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[RB] Schienenweg nach Nordfinnland (Teil 4)
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Martin Hoffmann
2014-02-20 07:33:30 UTC
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Hallo!

Im ersten Eindruck ist St. Petersburg viel lebhafter als Moskau. Das mag
damit zusammenhängen, dass der Bahnhof direkt am Newski Prospekt, einer,
wenn nicht der, Hauptstraße St. Petersburgs liegt. Auch wenn Russland in
ewiger Sommerzeit gefangen ist, wird es, mittlerweile nach fünf, ernsthaft
dunkel. Ich begebe mich trotzdem auf eine erste Entdeckungstour den Newski
Prospekt entlang in Richtung Newa. Die sieht auf der Karte deutlich näher
aus als sie ist und etwas nach der Hälfte drehe ich wieder um.

Am nächsten Morgen nehme ich meine Suche nach dem Fluss wieder auf.
Diesmal in Richtung Norden zur Liteinibrücke. Dort finde ich die Newa dann
auch ... ernsthaft zugefrohren. Dann immer am ihre Ufer entlang bis zur
Blagoweschtschenski-Brücke und auf der anderen Seite and Festung und
revolutionärem, zur Zeit eingefrohrenem Panzerkreuzer vorbei in großem
Bogen zum Finnischen Bahnhof. Zwar liegen auch Winterplalais und Ermitage
an meinem Weg, ich weiß aber nichts davon, weil Google Maps das alles
nicht für erwähnenswert hält.

Beim Finnischen Bahnhof treffe ich auf ein paar Züge Straßenbahn, die
schon bessere Zeiten gesehen hat, und wage mich in die Tiefe der Metro.
Wegen der hiesigen Geologie übertrifft sie sogar noch die der Moskauer.
Das geht so weit, dass in der tiefsten Station, Admiralteijskaja, eine
eine Rolltreppe nicht ausreicht. Stattdessen gelangt man vom Bahnsteig aus
mittels einer ersten, fünfundvierzigsekündigen Fahrt zunächst auf eine
Zwischenebene, die durch einen langen Gang zur nächsten Rolltreppe führt.
Diese benötigt dann geschlagene drei Minuten und fünfzehn Sekunden um den
Passagier schließlich ans Tageslicht zu befördern.

Zum Finnischen Bahnhof muss ich am nächsten Tag schon wieder. Auch hier
gibt es am Eingang zum Bahnhofsgebäude Metalldetektoren, aber keine
separate Gepäckkontrolle. Stattdessen nimmt mich ein Beamter zur Seite und
will meinen Pass sehen. Er trägt dessen Daten in sein mobiles Terminal ein
und lässte mich wieder laufen. Zum Bahnsteig hin gibt es metroartige
Sperren mit Fahrkartenleser. Da meine Fahrkarte dazu natürlich nicht
kompatibel ist, weise ich sie beim Personal vor, welches wortlos auf einen
kleinen Zettel deutet. Dieser verrät, dass ich in der falschen
Bahnhofshalle bin. Für die Züge nach Helsinki gibt es einen eigenen
Abfertigungsbereich zweimal um die Ecke und die Straße hinauf.


Zug 153 "Allegro", St Peterburg Fin 11:25 - Helsinki 13:01

Dort finden sich dann auch wieder Gepäckröntgenmaschinen. Zudem werden
hier sorgsam die Pässe geprüft und allerlei Daten mühsam in einen Computer
gehackt. Der Pendolino, in diesem Fall Allegro geheißen, wartet bereits am
Bahnsteig. Drinnen hat es viel Platz aber das Interior ist ungemütlich
grau und kalt.

Wieder geht es punkt-pünktlich los. Die Fahrt bis zum Grenzort Vyborg
dauert knapp eine Stunde. Diese Zeit nutzen die Organe der Grenzsicherung
zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben und mein russisches Visum bekommt nun
schließlich doch noch seinen Stempel. In der ersten Klasse, die anders
als im Sapsan nicht unverschämt viel teurer ist, gibt es außerdem
Mittagessen nach Airlineart aus dem Galleywagen. Kaffee steht
skandinavisch in Wagenmitte zur Selbstbedienung bereit. Und natürlich gibt
es Wifi.

Kurzer Halt in Vyborg, dann ein paar Brücken und hinein in den Wald. Etwas
weiter folgt ein großzüger Bahnhof, eine auffällig gerodete Fläche und
dann Finnland. Ab jetzt ist es nicht nur zwei Stunden früher, sondern die
Gleise sind auch vier Millimeter breiter, 1524 mm statt der russischen
1520. Das erfordert natürlich keinen großen Fahrwerksumbau. Langsam rollen
wir über die Grenze und in das finnische Gegenstück des Grenzbahnhofs.
Hier gibt es einen kurzen Stopp, dann geht es schnurstracks weiter nach
Helsinki.

Dort angekommen, auch hier ist es bitterkalt und die vielen Wasserflächen
der Stadt zuverlässig gefrohren, schließe ich meine Tasche ein
und erwerbe eine Stadtverkehrs-Tageskarte. Einen Rundgang hatte ich im
Jahr zuvor schon gemacht, aber Helsinki hat ja auch ein schön verworrenes
Straßenbahnnetz. Zunächst aber stehe ich eine Weile vor dem Automaten und
warte auf mein Ticket bis ich begreife, dass der einfache weiße
Kassenzettel schon das Ticket ist.

Eine kurze Tour mit der außen wie innen sehr orangenen Metro. Natürlich
gibt es auch hier wieder Internet. Am Endbahnhof Ruoholahti kein Vergleich
mit der russischen Metroarchitektur der Vierziger- und Fünfzigerjahre. Der
in den Siebzigern enstandene Bau überrascht mit klobigen, niedrigen Decken
und dunklen Wänden. Vorfreudig erwartet man das Tageslicht am Ende der
auch hier recht langen Rolltreppen, mag es da droben noch so kalt sein.

Ein nettes Feature Helsinkis ist, dass man zu sämtlichen Fährhäfen (die
Netzkarte listet fünf) mit der Straßenbahn fahren kann. Ich werfe daher
einen Blick auf den Westhafen. Hier fahren die Fähren nach Tallin ab und
zwar durchaus viele. Aber es ist ja auch nicht weit. Das Hafenviertel
wird gerade in ein posches Wohn- und Vergnügungsviertel verwandelt, wie es
offenbar jede skandinavische Stadt unbedingt haben muss. Hier draußen am
Wasser ist es aber nicht nur kalt, sondern auch windig, und ich flüchte in
die nächste warme Straßenbahn.

Aber auch am Ende der Bahn auf Katajanokka weht ein böser Wind. Dann
doch lieberg eine Rundfahrt auf der durch Passila herrlich verwinkelt
ständig um irgendwelche Ecken fahrenden Linie 7. Der Orientierung ist die
Zweisprachigkeit der Stadt überaus zuträglich. Während die finnischen
Namen von Straßen und Haltestellen dem nicht Eingeweihten sofort nach dem
Lesen wieder entfallen, kann man sich die schwedischen Namen, die auf
allen Schildern auch immer auftauchen, deutlich besser merken, zumal dann,
wenn man wie ich ein klein wenig mit Norwegisch vertraut ist.

Am Ende der Rundfahrt ist es auch schon wieder dunkel. Einmal mehr gilt
es, Proviant für den Nachtzug zu besorgen und dann auf dessen Ankunft zu
warten.

Gruß,
Martin
Karl Friedrich Siebert
2014-02-20 08:17:05 UTC
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Post by Martin Hoffmann
Hallo!
Im ersten Eindruck ist St. Petersburg viel lebhafter als Moskau.
Es macht Freude, deinen Reisebericht zu lesen.

Danke.
--
Gruß
K.F.
Frank Hucklenbroich
2014-02-20 08:32:29 UTC
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Post by Karl Friedrich Siebert
Post by Martin Hoffmann
Hallo!
Im ersten Eindruck ist St. Petersburg viel lebhafter als Moskau.
Es macht Freude, deinen Reisebericht zu lesen.
Danke.
Danke auch von mir!

Grüße,

Frank
Ralf Gunkel
2014-02-20 11:11:52 UTC
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Post by Karl Friedrich Siebert
Post by Martin Hoffmann
Hallo!
Im ersten Eindruck ist St. Petersburg viel lebhafter als Moskau.
Es macht Freude, deinen Reisebericht zu lesen.
[x] Kann ich so auch voll und ganz mit unterschreiben.

Gruss Ralf
--
"Sicherungstechnik ist gelebte Paranoia. Und das ist auch gut so." Dirk
Moebius in deb*
Marc Haber
2014-02-20 12:50:28 UTC
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Post by Ralf Gunkel
Post by Karl Friedrich Siebert
Post by Martin Hoffmann
Hallo!
Im ersten Eindruck ist St. Petersburg viel lebhafter als Moskau.
Es macht Freude, deinen Reisebericht zu lesen.
[x] Kann ich so auch voll und ganz mit unterschreiben.
[XXX]

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Reinhard Greulich
2014-02-20 21:20:39 UTC
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Post by Ralf Gunkel
Post by Karl Friedrich Siebert
Es macht Freude, deinen Reisebericht zu lesen.
[x] Kann ich so auch voll und ganz mit unterschreiben.
[XXX]
me2

Gruß - Reinhard.
--
70086
~=@=~
Wolfgang Kynast
2014-02-20 22:43:27 UTC
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On Thu, 20 Feb 2014 22:20:39 +0100, Reinhard Greulich
<usn0208+***@greulich.de> posted:

...
me2
me7 ;-)
--
Schöne Grüße,
Wolfgang
Warnung: Posting kann Ironie enthalten, auch wenn nicht explizit gekennzeichnet!
Mails bitte nur an ReplyTo, From wird nicht gelesen!
Karl Friedrich Siebert
2014-02-20 13:15:33 UTC
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Post by Karl Friedrich Siebert
Post by Martin Hoffmann
Hallo!
Im ersten Eindruck ist St. Petersburg viel lebhafter als Moskau.
Es macht Freude, deinen Reisebericht zu lesen.
Danke.
Gerade Teil 1 - 3 nachgeholt, auch super.
Erinnert mich an meine Klassenreise vor 45 Jahren von Darmstadt nach
Moskau. kann mich nur noch daran erinnern, dass wir unser Abteil mit
russischen "wohlriechenden" Bäuerinnen teilen mussten und an die
Umsetzung in Brest.
--
Gruß
K.F.
Johann Mayerwieser
2014-02-20 08:18:34 UTC
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Post by Martin Hoffmann
Das geht so weit, dass in der tiefsten Station, Admiralteijskaja, eine
eine Rolltreppe nicht ausreicht. Stattdessen gelangt man vom Bahnsteig
aus mittels einer ersten, fünfundvierzigsekündigen Fahrt zunächst auf
eine Zwischenebene, die durch einen langen Gang zur nächsten Rolltreppe
führt.
Diese benötigt dann geschlagene drei Minuten und fünfzehn Sekunden um
den Passagier schließlich ans Tageslicht zu befördern.
Tiefe 86, Rolltreppenlänge: 125m und 25m - Dort möchte ich keine
Stromstörung erleben.
--
Rechtschreibfehler unterliegen der Creative Commons Lizenz, sie dürfen
weiterverwendet und verändert werden, bei Weiterverwendung muss der
Urheber genannt werden und sie dürfen jeweils nur unter dieser oder einer
vergleichbaren Lizenz weitergegeben werden.
Erhard Schwenk
2014-02-20 20:30:35 UTC
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Post by Johann Mayerwieser
Post by Martin Hoffmann
Das geht so weit, dass in der tiefsten Station, Admiralteijskaja, eine
eine Rolltreppe nicht ausreicht. Stattdessen gelangt man vom Bahnsteig
aus mittels einer ersten, fünfundvierzigsekündigen Fahrt zunächst auf
eine Zwischenebene, die durch einen langen Gang zur nächsten Rolltreppe
führt.
Diese benötigt dann geschlagene drei Minuten und fünfzehn Sekunden um
den Passagier schließlich ans Tageslicht zu befördern.
Tiefe 86, Rolltreppenlänge: 125m und 25m - Dort möchte ich keine
Stromstörung erleben.
Hmm ich stand mal in der Stuttgarter S-Bahn am Hbf auf den letzten 20%
der langen Rolltreppe, als mich ein Schrei und ein schleifendes Geräusch
hinter mir spontan nach oben springen ließen - keine Sekunde zu früh,
denn genau in dem Moment rauschte unter mir ein fetter Hartschalenkoffer
durch, den jemand ganz oben auf der Treppe umgeworfen hatte. Das Ding
hatte ganz ordentlich Speed drauf und hat zum Glück niemanden getroffen.
Die Treppe ist keine 30m lang.

Bei 125m Rolltreppenlänge stell ich mir derlei ziemlich unlustig vor vor.
--
Erhard Schwenk

Akkordeonjugend Baden-Württemberg - http://www.akkordeonjugend.de/
APAYA running System - http://www.apaya.net/
Till Kinstler
2014-02-20 21:33:16 UTC
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Post by Erhard Schwenk
Bei 125m Rolltreppenlänge stell ich mir derlei ziemlich unlustig vor vor.
In Moskau, und ich glaube, das habe ich auch in Kiev und Tblisi gesehen,
gibt es "Rolltreppenposten", die (mitunter in einem Büdchen) am unteren
Ende der Treppe sitzen und diese im Auge haben. Gut, die können einen
rasenden Koffer auch nicht mehr stoppen...
Es gab 1982 auch mal einen schweren Unfall wegen einer defekten
Rolltreppe in der Moskauer Metro:
http://de.wikipedia.org/wiki/Metro_Moskau#Der_Rolltreppen-Unfall_1982

Grüße,
Till
Till Kinstler
2014-02-20 21:46:37 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Erhard Schwenk
Bei 125m Rolltreppenlänge stell ich mir derlei ziemlich unlustig vor vor.
In Moskau, und ich glaube, das habe ich auch in Kiev und Tblisi gesehen,
gibt es "Rolltreppenposten", die (mitunter in einem Büdchen) am unteren
Ende der Treppe sitzen und diese im Auge haben.
Hier gibt's einen Artikel über dies Arbeit und ein Foto vom
Arbeitsplatz:
http://www.nadjeschda.eu/de/pressbox/einsame-engel-ueber-den-rolltreppen/

Grüße,
Till
Marc Haber
2014-02-21 08:14:08 UTC
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Post by Erhard Schwenk
Hmm ich stand mal in der Stuttgarter S-Bahn am Hbf auf den letzten 20%
der langen Rolltreppe, als mich ein Schrei und ein schleifendes Geräusch
hinter mir spontan nach oben springen ließen - keine Sekunde zu früh,
denn genau in dem Moment rauschte unter mir ein fetter Hartschalenkoffer
durch, den jemand ganz oben auf der Treppe umgeworfen hatte. Das Ding
hatte ganz ordentlich Speed drauf und hat zum Glück niemanden getroffen.
Die Treppe ist keine 30m lang.
Und für diese eklatante Betriebsgefahr fordert Herr Schwenk keine
aufwendige technische Lösung?

Grüße
Marc
--
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Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
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Ralph A. Schmid, dk5ras
2014-02-21 12:06:00 UTC
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Post by Marc Haber
Und für diese eklatante Betriebsgefahr fordert Herr Schwenk keine
aufwendige technische Lösung?
Mir ist in Berlin Hbf mal die beräderte Tasche entfleucht, zum Glück
auf einer kleinen Rolltreppe, und ohne Leute hinter mir. Peinlich,
peinlich. Passiert wohl nicht so oft, aber ist dennoch schon kernig,
wenn so ein Teil durchgeht :(


-ras
--
Ralph A. Schmid

http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/
Till Kinstler
2014-02-20 08:39:03 UTC
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Post by Martin Hoffmann
Zug 153 "Allegro", St Peterburg Fin 11:25 - Helsinki 13:01
Habe gerade mal die Fahrpreise in den Allegro-Zügen recherchiert. In der
mächtigen Preistabelle (Auslastungssteuerung auf Russisch/Finnisch) auf
http://pass.rzd.ru/static/public/ru?STRUCTURE_ID=5187 schlägt sich
immerhin klar nieder, dass die Russen keine Frühaufsteher sind :-) Aber
interessant, dass es so große Preisunterschiede je nach Abfahrtszeit
gibt: Je nach gewünschter Abfahrtszeit und Reisedatum zwischen 39,01
Euro und 113,65 Euro für die einfache Fahrt in der 2. Klasse...

Grüße,
Till
Patrick Rudin
2014-02-20 20:04:15 UTC
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sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass das mit Güterwagen regelmässig
Probleme gibt.
Das erfordert natürlich keinen großen Fahrwerksumbau.
Die modernen Dinger rollen einfach durch? Wird das erst zum Problem,
wenn die Toleranzen zu gross sind?
Dann doch lieberg eine Rundfahrt auf der durch Passila
herrlich verwinkelt ständig um irgendwelche Ecken fahrenden Linie 7.
Ich mach da im Frühling einen Tagesausflug von Tallin aus hin, gibt es
weitere Empfehlungen für Sightseeing mit Strasssenbahn?


Gruss

Patrick
Ralf Gunkel
2014-02-20 20:21:54 UTC
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Post by Patrick Rudin
sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass das mit Güterwagen regelmässig
Probleme gibt.
Das erfordert natürlich keinen großen Fahrwerksumbau.
Die modernen Dinger rollen einfach durch? Wird das erst zum Problem,
wenn die Toleranzen zu gross sind?
Das sind nur 4mm.
Das gibt die Toleranz bestimmt her. Man darf dann halt nicht alle weiteren
Toleranzen ausreizen. ;-)

Hier mal die zulässigen Maße der Normalspur:
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Spurweite_(Bahn)
"Mit der Einführung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) 1967 wurde
die Spurweite – entsprechend dem Revisionstext der Technischen Einheit von
1960 – bei einem Grundmaß von 1435 mm mit einem unteren Grenzwert von
1430 mm sowie einem oberen Grenzwert von 1465 mm (für Hauptgleise) bzw.
1470 mm (Nebengleise) definiert."


Gruss Ralf
--
"Sicherungstechnik ist gelebte Paranoia. Und das ist auch gut so." Dirk
Moebius in deb*
Till Kinstler
2014-02-20 21:24:43 UTC
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Post by Ralf Gunkel
Post by Patrick Rudin
sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass das mit Güterwagen regelmässig
Probleme gibt.
Das erfordert natürlich keinen großen Fahrwerksumbau.
Die modernen Dinger rollen einfach durch? Wird das erst zum Problem,
wenn die Toleranzen zu gross sind?
Das sind nur 4mm.
Ich meine, ich hätte mal gelesen, die Allegro-Talgos hätten 1522 mm
Spurweite, also +/- 2 mm auf beiden Seiten der Grenze...

Grüße,
Till
Till Kinstler
2014-02-20 21:53:50 UTC
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Post by Till Kinstler
Ich meine, ich hätte mal gelesen, die Allegro-Talgos hätten 1522 mm
Pendolinos, nicht Talgos... Hauptsache wackelt, tschuldigung...
Jens Schmidt
2014-02-20 22:21:27 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Ralf Gunkel
Post by Patrick Rudin
sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass das mit Güterwagen regelmässig
Probleme gibt.
Das sind nur 4mm.
Ich meine, ich hätte mal gelesen, die Allegro-Talgos hätten 1522 mm
Spurweite, also +/- 2 mm auf beiden Seiten der Grenze...
Ich meine, auch ich hätte mal irgendwo was gelesen. Hier meine Variante:
die Spurweiten sind eigentlich gleich, der Unterschied ist nur dadurch
gegeben, das in einer unterschiedlichen Tiefe unter der Schienenoberkante
gemessen wird.
--
Viele Grüße,
Jens Schmidt
Michael Kümmling
2014-02-21 12:59:32 UTC
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Post by Ralf Gunkel
Post by Patrick Rudin
sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass das mit Güterwagen regelmässig
Probleme gibt.
Das erfordert natürlich keinen großen Fahrwerksumbau.
Die modernen Dinger rollen einfach durch? Wird das erst zum Problem,
wenn die Toleranzen zu gross sind?
Das sind nur 4mm.
Das gibt die Toleranz bestimmt her. Man darf dann halt nicht alle weiteren
Toleranzen ausreizen. ;-)
Wenn wir schon Wikipedia zitieren: auf Wikipedia ist auch beschrieben,
dass es den diskutierten Unterschied gar nicht gibt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Breitspur#Russische_Breitspur

Beide Länder sind wohl von 1524 mm auf 1520 mm gewechselt, nur zu etwas
unterschiedlichen Zeitpunkten.

Viele Grüße
Micha
Martin Hoffmann
2014-02-24 07:53:35 UTC
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Post by Michael Kümmling
sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
[...]
Post by Michael Kümmling
Wenn wir schon Wikipedia zitieren: auf Wikipedia ist auch beschrieben,
https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Breitspur#Russische_Breitspur
Beide Länder sind wohl von 1524 mm auf 1520 mm gewechselt, nur zu etwas
unterschiedlichen Zeitpunkten.
Die deutsche Wikipedia (im Gegensatz zur finnischen und englischen)
irrt. Laut dem "Finnish Railway Network Statement 2014", Abschnitt
3.3.1.2 (Seite 28) beträgt die Spurweite in Finnland 1524 mm.

Gruß,
Martin
Martin Hoffmann
2014-02-21 07:13:51 UTC
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Post by Patrick Rudin
Dann doch lieberg eine Rundfahrt auf der durch Passila
herrlich verwinkelt ständig um irgendwelche Ecken fahrenden Linie 7.
Ich mach da im Frühling einen Tagesausflug von Tallin aus hin, gibt es
weitere Empfehlungen für Sightseeing mit Strasssenbahn?
Ich habe einfach den Linienplan genommen und mich inspirieren lassen.
Das Netz erlaubt eine ganze Reihe hübscher Rundtouren.

Die Innenstadt beschränkt sich auf den südlichen Teil, in Richtung
Norden wird es schnell langweilige Vorstadt. Die im Norden
hinausgreifenden Äste kann man vermutlich weglassen. Die Linienenden im
Süde kann man zu Fuß verbinden.

Gruß,
Martin
Jürgen Schubert
2014-02-21 16:30:57 UTC
Antworten
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Post by Patrick Rudin
Ich mach da im Frühling einen Tagesausflug von Tallin aus hin, gibt es
weitere Empfehlungen für Sightseeing mit Strasssenbahn?
Gruss
Patrick
Hallo,

wenn Du mit dem Schnellboot aus Tallinn kommst, ist es in Helsinki vom
Anleger nicht weit zur Haltestelle der Linie 3T/3B. Das ist eine
Ringlinie, die so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten von Helsinki-Zentrum
abklappert. Es gibt sogar ein Faltblatt, dass diese Sehenswürdigkeiten
beschreibt. Die Straßenbahnen fahren häufig. Also kann man auch mal
aussteigen und sich Details angucken. Zusammen mit einem Tagesticket ist
das besser als die üblicherweise überteuerten Hopp-on-Hopp-off-Doppeldecker.

Ansonsten im Frühling auf jeden Fall mitnehmen: Die Festungsinsel
Suomenlinna. Das Fährticket sollte auch im Preis der Tageskarte
enthalten sein.

Viele Grüße

Jürgen
Martin Bienwald
2014-02-24 10:05:47 UTC
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Post by Jürgen Schubert
wenn Du mit dem Schnellboot aus Tallinn kommst, ist es in Helsinki vom
Anleger nicht weit zur Haltestelle der Linie 3T/3B.
Seit letztem Sommer heißt die 2/3. Ansonsten hat sich nichts geändert.

... Martin
Martin Bienwald
2014-02-24 10:02:22 UTC
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Patrick Rudin <***@gmx.ch> wrote:

[Helsinki]
Post by Patrick Rudin
Ich mach da im Frühling einen Tagesausflug von Tallin aus hin, gibt es
weitere Empfehlungen für Sightseeing mit Strasssenbahn?
Die klassische Touristenrunde (eigentlich eine Acht) mit der Linie 2/3.

Für Bierfreunde gibt es im Sommer http://www.koff.net/sparakoff

... Martin
U***@web.de
2018-11-24 17:30:30 UTC
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Post by Patrick Rudin
sondern die Gleise sind auch vier Millimeter breiter,
1524 mm statt der russischen 1520.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass das mit Güterwagen regelmässig
Probleme gibt.
Welcher Art eigentlich? Mir war so, als gäbe es ein Abkommen,
das den Einsatz finnischer Güterwagen in Rußland ausschließe/
nicht vorsehe.

Finnische Reisezugwagen kamen nach Petersburg.

Gruß, ULF

Bodo G. Meier
2014-02-20 20:34:38 UTC
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Post by Martin Hoffmann
Hallo!
Hei! :-)
Post by Martin Hoffmann
Am Ende der Rundfahrt ist es auch schon wieder dunkel. Einmal mehr gilt
es, Proviant für den Nachtzug zu besorgen und dann auf dessen Ankunft zu
warten.
Ich bin zwar auch ein Anhänger der möglichst autarken
Unterwegsverpflegung. Aber hast Du überhaupt nie einen Speisewagen
ausprobiert?

Ich erinnere mich an eine Fahrt im normalen IC von Helsingfors nach
Parikkala kurz nach Weihnachten 1995 (lange her...): der Speisewagen
hatte die Atmosphäre einer gut besuchten Kneipe mit leichtem
Resopal-Flair, das Lapin Kulta war erstaunlich günstig, lecker und floss
in Strömen. Das war mein bester Speisewagenbesuch in Skandinavien. :-)

Gruss,
Bodo
Martin Hoffmann
2014-02-21 07:17:55 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bodo G. Meier
Ich bin zwar auch ein Anhänger der möglichst autarken
Unterwegsverpflegung. Aber hast Du überhaupt nie einen Speisewagen
ausprobiert?
Irgendwie war mir dieses Mal so gar nicht nach Restaurant. In Russland
hat mich da auch ein wenig die allgegenwärtige Zigarette von abgehalten.

Davon ab: Der Polonez hat gar keinen Speisewagen, der Sapsan war derart
gesteckt voll, dass ich mich lieber in meine Ecke verkrochen habe und im
Allegro gab es ja was am Platz.

Für Finnland: Abwarten bis wahrscheinlich Montag ...
Post by Bodo G. Meier
Ich erinnere mich an eine Fahrt im normalen IC von Helsingfors nach
Parikkala kurz nach Weihnachten 1995 (lange her...): der Speisewagen
hatte die Atmosphäre einer gut besuchten Kneipe mit leichtem
Resopal-Flair, das Lapin Kulta war erstaunlich günstig, lecker und floss
in Strömen. Das war mein bester Speisewagenbesuch in Skandinavien. :-)
Dieses Etablisment kommt ja auch in Zugvögel vor.

Gruß,
Martin
Loading...