
Dennoch hätte das Auto ein wesentlicher Teil der Lösung sein können: Mit
Fahrgemeinschaften kommt man zwar auch mit 3-4 Leuten (zu) eng zusammen,
aber es sind wenigstens immer dieselben.
Das Gegenteil ist der Fall: Aktuell verbieten große Firmen
Fahrgemeinschaften und heben bestehende Parkbeschränkungen auf.
Wenn jeder alleine im Auto sitzt, gibt es kein Ansteckungsrisiko. In
Fahrgemeinschaften gibt es eines, insofern ist das verständlich. Frage
ist, wie diejenigen ohne Auto zur Arbeit kommen. Mit dem ÖPV und mit
hohem Ansteckungsrisiko?
Post by Marc Haber
Post by Herbert
Dabei wäre kaum zusätzlicher Autoverkehr entstanden. Die Leute brauchen
keinen ministeriellen Hilfssatiriker, die kommen ganz von alleine auf
die Idee, mit dem Auto zu fahren. Klar, die Frage, wo die Autos parken
sollen, ist naheliegend und schwer zu beantworten. Ich schlage vor,
Autos, mit denen Fahrgemeinschaften unterwegs sind, zu kennzeichnen und
diesen das Parken im Parkverbot für die Coronazeit zu erlauben (nicht im
Halteverbot, dann würden die Strassen verstopft). Es wird nicht ganz
einfach gehen aber hey - das Wichtigste ist doch unser aller Gesundheit,
oder?
Du bist ein unerträglicher Besserwisser ohne Ahnung vom Bahnverkehr
'Ohne Ahnung vom Bahnverkehr' stimmt insofern, dass ich die
betriebsinternen Kapzitäten und Abläufe nicht kenne, 'unerträglicher
Besserwisser' ist falsch. So viel know how, um eine korrekte Einhaltung
des Abstandsgebotes zu erkennen, wenn ich sie sehe, habe ich allemal.
Post by Marc Haber
und dafür einem autogerechten Mindset von 1960.
1960 ist zu früh, da war ich gerade mal 7 Jahre alt. Aus meiner heutigen
Sicht hatten wir eine Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Sinne
einer Verbesserung von Flexibilität, Geschwindigkeit und Komfort bis zu
den 70ern des vorigen Jh. Danach kam ein planloses Hin- und Her von
Aufbau, Sperrung und Abbau. Nicht gleichzeitig überall sondern mal hier
und mal da. In Hamburg werden inzwischen Kapazitäten abgebaut, die von
einzelnen Zubauten nicht mal ersetzt werden. Ich nenne das ein
Anti-Verkehrspolitik.

Warum schreibst Du
Post by Marc Haber
nicht in de.etc.fahrzeug.auto?
Mache ich doch, aber nicht zu Bahnthemen. Die würden dort nicht hinpassen.

Herbert
Paul Muster
2020-11-23 17:34:59 UTC
Antworten
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Post by Herbert
Post by Marc Haber
und dafür einem autogerechten Mindset von 1960.
1960 ist zu früh, da war ich gerade mal 7 Jahre alt.
Genau dann findet Prägung zu solchen Themen statt, würde ich mal annehmen.


mfG Paul
Hans CraueI
2020-11-21 00:32:20 UTC
Antworten
Permalink
Christoph Zimmermann-Große Banholt schrieb
Post by Christoph Zimmermann-Große Banholt
An den Tagen, an denen ich "für's abholen" zuständig bin,
bin ich mit dem Feierabend auch reichlich unflexibel.
Eine Reservierungspflicht nützt dir dann nichts. Sie kann
dir eher schaden, wenn deine Verbindung ausreserviert ist.
Etwa wenn sich mal unvorbereitet ergeben sollte, dass du
am nächsten Tag "für's Abholen" zuständig bist.

Hans
Ulf Kutzner
2020-11-21 07:14:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by Hans CraueI
Christoph Zimmermann-Große Banholt schrieb
Post by Christoph Zimmermann-Große Banholt
An den Tagen, an denen ich "für's abholen" zuständig bin,
bin ich mit dem Feierabend auch reichlich unflexibel.
Eine Reservierungspflicht nützt dir dann nichts. Sie kann
dir eher schaden, wenn deine Verbindung ausreserviert ist.
Etwa wenn sich mal unvorbereitet ergeben sollte, dass du
am nächsten Tag "für's Abholen" zuständig bist.
Es handelt sich dann eher um eine terminliche Zug-, Bus-, Straßenbahn-
oder Sonstwasbindung.
Ulrich Onken
2020-11-20 16:35:23 UTC
Antworten
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Post by Stephan Seitz
Ist also völlig unabhängig von einer Reservierungspflicht oder nicht.
Aus meiner Erfahrung sind die, die so flexibel sein wollen, daß es mit
einer Reservierungspflicht Probleme gäbe, im Normalfall eh mit dem
Auto unterwegs oder haben kein Leben außerhalb der Firma.
OK, dann bin ich sicher ein Fall, der absolut nicht Deiner Erfahrung
entspricht: Ich arbeite so lange wie nötig, bis entweder das aktuell
Wichtigste erledigt ist, eine Ausgabe abgeschlossen ist oder ich zu
Hause erwartet werde. Der Zeitpunkt variiert irgendwo zwischen 17 und 20
Uhr, ohne dass ich etwa am Mittag schon wüsste, wann. Ich versuche,
möglichst keine Arbeit mit nach Hause zu nehmen - die Trennung zwischen
Beruf und Privatleben ist mir wichtig.

Und trotz alledem fahre ich vielleicht nur zwei oder drei Mal pro Jahr
mit dem Auto zur Arbeit, sonst grundsätzlich mit dem Fahrrad oder den
Öffis (S-Bahn oder Tram) - je nach Wetter, Uhrzeit und erwarteter
Auslastung der Verkehrsmittel. Eine Reservierungspflicht fände ich nicht
akzeptabel - das passt gar nicht mit meinem Arbeitsstil zusammen.

In den Jahren, als ich etwa alle zwei Freitage abends von Basel nach
Stuttgart gependelt bin, da habe ich meist erst 1 oder 2 Stunden vorher
entschieden, in welchen ICE ich mit meinem BC50-Flexticket steige.
Anders bei der Rückfahrt am Montagmorgen - immer um 7:11 ab Stuttgart
nach Karlsruhe. Eine Reservierungspflicht am Freitagabend hätte mich
sicher aufs Auto umgeleitet - zumindest so lange, bis mir die Staus den
letzten Nerv geraubt hätten.

Grüsse
Uli
Till Kinstler
2020-11-20 17:18:10 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stephan Seitz
Aus meiner Erfahrung sind die, die so flexibel sein wollen, daß es mit
einer Reservierungspflicht Probleme gäbe, im Normalfall eh mit dem
Auto unterwegs oder haben kein Leben außerhalb der Firma.
Ich habe nur eins von beidem (es ist nicht das Auto). Ich antworte mal
ähnlich polemisch: Das Leben außerhalb der Firma, das in derart
betonierten Bahnen verläuft, dass eine Reservierungspflicht mit daraus
ggf. folgender Einschränkung der Flexibilität beim Bahnfahren das nicht
einschränkt, möchte ich nicht haben.

Grüße,
Till
Ulrich Onken
2020-11-20 20:40:41 UTC
Antworten
Permalink
Post by Marc Haber
Haben die Franzosen so wenig flexible Arbeitszeiten, dass sie ihr
Arbeitsende an jedem Tag so exakt vorhersagen können, dass sie weit
vorab genau den richtigen Zug reservieren können?
Fahren wirklich so viele Züge, dass bei einer kurzfristigen Umbuchung
der Fall "die nächsten drei Züge sind ausgebucht, kannst halt erst in
zwei Stunden fahren" niemals vorkommt?
Rechnen französische Pendler damit, im Zweifel halt nicht nach Hause
zu kommen und sich in Paris ein Hotel nehmen zu müssen?
Ist die SNCF so viel zuverlässiger als die DB, dass ausfallende
Pendlerzüge eigentlich nicht vorkommen?
Gibt es so wenige Fern/Wochenendbeziehungen dass niemand am Freitag
abend nach Feierabend noch 500 km zum Lebensgefährten fahren muss?
Ich habe viele französische Kollegen, von denen einige nicht aus der
Umgebung (Südelsass) kommen, sondern aus anderen Regionen in Frankreich.
Die meisten werden sehr schnell in der Region ansässig, und die meisten
davon kommen mit dem Auto oder mit den Regionalzügen aus Mulhouse nach
Basel, wenn sie wegen der Steuern oder des Arbeitsweges nicht sowieso
irgendwann dorthin ziehen.
Post by Marc Haber
Wie funktioniert das in der Praxis?
Es gibt ein paar wenige, die per TGV fernpendeln. Das funktioniert in
dem Arbeitsumfeld eigentlich nur, wenn man den Terminplan am
Freitagnachmittag blockiert um dann sicher auf den jeweiligen Zug zu
kommen. Wer täglich auf feste Arbeitsschlusszeiten angewiesen ist und um
16:34 den Griffel fallen lässt, um auf einen bestimmten Zug zu kommen,
der wird es (ausser in wenigen Funktionen) beruflich ziemlich schwer haben.

Die TGV ab/nach Basel fahren inzwischen ziemlich zuverlässig. Sehr
frühzeitiges Buchen ist wichtig, damit es gerade zu den typischen
Pendlerzeiten nicht viel teurer wird. Im TGV ist es gefühlt enger als in
den deutschen ICE, aber weil es weniger Fahrgastwechsel und weniger
einen Sitzplatz suchende Mitreisende gibt, hat man eigentlich seine
Ruhe, wenn man seinen Platz erreicht hat.

Grüsse
Uli
Stephan Seitz
2020-11-21 12:48:42 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulrich Onken
kommen. Wer täglich auf feste Arbeitsschlusszeiten angewiesen ist und um
16:34 den Griffel fallen lässt, um auf einen bestimmten Zug zu kommen,
der wird es (ausser in wenigen Funktionen) beruflich ziemlich schwer haben.
Wie kommst du auf dieses Idee?
Gerade heute wird weitaus mehr auf die Kombination Familie/Beruf
eingegangen. Überstunden sind eigentlich nicht erwünscht.
Wenn du also deine Arbeitszeit bis 16:34 Uhr fertig hast, spricht
nichts dagegen zu gehen.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Ulrich Onken
2020-11-21 22:52:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by Stephan Seitz
Post by Ulrich Onken
kommen. Wer täglich auf feste Arbeitsschlusszeiten angewiesen ist und um
16:34 den Griffel fallen lässt, um auf einen bestimmten Zug zu kommen,
der wird es (ausser in wenigen Funktionen) beruflich ziemlich schwer haben.
Wie kommst du auf dieses Idee?
Gerade heute wird weitaus mehr auf die Kombination Familie/Beruf
eingegangen. Überstunden sind eigentlich nicht erwünscht.
Wenn du also deine Arbeitszeit bis 16:34 Uhr fertig hast, spricht
nichts dagegen zu gehen.
Bei einem flexiblen Arbeitszeitmodell gibt es keine tägliche
Sollarbeitszeit. Ich mache über den Monat gemittelt in der Regel keine
Überstunden, sondern arbeite kürzer, wenn mal ein Packen Arbeit erledigt
ist oder zu Hause was Dringendes anliegt und länger, wenn sich dringende
Aufgaben häufen. Mein Arbeitgeber hat auch nichts dagegen, wenn ich
tagsüber für ein paar Stunden für private Zwecke verschwinde oder
Stunden einziehe, wenn gerade schönes Bergwetter ist (solange gerade
keine akut drinegnde Arbeit anliegt und/oder ich alles delegiere).

Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.

Grüsse
Uli
Marc Haber
2020-11-22 10:18:53 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulrich Onken
Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.
Genau so ist es auch für mich.

Grüße
Marc
--
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Tim Loeber
2020-11-27 11:32:42 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Ulrich Onken
Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.
Genau so ist es auch für mich.
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten? Hat für
mich aber auch was Egoistisches!
Marc Haber
2020-11-27 11:46:06 UTC
Antworten
Permalink
Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Ulrich Onken
Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.
Genau so ist es auch für mich.
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten?
Deswegen ist eine Reservierungspflicht nicht sinnvoll.
Post by Tim Loeber
Hat für mich aber auch was Egoistisches!
Niemand verbietet Dir, auch ohne Pflicht zu reservieren. Wenn Du auf
Deinem reservierten Platz sitzt, ist für Dich alles getan.

Du möchtest mir die spontane Benutzung eines anderen Zugs verbieten.
Das ist egoistisch.
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Tim Loeber
2020-11-27 11:54:54 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Ulrich Onken
Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.
Genau so ist es auch für mich.
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten?
Deswegen ist eine Reservierungspflicht nicht sinnvoll.
für DICH
Till Kinstler
2020-11-27 12:51:12 UTC
Antworten
Permalink
Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Tim Loeber
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten?
Deswegen ist eine Reservierungspflicht nicht sinnvoll.
für DICH
Nochmal die Frage: Welches Problem genau soll eine Reservierungspflicht
lösen? Es sind zumindest nach meiner Erfahrung nur ein sehr kleiner Teil
der Fernverkehrszüge, die so voll sind, dass man keinen Sitzplatz
findet[*]. Und wenn, passiert das meistens bei Störungen (Zugausfälle,
Ersatzzüge, große Verspätungen mit Anschlussbrüchen), bei denen eine
Reservierung dann eh nichts mehr nützt.
Gut, Bahnens könnten mit einer Reservierungspflicht vielleicht ihren
Ressourceneinsatz besser planen und so wirtschaftlicher arbeiten. Das
passt dann aber nicht mehr mit einem angebotsorientierten Taktfahrplan,
bei dem ein einziger Zuglauf sehr unterschiedliche Verkehrsbedürfnisse
bedienen kann. Und gerade dieser Taktfahrplan macht das Bahnfahren für
die Stammkundschaft in Deutschland attraktitv.

Grüße,
Till

[*] manche Züge an Tagen mit sehr großer Nachfrage oder typische
Pendlerzüge auf einzelnen Abschnitten ihres Gesamtlaufes
Ulf Kutzner
2020-11-27 13:50:28 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Tim Loeber
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten?
Deswegen ist eine Reservierungspflicht nicht sinnvoll.
für DICH
Nochmal die Frage: Welches Problem genau soll eine Reservierungspflicht
lösen?
Idealerweise steigen die Leute dann türgenauer in den Zug.
Wenn sie denn rechtzeitig an den Bahnsteig gekommen sind
und dort zutreffend über Wagenreihung und Ausrichtung
derselben informiert wurden.
Post by Till Kinstler
Es sind zumindest nach meiner Erfahrung nur ein sehr kleiner Teil
der Fernverkehrszüge, die so voll sind, dass man keinen Sitzplatz
findet[*]. Und wenn, passiert das meistens bei Störungen (Zugausfälle,
Ersatzzüge, große Verspätungen mit Anschlussbrüchen), bei denen eine
Reservierung dann eh nichts mehr nützt.
Gut, Bahnens könnten mit einer Reservierungspflicht vielleicht ihren
Ressourceneinsatz besser planen
Ich habe es ein einiges Mal erlebt, daß an den D 247 Köln - Berlin
in HagenHbf noch ein Verstärkungswagen angehängt wurde, auch
wenn jener Bm nur für 140 statt 200 km/h gebaut worden war.
Post by Till Kinstler
und so wirtschaftlicher arbeiten. Das
passt dann aber nicht mehr mit einem angebotsorientierten Taktfahrplan,
bei dem ein einziger Zuglauf sehr unterschiedliche Verkehrsbedürfnisse
bedienen kann. Und gerade dieser Taktfahrplan macht das Bahnfahren für
die Stammkundschaft in Deutschland attraktitv.
[*] manche Züge an Tagen mit sehr großer Nachfrage oder typische
Pendlerzüge auf einzelnen Abschnitten ihres Gesamtlaufes
Wobei man in Wochenendpendlerlagen gern auch noch Verstärkerzüge
unterbringt.

Gruß, ULF
Jens Nattbock
2020-11-27 19:57:28 UTC
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Post by Marc Haber
Niemand verbietet Dir, auch ohne Pflicht zu reservieren. Wenn Du auf
Deinem reservierten Platz sitzt, ist für Dich alles getan.
Du möchtest mir die spontane Benutzung eines anderen Zugs verbieten.
Das ist egoistisch.
Sehe ich auch so. Reservierungspflicht führt zu mehr Individualverkehr.
Die Möglichkeit zur Reservierung sollte doch für alle, die immer alles
voraus planen können, wollen oder müssen, ausreichen.
J
Arne Johannessen
2020-11-27 15:50:32 UTC
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Post by Tim Loeber
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten?
Eine Pflicht ist gleichbedeutend mit dem Verbot, die Pflicht nicht zu
erfüllen. Dass die Bahn sich selbst Verbote verbietet, ergäbe jedoch
keinen Sinn. Du scheinst also nicht zu wissen, was Deine Worte
überhaupt bedeuten.

Der Ausgangspunkt waren hier übrigens keine neuen Verbote, sondern die
Frage, wie die bestehenden Verbote (Verbot, in FR etc. ohne
Reservierung zu reisen) bisher funktionieren. Wie sind denn so Deine
Erfahrungen damit?
--
Arne Johannessen
Hartmut Ott
2020-11-27 13:09:53 UTC
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Hej,
Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Ulrich Onken
Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.
Genau so ist es auch für mich.
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten? Hat für
mich aber auch was Egoistisches!
Genau so wie auf Reservierungspflicht bestehen.
--
--
mfg
Hartmut Ott
Stephan Seitz
2020-11-27 20:58:35 UTC
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Post by Hartmut Ott
Post by Tim Loeber
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten? Hat für
mich aber auch was Egoistisches!
Genau so wie auf Reservierungspflicht bestehen.
Na, dann sind wir uns ja einig, daß beide Seite egoistisch sind. ;-)

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Hans CraueI
2020-11-27 21:28:14 UTC
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Tim Loeber schrieb
Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Ulrich Onken
Wenn ich täglich nach Stoppuhr den Griffel lassen fallen würde, dann
müsste ich entweder ein Organisationsgenie sein (bin ich nicht) oder ich
müsste am nächsten Morgen wieder mit etwas anfangen, das nur halb oder
zu 90% fertig ist. Mag sein, dass es Leute gibt, die so arbeiten können
und wollen - ich gehöre sicher nicht dazu und die Mehrheit meiner
Kollegen auch nicht. Und aus dem Grund könnte ich mit einer
Reservierungspflicht für den Heimweg von der Arbeit auch nichts anfangen.
Genau so ist es auch für mich.
und deswegen ist Reservierungspflicht unbedingt zu verbieten? Hat für
mich aber auch was Egoistisches!
Die Formulierung "verbieten" für "sich gegen eine Einführung
aussprechen" ist schon etwas eigenwillig.

Doch was ist daran egoistisch, sich gegen eine Reservierungspflicht
auszusprechen? Welche Freiheits- oder sonstigen Rechte anderer
Reisender werden eingeschränkt, wenn es keine Reservierungspflicht
gibt? Eher ist das Gegenteil der Fall: Alle haben die Freiheit, zu
reservieren oder auch es zu lassen. Eine Einschränkung der Freiheit
gibt es nicht.

Wenn es um ein "Reservierungsverbot" gehen würde, könnte man das
vielleicht so sehen, wobei ich auch das nicht bejahen würde.
Dadurch wird niemand anderen gegenüber bevorzugt oder benachteiligt.

Hans

Stephan Seitz
2020-11-22 12:37:36 UTC
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Post by Ulrich Onken
Bei einem flexiblen Arbeitszeitmodell gibt es keine tägliche
Sollarbeitszeit. Ich mache über den Monat gemittelt in der Regel keine
Sicher, aber es gibt noch eine ganze Menge Firmen mit Stechuhr,
Kernzeit und Co.

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Marc Haber
2020-11-22 12:43:37 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Ulrich Onken
Bei einem flexiblen Arbeitszeitmodell gibt es keine tägliche
Sollarbeitszeit. Ich mache über den Monat gemittelt in der Regel keine
Sicher, aber es gibt noch eine ganze Menge Firmen mit Stechuhr,
Kernzeit und Co.
Stechuhr, Kernzeit & Co sind ja gerade ein Zeichen für flexible
Arbeitszeiten.
--
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Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Ulf Kutzner
2020-11-22 12:54:33 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Post by Ulrich Onken
Bei einem flexiblen Arbeitszeitmodell gibt es keine tägliche
Sollarbeitszeit. Ich mache über den Monat gemittelt in der Regel keine
Sicher, aber es gibt noch eine ganze Menge Firmen mit Stechuhr,
Kernzeit und Co.
Stechuhr, Kernzeit & Co sind ja gerade ein Zeichen für flexible
Arbeitszeiten.
Und mir war so, als habe man auch für Fließbandarbeiter mit fester
Schichtlänge Stechuhren eingeführt.
Herbert
2020-11-22 15:32:22 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Post by Ulrich Onken
Bei einem flexiblen Arbeitszeitmodell gibt es keine tägliche
Sollarbeitszeit. Ich mache über den Monat gemittelt in der Regel keine
Sicher, aber es gibt noch eine ganze Menge Firmen mit Stechuhr,
Kernzeit und Co.
Stechuhr, Kernzeit & Co sind ja gerade ein Zeichen für flexible
Arbeitszeiten.
Und mir war so, als habe man auch für Fließbandarbeiter mit fester
Schichtlänge Stechuhren eingeführt.
Genau, Stechuhren gabs viel früher als flexible Arbeitszeiten. Nur bei
uns wurde beides gleichzeitig eingeführt und wir wussten lange nicht, ob
wir uns über die neue Flexibiltät freuen oder über die Kontrolluhren
ärgern sollten.

Herbert
Ulf Kutzner
2020-11-22 16:54:57 UTC
Antworten
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Post by Herbert
Post by Ulf Kutzner
Post by Marc Haber
Stechuhr, Kernzeit & Co sind ja gerade ein Zeichen für flexible
Arbeitszeiten.
Und mir war so, als habe man auch für Fließbandarbeiter mit fester
Schichtlänge Stechuhren eingeführt.
Genau, Stechuhren gabs viel früher als flexible Arbeitszeiten. Nur bei
uns wurde beides gleichzeitig eingeführt und wir wussten lange nicht, ob
wir uns über die neue Flexibiltät freuen oder über die Kontrolluhren
ärgern sollten.
Flexibilisierung der Arbeitszeit heiißt außer bei einigen
nicht zeitkritischen Bürojobs, daß die AN gesagt bekommen,
wann sie Mehrarbeit zu leisten haben; das Belieben liegt,
wenn überhaupt, auf der Seite des Weisungsberechtigten.
Marc Haber
2020-11-22 10:18:22 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Ulrich Onken
kommen. Wer täglich auf feste Arbeitsschlusszeiten angewiesen ist und um
16:34 den Griffel fallen lässt, um auf einen bestimmten Zug zu kommen,
der wird es (ausser in wenigen Funktionen) beruflich ziemlich schwer haben.
Wie kommst du auf dieses Idee?
Gerade heute wird weitaus mehr auf die Kombination Familie/Beruf
eingegangen. Überstunden sind eigentlich nicht erwünscht.
Wenn du also deine Arbeitszeit bis 16:34 Uhr fertig hast, spricht
nichts dagegen zu gehen.
Das kommt sehr auf die Art der Arbeit und die Mechanik im Team an.
Wenn ich sage "Ich muss zum Zug, weil Kind abgeholt werden muss", wird
das Team das eher verstehen als "ich muss zum Zug, ja weil,
Feierabend". Wenn ich den Stunt zu oft mache, bekomme ich keine
interessanten Aufgaben mehr, sondern nur noch die, bei denen es egal
ist, ob sie bis zum nächsten Tag fertig sind.

Aber ich möchte in diesem Thread nicht über die Vor- und Nachteile
einer Reservierungspflicht diskutieren, sondern wissen, wie gut sie in
Ländern funktoniert, die sie schon haben. Lebst Du in Frankreich,
Belgien, Spanien oder Italien?

Grüße
Marc
--
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Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Martin Theodor Ludwig
2020-11-20 23:26:53 UTC
Antworten
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On Wed, 18 Nov 2020 13:08:58 +0100, Marc Haber
Post by Marc Haber
in Deutschland wird ja gerade mal wieder über die Einführung einer
Reservierungspflicht diskutiert, gerne mal mit dem Hinweis wie super
das in Frankreich, Spanien und Belgien funktioniert.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Zum Beispiel so:

Newsgroups: de.etc.bahn.misc
Subject: Re: Komfort TGV <-> ICE
From: Michael Platen <***@nexgo.de>
Date: Tue, 12 Jun 2007 22:48:43 +0200
Message-ID: <***@bahnbenutzer.nexgo.de>

| Moin Zusammen,
|
| Johannes Picht schrieb am Dienstag, 12. Juni 2007 19:39:
|
| > Freitags abends, Paris, Gare du Nord. Ich frage, ob ich einen Thalys
| > früher nehmen könnte. Antwort: ja, aber "vous êtes en sur-réservation".
| > Als Sitzplatznummer war auf der Fahrkarte "Strapontin" vermerkt.
|
| naja, richtig reserviert ist das nicht, aber es werden nicht mehr Leute als
| Klappsitze (=strapontin) auf Überbuchung mitgenommen (im Gegensatz zum
| Flieger kommt man aber immer mit), mit etwas Glück bekommt man dann den
| Platz einen "No-Shows" vom Personal angeboten. Übrigens lohnt sich beim TGV
| schonmal der Klassenwechsel, die Erste ist dort weit weniger von
| Schlipsträgern frequentiert als in D.
|
| Generell zur Reservierungspflicht:
| in Frankreich funktioniert sie, weil auch das notwendige Drumherum
| funktioniert: Automaten, an denen man wenige Minuten vor der Abfahrt noch
| ein passenden Platz bekommt (es sei denn, das wirklich alles belegt ist)
| und schnell umgebucht werden kann (bei mir in Marseille auf einen früheren
| TGV, Abfahrt in zehn Minuten, die Prozedur dauerte am Automaten gerade mal
| zwei Minuten: Eine Taste Drücken, alte Fahrkarte reinstecken, ein
| Tastendruck für nächste Abfahrt, Anzeige bestätigen, schon wurde ein neuer
| Fahrschein gedruckt, fertig), das gehört schon zu einem funktionierendem
| System dazu. Wenn ich mir die (Fernverkehrs-)Automaten der DB AG ansehe,
| bezweifle ich, das die überhaupt was Funktionierendes hinbekämen. Im
| Fliegerbereich ist das papierlose Buchen inzwischen Usus.
|
| Den nächsten Schritt hat die Renfe/AVE und Talgo schon gemacht:
| Fahrscheinkontrolle vor Betreten des Bahnsteigs, im Zug kontrolliert das
| Personal nur noch die neu besetzten Plätze (Anekdote: auf meinem
| reservierten Platz saß bereits eine Dame, die sich mit mit ihrer Nachbarin
| unterhielt, sie bat mich, auf "ihren" Platz zu gehen, der Kontrolleur
| erschien und fragte die Dame nach einer Fahrkarte, weil sie ja gerade
| eingestiegen sei ;-) ).
| --
| Viele Grüße
|
| Michael Platen

Bis dann, Martin
--
Autoreisezüge in Europa: http://www.autoreisezuege.org
Holger Koetting
2020-11-21 12:33:12 UTC
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Post by Marc Haber
Reservierungspflicht diskutiert, gerne mal mit dem Hinweis wie super
das in Frankreich, Spanien und Belgien funktioniert.
Belgien? Hat keine Reservierungspflicht in eigenen Zügen. Bleibt
nur Thalys, TGV und Eurostar.
Post by Marc Haber
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.
Da kann ich Dir gerne sagen, was ich schonmal in Montparnasse sah:
Handgeschriebene Zettel an den Scheiben aller Schalter "Alle TGV
heute sind ausreserviert, bitte stellen Sie sich nicht an".
Post by Marc Haber
Ist die SNCF so viel zuverlässiger als die DB, dass ausfallende
Pendlerzüge eigentlich nicht vorkommen?
Der Saftladen ist genauso zuverlässig/unzuverlässig wie jede
andere Bahn auch. Mag sein, daß man manche Sachen pragmatisch
löst, aber andere gehen genauso in die Hose, wie hierzulands
auch. Im Sommer hatten wir wegen einer Streckensperrung
(Güterzug hat die Strippe runtergeholt) und Umleitung in Lyon
gut zwei Stunden Verspätung. Konnte uns egal sein, weil wir am
Ziel waren und es allenfalls gegen 21 Uhr dann mit Essen gehen
wegen eingeschränkter Corona-Öffnungszeiten etwas schwierig wurde.
Aber gefühlt die Hälfte aller Reisenden wurde dann in Hotels
einquartiert, weil man sich nicht in der Lage sah, um diese
(für deutsche Verhältnisse) "harmlose" Uhrzeit, die letzten Züge
in (für französische Verhältnisse) "naheliegende" Ziele (nagel
mich nicht fest, aber sowas wie Montpellier z. B. war dabei)
warten zu lassen.

Oder ein paar Tage später im IC von Marseille nach Bordeaux, wo
schon am Start in die Auskunft eingegeben war, daß der Zug
wegen Vorverspätung am Ziel +40 zu erwarten seien, obwohl die
Kiste pünktlich in Marseille am Bahnsteig stand und abfuhr. Dann
allerdings gemütlich mit jedem Halt Minuten ansammelte. Und am
Schluß dann noch in einem der Vororte von Bordeaux stehenblieb,
weil in Saint Jean herrenloser Koffer grad alles dicht machte.
Naja, just als Ralf und ich uns entschlossen, den Zug zu
verlassen und die Straßenbahn zu nehmen, war kurz danach wohl
klar, daß der Zug weiterfahren konnte und er dann genau mit
1:59 im Bahnhof eintrudelte und man somit nicht mal ein paar
Cent für die Reservierung über Fahrgastrechte reinholen konnte.
Immerhin: Man konnte den Erstattungsantrag direkt online
eingeben und keine 10 Sekunden später kam die Mail, daß man
den Anspruch geprüft hätte, aber weil es ja nur 1:59 sei. läge
der Erstattungsanspruch dann dummerweise unter der
Bagatellgrenze von vier Euro.

Den Sommer zuvor waren Nadja und ich mit dem Hausboot u. a. auf
dem Canal du Midi unterwegs und weil unklar war, wie herum die
Tour stattfindet, konnte ich auch keine Züge zurück reservieren.
Als dann klar war, daß wir in Montpellier (Lattes) mit dem Boot
landen, waren für den Tag sämtliche TGV Richtung Lyon
ausreserviert, aber ich hatte schon mit Bedacht unser
Zwischenziel in Lyon so geplant, daß wir auch mit dem Nahverkehr
hingekommen wären. Allerdings machte dann ein PU den Plan
ohnehin zunichte. Wir fuhren einfach zum Bahnhof, nach dem Motto,
wird schon irgendwas geben. Beim Warten in der Halle dann
einfach mal gehofft, daß genügend Leute ihre Reservierungen
zurückgeben. Also alle paar Minuten auf'm Streicheltelefon die
Auskunft gequält und sobald klar war, daß ein Zug fährt dann
zwei Tickets für den nächstbesten TGV geschossen. War halt
Glück.

Gruß,

Holger K. aus D.
--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: ***@gmx.de
Homepage: http://www.strassenbahn-darmstadt.de
Ulf Kutzner
2020-11-21 13:39:19 UTC
Antworten
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Post by Holger Koetting
Den Sommer zuvor waren Nadja und ich mit dem Hausboot u. a. auf
dem Canal du Midi unterwegs und weil unklar war, wie herum die
Tour stattfindet, konnte ich auch keine Züge zurück reservieren.
Als dann klar war, daß wir in Montpellier (Lattes) mit dem Boot
landen, waren für den Tag sämtliche TGV Richtung Lyon
ausreserviert, aber ich hatte schon mit Bedacht unser
Zwischenziel in Lyon so geplant, daß wir auch mit dem Nahverkehr
hingekommen wären. Allerdings machte dann ein PU den Plan
ohnehin zunichte. Wir fuhren einfach zum Bahnhof, nach dem Motto,
wird schon irgendwas geben. Beim Warten in der Halle dann
einfach mal gehofft, daß genügend Leute ihre Reservierungen
zurückgeben. Also alle paar Minuten auf'm Streicheltelefon die
Auskunft gequält und sobald klar war, daß ein Zug fährt dann
zwei Tickets für den nächstbesten TGV geschossen.
So kommen Ukrainer mit bis zu 10, 30, 45 oder 60 Tagen Vorlauf
an ihre Fahrkaerten für alles, was über der Kategorie "Vorortzug"
liegt, wenn im ersten Anlauf nichts verfügbar.

Im Gegensatz zu Fluglinien (da aber wohl eher über das Reisebüro und nicht
über Buchungsmasken fürs Publikum) hält man auch keine Wartelisten vor.
Und bei späterer Einlegung eines Entlastungszugs in günstigerer Zeitlage
wird nicht etwa gebührenfreie Umbuchung ermöglicht.
Marc Haber
2020-11-22 10:21:05 UTC
Antworten
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Post by Holger Koetting
Post by Marc Haber
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.
Handgeschriebene Zettel an den Scheiben aller Schalter "Alle TGV
heute sind ausreserviert, bitte stellen Sie sich nicht an".
Und was machen die Fahrgäste dann? Sich ein Hotel nehmen?

Grüße
Marc
--
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Ulf Kutzner
2020-11-22 12:46:15 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Holger Koetting
Post by Marc Haber
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.
Handgeschriebene Zettel an den Scheiben aller Schalter "Alle TGV
heute sind ausreserviert, bitte stellen Sie sich nicht an".
Und was machen die Fahrgäste dann? Sich ein Hotel nehmen?
Möglicherweise, wenn sie so ungeschickt waren, auf Tagesbesuch nach
Paris zu kommen, ohne sich eine Rückfahrt gesichert zu haben.

Die SNCF plante ihren Betrieb auf der kurz hinter Montparnasse beginnenden
LGV A übrigens im Gegensatz zu den anderen Schnellstrecken nicht so, daß
die TGV alle Wochenendspitzen abdecken sollten; diese sind dort wohlbesonders
und damit zu stark ausgeprägt. Also beließ man (ob bis heute, habe ich nicht
nachgeschlagen) rund um das Wochenende einige schnelle lokbespannte
Zugverbindungen zu TGV-Zielen, unter Nutzung der recht gut ausgebauten Altstrecken.
Holger Koetting
2020-11-22 15:43:39 UTC
Antworten
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Und was machen die Fahrgäste dann? Sich ein Hotel nehmen?
Gute Frage, nächste Frage. Möglicherweise sich mit dem
Regionalverkehr durchschlagen, soweit das geht.

Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
auch wirklich braucht. Sorgt natürlich dann auch für eine
Pseudoauslastung der Züge, die real nicht gegeben ist.

Gruß,

Holger K. aus D.
--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: ***@gmx.de
Homepage: http://www.strassenbahn-darmstadt.de
Ulf Kutzner
2020-11-22 17:02:44 UTC
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Post by Holger Koetting
Und was machen die Fahrgäste dann? Sich ein Hotel nehmen?
Gute Frage, nächste Frage. Möglicherweise sich mit dem
Regionalverkehr durchschlagen, soweit das geht.
Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
auch wirklich braucht. Sorgt natürlich dann auch für eine
Pseudoauslastung der Züge, die real nicht gegeben ist.
Derlei No-Shows unterbindet eine halbwegs geschäftstüchtige
Bahn schnell durch Anpassung der Tarifregeln.

Verknüpfung der Reservierungen mit der Hauptkarte, Begrenzung der
Mächtichkeit des Reservierungsschwarms, Erhöhung des Reservierungspreises
um, sagen wir, jeweils 15 Euro für jeden nicht beizeiten (näher zu definieren)
zurückgebuchten no-show. Geht natürlich besser in Frankreich, wo man
an gut frequentierten TGV-Bahnhöfen echte Bahnsteigsperren hat und sowieso
kompostieren muß. Geht das auch mit Résa-Auslesung?
Marc Haber
2020-11-22 17:27:12 UTC
Antworten
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Post by Holger Koetting
Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
auch wirklich braucht.
Was bedeutet "Forfait"?

Einen Haufen Luftbuchungen wird jeder machen, der einmal nicht mehr
heimgekommen ist.
Post by Holger Koetting
Sorgt natürlich dann auch für eine
Pseudoauslastung der Züge, die real nicht gegeben ist.
Wie das in der Praxis aussieht, kann man in Deutschland in der 1.
Klasse sehen, seit die Reservierung kostenlos ist. Man muss nur mal
gucken, wie wenig der reservierten Plätze eingenommen werden.

Grüße
Marc
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Till Kinstler
2020-11-22 17:56:01 UTC
Antworten
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Post by Marc Haber
Post by Holger Koetting
Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
auch wirklich braucht.
Was bedeutet "Forfait"?
Wörtlich in diesem Zusammenhang "Pauschale". Es handelt sich um Zeitkarten.
Post by Marc Haber
Einen Haufen Luftbuchungen wird jeder machen, der einmal nicht mehr
heimgekommen ist.
Ich kenne die Details zu Zeitkarten bei der SNCF nicht. Es gibt die auch
mit TGV-Benutzung, keine Ahnung, wie es sich da dann mit der
Zwangsreservierung verhält. Die Preise sind durchaus saftig im Vergleich
zur DB: z.B. eine Jahreskarte Metz - Paris kostet wohl über 7000 Euro in
der 2. Klasse. Dafür würde ich schon erwarten, dass ich auch wirklich in
jedem Zug auf der Relation mitgenommen werde. Etwas wie die BC100 als
gibt es meines Wissens in Frankreich nicht.

Grüße,
Till
Ulf Kutzner
2020-11-22 20:06:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by Till Kinstler
Ich kenne die Details zu Zeitkarten bei der SNCF nicht. Es gibt die auch
mit TGV-Benutzung, keine Ahnung, wie es sich da dann mit der
Zwangsreservierung verhält. Die Preise sind durchaus saftig im Vergleich
zur DB: z.B. eine Jahreskarte Metz - Paris kostet wohl über 7000 Euro in
der 2. Klasse. Dafür würde ich schon erwarten, dass ich auch wirklich in
jedem Zug auf der Relation mitgenommen werde.
Zeitkarten waren bei der SNCf stark entfernungsdegressiv, weil
die Nutzungsintensität mit längerer Strecke nachläßt.

Dachte man, bis die Leute Lyon - Paris als Vorortbahn nutzten, wennn auch
mit Reservierung.

Mit der Eröffnung der SFS Paris - Lille schuf man ein neues Relationpreissystem.

Gruß, ULF
Ulf Kutzner
2020-11-22 20:01:59 UTC
Antworten
Permalink
Post by Marc Haber
Post by Holger Koetting
Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
auch wirklich braucht.
Was bedeutet "Forfait"?
So etwas wie Pauschalangebot; wird m.W. bei der SNCF für Zeit- und
Netzkarten des FV verwendet.
Post by Marc Haber
Einen Haufen Luftbuchungen wird jeder machen, der einmal nicht mehr
heimgekommen ist.
Post by Holger Koetting
Sorgt natürlich dann auch für eine
Pseudoauslastung der Züge, die real nicht gegeben ist.
Wie das in der Praxis aussieht, kann man in Deutschland in der 1.
Klasse sehen, seit die Reservierung kostenlos ist. Man muss nur mal
gucken, wie wenig der reservierten Plätze eingenommen werden.
Wobei außer Zugbegleiter und den Reisenden selbst
kaum jemand weiß, ob sie nicht im nächsten Wagen
oder Mittelwagen Platz genommen haben.
Holger Koetting
2020-11-27 14:19:58 UTC
Antworten
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Post by Marc Haber
Was bedeutet "Forfait"?
Eigentlich in diesem Fall die Sammelbezeichnung für jede
Art von normalen Zeitkarten (die natürlich für die
Zuggattung gültig sein müssen).

Gruß,

Holger K. aus D.
--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: ***@gmx.de
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Stephan Seitz
2020-11-22 17:52:46 UTC
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Post by Holger Koetting
Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
Das wird doch schon gemacht. Da kenne ich durchaus welche, die einfach
mal in drei Zügen reserviert haben, weil sie nicht wußten, welche sie
nehmen werden.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
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Marc Haber
2020-11-23 07:05:30 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Holger Koetting
Alternativ den Supergau für die Reservierungsfanatiker
durchziehen und bei unbekannter Rückfahrzeit einfach vorab
für fünf Züge eine Reservierung auf "Forfait" für 1,50
durchführen und dann nur die in Anspruch nehmen, die man
Das wird doch schon gemacht. Da kenne ich durchaus welche, die einfach
mal in drei Zügen reserviert haben, weil sie nicht wußten, welche sie
nehmen werden.
Und das ist eine riesengroße Sauerei. In einem Szenario mit
Reservierungspflicht um so mehr, weil das dazu führt, dass
mitfahrwillige Fahrgäste nicht mit dürfen, weil der Zug in der
Datenbank als ausgebucht gilt obwohl er mit freien Plätzen fährt.
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Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-11-23 08:40:52 UTC
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Post by Marc Haber
Da kenne ich durchaus welche, die einfach mal in drei Zügen
reserviert haben, weil sie nicht wußten, welche sie nehmen
werden.
Und das ist eine riesengroße Sauerei.
Es führt mittelfristig vor allem zu steigenden Reservierungspreisen.
Post by Marc Haber
In einem Szenario mit Reservierungspflicht um so mehr, weil das
dazu führt, dass mitfahrwillige Fahrgäste nicht mit dürfen, weil
der Zug in der Datenbank als ausgebucht gilt obwohl er mit freien
Plätzen fährt.
Ich hoffe doch sehr stark, dass man in einem "Szenario mit
Reservierungspflicht" keine Luftbuchungen vornehmen, sondern es
einfach nur zug- (und platz-) -gebundene Tickets gibt. Mit allem
anderen würde sich das Verkehrsunternehmen ja ins eigene Fleisch
schneiden.

Servus,
Stefan
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Stefan - Genießer leben länger.
(Sloganizer)
Marc Haber
2020-11-23 09:01:42 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ich hoffe doch sehr stark, dass man in einem "Szenario mit
Reservierungspflicht" keine Luftbuchungen vornehmen, sondern es
einfach nur zug- (und platz-) -gebundene Tickets gibt. Mit allem
anderen würde sich das Verkehrsunternehmen ja ins eigene Fleisch
schneiden.
Das beißt sich halt mit Flatrateangeboten, vulgo Zeitkarten.

Grüße
Marc
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Stefan+ (Stefan Froehlich)
2020-11-23 09:07:01 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ich hoffe doch sehr stark, dass man in einem "Szenario mit
Reservierungspflicht" keine Luftbuchungen vornehmen, sondern es
einfach nur zug- (und platz-) -gebundene Tickets gibt. Mit allem
anderen würde sich das Verkehrsunternehmen ja ins eigene Fleisch
schneiden.
Das beißt sich halt mit Flatrateangeboten, vulgo Zeitkarten.
Wie machen die Franzosen das? Oder gibt's da im Fernverkehr einfach
keine Zeitkarten?

Servus,
Stefan
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Stark und zufrieden. Mit Stefan. Ein beschmiertes Vergnügen!
(Sloganizer)
Ulf Kutzner
2020-11-23 10:36:35 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Marc Haber
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ich hoffe doch sehr stark, dass man in einem "Szenario mit
Reservierungspflicht" keine Luftbuchungen vornehmen, sondern es
einfach nur zug- (und platz-) -gebundene Tickets gibt. Mit allem
anderen würde sich das Verkehrsunternehmen ja ins eigene Fleisch
schneiden.
Das beißt sich halt mit Flatrateangeboten, vulgo Zeitkarten.
Wie machen die Franzosen das? Oder gibt's da im Fernverkehr einfach
keine Zeitkarten?
Je nach Zeitkarte unterschiedlicher Preis, nicht jedoch Nullpreis, unterschiedliches
Kontingent, für Reservierungen.

Interrailer buchten gerne in das Kontingent für teurere Zeitkarten, was
die Kontrollpersonale oft, aber nicht immer, durchgehen ließen.
Ulf Kutzner
2020-11-23 10:33:18 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ich hoffe doch sehr stark, dass man in einem "Szenario mit
Reservierungspflicht" keine Luftbuchungen vornehmen, sondern es
einfach nur zug- (und platz-) -gebundene Tickets gibt. Mit allem
anderen würde sich das Verkehrsunternehmen ja ins eigene Fleisch
schneiden.
Das beißt sich halt mit Flatrateangeboten, vulgo Zeitkarten.
Jein. Man kann da Reservierungsgutscheine in begrenzter Menge beigeben,
aber Beliebignulltarif führt zu Mißbrauch.

Ich könnte mir sogar vorstellen, daß Zeitkarten mit bestimmten Nutzungsausschlüssen,
muß keine Uhrzeitgrenze sein, sondern: ICE 4711 darf freitags nichtgenutzt werden
und Gründonnerstag erst recht nicht, vergünstigt abgegeben werden.

Vgl. das seinerzeitige BIJ mit Ausschlußbeiblatt.
Stephan Seitz
2020-11-23 15:58:36 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Ich könnte mir sogar vorstellen, daß Zeitkarten mit bestimmten
Nutzungsausschlüssen, muß keine Uhrzeitgrenze sein, sondern: ICE
4711 darf freitags nichtgenutzt werden und Gründonnerstag erst recht
nicht, vergünstigt abgegeben werden.
Sowas gibt es schon bei den Freifahrtscheinen von Eisenbahnern. Die
dürfen mit diesen Scheinen auch nicht jeden Zug verwenden.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Stephan Seitz
2020-11-23 16:01:43 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Das wird doch schon gemacht. Da kenne ich durchaus welche, die einfach
mal in drei Zügen reserviert haben, weil sie nicht wußten, welche sie
nehmen werden.
Und das ist eine riesengroße Sauerei. In einem Szenario mit
Was ist daran eine Sauerei? Du willst doch, daß du mit einer Fahrkarte
jeden Zug auf der Strecken verwenden darfst.
Und selbstverständlich wollen die Leute nicht stehen sondern für die
Strecke einen Sitzplatz haben. Also wird in mehreren Zügen gebucht.
Post by Marc Haber
Reservierungspflicht um so mehr, weil das dazu führt, dass
mitfahrwillige Fahrgäste nicht mit dürfen, weil der Zug in der
Datenbank als ausgebucht gilt obwohl er mit freien Plätzen fährt.
Nein, denn bei Reservierungspflicht ist die Reservierung an die
Fahrkarte gekoppelt.

Shade and sweet water!

Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+***@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |
Ulf Kutzner
2020-11-23 16:18:06 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Das wird doch schon gemacht. Da kenne ich durchaus welche, die einfach
mal in drei Zügen reserviert haben, weil sie nicht wußten, welche sie
nehmen werden.
Und das ist eine riesengroße Sauerei. In einem Szenario mit
Was ist daran eine Sauerei? Du willst doch, daß du mit einer Fahrkarte
jeden Zug auf der Strecken verwenden darfst.
Und selbstverständlich wollen die Leute nicht stehen sondern für die
Strecke einen Sitzplatz haben. Also wird in mehreren Zügen gebucht.
Post by Marc Haber
Reservierungspflicht um so mehr, weil das dazu führt, dass
mitfahrwillige Fahrgäste nicht mit dürfen, weil der Zug in der
Datenbank als ausgebucht gilt obwohl er mit freien Plätzen fährt.
Nein, denn bei Reservierungspflicht ist die Reservierung an die
Fahrkarte gekoppelt.
Je nach tariflicher Ausgestaltung.

Ich habe schon ca. oder genau 10 EUR für den ICE-Morgensprinter von
Frankfurt nach Berlin aufgezahlt, da wurde mir bei einstelliger
Reisendenzahl pro Wagen ein Platz zugesichert und eine Tageszeitung
gewährt.
Arne Johannessen
2020-11-23 16:29:28 UTC
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Post by Stephan Seitz
Post by Marc Haber
Post by Stephan Seitz
Das wird doch schon gemacht. Da kenne ich durchaus welche, die einfach
mal in drei Zügen reserviert haben, weil sie nicht wußten, welche sie
nehmen werden.
Und das ist eine riesengroße Sauerei.
Was ist daran eine Sauerei?
Textaufgabe in Mathe: 500 Leute wollen Freitag abends mit dem Zug von
Köln nach Frankfurt. Der ICE fährt jede halbe Stunde, mit
Reservierungspflicht. Vorsichtshalber reserviert jeder in drei Zügen.

Unterstreiche das Wort "jeder" und diskutiere mit deinem Sitznachbarn,
wie sich die Gesamttransportkapazität und der Umsatz der Bahn
entwickeln.
Post by Stephan Seitz
Post by Marc Haber
Reservierungspflicht um so mehr, weil das dazu führt, dass
mitfahrwillige Fahrgäste nicht mit dürfen, weil der Zug in der
Datenbank als ausgebucht gilt obwohl er mit freien Plätzen fährt.
Nein, denn bei Reservierungspflicht ist die Reservierung an die
Fahrkarte gekoppelt.
Streng genommen wäre das Globalpreispflicht. Die ist aber eher selten,
glaube ich. War nicht weiter oben schon zu lesen, dass es etwa in
Frankreich Zeitkarten als Fahrkarten gibt, zu denen nur einfache
Reservierungen notwendig sind, um mitfahren zu dürfen?

So was ähnlich gibt (gab?) es m. W. in Schweden. Verkauft werden zwar
eigentlich nur Globalpreise, uneigentlich gibt es aber auch eine Art
BC100. Damit muss man zwar reservieren, aber alle Reservierungen sind
gratis, in der teuersten Variante sogar im Schlafwagen 1. Klasse. Da
reserviert man dann eben für jeden Abend ein paar Abteile und schaut
dann mal, in welcher Himmelsrichtung am nächsten Tag wohl das Wetter am
besten werden wird. Kost' ja nix. Oder ein Abteil nach Norden und
zugleich eins nach Süden, dann kann man unterwegs die Richtung wechseln
und ist morgens wieder am Ausgangspunkt.

Unterstreiche das Wort "gratis" und disk..., ach lassen wir das. :)
--
Arne Johannessen
Ulf Kutzner
2020-11-23 17:39:35 UTC
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Post by Arne Johannessen
Post by Stephan Seitz
Post by Marc Haber
Reservierungspflicht um so mehr, weil das dazu führt, dass
mitfahrwillige Fahrgäste nicht mit dürfen, weil der Zug in der
Datenbank als ausgebucht gilt obwohl er mit freien Plätzen fährt.
Nein, denn bei Reservierungspflicht ist die Reservierung an die
Fahrkarte gekoppelt.
Streng genommen wäre das Globalpreispflicht.
Seufz. Dass ist etwas anderes. Globalpreis hat als
weitere Abschreckungskomponente die Tarifbrechung
an jedem Umstieg.
Tim Loeber
2020-11-27 11:39:47 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Holger Koetting
Post by Marc Haber
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.
Handgeschriebene Zettel an den Scheiben aller Schalter "Alle TGV
heute sind ausreserviert, bitte stellen Sie sich nicht an".
Und was machen die Fahrgäste dann? Sich ein Hotel nehmen?
sich auf ihren reservierten Platz setzen, denn da Reservierungsüflicht,
haben sie ja alle reserviert und deswegen sind ja die TGV ausgebucht. In
Frankreich ist es schon immer so und deswegen für die Leute
selbstverständlich a. zu reservieren und b. ihre Arebitszeit oder die
Reservierung anzupassen. Da wird aber wahrscheinlich keiner schief
angesehen wenn er geht, weil er eben seinen reservierten zug erreichen
muss und voila, Frankreich ist nicht untergegangen deswegen.
Marc Haber
2020-11-27 11:47:55 UTC
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Post by Tim Loeber
Post by Marc Haber
Post by Holger Koetting
Post by Marc Haber
interessieren, wie es nun wirklich in der Praxis funktioniert. Ich
stelle mir da die Frage, wie ein Berufspendler, der am Freitag
Nachmittag nach dem vielleicht nicht ganz genau vorhersagbarem
Arbeitsende mit dem TGV eine Stunde aus Paris raus fahren muss, die
Sache sehen würde.
Handgeschriebene Zettel an den Scheiben aller Schalter "Alle TGV
heute sind ausreserviert, bitte stellen Sie sich nicht an".
Und was machen die Fahrgäste dann? Sich ein Hotel nehmen?
sich auf ihren reservierten Platz setzen, denn da Reservierungsüflicht,
haben sie ja alle reserviert und deswegen sind ja die TGV ausgebucht.
Es ist offensichtlich, dass mehr Leute reisen wollen als reservierbare
Plätze da sind, sonst hätte man ja die Schilder nicht aufhängen
müssen.
Post by Tim Loeber
Frankreich ist es schon immer so und deswegen für die Leute
selbstverständlich a. zu reservieren und b. ihre Arebitszeit oder die
Reservierung anzupassen. Da wird aber wahrscheinlich keiner schief
angesehen wenn er geht, weil er eben seinen reservierten zug erreichen
muss und voila, Frankreich ist nicht untergegangen deswegen.
Also meinst Du, in Frankreich könne man sich eher unkollegial
verhalten als in Deutschland? Dann finde ich die deutsche Mentalität
_noch_ besser als sowieso.

Grüße
Marc
--
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Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
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