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Bahnbaumittel Deutschland - Österreich
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Johann Mayerwieser
2018-11-25 00:25:29 UTC
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Heute kurz nach Mitternacht auf Tagesschau24 - Dicke Luft! . Der Kampf
gegen den Transitverkehr.

Da ging es um die Transitverkehrsbelastung im Tiroler Unterinntal und
Brennertunnel.

Bezüglich Brennertunnel war das zentrale Thema die Zulaufstrecken. In
Österreich fertig, gerade, viele Teile untertunnelt oder eingehaust.

In Bayern wurde auf die Vorbereitung zum Betrieb des Brennerbasistunnels
bislang nichts gemacht.

Erstaunt hat mich dieser Vergleich:

Österreich gibt pro EW 200 Euro/Jahr für Bahninfrstruktur aus,
Deutschland 60.
Herbert Albrecht
2018-11-28 12:31:28 UTC
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Post by Johann Mayerwieser
Heute kurz nach Mitternacht auf Tagesschau24 - Dicke Luft! . Der Kampf
gegen den Transitverkehr.
Da ging es um die Transitverkehrsbelastung im Tiroler Unterinntal und
Brennertunnel.
Bezüglich Brennertunnel war das zentrale Thema die Zulaufstrecken. In
Österreich fertig, gerade, viele Teile untertunnelt oder eingehaust.
In Bayern wurde auf die Vorbereitung zum Betrieb des Brennerbasistunnels
bislang nichts gemacht.
Österreich gibt pro EW 200 Euro/Jahr für Bahninfrstruktur aus,
Deutschland 60.
Hast du auch Vergleichszahlen für den Strassenbau? Da könnte es ähnlich
sein, denn der Hauptaufwand in weiten Teilen Österreichs entfällt auf
den Bau von Tunneln und Brücken. Davon brauchen wir hier viel weniger.

Das beeinflusst die Gesamtkalkulation erheblich. Im Flachland kann man
die Strasse einfach auf die überarbeitete Oberfläche bauen. Im Gebirge
entstehen die meisten Kosten dabei, überhaupt einen nutzbaren Weg
herzurichten. Ob man da Asphalt draufpappt oder Schienen verlegt, macht
für die Gesamtkosten keinen grossen Unterschied.

Viel größer ist der Unterschied bei der Nutzung: Auf Schienen können nur
Züge fahren (oder Christophs Astrail, aber das wird ja verschmäht), auf
Strassen alles Andere.

Herbert
HC Ahlmann
2018-11-28 16:04:43 UTC
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Post by Herbert Albrecht
Post by Johann Mayerwieser
Heute kurz nach Mitternacht auf Tagesschau24 - Dicke Luft! . Der Kampf
gegen den Transitverkehr.
Da ging es um die Transitverkehrsbelastung im Tiroler Unterinntal und
Brennertunnel.
Bezüglich Brennertunnel war das zentrale Thema die Zulaufstrecken. In
Österreich fertig, gerade, viele Teile untertunnelt oder eingehaust.
In Bayern wurde auf die Vorbereitung zum Betrieb des Brennerbasistunnels
bislang nichts gemacht.
Österreich gibt pro EW 200 Euro/Jahr für Bahninfrstruktur aus,
Deutschland 60.
Hast du auch Vergleichszahlen für den Strassenbau? Da könnte es ähnlich
sein, denn der Hauptaufwand in weiten Teilen Österreichs entfällt auf
den Bau von Tunneln und Brücken. Davon brauchen wir hier viel weniger.
Du irrst wie so oft. Es gibt im Flachland viel mehr Brücken, nur führen
sie nicht spektakulär über tiefe Täler, sondern ganz unauffällig und
niedrig über Wasserläufe, weil ihr größter Teil im Grund versteckt ist.
Post by Herbert Albrecht
Das beeinflusst die Gesamtkalkulation erheblich. Im Flachland kann man
die Strasse einfach auf die überarbeitete Oberfläche bauen.
Das hat man mit der A20 bei Tribsees gemacht und es ist abgerutscht. Bei
Ellenserdamm entstand eins der teuersten deutschen Autobahnstücke,
obwohl es im Flachland liegt. Denn Flachland ist oft Moor oder
Schwemmland und nicht tragfähig. Parallel zu jenem Stück A29 wurde vor
wenigen Jahren eine Eisenbahnstrecke saniert:
<http://www.wzonline.de/nachrichten/lokal/artikel/bahnausbau-boden-ist-butterweich.html>
<http://www.wzonline.de/index.php?id=fotos&event_id=2075>
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Klaus Dahlwitz
2018-11-28 20:10:35 UTC
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Post by HC Ahlmann
Das hat man mit der A20 bei Tribsees gemacht und es ist abgerutscht. Bei
Ellenserdamm entstand eins der teuersten deutschen Autobahnstücke,
obwohl es im Flachland liegt. Denn Flachland ist oft Moor oder
Schwemmland und nicht tragfähig.
Z.B. ist auch die A7 südlich des Elbtunnels als lange Brücke (4258 m)
gebaut - die "Hochstraße Elbmarsch"; Marschland ist eher feuchtes Flachland.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstra%C3%9Fe_Elbmarsch>

Klaus
--
Herbst: nachts ist's kälter als draußen
Hartmut Ott
2018-11-29 15:01:59 UTC
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Hej,
Post by HC Ahlmann
Post by Herbert Albrecht
Hast du auch Vergleichszahlen für den Strassenbau? Da könnte es ähnlich
sein, denn der Hauptaufwand in weiten Teilen Österreichs entfällt auf
den Bau von Tunneln und Brücken. Davon brauchen wir hier viel weniger.
Du irrst wie so oft. Es gibt im Flachland viel mehr Brücken, nur führen
sie nicht spektakulär über tiefe Täler, sondern ganz unauffällig und
niedrig über Wasserläufe, weil ihr größter Teil im Grund versteckt ist.
Oder auch gar nichts davon zu sehen ist.
Post by HC Ahlmann
Post by Herbert Albrecht
Das beeinflusst die Gesamtkalkulation erheblich. Im Flachland kann man
die Strasse einfach auf die überarbeitete Oberfläche bauen.
So wie Itzehoe -Brunsbüttel? Nachdem bei St. Margarethen ein Haus
umgekippt ist, hat man erst mal auf der Strecke einen durchgehenden
hohen Hügel errichtet, rechts und links davon die Notstraße. Und erst
als da nach langen Jahren nichts passiert ist, wurde der abgetragen und
die Straße gebaut. Ist eben Marsch.
Post by HC Ahlmann
Das hat man mit der A20 bei Tribsees gemacht und es ist abgerutscht. Bei
Ellenserdamm entstand eins der teuersten deutschen Autobahnstücke,
obwohl es im Flachland liegt. Denn Flachland ist oft Moor oder
Eben. Hier ein der Gegend kann man durchaus Trecker bewundern, die dank
doppelter breiter Reifen fast die ganze Straße einnehmen. Alternativ
manchmal auch, das sich ein Trecker ohne doppelte Reifen festgefahren
hat und von mehreren Treckern raus gezogen werden muss.


mfg
Hartmut Ott
*Wir alle tragen den Heiligenschein des gewöhnlichen Wahnsinns*
--
Trage es lachend
Herbert Albrecht
2018-11-30 10:36:14 UTC
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Post by HC Ahlmann
Post by Herbert Albrecht
Post by Johann Mayerwieser
Heute kurz nach Mitternacht auf Tagesschau24 - Dicke Luft! . Der Kampf
gegen den Transitverkehr.
Da ging es um die Transitverkehrsbelastung im Tiroler Unterinntal und
Brennertunnel.
Bezüglich Brennertunnel war das zentrale Thema die Zulaufstrecken. In
Österreich fertig, gerade, viele Teile untertunnelt oder eingehaust.
In Bayern wurde auf die Vorbereitung zum Betrieb des Brennerbasistunnels
bislang nichts gemacht.
Österreich gibt pro EW 200 Euro/Jahr für Bahninfrstruktur aus,
Deutschland 60.
Hast du auch Vergleichszahlen für den Strassenbau? Da könnte es ähnlich
sein, denn der Hauptaufwand in weiten Teilen Österreichs entfällt auf
den Bau von Tunneln und Brücken. Davon brauchen wir hier viel weniger.
Du irrst wie so oft.
Irren ist menschlich - ich bin halt keine Computer. Aber ich lerne gerne
dazu.

Es gibt im Flachland viel mehr Brücken, nur führen
Post by HC Ahlmann
sie nicht spektakulär über tiefe Täler, sondern ganz unauffällig und
niedrig über Wasserläufe, weil ihr größter Teil im Grund versteckt ist.
Oder über Querstraßen oder Bahnschienen.
Post by HC Ahlmann
Post by Herbert Albrecht
Das beeinflusst die Gesamtkalkulation erheblich. Im Flachland kann man
die Strasse einfach auf die überarbeitete Oberfläche bauen.
Das hat man mit der A20 bei Tribsees gemacht und es ist abgerutscht. Bei
Ellenserdamm entstand eins der teuersten deutschen Autobahnstücke,
obwohl es im Flachland liegt. Denn Flachland ist oft Moor oder
Schwemmland und nicht tragfähig. Parallel zu jenem Stück A29 wurde vor
<http://www.wzonline.de/nachrichten/lokal/artikel/bahnausbau-boden-ist-butterweich.html>
<http://www.wzonline.de/index.php?id=fotos&event_id=2075>
Moor ist ein spezielles Problem. Das kenne ich von meinem Neubau, da
bestand der Baugrund aus 6-8m Torf, deshalb habe ich da auf Betonpfählen
bauen lassen.

Ich erinnere mich an einen Versuch in Bad Oldesloe, die Bahnstrecke
Hamburg-Lübeck zu untertunneln, bei dem ein Bagger im Untergrund
verschwand. Soweit ich weiss, hat man ihn dort gelassen und das Projekt
erstmal beendet. Viele Jahre später wurde es neu - und diesmal
erfolgreich - angegangen.

Bauingenieure sind eben auch Menschen und lernen dazu.

Herbert

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