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Leere Plätze als Abstandsinstrument
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Herbert
2020-11-17 11:59:16 UTC
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Hallo,

Satiriker habens schwer; was immer sie sich ausdenken, die Wirklichkeit
ist absurder, verrückter. So auch in der Bahn - als Mitglied der
Hochrisikogruppe mit einigermassen vollem (aber leider nicht dickem)
Portomonaie könnte ich auf die Idee kommen, für absolut notwenige
Bahnreisen den Platz neben mir mit zu buchen und zu reservieren. Die
Aussage der Bahn, das Reisen in vollen Zügen sei sicher, obwohl die
Abstandsregel nicht eingehalten wird, glaube ich nicht. Ich fahre nicht
mit dem ÖPV, solange Covid19 droht. Das ist mein Sicherheitskonzept, es
hat bisher gut funktioniert.

Wenn ich aber gezwungen wäre, zu reisen, z.B. beruflich und meinem Chef
sagen würde, ich trau mich nicht, höchstens, wenn ich den Platz neben
mir mitbuchen dürfte, was würde er wohl antworten? Wenn ich für die
Firma systemrelevant wäre, vielleicht: Gerne, machen wir. Aber dann im
Zug - wie vielen Leuten müsste ich erklären, dass sie den
augenscheinlich leeren Platz nicht nutzen dürfen? Wie viele davon würden
mir glauben und brav weitergehen? Eins ist sicher - der ständige Streit
mit Mitreisenden wäre für mich mit einem wesentlich höheren
Ansteckungsrisiko verbunden. Klar, oder? Lautes Sprechen, geringer
Abstand, geschlossener Raum.

Dieser Weg ist also nicht praktikabel, aber wir Privatleute dürfen mit
unserem Geld schliesslich machen, was wir wollen. Was aber, wenn
staatliche Institutionen sowas auf Kosten des Steuerzahlers machen? Wer
nun sagt 'das gibts doch nicht', der sollte
https://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-bahn-coronavirus-mindestabstand-1.5117218
lesen. Dort steht ein Zitat aus einem Rundschreiben des BMI "Während
Bund und Bahn den garantierten Mindestabstand allen Passagieren
verwehren, sollen die eigenen Mitarbeiter auf Kosten des Bundes in der
Bahn einen zweiten, leeren Platz buchen können, "um so im Sinne des
Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu haben",
heißt es weiter. Es gehe nicht nur um eine Reservierung, sondern um eine
Fahrkarte, stellt das Schreiben klar. Diese erweiterte
Erstattungsmöglichkeit werde im Bundesreisekostengesetz zunächst
befristet bis Ende März eingeräumt."

Da werden also Steuergelder eingesetzt, um das Ansteckungsrisiko für
privilegierte Mitarbeiter zu verringern und es gleichzeitig für alle
Andern (eben gerade die Steuerzahler) zu erhöhen. Arme Satiriker!

Herbert
Andreas Barth
2020-11-17 12:14:21 UTC
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Post by Herbert
Dieser Weg ist also nicht praktikabel, aber wir Privatleute dürfen mit
unserem Geld schliesslich machen, was wir wollen. Was aber, wenn
staatliche Institutionen sowas auf Kosten des Steuerzahlers machen? Wer
nun sagt 'das gibts doch nicht', der sollte
https://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-bahn-coronavirus-mindestabstand-1.5117218
lesen. Dort steht ein Zitat aus einem Rundschreiben des BMI "Während
Bund und Bahn den garantierten Mindestabstand allen Passagieren
verwehren, sollen die eigenen Mitarbeiter auf Kosten des Bundes in der
Bahn einen zweiten, leeren Platz buchen können, "um so im Sinne des
Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu haben",
heißt es weiter. Es gehe nicht nur um eine Reservierung, sondern um eine
Fahrkarte, stellt das Schreiben klar. Diese erweiterte
Erstattungsmöglichkeit werde im Bundesreisekostengesetz zunächst
befristet bis Ende März eingeräumt."
Naja, auch die zweite Fahrkarte berechtigt nicht zu einem zweiten
Platz. Außer wenn man wen mitnimmt. Sagen die AGBs auch eindeutig.
Und hat auch Potential zu einem veritablen Streit, falls der Zug voll
ist (falls er leer ist, ist das eh' kein Problem).


Viele Grüße,
Andi
Marc Haber
2020-11-17 12:53:06 UTC
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Post by Andreas Barth
Post by Herbert
Dieser Weg ist also nicht praktikabel, aber wir Privatleute dürfen mit
unserem Geld schliesslich machen, was wir wollen. Was aber, wenn
staatliche Institutionen sowas auf Kosten des Steuerzahlers machen? Wer
nun sagt 'das gibts doch nicht', der sollte
https://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-bahn-coronavirus-mindestabstand-1.5117218
lesen. Dort steht ein Zitat aus einem Rundschreiben des BMI "Während
Bund und Bahn den garantierten Mindestabstand allen Passagieren
verwehren, sollen die eigenen Mitarbeiter auf Kosten des Bundes in der
Bahn einen zweiten, leeren Platz buchen können, "um so im Sinne des
Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu haben",
heißt es weiter. Es gehe nicht nur um eine Reservierung, sondern um eine
Fahrkarte, stellt das Schreiben klar. Diese erweiterte
Erstattungsmöglichkeit werde im Bundesreisekostengesetz zunächst
befristet bis Ende März eingeräumt."
Naja, auch die zweite Fahrkarte berechtigt nicht zu einem zweiten
Platz. Außer wenn man wen mitnimmt. Sagen die AGBs auch eindeutig.
Und hat auch Potential zu einem veritablen Streit, falls der Zug voll
ist (falls er leer ist, ist das eh' kein Problem).
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Florian Weimer
2020-11-17 13:49:13 UTC
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Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Oder daß die Bahn es mal wieder nicht schafft, einen ordnungsgemäßen
Betrieb im Sinne der Kunden durchzuführen. Kein großer Unterschied am
Ende, klar.
Marc Haber
2020-11-17 16:54:08 UTC
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Post by Florian Weimer
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Oder daß die Bahn es mal wieder nicht schafft, einen ordnungsgemäßen
Betrieb im Sinne der Kunden durchzuführen.
Wie genau meinst Du das?

Sitzplätze sind für Fahrgäste, nicht für leer gekaufte Fahrkarten.

Grüße
Marc
--
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Florian Weimer
2020-11-17 17:57:52 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Florian Weimer
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Oder daß die Bahn es mal wieder nicht schafft, einen ordnungsgemäßen
Betrieb im Sinne der Kunden durchzuführen.
Wie genau meinst Du das?
Sitzplätze sind für Fahrgäste, nicht für leer gekaufte Fahrkarten.
Ja, aber die Fahrgäste wollen sich auch nicht anstecken.

Ich bezog mich freilich auf die Bahn als Sündenbock,
d.h. Bahnverdrossenheit statt Politikverdrossenheit.
Herbert
2020-11-18 09:39:49 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Florian Weimer
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Oder daß die Bahn es mal wieder nicht schafft, einen ordnungsgemäßen
Betrieb im Sinne der Kunden durchzuführen.
Wie genau meinst Du das?
Sitzplätze sind für Fahrgäste, nicht für leer gekaufte Fahrkarten.
Theoretisch könnte man es so machen wie vor dem erneuten Lockdown in den
Restaurants: Jeden zweiten Platz sperren. Und natürlich keine Stehplätze
zulassen.

Herbert
Till Kinstler
2020-11-17 19:07:28 UTC
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Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis der
Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
entsprechend häufig tun, so dass sie Praxis und Theorie ausreichend
kennen. Könnte natürlich auch sein, dass es eine (Betriebs-)Vereinbarung
zwischen allen notwendigen Stellen gibt, die ein Hygienekonzept für die
gesamte Reise fordern und man sich nur so in der Lage sieht, das zu
erfüllen...

Grüße,
Till
Tim Loeber
2020-11-17 19:36:11 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis der
Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
wer kontrolliert das?
Ulf Kutzner
2020-11-17 19:50:31 UTC
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Post by Tim Loeber
Post by Till Kinstler
Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
wer kontrolliert das?
Die Dienststelle nebst allfällig vorgesetzten Behörden.
Till Kinstler
2020-11-17 22:13:19 UTC
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Post by Tim Loeber
Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis
der Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur
Leute dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
wer kontrolliert das?
Die Dienststelle. Meine genehmigt Dienstreisen nur noch bei speziell
begründeter Notwendigkeit und Erfüllung allerlei Bedingungen (u.a. ein
dem Reiseantrag beizufügendes Hygienekonzept).
Das ist aber nicht der Grund, weshalb bei meiner ansonsten (dienstlich
bedingt) "reiselustigen" Dienststelle dieses Jahr die Reisekosten sehr
überschaubar ausfallen dürften. Die Gründe für Dienstreisen sind
schlicht deutlich zurück gegangen. Mal sehen, was davon übrig bleibt,
wenn Reisen wieder unbeschwerter möglich sein könnten. Ich persönlich
finde es ja ganz ok so...

Grüße,
Till
Herbert
2020-11-18 12:15:17 UTC
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Post by Tim Loeber
Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis
der Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur
Leute dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
wer kontrolliert das?
Der Sicherheitsbeauftragte (war ich selbst mal) unterstützt den
Dienstvorgesetzten in dieser Funktion.

Herbert
Ulf Kutzner
2020-11-17 19:47:56 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis der
Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
entsprechend häufig tun, so dass sie Praxis und Theorie ausreichend
kennen.
Ich fürchte, man hat das Konzept hinausgeblasen, ohne sich mit
den Reise(kosten)stellen in den Behörden ernstlich ins Benehmen
zu setzen.

Gruß, ULF
Herbert
2020-11-20 11:30:56 UTC
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Post by Ulf Kutzner
Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis der
Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
entsprechend häufig tun, so dass sie Praxis und Theorie ausreichend
kennen.
Ich fürchte, man hat das Konzept hinausgeblasen, ohne sich mit
den Reise(kosten)stellen in den Behörden ernstlich ins Benehmen
zu setzen.
Oh nein, das war wohlüberlegt. Lies
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/wegen-corona-innenministerium-besteht-auf-zweitplatz-im-zug/ar-BB1bbXxK?ocid=msedgntp

Herbert
Marc Haber
2020-11-20 13:35:02 UTC
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Post by Herbert
Post by Ulf Kutzner
Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis der
Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
entsprechend häufig tun, so dass sie Praxis und Theorie ausreichend
kennen.
Ich fürchte, man hat das Konzept hinausgeblasen, ohne sich mit
den Reise(kosten)stellen in den Behörden ernstlich ins Benehmen
zu setzen.
Oh nein, das war wohlüberlegt. Lies
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/wegen-corona-innenministerium-besteht-auf-zweitplatz-im-zug/ar-BB1bbXxK?ocid=msedgntp
Und eben war die Nachricht, dass man zurückrudert.
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Michael Kümmling
2020-11-20 13:36:59 UTC
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Post by Herbert
Post by Ulf Kutzner
Post by Till Kinstler
Post by Marc Haber
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Obwohl ich bei öffentlichen Dienstreisenden eine recht gute Kenntnis der
Bedingungen beim Bahnfahren erwartet hätte... Zumal derzeit eh nur Leute
dienstreisen dürften, die sehr gute Gründe dafür haben und das
entsprechend häufig tun, so dass sie Praxis und Theorie ausreichend
kennen.
Ich fürchte, man hat das Konzept hinausgeblasen, ohne sich mit
den Reise(kosten)stellen in den Behörden ernstlich ins Benehmen
zu setzen.
Oh nein, das war wohlüberlegt. Lies
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/wegen-corona-innenministerium-besteht-auf-zweitplatz-im-zug/ar-BB1bbXxK?ocid=msedgntp
Unter wohlüberlegt verstehe ich etwas anderes als ein Vorgehen nach dem
Motto "habt euch mal nicht so" und "das wird schon gehen, denkt euch mal
etwas aus".


Viele Grüße
Micha
Olaf Titz
2020-11-17 21:22:13 UTC
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Post by Till Kinstler
kennen. Könnte natürlich auch sein, dass es eine (Betriebs-)Vereinbarung
zwischen allen notwendigen Stellen gibt, die ein Hygienekonzept für die
gesamte Reise fordern und man sich nur so in der Lage sieht, das zu
erfüllen...
Selbst dann - oder gerade dann - sollte doch irgendjemand in den
zuständigen Gremien sitzen, der nicht nur auf die Idee kommt, dass das
praktisch gesehen grober Unfug ist, sondern auch aufgrund der
Beförderungsbedingungen der DB gar nicht möglich.

Oder glaubt man gar in der Bundesregierung, letztere einfach still und
heimlich per Ukas anpassen zu können, schließlich gehört uns der Laden
doch?!

Olaf
--
***@inka.de <URL:http://sites.inka.de/~bigred/>

"Commander, setzen Sie einen neuen Kurs.
In diesem Nebel gibt es Kaffee." -- Janeway
Herbert
2020-11-18 09:42:46 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Andreas Barth
Post by Herbert
Dieser Weg ist also nicht praktikabel, aber wir Privatleute dürfen mit
unserem Geld schliesslich machen, was wir wollen. Was aber, wenn
staatliche Institutionen sowas auf Kosten des Steuerzahlers machen? Wer
nun sagt 'das gibts doch nicht', der sollte
https://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-bahn-coronavirus-mindestabstand-1.5117218
lesen. Dort steht ein Zitat aus einem Rundschreiben des BMI "Während
Bund und Bahn den garantierten Mindestabstand allen Passagieren
verwehren, sollen die eigenen Mitarbeiter auf Kosten des Bundes in der
Bahn einen zweiten, leeren Platz buchen können, "um so im Sinne des
Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu haben",
heißt es weiter. Es gehe nicht nur um eine Reservierung, sondern um eine
Fahrkarte, stellt das Schreiben klar. Diese erweiterte
Erstattungsmöglichkeit werde im Bundesreisekostengesetz zunächst
befristet bis Ende März eingeräumt."
Naja, auch die zweite Fahrkarte berechtigt nicht zu einem zweiten
Platz. Außer wenn man wen mitnimmt. Sagen die AGBs auch eindeutig.
Und hat auch Potential zu einem veritablen Streit, falls der Zug voll
ist (falls er leer ist, ist das eh' kein Problem).
Das ganze ist ein typischer realitätsferner Rohrkrepierer aus der
politischen Kaste und trägt weiter zur Politikverdrossenheit des
Volkes bei. Well done, Seehofer.
Man hätte die Dienstreisenden ganz einfach aufs Autofahren verweisen
können, wenn das Reisen mit der Bahn nicht mit dem behördeninternen
Sicherheitskonzept vereinbar ist. Dafür hätte ich durchaus Verständnis,
so mache ich es ja auch.

Herbert
Till Kinstler
2020-11-18 10:20:20 UTC
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Post by Herbert
Man hätte die Dienstreisenden ganz einfach aufs Autofahren verweisen
können,
Das tut man im Prinzip genau in diesem Schreiben, siehe hier:
<https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesbedienstete/Mobilitaet-Reisen/RV_RK_TG_UK/Rechtsgrundlagen/Dienstreisen/bmi_rdschr_12112020_fahrtkostenerst_corona.pdf>

Grundsätzlich können Dienstreisende das Verkehrsmittel aber frei wählen,
auch derzeit. Es gibt kein Verbot der Dienstreise mit öffentlichen
Verkehrsmitteln. Bei der Wahl des Verkehrsmittels sind aber immer
allerlei Aspekte zu berücksichtigen - z.B. auch wirtschaftliche -,
zumindest wenn man die Kosten erstattet haben möchte. Das führt im
Normalfall eben dazu, dass Bahn gefahren wird.
Das diskutierte Schreiben erlaubt nun die epidemische Lage als
pauschalen triftigen Grund bzw. erhebliches dienstliches Interesse für
die Nutzung von Mietwagen bzw. die Nutzung eines privaten Fahrzeugs.
Es gibt dennoch Gründe per Bahn zu reisen. Es haben z.B. sicher nicht
alle Dienstreisenden eine Fahrerlaubnis...

Grüße,
Till
Herbert
2020-11-19 08:49:57 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by Herbert
Man hätte die Dienstreisenden ganz einfach aufs Autofahren verweisen
können,
<https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesbedienstete/Mobilitaet-Reisen/RV_RK_TG_UK/Rechtsgrundlagen/Dienstreisen/bmi_rdschr_12112020_fahrtkostenerst_corona.pdf>
Grundsätzlich können Dienstreisende das Verkehrsmittel aber frei wählen,
auch derzeit. Es gibt kein Verbot der Dienstreise mit öffentlichen
Verkehrsmitteln. Bei der Wahl des Verkehrsmittels sind aber immer
allerlei Aspekte zu berücksichtigen - z.B. auch wirtschaftliche -,
zumindest wenn man die Kosten erstattet haben möchte. Das führt im
Normalfall eben dazu, dass Bahn gefahren wird.
Das diskutierte Schreiben erlaubt nun die epidemische Lage als
pauschalen triftigen Grund bzw. erhebliches dienstliches Interesse für
die Nutzung von Mietwagen bzw. die Nutzung eines privaten Fahrzeugs.
Es gibt dennoch Gründe per Bahn zu reisen. Es haben z.B. sicher nicht
alle Dienstreisenden eine Fahrerlaubnis...
Das Reisekostengesetz ist mir bekannt aus der Zeit, als ich noch
Dienstreisen abgerechnet habe (ist schon einige Jahre her). Dienstreisen
mit dem eigenen Auto abzurechnen war theoretisch möglich, sogar mit
einigermaßen realistischen Kostenansätzen. Praktisch waren wir
verpflichtet, mit der Bahn zu fahren, das war billiger. Unsere
Arbeitszeit war kein Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Wenn ich mich richtig erinnere, hätte ich damals eigentlich einen
Rechtsanspruch auf Reisen mit der 1. Klasse gehabt. Es gab aber eine
Dienstanweisung, diesen Anspruch nicht wahrzunehmen sondern 2. Klasse zu
fahren. 1. Klasse war was für die aus der Teppichetage. Ich fand das
nicht schlimm - ich hatte immer einen Sitzplatz reserviert und musste
nie im Gang stehen. Abstandsregeln gabs damals keine.

Lästiger war der der faktische Ausschluß von Dienstreisen mit dem
privaten Pkw. Auch wenn dem Dienstherrn unsere Arbeitszeit nichts wert
war (muss eh bezahlt werden), wir hatten Projekte und Termine und da war
es schon blöd, wenn eine Anreise nicht 2 sondern 6 Stunden dauert.

Herbert
Ulf Kutzner
2020-11-19 11:02:10 UTC
Antworten
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Post by Herbert
Das Reisekostengesetz ist mir bekannt aus der Zeit, als ich noch
Dienstreisen abgerechnet habe (ist schon einige Jahre her). Dienstreisen
mit dem eigenen Auto abzurechnen war theoretisch möglich, sogar mit
einigermaßen realistischen Kostenansätzen. Praktisch waren wir
verpflichtet, mit der Bahn zu fahren, das war billiger. Unsere
Arbeitszeit war kein Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Wenn ich mich richtig erinnere, hätte ich damals eigentlich einen
Rechtsanspruch auf Reisen mit der 1. Klasse gehabt. Es gab aber eine
Dienstanweisung, diesen Anspruch nicht wahrzunehmen sondern 2. Klasse zu
fahren.
Man kann sich rechtswidrige Weisungen gefallen lassen
oder dagegen vorgehen.
Post by Herbert
1. Klasse war was für die aus der Teppichetage. Ich fand das
nicht schlimm - ich hatte immer einen Sitzplatz reserviert und musste
nie im Gang stehen. Abstandsregeln gabs damals keine.
Lästiger war der der faktische Ausschluß von Dienstreisen mit dem
privaten Pkw. Auch wenn dem Dienstherrn unsere Arbeitszeit nichts wert
war (muss eh bezahlt werden), wir hatten Projekte und Termine und da war
es schon blöd, wenn eine Anreise nicht 2 sondern 6 Stunden dauert.
Allerdings kann man sich während der Bahnanreise deutlich besser in
vorab versandte Tagungsunterlagen vertiefen.
Herbert
2020-11-20 08:47:03 UTC
Antworten
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Post by Ulf Kutzner
Post by Herbert
Das Reisekostengesetz ist mir bekannt aus der Zeit, als ich noch
Dienstreisen abgerechnet habe (ist schon einige Jahre her). Dienstreisen
mit dem eigenen Auto abzurechnen war theoretisch möglich, sogar mit
einigermaßen realistischen Kostenansätzen. Praktisch waren wir
verpflichtet, mit der Bahn zu fahren, das war billiger. Unsere
Arbeitszeit war kein Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Wenn ich mich richtig erinnere, hätte ich damals eigentlich einen
Rechtsanspruch auf Reisen mit der 1. Klasse gehabt. Es gab aber eine
Dienstanweisung, diesen Anspruch nicht wahrzunehmen sondern 2. Klasse zu
fahren.
Man kann sich rechtswidrige Weisungen gefallen lassen
oder dagegen vorgehen.
Dann wäre die Dienstreise nicht genehmigt worden.

Herbert
Schorsch
2020-11-20 14:03:34 UTC
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Post by Herbert
Post by Ulf Kutzner
Post by Herbert
Das Reisekostengesetz ist mir bekannt aus der Zeit, als ich noch
Dienstreisen abgerechnet habe (ist schon einige Jahre her). Dienstreisen
mit dem eigenen Auto abzurechnen war theoretisch möglich, sogar mit
einigermaßen realistischen Kostenansätzen. Praktisch waren wir
verpflichtet, mit der Bahn zu fahren, das war billiger. Unsere
Arbeitszeit war kein Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Wenn ich mich richtig erinnere, hätte ich damals eigentlich einen
Rechtsanspruch auf Reisen mit der 1. Klasse gehabt. Es gab aber eine
Dienstanweisung, diesen Anspruch nicht wahrzunehmen sondern 2. Klasse zu
fahren.
Man kann sich rechtswidrige Weisungen gefallen lassen
oder dagegen vorgehen.
Dann wäre die Dienstreise nicht genehmigt worden.
Und dann? Dann wäre halt nicht gerissen worden.

Schorsch
2020-11-19 21:20:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Herbert
Post by Till Kinstler
Post by Herbert
Man hätte die Dienstreisenden ganz einfach aufs Autofahren verweisen
können,
<https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesbedienstete/Mobilitaet-Reisen/RV_RK_TG_UK/Rechtsgrundlagen/Dienstreisen/bmi_rdschr_12112020_fahrtkostenerst_corona.pdf>
[Dienstreisen Auto oder Bahn im öffentlichen Dienst]
Post by Herbert
Lästiger war der der faktische Ausschluß von Dienstreisen mit dem
privaten Pkw. Auch wenn dem Dienstherrn unsere Arbeitszeit nichts wert
war (muss eh bezahlt werden), wir hatten Projekte und Termine und da war
es schon blöd, wenn eine Anreise nicht 2 sondern 6 Stunden dauert.
Da hat wohl der Personalrat geschlafen. Man kann immer auch mit dem
eigenen PKW fahren. Fragt sich nur, ob der einfache oder der erhöhte
Kilometersatz angewandt wird. Ist die Fahrt mit dem PKW im dienstlichen
Interesse, dann gibt es mehr Geld.
Zeitvorteil oder Materialmitnahme sind da immer gute Gründe.

Das kann die Dienststelle nicht einfach per Dienstanweisung aushebeln.

Gruß
Schorsch
Martin Theodor Ludwig
2020-11-17 22:31:42 UTC
Antworten
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On Tue, 17 Nov 2020 12:14:21 -0000 (UTC), Andreas Barth
Post by Andreas Barth
Naja, auch die zweite Fahrkarte berechtigt nicht zu einem zweiten
Platz. Außer wenn man wen mitnimmt. Sagen die AGBs auch eindeutig.
Und hat auch Potential zu einem veritablen Streit, falls der Zug voll
ist (falls er leer ist, ist das eh' kein Problem).
Statt einer zweiten Fahrkarte wäre eine einzelne Fahrkarte erster Klasse
sowohl billiger als auch zielführender: dort hat zumindest ein Teil der
Plätze keinen direkten Nebenplatz.

Bis dann, Martin
--
Autoreisezüge in Europa: http://www.autoreisezuege.org
Marc Haber
2020-11-18 08:47:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Theodor Ludwig
On Tue, 17 Nov 2020 12:14:21 -0000 (UTC), Andreas Barth
Post by Andreas Barth
Naja, auch die zweite Fahrkarte berechtigt nicht zu einem zweiten
Platz. Außer wenn man wen mitnimmt. Sagen die AGBs auch eindeutig.
Und hat auch Potential zu einem veritablen Streit, falls der Zug voll
ist (falls er leer ist, ist das eh' kein Problem).
Statt einer zweiten Fahrkarte wäre eine einzelne Fahrkarte erster Klasse
sowohl billiger als auch zielführender: dort hat zumindest ein Teil der
Plätze keinen direkten Nebenplatz.
Da kommt dann sofort die Neiddiskussion.

Im Kielwasser hinter dieser Schnapsidee kommen natürlich auch wieder
diejenigen um die Ecke, die per Reservierungspflicht der Bahn ihre
Flexibilität nehmen wollen und insbesondere diejenigen, die bei
Pendelstrecken um 100 km den Fernverkehr zum Pendeln verwenden, in den
Nahverkehr oder ins Auto zu drängen.

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Till Kinstler
2020-11-18 10:01:11 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Martin Theodor Ludwig
On Tue, 17 Nov 2020 12:14:21 -0000 (UTC), Andreas Barth
Post by Andreas Barth
Naja, auch die zweite Fahrkarte berechtigt nicht zu einem zweiten
Platz. Außer wenn man wen mitnimmt. Sagen die AGBs auch eindeutig.
Und hat auch Potential zu einem veritablen Streit, falls der Zug voll
ist (falls er leer ist, ist das eh' kein Problem).
Statt einer zweiten Fahrkarte wäre eine einzelne Fahrkarte erster Klasse
sowohl billiger als auch zielführender: dort hat zumindest ein Teil der
Plätze keinen direkten Nebenplatz.
Da kommt dann sofort die Neiddiskussion.
Die braucht gar nicht geführt werden. Die Benutzung der 1. Klasse bei
Dienstreisen von Bundesbediensteten ist im Bundesreisekostengesetz §4
klar geregelt[*]. Diskussionen dazu also bitte im Bundestag als Gesetzgeber.
Demnach dürfen allerlei Dienstreisende des Bundes eh Reisekosten für
Bahnfahrten 1. Klasse abrechenen.
Das diskutierte Rundschreiben ist übrigens hier abrufbar:
<https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesbedienstete/Mobilitaet-Reisen/RV_RK_TG_UK/Rechtsgrundlagen/Dienstreisen/bmi_rdschr_12112020_fahrtkostenerst_corona.pdf>
Das erlaubt also auch bei Reisen in der 1. Klasse nach BRKG §4 Absatz 1
Satz 2 oder 4 die Abrechnug einer weiteren Fahrkarte für einen Nebenplatz.

Grüße,
Till

[*] Man beachte, dass für Bedienstete im Landes- oder kommunalen Dienst
meist davon abgewichen wird. Ich kann als Angstellter eines Bundeslandes
üblicherweise keine Bahnfahrten 1. Klasse abrechnen, mein Direktor auch
nicht.
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